Au am Leithaberge

Au am Leithaberge (kroatisch: Cundrava) ist eine Marktgemeinde mit 950 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk Bruck an der Leitha in Niederösterreich (Österreich).

Marktgemeinde
Au am Leithaberge
Wappen Österreichkarte
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Niederösterreich Niederösterreich
Politischer Bezirk: Bruck an der Leitha
Kfz-Kennzeichen: BL
Fläche: 16,74 km²
Koordinaten: 47° 55′ N, 16° 33′ OKoordinaten: 47° 55′ 0″ N, 16° 33′ 0″ O
Höhe: 211 m ü. A.
Einwohner: 950 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 57 Einw. pro km²
Postleitzahl: 2451
Vorwahlen: 0 21 68
Gemeindekennziffer: 3 07 01
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Hauptplatz 9
2451 Au am Leithaberge
Website: www.au-leithaberge.gv.at
Politik
Bürgermeisterin: Reka Fekete (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(15 Mitglieder)
7
4
4
Insgesamt 15 Sitze
  • ÖVP: 7
  • MFA: 4
  • FPÖ: 4
Lage von Au am Leithaberge im Bezirk Bruck an der Leitha
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap

Luftbild von Au (von Westen)
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Geographie

Au am Leithaberge liegt im niederösterreichischen Industrieviertel am Westrand des Leithagebirges. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 16,74 Quadratkilometer. 35,81 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung

Es gibt nur die Katastralgemeinde Au am Leithagebirge.

Nachbargemeinden

Leithaprodersdorf, Seibersdorf Hof am Leithaberge
Stotzing
Oslip, Schützen am Gebirge Donnerskirchen

Geschichte

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Pannonien.

Am Abhang des Leithagebirges wurden spätestens 2012 zwei keltische Gräberfelder freigelegt.

  • Das Gräberfeld „Kleine Hutweide“ liegt auf einem nordwestlichen Ausläufer des Gebirges. 28 latènezeitliche Bestattungen wurden zwischen 1926 und 1931 ergraben, darunter das Grab eines Schmiedes mit Funden von Amboss, Eisenmeißeln und einem Hammerkopf. Eine Pferdetrense, Schwerter, Lanzenspitzen und diverse Keramik waren ebenfalls in einigen Gräbern beigegeben.
  • Im Gräberfeld „Mühlbachäcker“ wurden 1933 bis 1937 und 1970 insgesamt 17 Grabstellen freigelegt, die ebenfalls in die La-Tène-Zeit einzuordnen sind. Wie im Gräberfeld „Kleine Hutweide“ sind auch hier die Gräber mit Trockensteinmauern umfasst und die Wege dazwischen teilweise mit Steinpflasterung versehen. Bei einigen Grabstellen sind Nach- oder Mehrfachbelegung feststellbar.

Im Zuge des Baus eines Windparks mit 5 Windrädern haben Archäologen Funde und Spuren von jungsteinzeitlichen und bronzezeitlichen Siedlungen gemacht, u. a. ein Hügelgrab (ca. 1600 vor Chr.). Das Gebiet im Bereich des Windparks ist seit dem 6. Jahrtausend vor Christus durchgehend besiedelt.

Im Jahr 1822 wurde der Ort als Markt mit 120 Häusern genannt, der über eine Pfarre und eine Schule verfügte. Die Herrschaft Scharfenegg besaß die Ortsobrigkeit, übte die Landgerichtsbarkeit aus, besorgte die Konskription und hatte die Grundherrschaft inne. Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Au drei Bäcker, ein Binder, ein Fleischer, zwei Friseure, drei Gastwirte, drei Gemischtwarenhändler, eine Hebamme, ein Holzhändler, vier Landesproduktehändler, ein Maurermeister, ein Müller, ein Schlosser, ein Schmied, zwei Schneider und eine Schneiderin, zwei Schuster, eine Sodawassererzeuger, zwei Tischler, ein Viktualienhändler, ein Wagner und mehrere Landwirte ansässig. Weiters ab es im Ort eine Milchgenossenschaft und mehrere Steinbrüche.

Einwohnerentwicklung

Au am Leithaberge: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
  
812
1880
  
878
1890
  
878
1900
  
876
1910
  
837
1923
  
896
1934
  
852
1939
  
806
1951
  
793
1961
  
749
1971
  
952
1981
  
812
1991
  
888
2001
  
909
2011
  
922
2021
  
950
2025
  
950
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Ethnographie

Der Ort ist Teil der kroatischen Sprachinsel im Marchfeld. Im Falle von Au am Leithagebirge (auf Kroatisch: Cundrava) gilt der Sprechereranteil kroatischer Einwohnerinnen und Einwohnern als ausgestorben. Im Zuge des Europäischen Tages der Sprachen 2025 hat die kroatische ORF-Fernsehsendung "Dobar dan Hrvati" einen Archiv-Beitrag aus 1992 hervorgeholt, in welchem noch wenige sehr alte Sprecherinnen des Kroatischen zu sehen waren.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Au am Leithaberge
  • Katholische Pfarrkirche Au am Leithaberge hl. Nikolaus
  • Ehemalige Edelmühle, die erstmals im Jahre 1375 erwähnt wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 31, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 39. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 412. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 46,2 Prozent. Arbeitslose gab es am Ort im Jahresdurchschnitt 2003 1.

Bildung

In der Gemeinde befindet sich ein Kindergarten und eine Volksschule.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 15 Mitglieder.

Bürgermeister

  • bis 2010 Josef Jandrinitsch (ÖVP)
  • 2010–2022 Herbert Mihaly (ÖVP, ab 2015 Zukunftsbündnis Mihaly (ZUM))
  • seit 2022 Reka Fekete (ÖVP)

Literatur

  • Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Wienerwald. 7 von 34 Bänden. 1. Band: Achau bis Furth. Mechitaristen, Wien 1832, S. 54 (Au am Leithaberge – Internet Archive – 2., ganz unveränderte Auflage).
  • Wolfgang Neubauer: Neu entdeckt ‒ Die mittelneolithische Kreisgrabenanlage von Au am Leithaberge. 2015.

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