Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) ist eine Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland.

Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste
(bpa)
Rechtsform eingetragener Verein
Gründung 1964 in Hamburg
Sitz Berlin
Präsident Bernd Meurer
Vizepräsidentin Margit Benkenstein
Direktorium 18 Geschäftsstellen
Geschäftsführer Norbert Grote (Hauptgeschäftsführer)
Mitarbeiter 150
Mitglieder 14.059
Website www.bpa.de

Mandat

Gemäß Satzung verfolgt der Interessenverband nachfolgende Ziele:

Vertretung der Belange der privaten Alten- und Pflegeheime; der privaten ambulanten Dienste; der privaten Einrichtungen der Behinderten- sowie Kinder- und Jugendhilfe sowie der sonstigen privaten sozialen Dienste gegenüber Gesetzgebern, Behörden, Kassen und Verbänden sowie gegenüber politischen Parteien.

Mitglieder

Im Verein sind nach eigenen Angaben mehr als 14.000 Einrichtungen der ambulanten und (teil)-stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft organisiert. Der bpa vertritt damit mehr als jede dritte Pflegeeinrichtung bundesweit. Die große Mehrheit der Mitglieder sind mittelständische Unternehmen, darunter viele Familienbetriebe. Typische bpa-Mitglieder sind z. B. Pflegedienste mit bis zu 10 Mitarbeitern und inhabergeführte stationäre Einrichtungen mit ca. 70 Plätzen.

Geschichte

Der Bundesverband wurde 1964 in Hamburg gegründet. Sitz der Bundesgeschäftsstelle ist Berlin, es gibt eine Verwaltungsgeschäftsstelle in Bonn. Seit 1989 gehört der früher auch Bundesverband privater Alten- und Pflegeheime (bpa) genannte bpa als Gründungsmitglied der European Confederation of Care Home Organisations (E.C.H.O.) an, der Europäischen Vereinigung privater Einrichtungsträgerverbände mit Sitz in Brüssel, deren Vizepräsident seit 2010 bpa-Präsident Bernd Meurer ist. Zuvor hatte Meurer ab 2006 das Amt des E.C.H.O.-Präsidenten inne.

Im Frühjahr 2007 eröffnete der Bundesverband ein Büro in Brüssel.

Der bpa hat 2015 den bpa Arbeitgeberverband e. V. mitbegründet. Das Präsidentenamt übernahm der frühere Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle.

Verbandsstruktur

Der Verband ist in 16 Landesgruppen organisiert, deren Landesgeschäftsstellen sich in der Regel in der Landeshauptstadt befinden. An der Spitze des siebenköpfigen Präsidiums steht seit 1997 Bernd Meurer. Neben der ehrenamtlichen Struktur, die auf Bundes- wie auf Landesebene besteht, gibt es eine hauptamtliche Struktur mit ungefähr 150 Mitarbeitenden in 18 Geschäftsstellen, an deren Spitze der Hauptgeschäftsführer Norbert Grote steht.

Die Arbeit des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e. V.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) unterstützt seine Mitglieder in verschiedenen Bereichen der Pflege und Sozialwirtschaft. Dazu zählen die Sicherung und Weiterentwicklung der Pflegequalität, betriebliche und rechtliche Fragen, Fort- und Weiterbildung der Mitarbeitenden, die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben sowie die Begleitung bei Vergütungsverhandlungen und juristischen Angelegenheiten.

Mitglieder- und Organisationsentwicklung

Der Verband hat sich kontinuierlich weiterentwickelt und zählt mittlerweile über 14.000 aktive Mitgliedseinrichtungen. Diese Bandbreite reicht von ambulanten Pflegediensten bis zu stationären Einrichtungen, Eingliederungshilfe, Kinder- und Jugendhilfe. Der Verband etablierte sich als größter privater Anbieterverbund im Bereich sozialer Dienste.

Aktivitäten der letzten Jahre

Der bpa kann auf eine Vielzahl bedeutender Meilensteine und Entwicklungen zurückblicken, die seine Rolle als zentrale Interessenvertretung für private Anbieter sozialer Dienste in Deutschland stärkt. Die folgenden Punkte fassen zentrale Ereignisse und Entwicklungen zusammen.

Gründung und Jubiläum: 60 Jahre Verband

2024 feierte der bpa sein 60-jähriges Bestehen des Verbandes, gemeinsam mit 2200 Mitgliedern und Mitarbeitenden, in Hamburg – ein Zeichen für seine Beständigkeit und Bedeutung in der Sozial- und Pflegebranche.

Bildung, Fort- und Weiterbildung

Der bpa setzt große Akzente in der Qualifizierung von Mitarbeitenden: Jährlich werden zahlreiche Seminare und Veranstaltungen angeboten, mit dem Ziel, Mitarbeitende zu schulen, die Pflegequalität zu verbessern und den Betrieb sozialer Dienstleister zu unterstützen. Aktuell werden jährlich ca. 1600 Seminarveranstaltungen durchgeführt.

Eigener Fachkongress auf der „Pro Care“ (2025)

Neben Messeständen auf großen Branchenmessen, eigenen Fachkongressen, die der bpa regelmäßig ausrichtet, fungiert der Verband seit 2025 als exklusiver Kongresspartner der Fachmesse „Pro Care“ der Deutschen Messe AG – ein sichtbares Signal für seine Rolle im Branchendialog und seine Fähigkeit, Anbieter sozialer Dienste mit relevanten Partnern, Entscheidungsträgern aus der Politik sowie Pflegemanagement und Pflegepraxis zusammenzubringen. Dank solcher Partnerschaften kann der bpa Themen wie Fachkräftesicherung, Digitalisierung und Qualität in der Pflege prominent platzieren.

Interessenvertretung und politische Wirkungskraft

Der Verband hat seine Position als politischer Akteur und Verhandlungspartner weiter ausgebaut. Er bringt sich aktiv in Gesetzgebungsverfahren ein, gibt Stellungnahmen ab und vertritt die Belange seiner Mitglieder gegenüber Gesetzgebern, Verwaltungen und Kostenträgern.

Er beteiligt sich zudem an bundesweiten Projekten zur Sicherung der Versorgung und zur Fachkräftegewinnung – etwa durch internationale Fachkräfte oder Bildungsinitiativen. Der Bundesverband vertritt zusammen mit dem Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) speziell die Forderung einer sogenannten „Kompetenzvermutung“. Durch die Kompetenzvermutung könnten internationale Pflegekräfte mit einer mindestens dreijährigen Ausbildung oder einem Studium sowie den notwendigen Sprachkenntnissen sofort als Fachkräfte in Deutschland tätig werden. Weitere Prüfungen von Ausbildungsinhalten und ggf. notwendigen Anpassungsmaßnahmen erfolgen im notwendigen Maß dann erst nachgelagert.

Digitalisierung, Qualität und neue Herausforderungen

Mit Blick auf Zukunftsthemen wie Fachkräftemangel, Digitalisierung und Qualitätssicherung in der Pflege hat der bpa seine Unterstützungsangebote ausgebaut. Dazu gehören Hilfen zur Umsetzung gesetzlicher Vorgaben, Kurzvideos, Arbeits- und Vertragsmuster sowie Unterstützung bei Vergütungsverhandlungen – gerade in Zeiten steigender Anforderungen an Einrichtungen.

Seit 2024 wird zudem einmal im Jahr der bpa-Zukunftsaward in drei Kategorien an bpa-Mitglieder verliehen. Die Auszeichnung würdigt innovative Projekte, die neue Maßstäbe in der Pflege setzen und zukunftsweisende Lösungen in der Pflege aufzeigen. Bewerben konnten sich die Mitglieder im Jahr 2025 zum Beispiel für eine der Kategorien „Modernes Unternehmen“, „Nachhaltigkeit“ und „Innovative Versorgung“. Zu gewinnen gibt es ein Preisgeld und einen professionellen Image-Film. Die Gewinne werden seit 2025 in feirlichem Rahmen auf dem Pro-Care Fachkongress in Hannover verliehen.

Kampagne #BeiAnrufSorry (2024)

Im Sommer 2024 startete der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) gemeinsam mit dem Angehörigenverband wir pflegen e. V. die bundesweite Kampagne #BeiAnrufSorry, um auf den zunehmenden Versorgungsmangel in der Pflege aufmerksam zu machen. Hintergrund ist der anhaltende Personalmangel, der inzwischen zu einem massiven Angebotsrückgang in ambulanten Diensten und Pflegeheimen führt. Im Rahmen der Aktion berichteten über 850 Einrichtungen aus ganz Deutschland, dass sie im Durchschnitt dreimal täglich Versorgungsanfragen ablehnen müssen – aus Personalmangel oder wegen fehlender Refinanzierung. Die Kampagne machte deutlich, dass Pflegebedürftige und ihre Familien zunehmend ohne Unterstützung bleiben und forderte von der Politik schnelle und entschlossene Maßnahmen zur Sicherung der pflegerischen Versorgung.

Mitgliedschaften

Der bpa ist seinerseits Mitglied nachfolgender Organisationen und Gremien:

  • Beirat der gematik
  • Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft (BDWi),
  • Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge (DV),
  • bpa Arbeitgeberverband,
  • Netzwerk europäische Bewegung Deutschland,
  • Bundesverband deutscher Mittelstand (BM) Wir Eigenunternehmer,
  • Institut der deutschen Wirtschaft Köln,
  • Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw),
  • Unternehmerverbände Niedersachsen (UVN),
  • Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern (VU),
  • Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VHU),
  • Wirtschaftsrat der CDU,
  • Bundesverband Managed Care (BMC),
  • Gesundheitsstadt Berlin,
  • Wirtschaftsforum der SPD,
  • Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA),
  • European Confederation of Care Home Organisations (E.C.H.O.)

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