Brixen im Thale

Brixen im Thale, kurz Brixen i. Th., (lokal apokopiert Brix’n) ist eine Gemeinde in Tirol in Österreich mit 2698 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025). Sie ist die älteste Gemeinde des Brixentals, dem es auch ihren Namen verlieh. Sie liegt etwa elf Kilometer (Luftlinie) westlich von der Bezirkshauptstadt Kitzbühel und damit im Gerichtsbezirk Kitzbühel.

Brixen im Thale
Wappen Österreichkarte
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Tirol Tirol
Politischer Bezirk: Kitzbühel
Kfz-Kennzeichen: KB
Fläche: 31,40 km²
Koordinaten: 47° 27′ N, 12° 15′ OKoordinaten: 47° 27′ 0″ N, 12° 15′ 0″ O
Höhe: 794 m ü. A.
Einwohner: 2.698 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 86 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6364
Vorwahl: 05334
Gemeindekennziffer: 7 04 02
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Dorfstraße 93
6364 Brixen im Thale
Website: www.brixen-thale.gv.at
Politik
Bürgermeister: Andreas Brugger (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(15 Mitglieder)
8
4
3
Insgesamt 15 Sitze
  • ÖVP: 8
  • WIR: 4
  • SPÖ: 3
Lage von Brixen im Thale im Bezirk Kitzbühel
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap

Blick auf die mächtige Dekanatskirche im Dorfzentrum, rechts oben die Hohe Salve
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Geografie

Lage

Brixen im Thale liegt mit 794 Meter Seehöhe inmitten der Grasberge der Kitzbüheler Alpen. Das Besiedlungsgebiet erstreckt sich überwiegend nördlich des Tales, wobei vereinzelte Fraktionen sich auch auf der südlichen Seite befinden. Südöstlich des Ortskerns zweigt das Brixenbachtal ab, welches dicht bewaldet ist und als Naturerholungsgebiet bekannt ist. Nördlich des Ortes befinden sich zahlreiche Berghänge, die als Sonn- und Salvenberg bezeichnet werden und vorwiegend landwirtschaftlich genutzt werden. Die Hänge südlich des Dorfes werden Schattseitn benannt und sind mit Ausnahme vereinzelter Almflächen Nadelwald. Das Gemeindegebiet wird im Westen durch den Sautalgraben und den Achenbergbach und im Osten überwiegend durch den Bockernbach und das Bockernbachtal eingegrenzt. Im Norden und im Süden verläuft die Gemeindegrenze hauptsächlich auf den Bergen der Kitzbüheler Alpen.

Gemeindegliederung

Ortsteile Brixens (Zählsprengel)
Zählsprengel Einwohner Wohnungen Gebäude
000 Brixen-Lauterbach 1.306 644 422
001 Sonnberg-Buchberg-Achenberg 1.268 475 494
Einwohnerzahlen Stand 2001

Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Brixen im Thale. Das Gemeindegebiet umfasst folgende fünf Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 15. Mai 2001):

  • Brixen im Thale (479)
  • Feuring (681)
  • Hof (436)
  • Lauterbach (714)
  • Sonnberg (264)
Gliederung
Katastralgemeinden Ortschaften in der Gemeinde

Brixen im Thale (31,38 km²)

Brixen im Thale (D)

Maria Luisenbad (Hgr)

Feuring (D)

Winkl (D)
Zöpfl (ZH)

Hof (D)

Achenberg (D)
Moosen (W)
Obing (R)

Lauterbach (D)
Sonnberg (ZH)

Buchberg (ZH)
Griesberg (ZH)
Salvenberg (ZH)
Legende zur Gliederungstabelle
In der Spalte Katastralgemeinden sind sämtliche Katastralgemeinden einer Gemeinde angeführt. In der Klammer ist die jeweilige Fläche in km² angegeben.
In der Spalte Ortschaften sind sämtliche von der Statistik Austria erfassten Siedlungen, die auch eine eigene Ortschaftskennziffer aufweisen, angeführt. In der Hierarchieebene derselben Spalte, rechts eingerückt, werden nur Ansiedlungen, die mindestens aus mehreren Häusern bestehen, dargestellt.

Die wichtigsten der verwendeten Abkürzungen sind:

  • M = Hauptort der Gemeinde
  • Stt = Stadtteil
  • R = Rotte
  • W = Weiler
  • D = Dorf
  • ZH = Zerstreute Häuser
  • Sdlg = Siedlung
  • Hgr = Häusergruppe
  • E = Einzelgehöft (nur wenn sie eine eigene Ortschaftskennziffer haben)

Die komplette Liste der Statistik Austria ist in: Topographische Siedlungskennzeichnung nach STAT

Zu beachten ist, dass manche Orte unterschiedliche Schreibweisen haben können. So können sich Katastralgemeinden anders schreiben als gleichnamige Ortschaften bzw. Gemeinden.

Quelle: Statistik Austria

Flächennutzung

Von der 31,40 Quadratkilometer großen Gemeindefläche sind (Stand 2025):

Die Länge der Gemeindestraße Brixens, auch Dorfstraße genannt, beträgt etwa 2,50 km, die Länge der Bundesstraße 170 3,19 km. Im Gemeindegebiet befinden sich fünf Bahnunterführungen. Seit 2010 ist das gesamte Brixental schrankenlos.

Flüsse und Bäche

Der Hauptfluss der Gemeinde ist die Brixentaler Ache. Sie entsteht aus den Quellbächen Schleicherbach, Lauterbach und Brixenbach. Zu den weiteren Bächen zählen der Achenbergbach, Adlgraben, Badhausbach, Bahngraben, Bergergraben, Gauxgraben, Grabnerbach, Gugggraben, Jodlbach, Kendlbach, Kernbach, Ködringgraben, Kranzbach, Lasslgraben, Raggingraben, Santenbach, Sautalgraben, Schrahnbach, Seitengraben I-III und Tanzergraben. Durch mehrere Quellflüsse im Gemeindegebiet kann es bei sintflutartigen Regenfällen zu Hochwasser kommen, vor allem in den Ortsteilen Feuring, Lauterbach und Hof. Dabei entstehen erhebliche Schäden an Haus und Landwirtschaft, zuletzt im großen Ausmaß im Jahre 1946. In den letzten Jahren wurden vor allem im Brixenbachtal etliche Verbauungsarbeiten vorgenommen, damit künftige Hochwassersituationen nicht erneut in so einem Ausmaß auftreten können.

Berge

Das Gemeindegebiet ist von etlichen hohen Bergen umgeben. Der Zinsberg, nördlich gelegen, ist mit 1674 m ü. A. wohl der höchste Gipfel, der sich eindeutig auf Brixener Gemeindegebiet befindet. Angrenzend zu den Gemeinden Westendorf und Kirchberg im Süden befinden sich der Fleiding mit 1892 m ü. A., der Gampenkogel mit 1957 m ü. A., der Nachtsöllberg mit 1886 m ü. A. und der Gaisberg mit 1767 m ü. A. Nordöstlich des Ortes erhebt sich der Gebirgszug der Hohen Salve mit 1829 m ü. A., wobei dieser Gipfel gänzlich auf Westendorfer Gemeindegebiet liegt.

Nachbargemeinden

An Brixen grenzen die Gemeinden Ellmau, Kirchberg in Tirol, Söll und Westendorf.

Söll Söll, Ellmau Ellmau
Westendorf Kirchberg in Tirol
Westendorf Westendorf, Kirchberg in Tirol Kirchberg in Tirol

Klima

Der Ort befindet sich in den Nordstaulagen, in denen die Jahresniederschläge entsprechend hoch sind. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge beläuft sich zurzeit auf etwa 1.300 mm. Die Hauptniederschlagszeit liegt zwischen April und Oktober mit Höchstwerten in den Monaten Juni, Juli und August. In dieser Zeit ziehen häufig Starkregen- oder Gewitterwolken, die bis zu Hagelunwettern heranwachsen können, von Westen kommend über die Hohe Salve und Westendorf. Durch das föhnarme Gebiet sind stärkere Stürme sehr selten. Zudem schirmen die Berge die Winde häufig gut ab. Die Winter sind aufgrund der Nordstaulage sehr niederschlagsreich.

Brixen im Thale
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
2
-6
 
 
4
-5
 
 
9
-1
 
 
14
4
 
 
19
8
 
 
22
11
 
 
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23
13
 
 
20
10
 
 
14
5
 
 
8
0
 
 
3
-4
_ Temperatur (°C)
Quelle: [1]
Monatliche Durchschnittstemperaturen für Brixen im Thale
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Tagesmax. (°C) 2 4 9 14 19 22 24 23 20 14 8 3 13,5
Mittl. Tagesmin. (°C) −6 −5 −1 4 8 11 13 13 10 5 0 −4 4
Sonnenstunden (h/d) 3 4 5 5 6 5 6 6 6 4 2 2 4,5
Regentage (d) 16 14 13 16 17 18 18 17 14 13 14 14 Σ 184
Quelle: [2]

Geologie

Das heutige Erscheinungsbild des Brixentals wurde überwiegend in der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren geformt. Für ein Gebirgstal (Trogtal) ist es verhältnismäßig breit und flach. Der Talboden ist maximal zwei Kilometer breit. Nur vereinzelt findet man Murschwemmkegel aus den Seitenbachtälern, die nach und nach abgelagert worden sind. Der Ortskern von Brixen liegt auf einem relativ flachem Abschnitt, wohingegen sich die Ortsteile Lauterbach, Winkl-Feuring und kleinere Fraktionen auf Schwemmkegeln befinden. Östlich des Ortes, Richtung Kirchberg, hat der Ragginggraben einen mächtigen Murschwemmkegel abgelagert, der in der Nähe der Talwasserscheide Brixental-Leukental liegt. Deshalb entwässert der Schleicherbach, der im Kirchberger Gemeindegebiet entspringt, noch in die Brixentaler Ache, wohingegen die Aschauer Ache in die Großache bei St. Johann in Tiro mündet. Die Gebirgshänge und -kämme sind gemächlicher als beispielsweise im Tiroler Oberland und daher dem Mittelgebirge zuzuordnen. Das Tal liegt ausschließlich in der Grauwackenzone.

Bevölkerung

Demografie

Von den 2.698 Einwohnern (Stand: 1. Jänner 2025) zählen 13,3 % zur Altersgruppe unter 15 Jahren, 20,4 % sind älter als 60 Jahre und der größte Bevölkerungsanteil ist zwischen 55 und 65 Jahre alt.

15,7 % sind keine österreichischen Staatsbürger, wovon 22 Einwohner (im Vergleich zur Gesamtbevölkerung 0,82 %) nicht aus Europa stammen. Die Verteilung zwischen der weiblichen (1.383) und männlichen (1.315) Bevölkerung im Ort ist nahezu ausgewogen.

Familien und Haushalte

Die Statistik ermittelt 758 Familien für das Jahr 2025, zumeist Paarfamilien. Die Anzahl der Familien mit keinem bzw. einem Kind ist beinahe gleich hoch, etwa 41 % melden ein Kind, 36,7 % bestehen aus zwei Kindern. Im Ort gibt es 1234 Privathaushalte, wobei den größten Anteil die 1-Personen-Haushalte ausmachen (38,6 %).

Religion

Laut der Volkszählung vom 15. Mai 2001 zählte man 2.574 Einwohner, von denen sich 2.386 bzw. 92,7 % zur römisch-katholischen Kirche bekannten. Etwa 2 % waren evangelisch und knapp 1 % islamisch. Ohne religiöses Bekenntnis waren 3,5 %.

Heute (2025) zählt man nach wie vor etwa 2.300 Katholiken, das sind gut 86,0 % der Gesamtbevölkerung. Somit bleibt seit der letzten Volkszählung 2001 der Anteil der Katholiken in Brixen erstaunlich stabil.

Bildung

Von den 2062 Bewohnern, die 2001 älter als 15 Jahre waren, hatten 5,7 % eine Matura absolviert, wobei 2,8 % noch zusätzlich eine Universität, Fachhochschule oder Akademie abgeschlossen haben. Etwa 1100 Personen der relevanten Bevölkerungsgruppe verfügten über einen Lehrabschluss oder den Abschluss einer berufsbildenden mittleren Schule. Fast 37 % hatten die Pflichtschule als höchsten Abschluss.

Bevölkerungsentwicklung

Brixen war lange ein bäuerlich geprägtes langgezogenes Straßendorf, das überwiegend vom Ortskern dominiert wurde. Aufgrund ihres hohen Alters war die Gemeinde zwar ein geistliches und kulturelles Zentrum, seitdem aber der untere Hauptort Hopfgarten zur Marktgemeinde erhoben wurde und dieser seine Handels-, Verkehrs- und Gewerbefunktionen immer weiter ausbauen konnte, erwuchs Brixen ein wirtschaftlicher Konkurrent. Die Folge war eine geringere Zunahme der Bevölkerung als in den umliegenden Gemeinden. Im Jahre 1497 hatte das Dorf einen diesen vergleichbaren Bevölkerungsstand, der aber bis 1869, anders als in den Nachbargemeinden, nur wenig wuchs.

Veränderung der Einwohnerzahlen in den Gemeinden des Brixentales (1497–1869)
Jahr Brixen Kirchberg Westendorf Hopfgarten
1497 751 916 775 924
1792 917 1493 1304 2210
1817 986 1147 1127 1836
1837 947 1608 1219 2363
1869 992 1655 1324 2757

Lange lebte die Bevölkerung größtenteils von der Landwirtschaft. Erst mit Eröffnung der Giselabahn kam ein größerer Aufschwung, und immer mehr Menschen zogen in das Dorf. Gleichzeitig entwickelte sich der Tourismus. In den 1870er Jahren überschritt die Gemeinde die 1000-Einwohner-Grenze. Zwischen 1900 und 1939 stieg die Bevölkerung um 30 % an. Zwischen 1950 und 2001 wuchs die Zahl um knapp 60 % und man registrierte ca. 2600 Einwohner. Ein Maximum mit 2.666 Einwohnern wurde im Jahr 2011 erreicht. Seither gab es einige Jahre mit stark negativer Wanderungsbilanz, die durch die meist leicht positive Geburtenbilanz nicht mehr aufgehoben werden konnte, sodass die Einwohnerzahl gesunken ist.

Brixen im Thale: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2024
Jahr  Einwohner
1869
  
992
1880
  
1.044
1890
  
1.083
1900
  
1.074
1910
  
1.195
1923
  
1.314
1934
  
1.446
1939
  
1.401
1951
  
1.621
1961
  
1.707
1971
  
2.011
1981
  
2.148
1991
  
2.269
2001
  
2.574
2011
  
2.666
2021
  
2.636
2024
  
2.701
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Zweitwohnsitzproblematik

In Brixen im Thale sind im gesamten Bezirk die meisten Zweitwohnsitze gemeldet. Auf 100 Hauptwohnsitze fallen 60,2 Zweitwohnsitze. Das sind umgerechnet etwa 1.600 Personen (1. Jänner 2012), was zusammengefasst mit den amtlich gemeldeten Bürgern eine Gesamtbevölkerungszahl von etwa 4.300 Einwohnern ergibt. Dass in Brixen so viele amtlich mit einem Zweitwohnsitz gemeldet sind, hat einerseits den Grund, dass in den letzten Jahren viele Altbauten von Nicht-Gemeindebürgern gekauft, saniert und ausgebaut wurden, andererseits geht die Gemeinde bei Neuwidmungen streng vor. In Tirol gibt es nur mehr die Vertragsraumordnung. Der Trend nach Zweitwohnsitze ist weiter steigend. Des Weiteren gehen seither viele Gemeinden im Bezirk streng gegen illegale Zweitwohnsitze vor, es wurde jedoch vom ehemaligen Brixener Bürgermeister, DI Ernst Huber, betont, dass nicht immer bewiesen werden könne, ob alles legal gemeldet wurde, vor allem wenn Pensionisten aus anderen Ländern sich in österreichischen Gemeinden niederließen.

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Blick auf Brixen

Geschichte

Etymologie

Die genaue Herkunft des Namens Brixen ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Der Name kann mit keinem deutschen Wort in Verbindung gebracht werden. Man nimmt an, dass er aus der keltischen Zeit stammt, denn es existieren eine ganze Reihe ähnlich lautender Ortsnamen, u. a. Brixen in Südtirol, Brixia in der Lombardei, Brixellum in der Emilia. Sie haben alle den gleichen Namenherkunftsursprung. Vermutlich leitet sich der Name vom römerzeitlichen Wort Prixina ab, das vom keltischen Wort *brigsina abgeleitet wird (Stammwort *brigs (*briga)) und so viel wie kleine (befestigte) Anhöhe oder Berg bedeutet.

Brixen vor der ersten Namensnennung und bayrische Zeit

Um 3000 v. Chr. drangen die Kelten in die europäischen Alpentäler vor und kamen somit auch in das heutige Brixental. Dort errichteten sie kleine Ortschaften. Das lässt sich anhand archäologischer Funde von zwei Beilen und einem Schwert aus dieser Zeit nachweisen. An einem Götschen (Berghang), südöstlich des Dorfzentrums, fand man einen Urnenfriedhof und Reste einer kleinen Siedlung. Zu dieser Zeit wurde vermutlich auch schon Bergbau betrieben, wo hauptsächlich Kupfer abgebaut wurde. Im 3. Jahrhundert n. Chr. stießen die Römer in das Brixental vor und ließen sich im heutigen Dorfzentrum nieder. Am Platz der heutigen Dekanatskirche erbauten sie einen kleinen Profanbau. Ab 483 gehörte das Tiroler Unterland zum nördlichen Teil des Ostgotenreiches unter König Theoderich, ab ca. 550 wanderten die Bajuwaren ein und vermischten sich allmählich mit der rätoromanischen Bevölkerung. Die auf „-ing“ endenden Ortsteile und Bauernorte, wie Feuring, Zinting, Nieding, Obing usw. erinnern an die bajuwarische Landnahme. Seitdem war das Brixental ein Teil des bairischen Herzogtums der Agilolfinger.

Erste urkundliche Erwähnung und erste Nennung einer Pfarrei

In den Jahren 788 bis 790 ließ der damalige Bischof Arn von Salzburg die „Notitia Arnonis“ anfertigen. Es handelt sich hierbei um eine Liste der ältesten Besitztümer Salzburgs. In der Aufzeichnung wird auch eine Pfarre in Brixen („Prixina“) angeführt. Sie war damals die einzige erstmals erwähnte Pfarre im Tiroler Unterland und gehört somit zu den ältesten des Erzbistums Salzburg. Im Jahre 902 überfiel das Adelsgeschlecht der Diepoldinger die Region. Um 1165 gab es erstmals einen Pfarrer, der als Vikar für alle Pfarren im Brixental zuständig war. 1312 kam das gesamte Brixental zum Erzbistum Salzburg. Anno 1481 erwähnte man die Taz-Bibliothek im Pfarrwidum von Brixen, die 1473 von Wilhelm Taz (Pfarrer und Lehrer) gestiftet und nach ihm benannt wurde. Heute findet man darin noch sämtliche alte Schriften in gutem Zustand. Weiters gab es zu dieser Zeit schon eine kleine Schule im Ort.

Dreißigjähriger Krieg und Entstehung des Antlassritts

Im Jahre 1634 wurde das Brixental durch den Dreißigjährigen Krieg in Mitleidenschaft gezogen. Schwedische Truppen zogen über das Leukental bis zur Talenge Klausenbach bei Kirchberg und versuchten das Brixental zu besetzen. Laut zahlreichen Erzählungen wurden die „Enterlender Bauern“ aus Brixen, Kirchberg und Westendorf darüber informiert, ritten den schwedischen Reitern Richtung Kitzbühel entgegen, gewannen zusammen mit den Kitzbüheler Bäuerinnen die Schlacht und konnten die Schweden zurückschlagen. Deswegen sitzen bis heute die Kitzbüheler Frauen in der Pfarrkirche zu Kitzbühel auf der rechten Seite, die sonst traditionell den Männern vorbehalten ist. Der sogenannte Antlassritt wird als Erinnerung an diesen Sieg durchgeführt. Er führt bis zur 1750 errichteten Klausenkapelle in Kirchberg, wo man liest: „Bis hierher und nicht weiter / Kamen die schwedischen Reiter“.

Bergbau und Übergang zu Österreich

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts begann man erneut mit dem Bergbau, bei dem man hauptsächlich Kupfer abbaute und welcher im Nachbarort Kirchberg verarbeitet wurde. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Bergbau wieder eingestellt. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 wurden die geistlichen Territorien in Deutschland nahezu vollständig aufgelöst, und das Erzbistum Salzburg kam zunächst zur habsburgischen Sekundogenitur Toskana, 1805 nach dem Frieden von Pressburg dann zu Österreich, das im Gegenzug Tirol an Bayern abtreten musste. 1809/10 kam das ehemalige Erzbistum Salzburg und damit auch das Brixental ebenfalls zu Bayern, und erst nach dem Wiener Kongress 1815 wurden die Salzburger und Tiroler Gebiete endgültig in österreichischer Hand vereinigt, und die über Jahrhunderte bestehende Grenze zwischen Salzburg und Tirol, die zwischen Wörgl und Hopfgarten verlief, wurde aufgehoben. Die offizielle Vereinigung wurde am 22. April 1816 mit großen Feierlichkeiten vollzogen.

Von der Entstehung des Dekanats bis zum Ersten Weltkrieg

Am 24. Mai 1812 wurde Brixen mitsamt seinen als Vikariate bezeichneten Pfarreien, zu denen Kirchberg, Aschau im Spertental, Westendorf, Hopfgarten im Brixental, Kelchsau und Itter gehörten, zum geistlichen Zentrum des Brixentals erhoben. Der Salzburger Consistorialerlasser wandelte den einstigen Pfarreizusammenschluss in ein Dekanat um und richtete in Brixen ein ordentliches Dekanalamt ein. Der damalige Brixener Pfarrer, Wolfgang Hechenberger, wurde von der staatlichen Verwaltung in München zum ersten Dekan bzw. zum ersten Erzpriester des Königlichen Landesgerichts Hopfgarten erhoben und hatte von nun an die kirchliche Herrschaft über das gesamte Tal inne. 1858 wurde Hopfgarten mit der Kelchsau zu einer eigenständigen Pfarrei erhoben, die anderen folgten gesammelt 1891. Vor dem Ersten Weltkrieg gab es in Brixen die 1876 gegründeten „Militär-Veteranen“. Ihre monarchistische Fahne wird heute noch beim Brixentaler Antlassritt mitgeführt. Während des Ersten Weltkriegs wurde mit den Bauarbeiten des zweiten Bahngleises durch das Brixental begonnen. Hauptsächlich waren Frauen aus Galizien und russische Kriegsgefangene tätig. Am 15. Jänner 1917 reiste Kaiser Karl I. durch Brixen, wobei die Bahn überwacht werden musste. Im Herbst 1918 kamen tausende kriegsmüde Soldaten der Habsburgermonarchie in den Ort, zumeist Polen, Ruthenen und Ungarn. Im November des Jahres wurden sie in Richtung Salzburg weitertransportiert.

Zwischenkriegszeit in Brixen

In der Zwischenkriegszeit gründete man den Heimkehrer-Verein. Seine Fahne gilt als eine der ältesten im Bezirk Kitzbühel und konnte über den Zweiten Weltkrieg gerettet werden. Noch heute wird sie nach strenger Fahnenabordnung getragen. Am 31. Mai 1933 wurde die 1000-Mark-Sperre gegen Österreich eingeführt, was den Fremdenverkehr massiv beeinträchtigte. Am 15. März 1938 wurde Österreich an das Deutsche Reich angeschlossen. Weiters führte man im Spätherbst 1938 die deutsche Gemeindeordnung ein. Der Ortsschulrat wurde aufgelöst und der Oberlehrer leitete mit dem Bürgermeister die Schule. Es durfte nur mehr in der Religionsstunde gebetet werden, für Beichte und Kommunion gab es keine freien Stunden mehr. Religiöse Veranstaltungen außerhalb der Kirche mussten von der Bezirkshauptmannschaft Kitzbühel genehmigt werden.

Zweiter Weltkrieg in Brixen und die Zeit danach

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ort selbst nicht schwer getroffen, wenngleich Augenzeugen von Bombardierungen auf der Filzalm berichteten. Statt des Antlassritts durfte man nur noch einen Flurritt machen. Exakt 120 Brixner mussten zur Wehrmacht einrücken, davon sind zwölf gefallen. Alle Kirchenglocken wurden für Kriegszwecke abgenommen werden, nur die Mittagsglocke blieb erhalten. Im Mai 1945 wurde das Tal von der US-Armee besetzt, im Juli rückten französische Truppen ein. Heute erinnert das Kriegerdenkmal, das sich westlich der Dekanatskirche befindet, an die Gefallenen aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. 1946 konnte erstmals der Antlassritt wieder durchgeführt werden. Es nahmen über 200 Reiter teil, selbst Landeshauptmann Alfons Weißgatterer und Landesbauernführer Muigg waren anwesend. Der Ort erholte sich nur langsam, doch bereits 1948 war für die Brixner Bevölkerung der erste historische Moment, die Weihe der fünf neuen Kirchenglocken von Grassmayr. 1949 konnten bereits etliche Häuser an das Stromnetz der TIWAG angeschlossen werden. Im Herbst desselben Jahres wurde die Kirche renoviert und erhielt dabei einen neuen Anstrich. 1953 eröffnete man einen Gendarmerieposten im Gemeindehaus, der 1965 nach Westendorf verlegt wurde. Ebenfalls 1953 eröffnete man die neue ÖBB-Haltestelle und die Bauarbeiten auf der Brixentaler Bundesstraße B 170 wurden abgeschlossen.

1970er Jahre bis heute

Im Jahre 1970 gingen die Doppelsesselbahn „Hochbrixen“ sowie andere Lifte in Betrieb. Dies brachte einen deutlichen Tourismusaufschwung. Zehn Jahre später, 1980, erhielt Brixen mit dem Fischteich „Erlensee“ eine weitere Freizeitattraktion mit Restaurant. 1983 bekam der Ort an einem neuen Platz ein neues Schulgebäude, in dem sich bis heute die Volksschule und die ehemalige Polytechnische Schule befinden. 1988 wurden das Jubiläumsjahr „1200 Jahre Brixen“ gefeiert und die Brixner Dekanatskirche erneut renoviert. Sie erhielt einen neuen Anstricht im Rosaton. Außerdem verstaute man in einer der zwei goldenen Kirchturmkugeln wichtige Dokumente über die damalige Zeit für die Nachwelt.

Im Jahre 2008 wurde die neue Umfahrung eröffnet, um den vom Durchzugsverkehr stark belasteten Ortskern zu entlasten. 2010 wurde der Dorfplatz neu gestaltet, um auch in der Zukunft Veranstaltungen durchführen zu können.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Brixen im Thale

Bauwerke

  • Dekanatspfarrkirche Brixen im Thale: Patrozinium Mariä Himmelfahrt und heiliger Martin. Ein römischer Profanbau bestand bereits etwa 200 n. Chr. Um das 6. Jahrhundert konnte schon eine Pfarrkirche nachgewiesen werden. Diese wird 788 n. Chr. im Indiculus arnonis als Pfarrei mit Feldbesitz erstmals urkundlich erwähnt. Nach vier vorhergehenden Bauten wurde 1789 bis 1796 durch Wolfgang Hagenauer und Andre Hueber eine 40 Meter lange Kirche im spätbarock-klassizistischen Stil mit Doppelturmfassade neu errichtet. Das große Hochaltarblatt von Josef Schöpf zeigt die Himmelfahrt Mariens, das kleine die Mantelspende des heiligen Martin. Die zahlreichen Kuppelfresken stammen von Joseph Schöpf und Andreas Nesselthaler. In der Kirchenmitte befindet sich die etwa 17 Meter große reich verzierte Halbkuppel. Sie ist eine der größten Kirchen des Tiroler Unterlands.
  • Friedhofskapelle: Sie wurde 1734 errichtet, steht westlich der Dekanatspfarrkirche und ist durch ein geschwungenes Giebeldach gekennzeichnet. Heute befinden sich in den zwei Halbbogenfenstern die Namen der Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs.
  • Jager-Kapelle: Diese Kapelle befindet sich zwischen Brixen und Kirchberg und wurde um 1880 errichtet. Es handelt sich um einen einjochigen turmlosen Bau mit dreiseitigem Chor und Spitzbogenfenstern. Die Decken sind mit neugotischen Malereien versehen. Einer Sage zufolge stießen gegen Ende des 17. Jahrhunderts an diesem Ort immer zwei Särge zusammen, was bei den Menschen für Unwohl sorgte. Nach der Errichtung der Kapelle wurde von solchen Vorkommnissen nicht mehr berichtet.
  • Weidach- bzw. Walterkapelle: eine um 1779 errichtete quadratische Barockwegkapelle mit Madonna und Kind, die auf einer schlangen-umschlungenen Weltkugel steht. Diese Kapelle dient einerseits als „Totenrast“ bei Begräbnissen, andererseits ist sie der vierte Evangelienaltar bei der Prozession nach Lauterbach.
  • Hofer-Kapelle: etwa um 1880 errichtete einfache Holzkapelle mit dreiseitigem Chor und einem Satteldach. Im Innenraum findet man einen kleinen Säulenaltar. 1979 wurde fast das gesamte Inventar gestohlen, unter anderem auch zwei Barockfiguren.
  • Mosen-Kapelle: Diese Kapelle wurde 1864 aus Holz erbaut und weist ein weit vorspringendes Satteldach auf. Der Innenraum ist sehr eng und dunkel. Hinter einem geschmiedeten Gitter findet man einen spätklassizistischen, leicht marmorierten Holzaltar. Das Altarbild zeigt die Schutzmantelmadonna und wurde im Jahr der Erbauung gemalt. Weiters findet man zwei schön geschnitzte Rokokostatuten des heiligen Dominikus und der heiligen Katharina von Siena.

Musik

Neben der Musikkapelle, die bereits seit etwa 1840 besteht, gibt es zahlreiche andere Volksmusikgruppen in Brixen. Außerdem existiert seit vielen Jahren ein Kirchenchor.

Wirtschaft und Infrastruktur

In Brixen entwickelten sich seit jeher Dienstleistungen, der Handel und das Gewerbe prächtig und zählen zu den größten Wirtschaftssektoren. Durch den Ausbau des Gewerbegebiets am Hofer Moor konnten sich bisher viele Unternehmen ansiedeln.

Zu den größten und bekanntesten Unternehmen in Brixen zählen:

  • Anibas Immobilien
  • Auer Estrichverlegung
  • AWZ-Brixental (Abfallzentrum)
  • Bäckerei Christian Hirzinger
  • Bergbahn Brixen im Thale
  • Blumen Wagermaier
  • BP Tankstelle Brixen im Thale
  • Bucher – Gas-, Wasser- und Heizungsinstallation
  • Bus- und Taxiunternehmen Ralf Schlechter
  • Bus- und Taxiunternehmen Ulrich Schlechter
  • Elektro Klocker
  • Elektro Strobl
  • Erber GmbH – Brennhäusl
  • Familienhotel Loipenstubn
  • Freizeitanlage Brixen
  • Gasthof und Pension Brixnerwirt
  • Gerberei Niederkofler
  • Hubertus Hotel, Restaurant, Appartements (Gebrüder Strobl)
  • Installationen Stefan Ehrensberger
  • Kunstschmiede Unterrainer
  • Mair Sandstrahlen & Trockenbau
  • MAKO Entsorgung (Schrott- & Metallhandel)
  • Maler Mair Klaus
  • Metallbau und Landtechnik Fuchs
  • Metzgerei Knauer
  • Schotterwerk Jagerberg (Firma Schermer)
  • Schroll Bau
  • Tischlerei Helmut Hehenberger
  • Wörndle & Hagenaars

Tourismus

Der Fremdenverkehr hat für die Gemeinde Brixen eine große wirtschaftliche Bedeutung. Heute zählt der Ort mehr als 3.000 Gästebetten mit jährlich etwa 300.000 Übernachtungen, wobei der Winter stärker gebucht ist als der Sommer. Somit zählt Brixen zu den größeren Tourismusorten im Tiroler Unterland. Brixen hat Anschluss an das Skigebiet SkiWelt Wilder Kaiser – Brixental. Mit etwa 100 Liften und 290 km Pisten war es bis 2017 das größte zusammenhängende Skigebiet Österreichs und das drittgrößte der Welt. Seit 2008 besteht eine direkte 8er-Gondelbahnverbindung auf die Choralpe im Skigebiet Westendorf. Die touristische Infrastruktur verfügt über ein breit gefächertes Angebot.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft Brixens ist neben der Wirtschaft der größte Arbeitgeber im Dorf. Da der Talboden maximal 1,5 km breit ist, befinden sich die Landwirtschaftsbetriebe hauptsächlich auf den sonnigen Hängen nördlich der Besiedlung, denn hier gewährt das warme, aber auch niederschlagsreiche Klima eine optimale Nutzung.

Bildung und Medien

Es existieren folgende Betreuungs- und Bildungseinrichtungen:

  • Kinderkrippe
  • Kindergarten
  • Volksschule
  • Neue Mittelschule mit der Gemeinde Westendorf
  • Polytechnisches Zentrum für das obere Brixental, seit 2023 geschlossen

Geschichte der Volksschule Brixen im Thale

Ein Schulhaus in Brixen gab es schon vor mehr als 250 Jahren. Etwa im Jahre 1730 errichtete man einen Holzbau. Er stand wenige Meter südlich der heutigen Pfarrkirche. 1841 war das Schulhaus baufällig und wurde 1854 durch ein zunächst einstöckiges Steingebäude ersetzt, das 1922 um ein Stockwerk erweitert wurde. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs mussten alle Klassenräume bis auf einen geräumt werden. In diesen wurden Flüchtlinge untergebracht. Erst in der zweiten Jahreshälfte 1945 wurde der Unterricht wieder aufgenommen. Da die Bevölkerung ständig wuchs und das Gebäude durch den immer stärkeren Durchzugsverkehr stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, wurde 1981 ein neues, 100 Meter östlich der Kirche gelegenes Schulhaus erbaut, in dem heute zehn Klassen der Volksschule und zwei Klassen der Polytechnischen Schule unterrichtet werden.

Polytechnische Schule Brixen im Thale

Die Polytechnische Schule in Brixen nahm im September 1982 ihren Betrieb auf. Im Schuljahr 1997/1998 führte man folgende Fachbereiche ein, die eine fundierte Grundausbildung garantieren sollen:

  • Metall / Elektro
  • Holz / Bau
  • Handel / Büro
  • Dienstleistungen / Tourismus

Im Schuljahr 2009/10 erhielt die PTS Brixen den Förderpreis des Unterrichtsministeriums und wurde zertifizierte Schule. Aufgrund mangelnder Schülerzahlen musste das Poly Brixen 2023 seine Pforten für immer schließen, die Schüler müssen somit entweder künftig nach Hopfgarten oder St. Johann in Tirol ins Poly gehen.

Brixner Zeitung

Die „Brixner Zeitung – Unter uns“, eine monatlich erscheinende Dorfzeitung, wird von der Erwachsenenbildung Brixen und der Pfarre herausgegeben. Sie wird gratis an alle Haushalte verteilt.

Öffentliche und sonstige Einrichtungen

  • Kläranlage im Nachbarort Westendorf
  • Bauhof
  • Altenwohnheim
  • Freizeitanlage Brixen im Thale mit großem Badesee
  • Pfarrbücherei (Taz-Bibliothek)
  • Aula der Volksschule Brixen für Theateraufführungen, Vorträge und sonstige Veranstaltungen

Verkehrssituation

Am 10. Mai 2008 wurde nach dreijähriger Bauzeit eine Umfahrungsstraße eröffnet, die das Ortszentrum vom Durchzugsverkehr befreit. Seitdem hat sich die Wohnqualität erheblich verbessert. Brixen liegt an der Brixentalstraße B 170, die von Wörgl nach Kitzbühel führt. Über die Salzburg-Tiroler-Bahn der ÖBB ist der Ort ebenfalls erreichbar.

Von 2009 bis 2010 wurden am Dorfplatz, der vor dem Gemeindehaus liegt, umfangreiche Sanierungs- und Umbauarbeiten durchgeführt. Dabei wurden das Pflaster erneuert. Zudem wurde der Platz etwa um 1 Meter angehoben und gewann somit auch an Fläche. Der Brunnen bekam einen neuen Platz.

Politik

Die Brixener Politik verfügt über insgesamt acht Gremien:

  • Gemeinderat
  • Gemeindevorstand
  • Überprüfungsausschuss
  • Sportausschuss
  • Tourismus-, Landwirtschaft- und Umweltschutzausschuss
  • Bau- und Siedlerausschuss einschl. Wasser und Kanal
  • Soziales, Schul-, Kindergarten- und Kulturausschuss
  • Verkehrsausschuss

Gemeinderat

Gemeinderatswahlen 2022
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,48 %
(+0,99 %p)
26,77 %
(+2,20 %p)
20,75 %
(+4,42 %p)
n. k. %
(−7,61 %p)
ÖVP
WIR
20162022
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Der Gemeinderat besteht aus 15 Mitgliedern. Seit der Gemeinderatswahl vom 27. Februar 2022 besteht folgende Mandatsverteilung:

  • 8 ÖVP – Bürgermeisterliste Andreas Brugger
  • 4 WIR für ein starkes Brixen – die Wirtschaft – WIR
  • 3 SPÖ – Brixen Aktiv und Parteifreie

Direkt gewählter Bürgermeister ist Andreas Brugger von der ÖVP mit 100,00 % (960) der Stimmen. Brugger kandidierte als einziger Nachfolger von Alt-Bürgermeister Ernst Huber. Seit 2004 existiert die Partei „Wir für ein starkes Brixen“, jedoch führte damals Gottfried Strobl die Liste. Diese wurde aufgelöst und mit der Bezeichnung „Die Wirtschaft“ umbenannt. 2010 hielt sie mit 28,38 % der Stimmen wieder Einzug in den Gemeinderat. Bei der Gemeinderatswahl 2016 hielt die FPÖ unter Führung von Andreas Rattin mit einem Mandat Einzug in den Gemeinderat. Für die Gemeinderatswahl 2022 ließ sich die FPÖ unter Andreas Rattin nicht mehr aufstellen. Sein einziges Mandat wanderte zur Brixen Aktiv – SPÖ und Parteifreie.

Gemeindevorstand

Der Brixener Gemeindevorstand besteht aus fünf Mitgliedern. Den Vorsitz hat der Bürgermeister, der von der Brixener Bevölkerung direkt gewählt wird. Der Vizebürgermeister wird vom Gemeinderat gewählt.

  • Bürgermeister Andreas Brugger (ÖVP)
  • Vizebürgermeister Helmuth Hehenberger (WIR für ein starkes Brixen – Die Wirtschaft)

Bürgermeister

Die seit 1849 bestehende Gemeinde Brixen im Thale wurde von bisher 26 Bürgermeistern verwaltet.

Die 26 Bürgermeister der Gemeinde
Brixen im Thale (1850 bis heute)
Name Amtszeit Tätigkeit
Leonhard Stöckl 1850–?? Kloobauer
Christian Astl 1896–1899 Unterkaslachbauer
Johann Obermoser 1899–1902 keine Info
Simon Straif 1903–1905 keine Info
Wenzl Klingler 1905–1905 Schmied
Martin Aschaber 1905–1908 Schusterbauer
Johann Schermer 1908–1914 Jagerbauer
Leonhard Koidl 1914–1916 Hoferwirt
Johann Schermer 1916–1917 Jagerbauer
Peter Stöckl 1917–1920 Kloobauer
Christian Beihammer 1920–1922 Rieserbauer
Anton Hirzinger 1922–1925 Stöcklbauer
Matthias Beihammer 1925–1928 Steidlbauer
Johann Sieberer 1928–1929 keine Info
Josef Kogler 1929–1931 Zintingerbauer
Martin Aschaber 1931–1935 Schusterbauer
Christian Beihammer 1935–1938 Rieserbauer
Alois Wahrstätter 1938–1945 Reitlwirt
Martin Aschaber1 1941–1945 Schusterbauer
Christian Beihammer 1945–1956 Rieserbauer
Andrä Schermer 1956–1968 Sägewerksbesitzer
Franz Podesser 1968–1974 Geschäftsführer
Johann Werlberger 1974–1983 Stöcklbauer
Johann Nagele 1983–2004 Pfistererbauer
Dipl.-Ing. Ernst Huber 2004–2022 Direktor an der LLA Weitau
Andreas Brugger seit 2022 Standortleitung Maschinenring Tirol

1 Martin Aschaber war Stellvertreter während der Militärdienstzeit von Alois Wahrstätter von 1940 bis 1945

Bis jetzt standen 26 Bürgermeister an der Spitze, von denen Johann Nagele mit insgesamt 21 Jahren Amtszeit am längsten die Geschicke des Dorfes leitete.

Wappen

Der Gemeinde wurde 1972 folgendes Wappen verliehen:

Blasonierung:

„Ein schwarzes nach unten gerichtetes Randleistenbeil auf Silber.“

Die abgebildete bronzezeitliche Axt wurde im Gemeindegebiet Brixen – etwas unterhalb der Hohen Salve – gefunden. Als Wappenmotiv versinnbildlicht sie das hohe Alter dieser Gemeinde, deren Name ebenfalls weit in die vorrömische Zeit zurückweist und so viel wie ‚Berg‘ bedeutet.

Persönlichkeiten

  • Árpád Henney (1895–1980), ungarischer Politiker und Offizier
  • Matthäus Hetzenauer (1924–2004), Scharfschütze
  • Otto Gschwantler (1930–2016), Altgermanist
  • Wenzel Fuchs (* 1963), österreichischer Konzert-Klarinettist
  • Maria Holaus (* 1983), österreichische Ski-Rennläuferin (ÖSV)
  • Andreas Hölzl (* 1985), österreichischer Fußballspieler

Literatur

  • Sebastian Posch (Hrsg.): Brixen im Thale 788–1988. Ein Heimatbuch. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 1988, ISBN 3-7030-0200-X.

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