Außerordentliche Wahl zum Senat der Vereinigten Staaten in Alabama 2017

Die außerordentliche Senatswahl in Alabama am 12. Dezember 2017 bestimmte den Nachfolger des US-Justizministers Jeff Sessions in seinem früheren Mandat im Senat der Vereinigten Staaten für den Bundesstaat Alabama. Für die Republikaner trat der frühere Richter Roy Moore, für die Demokraten der frühere Staatsanwalt Doug Jones an. Nachdem Vorwürfe öffentlich geworden waren, dass Moore um das Jahr 1980 herum Minderjährige belästigt habe, galt das Rennen als völlig offen.

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Wahl eines US-Senators für Alabama
Senatorensitz der Klasse II
12. Dezember 2017

Demokratische Partei
Doug Jones
Stimmen 673.896  
  
49,97 %
Republikanische Partei
Roy Moore
Stimmen 651.972  
  
48,34 %

Ergebnis nach County
    
Jones
    
Moore

Vor der Wahl
Luther Strange (interim)
Republikanische Partei
Gewählt
Doug Jones
Demokratische Partei

Jones setzte sich mit wenigen zehntausend Stimmen Unterschied gegen Moore durch.

Hintergrund und Durchführung

Sessions, der diesen Senatssitz seit 1997 innegehabt hatte, wurde im Februar 2017 als United States Attorney General (Justizminister) im Kabinett von Donald Trump nominiert. Im politischen System der USA herrscht gemäß der in Artikel 1 der Verfassung der Vereinigten Staaten verankerten Ineligibility Clause eine strikte Trennung von Amt und Mandat, weshalb Sessions seinen Senatssitz aufgeben musste. Da Sessions’ Mandat noch bis zum 3. Januar 2021 gedauert hätte, wurde eine außerordentliche Wahl zur Neubesetzung seines Senatssitzes notwendig. Daher setzte der damalige Gouverneur Robert J. Bentley eine außerordentliche Nachwahl für diesen Senatssitz an und ernannte für die Zeit bis dahin als Interimsnachfolger Sessions’ am 9. Februar 2017 Luther Strange, den damaligen Attorney General des Staates Alabama, übergangsweise zum Senator. Als Termin für die Nachwahl setzte Bentley ursprünglich den ersten November-Dienstag als in den USA allgemein üblichen Wahltag, also den 6. November 2017, an, was seine Nachfolgerin Kay Ivey im April auf den 12. Dezember 2017 verschob.

Strange bemühte sich um die Nominierung seiner Partei für die Nachwahl, verlor jedoch die Vorwahl der Republikaner am 26. September 2017 gegen Roy Moore, einen ehemaligen Richter am obersten Gerichtshof des Bundesstaates. Moore traf auf den ehemaligen Bundesstaatsanwalt für den nördlichen Distrikt Alabamas, Doug Jones, der sich als Kandidat in den Vorwahlen der Demokraten durchgesetzt hatte. Auf dem Wahlzettel wurden nur Moore und Jones aufgeführt. Andere Kandidaten qualifizierten sich nicht für die Wahl. Für andere Kandidaten konnte jedoch trotzdem gestimmt werden, indem deren Name auf dem Wahlzettel vermerkt wird („Write-in candidate“).

Umfragen

Mit einem Cook Partisan Voting Index von R+15 gilt Alabama als sehr sicherer Staat für die Republikaner. Der bisherige Amtsinhaber Jeff Sessions hatte die Senatswahlen in Alabama seit seinem Amtsantritt im Jahr 1996 mit großem Abstand gewonnen. Bei der letzten Wahl im Jahr 2014 hatten die Demokraten auf die Aufstellung eines Gegenkandidaten verzichtet.

Moore hatte vor dem 9. November im Schnitt mit 48:42 Prozent geführt und damit bereits deutlich knapper als für einen republikanischen Kandidaten üblich. An diesem Tag veröffentlichte die Washington Post die Aussage einer Frau, sie sei 1979 als 14-Jährige von Moore zu sexuellen Handlungen verleitet worden. In einer ersten Umfrage am Tag nach Bekanntwerden der Missbrauchsvorwürfe, bei der 82 Prozent der Teilnehmer angaben, von den Anschuldigungen erfahren zu haben, lag Moore mit dem demokratischen Gegenkandidaten gleichauf bei 46 Prozent. Zugleich erklärten 54 Prozent (und 73 der Republikaner), Moore solle seine Kandidatur aufrechterhalten. Die Umfragen seit Bekanntwerden der Vorwürfe sahen mal den einen und mal den anderen Kandidaten in Führung. Weil die Wahlbeteiligung bei Nachwahlen generell schwer einzuschätzen ist und bei den außerordentlichen Umständen dieser Wahl im Besonderen, gelten die Umfragen als wenig aussagekräftiger Indikator für das Ergebnis.

Quelle Erhebungszeitraum Stichprobe Fehler-
toleranz
Roy
Moore (R)
Doug
Jones (D)
Andere Unentschieden
Washington Post/Schar School 27.–30. November 2017 739 ± 4,5 % 47 % 50% 3 %
Change Research 26.–27. November 2017 1868 49% 44 % 7 %
Emerson College 25.–27. November 2017 50% 44 % 6 %
WBRC-TV/Strategy Research 20. November 2017 3000 ± 2,0 % 47% 45 % 3 % 5 %
WT&S Consulting (R) 18.–20. November 2017 11.641 ± 1,2 % 46% 40 % 13 %
Change Research 15.–16. November 2017 2090 43 % 46 % 11 %
Fox News 13.–15. November 2017 649 LV ±3,5 % 42 % 50 % 2 % 7 %
823 RV ±3,0 % 40 % 49 % 2 % 7 %
FOX10 News/Strategy Research 13. November 2017 3000 ±2,0 % 49 % 43 % 8 %
NRSC (R) 12.–13. November 2017 500 39 % 51 % 10 %
WT&S Consulting (R) 11. November 2017 1536 ±3,3 % 50 % 40 % 11 %
Emerson College 9.–11. November 2017 600 ±3,9 % 49 % 40 % 11 %
JMC Analytics (R) 9.–11. November 2017 575 ± 4,1 % 42 % 46 % 2 % 6 %
Change Research 9.–11. November 2017 1855 44 % 40 % 3 % 13 %
Google Consumer Surveys 9.–11. November 2017 534 ±4,2 % 52 % 49 %
Gravis Marketing 10. November 2017 478 ±4,5 % 48 % 46 % 6 %
WT&S Consulting (R) 9. November 2017 1354 ±3,5 % 50 % 39 % 11 %
Opinion Savvy 9. November 2017 515 ±4,3 % 46 % 46 % 4 % 4 %
WBRC-TV/Strategy Research 19. Oktober – 8. November 2017 2200 ±2,0 % 51 % 40 % 9 %
NRSC (R) 6.–7. November 2017 51 % 42 % 8 %
Axis Research (R-SLF) 24.–26. Oktober 2017 503 ±4,5 % 56 % 39 % 5 %
FOX10 News/Strategy Research 23. Oktober 2017 3000 ±3,0 % 52 % 41 % 7 %
WBRC-TV/Strategy Research 16. Oktober 2017 3000 ±2,5 % 51 % 40 % 9 %
Fox News 14.–16. Oktober 2017 801 ±3,5 % 42 % 42 % 3 % 11 %
NRSC (R) 3.–5. Oktober 2017 53 % 37 % 10 %
Cygnal/L2 2.–5. Oktober 2017 497 ±4,4 % 49 % 41 % 9 %
JMC Analytics (R) 30. September – 1. Oktober 2017 500 ±4,4 % 48 % 40 % 1 % 11 %
Opinion Savvy 27.–28. September 2017 590 ±4,0 % 50 % 45 % 5 %
Google Consumer Surveys 22.–25. September 2017 451 ±4,0 % 58 % 42 % 0 %
Emerson College 21.–23. September 2017 519 ±4,3 % 52 % 30 % 18 %
Emerson College 8.–9. September 2017 416 ±4,8 % 44 % 40 % 16 %
Google Consumer Surveys 15.–17. Mai 2017 335 ±5,2 % 56 % 44 % 0 %

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