Briefmarken-Ausgaben für Berlin und Brandenburg

Die Briefmarken-Ausgaben Berlin und Brandenburg der Sowjetischen Besatzungszone wurden ab dem 9. Juni 1945 herausgegeben, sie waren bis zum 31. Oktober 1946 gültig. Ab Februar 1946 bis Anfang 1947 wurden Briefmarken des Kontrollrats, also für die Bizone und die Sowjetische Besatzungszone gemeinsam ausgegeben. Die insgesamt sieben Briefmarken unterscheiden sich in drei Zähnungsvarianten.

Liste der Ausgaben und Motive

Legende

  • Bild: Eine bearbeitete Abbildung der genannten Marke. Das Verhältnis der Größe der Briefmarken zueinander ist in diesem Artikel annähernd maßstabsgerecht dargestellt. Sollten keine Marken abgebildet sein, liegt es daran, dass das Urheberrecht des Künstlers noch nicht erloschen ist.
  • Beschreibung: Eine Kurzbeschreibung des Motivs und/oder des Ausgabegrundes. Bei ausgegebenen Serien oder Blocks werden die zusammengehörigen Beschreibungen mit einer Markierung versehen eingerückt.
  • Wert: Der Frankaturwert der einzelnen Marke in Pfennig. Ein „+“ bedeutet, dass es sich um eine Zuschlagsmarke handelt (= Frankaturwert + Spende).
  • Ausgabedatum: Das Datum des erstmaligen Verkaufs dieser Briefmarke.
  • Gültig bis: Das Datum, an dem die Gültigkeit endete.
  • Auflage: Soweit bekannt, wird hier die zum Verkauf angebotene Anzahl dieser Ausgabe angegeben.
  • Entwurf: Soweit bekannt, wird hier angegeben, von wem der Entwurf dieser Marke stammt.
  • Mi.-Nr.: Diese Briefmarke wird im Michel-Katalog unter der entsprechenden Nummer gelistet.

Marken (Werte in Reichsmark)

Bild Beschreibung Wert in Pfennig Ausgabe-
datum
gültig bis Auflage Entwurf MiNr.
Berliner Bär mit stilisiertem Wappenschild 5 Pf 9. Juni 1945 31. Oktober 1946 38.000.000 Goldammer 1AA
Berliner Bär mit Spaten 6 Pf 18. Juli 1945 31. Oktober 1946 45.000.000 Schwabe 2A
Berliner Bär mit stilisiertem Wappenschild 8 Pf 9. Juni 1945 31. Oktober 1946 46.000.000 Goldammer 3A
Berliner Bär mit Ziegelstein 10 Pf 18. Juli 1945 31. Oktober 1946 15.000.000 Schwabe 4A
Berliner Bär mit Balken 12 Pf 5. Juli 1945 5. Juli 1946 73.000.000 Schwabe 5AA
Berliner Stadtwappen mit aufrecht stehendem Wappenbären und fünftürmiger Mauerkrone 20 Pf 18. Juli 1945 31. Oktober 1946 18.000.000 Schwabe 5A
junge Eiche, die Halt an Ruinen sucht; Motiv der Ruinen entstanden nach einer Skizze der Ruinenlandschaft am Belle-Alliance-Platz 30 Pf 18. Juli 1945 31. Oktober 1946 19.000.000 Goldammer 7A

Geschichte

In Berlin war es nicht erlaubt, Marken aus der Zeit des Nationalsozialismus zu verwenden, die lediglich durch Schwärzungen unkenntlich gemacht worden waren. Aus diesem Grund hatte der Magistrat der Stadt Berlin schon auf seiner ersten Sitzung vom 20. Mai 1945 beschlossen, neue Briefmarken für Groß-Berlin herauszugeben. Alle Berliner Grafiker wurden zur Vorlage von Entwürfen für die Gestaltung der Marken eingeladen. Ausgewählt wurden in einem nicht öffentlichen Wettbewerb Alfred Goldhammer und Heinz Schwabe. In seinen Vorschlägen für die Motive der Marken zu 6, 10 und 12 Pfennigen sah Heinz Schwabe neben dem Berliner Bären auch symbolträchtige Motive des Wiederaufbaus vor: Spaten, Ziegelstein und Balken.

Die Werte zu 5 und 8 Reichspfennigen waren zum Frankieren der vorerst vorgesehenen Postkarten und Briefe im Berliner Ortsverkehr bestimmt und mussten beschleunigt hergestellt werden. Während auf diesen Marken ein aufrecht stehender Berliner Bär in einem stilisierten Wappenschild abgebildet war, zeigte die Marke zu 20 Pfennig das offizielle Berliner Stadtwappen, das 1934 beim Völkerbund hinterlegt worden war. Die Mauerkrone war das Symbol einer souveränen Hauptstadt, die Berlin jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht mehr war.

Die Entwürfe der Bärenmarken waren von der sowjetischen Stadtkommandantur trotzdem ausdrücklich genehmigt worden. Mit der Bildung der Alliierten Kommandantur von Berlin am 11. Juli 1945 wurden alle vor diesem Datum getroffenen Anordnungen, also auch die zu den Marken, weiterhin für gültig erklärt.

Ursprünglich wollte man alle Marken im Steindruck produzieren, doch material- und technikbedingt war nur der weniger attraktive Offsetdruck möglich. Im Dezember 1945 war dann sogar die Loch-Perforations-Maschine der Staatsdruckerei nicht einsatzbereit, sodass 100.000 Exemplare der Ausgabe mit einer Schlitzperforation hergestellt werden mussten. Dies wertete sie philatelistisch auf.

1945 wurden die Marken sowohl ohne als auch mit den 1944 eingeführten Post-Leitgebiets-Zahlen produziert. Ab dem 2. August 1945 waren in den Berliner Postämtern, die zum Beginn des regulären Postbetriebs öffneten, zunächst die Marken ohne Postleitzahlkreis verfügbar, ab September/Oktober die mit Postleitzahlkreis in einer höheren Auflage.

Literatur

  • Michel-Kataloge Schwaneberger, München: Deutschland 2006/07, ISBN 3-87858-035-5

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