Börsenblatt

Das Börsenblatt – Wochenmagazin für den Deutschen Buchhandel, bis 2002 Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, ist das Verbandsorgan des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Die 1834 begründete Publikation ist die anzeigen- und auflagenstärkste Zeitschrift der deutschen Buchbranche. Sie kam zunächst einmal, später zweimal wöchentlich und viele Jahre lang sogar täglich heraus.

Börsenblatt – Wochenmagazin für den Deutschen Buchhandel
Beschreibung Fachzeitschrift für den deutschen Buchhandel
Verlag MVB GmbH, Frankfurt a. M.
Erstausgabe 3. Januar 1834
Erscheinungsweise wöchentlich
Verkaufte Auflage 7.000 Exemplare
(Mediadaten)
Chefredakteur Christina Schulte
Herausgeber Börsenverein des Deutschen Buchhandels
Geschäftsführer Ronald Schild
Weblink www.boersenblatt.net
ISSN (Print)

Inhalte

Das Börsenblatt erscheint beim Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels. Es informiert das Fachpublikum wie private Leser über Neuigkeiten auf dem Buchmarkt. Seit Januar 2013 erscheint das Fachmagazin im wöchentlichen Wechsel als Börsenblatt Magazin und als Börsenblatt Spezial. Das Börsenblatt Spezial beleuchtet die Trends innerhalb der verschiedenen Warengruppen. Tagesaktuelle Branchenmeldungen werden auf der Homepage des Magazins veröffentlicht.

Das Börsenblatt gibt verschiedene Bestseller- und Bestenlisten heraus, unter anderem die Hörbuchbestenliste, die Sachbuchbestenliste, die Bestsellerlisten mit den meistverkauften Titeln aus Belletristik und Sachbuch sowie seit Frühjahr 2018 die Independent-Charts der Veröffentlichungen aus kleineren, unabhängigen Verlagen. Chefredakteurin ist seit April 2023 Christina Schulte.

Geschichte

1834 bis März 1945

Der Börsenverein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig gründete das Börsenblatt 1834. Ab Jahrgang 1835 ging es in das Eigentum des Börsenvereins über und trug nun auf dem Titelblatt die Bezeichnung „Amtliches Blatt des Börsenvereins“. Den Druck übernahm Anfang 1835 B. G. Teubner in Leipzig, am Augustusplatz. Das Börsenblatt erschien zunächst wöchentlich, ab 1867 täglich.

Im Zweiten Weltkrieg musste, anders als noch im Ersten Weltkrieg, die Erscheinungsweise aufgrund der umfassenden Kriegswirtschaft schrittweise eingeschränkt werden. Blieb der Ausgaberhythmus bis 1942 noch ohne erhebliche Reduzierungen, gab es ab 1943 pro Woche nur noch drei und 1944 sogar nur noch zwei Ausgaben, in der Regel mittwochs und sonnabends. 1945 erschienen nur noch in den ersten drei Monaten insgesamt 8 Börsenblätter – kriegsbedingt lag die Buchproduktion und damit auch der Buchhandel weitestgehend darnieder. Als letzte Nummer vor der Befreiung vom Faschismus erschien am 17. März 1945 die Nr. 8 im Umfang von 6 Seiten (S. 63 bis 68/1945). Danach wurde das Börsenblatt kriegsbedingt eingestellt.

Seitdem die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden 2020 die Jahrgänge 1834 bis 1945 kostenlos als Volltexte online mit entsprechenden Suchfunktionen zur Verfügung gestellt hat, kann die inhaltliche Entwicklung des Börsenblatts zumindest bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs umfassend nachvollzogen werden.

Wiederausgabe nach Ende des Zweiten Weltkriegs bis 1990

Für die amerikanische und britische Besatzungszonen erhielt das Börsenblatt eine Lizenz noch 1945 und erschien unter gleichem Titel (bzw. als Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel) erneut am 6. Oktober 1945 zunächst in Wiesbaden. Die Redaktion zog zusammen mit dem Hessischen Landesverband der Buchhändler im Frühjahr 1946 nach Frankfurt am Main. Das Börsenblatt wurde ab dieser Zeit von der neu gegründeten Buchhändler-Vereinigung herausgegeben und erhielt den Zusatz „Frankfurter Ausgabe“. Frankfurt war zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg, sich zum neuen Zentrum des westdeutschen Buchhandels zu entwickeln, was schließlich 1949 auch zur Gründung der Frankfurter Buchmesse führte.
In der französischen Besatzungszone blieb aufgrund der starken direkten Einflussnahme Frankreichs auf das wirtschaftliche Geschehen der Buchhandel nach 1945 zunächst relativ eigenständig; auch wurden den dort ansässigen Verlagen eigene Lizenznummer erteilt. Zur laufenden Buchproduktion erschienen auch eigene Publikationen. Ab Oktober 1946 wurden die „Mitteilungen für den Buchhandel in der Französischen Zone“ (später ergänzt durch ein „Verzeichnis der Neuerscheinungen“) in Freiburg im Breisgau herausgegeben.
Erst mit der Bildung der Trizone 1948 und der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949, wovon das Saarland bis 1956 ausgenommen war, kam es zum Zusammenschluss aller westdeutschen Buchhändlerverbände, so dass die Frankfurter Ausgabe des Börsenblatts von da ab bis Ende 1990 in der ganzen alten Bundesrepublik ihr Verbreitungsgebiet hatte.

In der sowjetischen Besatzungszone kam das Börsenblatt 1946 wieder am ursprünglichen Verlagsort Leipzig in fortgesetztem Jahrgang seit 1834 und im wöchentlichen Rhythmus bis Ende 1990 (157. Jahrgang) heraus.

Vereinigung der Börsenblätter ab 1991

Seit der Vereinigung beider Börsenvereine am 1. Januar 1991 erscheint wieder nur noch ein Börsenblatt wöchentlich. Die Leipziger Jahrgangszählung wurde übernommen, so dass die Kontinuität seit seiner Gründung wiederhergestellt wurde.

Preisvergaben

Das Börsenblatt stiftete 1977 den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik, der jährlich verliehen wird.

Seit 2014 vergibt das Börsenblatt in Zusammenarbeit mit future!publish den Young Excellence Award. Unternehmen der Börsenvereinsgruppe können dabei für junge Menschen (maximal 39 Jahre) abstimmen, die in der Buchbranche tätig sind. Die Preisvergabe findet im Rahmen der Frankfurter Buchmesse statt.

Literatur

  • Stephan Füssel u. a. (Hrsg.): Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels 1825–2000. Buchhändler-Vereinigung, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-7657-2297-9.
  • Klaus G. Saur: Aus alten Börsenblättern. Ein Anzeigen-Querschnitt durch das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel 1834–1945. Verlag Ludwig Simon, München 1966.
  • Klaus G. Saur: Das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel 1834–1945. In: Achim Bonte (Hrsg.): Kooperative Informationsinfrastrukturen als Chance und Herausforderung. De Gruyter, Berlin 2018, ISBN 978-3-11-058493-6, S. 355–360.
  • Jürgen Weiß: B. G. Teubner zum 225. Geburtstag. Adam Ries – Völkerschlacht – F. A. Brockhaus – Augustusplatz – Leipziger Zeitung – Börsenblatt. Edition am Gutenbergplatz, Leipzig 2009, ISBN 978-3-937219-35-6, (Eagle 35 Eagle-Essay).

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