Die Brandkatastrophe von Happy Valley ereignete sich am 26. Februar 1918 auf dem Happy Valley Racecourse ìm Distrikt Wan Chai in Hongkong während eines Pferderennens und forderte 614 Todesopfer. Dieses Unglück gilt als eine der schwersten Brandkatastrophen des 20. Jahrhunderts in China.
Hintergrund
Happy Valley wurde 1846 von den Briten als Rennplatz auf einem ehemaligen Sumpfgebiet, dem Wong Nai Chung Valley, angelegt und diente jährlich dem „Annual Grand Race“. Die temporären Tribünen („matsheds“) bestanden aus Bambusgerüsten, Holz und Palmblättern, waren zwei- bis dreistöckig und fassten je 300 Zuschauer; sie wurden von chinesischen, portugiesischen und anderen Familien lizenziert und gegen Gebühr errichtet. Die unteren Etagen beherbergten Essensstände mit Kohleöfen („chatties“), während obere Bereiche zum Wetten und Zuschauen genutzt wurden; Inspektionen durch Polizei und Feuerwehr waren oberflächlich, ohne ausreichende Brandschutzmaßnahmen.
Ablauf
Am zweiten Renntag, gegen 15 Uhr, brach während des „Derby“ durch Überlastung durch Tausende Zuschauer die Tribünenreihe ein; sie „fielen wie Dominos nach außen, begleitet von einem sägendem Geräusch,“ und pressten Menschen unter sich zusammen. Umgekippte Öfen entzündeten die brennbaren Materialien, Flammen und Rauch breiteten sich rasch aus, verstärkt durch Wind und Panik; innerhalb einer Minute waren die Strukturen lichterloh, begleitet von Schreien und explodierenden Schädeln unter der Hitze.
Opfer und Rettung
614 Personen starben durch Einklemmung, Verbrennungen, Erstickung oder Trampeln, darunter Familien der portugiesischen Community; Hunderte wurden verletzt, viele Leichen unkenntlich verbrannt. Wenige wie der Kadett L.L. Lopes retteten Verletzte aus Trümmern, doch die Enge verhinderte Massenfluchten; das Tung Wah Hospital schickte medizinisches Personal zur Versorgung.
Folgen
Die Regierung von Hongkong führte eine Untersuchung durch, kritisierte Fahrlässigkeit von Behörden und Lizenzgebern; Gouverneur Francis Henry May übernahm Verantwortung und verbot temporäre Tribünen dauerhaft, worauf sie durch permanente Tribünen ersetzt wurden. 1922 entstand auf einem ehemaligen Kaffeeplantagen-Friedhof das „Race Course Fire Memorial“. 2010 wurde es als Grade-1-Bauwerk klassifiziert und 2015 als Denkmal ausgewiesen.
Die portugiesische Gemeinde hielt Trauermessen in Hongkong und Macau ab.
Siehe auch
- Liste von Brandkatastrophen
- Liste von Brandkatastrophen in Hongkong
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