Anna Amalie Abert (* 19. September 1906 in Halle (Saale); † 4. Januar 1996 in Kiel) war eine deutsche Musikwissenschaftlerin.
Leben
Anna Amalia Abert wurde als Tochter des Musikhistorikers Hermann Abert und dessen Ehefrau Anna Abert, geborene Dittenberger, geboren. Sie studierte bei Hans Joachim Moser und bei Friedrich Blume an der Universität Kiel Musikwissenschaft und wurde zum Dr. phil. promoviert. Zum 1. Mai 1937 trat sie der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 3.982.964), 1938 war sie Musikreferentin bei der NS-Frauenschaft, seit 1939 Mitglied im NSDDB und 1940 NSV-Blockwalterin. In Kiel war sie von 1943 bis 1971 als Hochschullehrerin tätig, zunächst als Dozentin, 1946 wurde sie von den Briten entlassen, aber von 1950 an war sie dort außerplanmäßige Professorin. Ab 1962 war sie an der Universität Kiel Wissenschaftlicher Rat und Professor.
Sie verfasste zahlreiche Buch- und Zeitschriftenbeiträge. Von ihr stammen unter anderem Arbeiten zum Werk von Heinrich Schütz, Claudio Monteverdi, Christoph Willibald Gluck und Richard Strauss, außerdem eine umfangreiche Geschichte der Oper (1994).
Schriften (Auswahl)
- Die stilistischen Voraussetzungen der „Cantiones sacrae“ von Heinrich Schütz (= Kieler Schriften zur Musikwissenschaft. Band 29). Wolfenbüttel 1935; Neudruck: Bärenreiter, Kassel/Basel/London 1986, ISBN 978-3761807736.
- Claudio Monteverdi und das musikalische Drama. Kistner & Siegel & Co., Lippstadt 1954.
- Christoph Willibald Gluck. Bong, München 1959.
- Die Opern Mozarts. Möseler Verlag, Wolfenbüttel/Zürich 1970.
- Richard Strauss – Die Opern. Friedrich Verlag, Velber 1972.
Literatur
- Hans Heinrich Eggebrecht: Abert, Anna Amalie. In: Grove Music Online (englisch; Abonnement erforderlich).
- Wilibald Gurlitt, Carl Dahlhaus (Hrsg.): Riemann Musik-Lexikon. In drei Bänden und zwei Ergänzungsbänden. Abert, Anna Amalie. 12., völlig neubearbeitete Auflage. 1. Personenteil A–K. B. Schotts-Söhne, Mainz 1959, S. 3 (Erstausgabe: 1882).
- Abert, Anna Amalie. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 2.
- Klaus Hortschansky (Hrsg.): Opernstudien. Anna Amalie Abert zum 65. Geburtstag. Schneider, Tutzing 1975, ISBN 3-7952-0155-1.
- Klaus Hortschansky (Hrsg.): Traditionen – Neuansätze. Für Anna Amalie Abert (1906–1996). Schneider, Tutzing 1997, ISBN 3-7952-0878-5.
- Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. CD-ROM-Lexikon, Kiel 2009, 2. Auflage, S. 72. online
wikipedia, wiki, enzyklopädie, buch, bibliothek, artikel, lesen, kostenlos herunterladen, Informationen über Anna Amalie Abert, Was ist Anna Amalie Abert? Was bedeutet Anna Amalie Abert?