Das tiefste Blau (Originaltitel: O último azul) ist ein Spielfilm von Gabriel Mascaro aus dem Jahr 2025.
| Film | |
| Titel | Das tiefste Blau |
|---|---|
| Originaltitel | O último azul |
| Produktionsland | Brasilien, Mexiko, Chile, Niederlande |
| Originalsprache | Portugiesisch |
| Erscheinungsjahr | 2025 |
| Länge | 86 Minuten |
| Altersfreigabe |
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| Stab | |
| Regie | Gabriel Mascaro |
| Drehbuch | Tibério Azul, Gabriel Mascaro |
| Produktion | Rachel Daisy Ellis, Sandino Saravia Vinay |
| Musik | Memo Guerra |
| Kamera | Guillermo Garza |
| Schnitt | Omar Guzmán, Sebastián Sepúlveda |
| Besetzung | |
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Handlung
Damit junge Menschen ungestört ihre Produktivität steigern können, werden in einem dystopischen Brasilien Menschen über 80 Jahren gezwungen, in eine Seniorenkolonie zu ziehen. Als Tereza 77 Jahre alt ist, wird die Altersgrenze auf 75 Jahre herabgesetzt. Sie erhält einen Termin zum Umzug in die Kolonie und muss ihren Arbeitsplatz verlassen. Außerdem wird ihre Tochter Joana als ihr Vormund eingesetzt.
Tereza hat ihr Leben der Arbeit und Erziehung ihres Kindes gewidmet. Deshalb will sie nun das erste Mal fliegen. Im Reisebüro scannt der Verkäufer den Ausweis von Tereza, woraufhin er direkt die Tochter anruft, um die Einwilligung abzufragen. Sie lehnt ab und Tereza fragt, welche andere Möglichkeit sie hat, um fliegen zu können. Der Verkäufer nennt ihr einen Ort, wo noch leichte Zweisitzer vorhanden sind, die nicht so streng von der Regierung kontrolliert werden.
Für ein Bootsticket zu diesem Ort benötigt Tereza wieder die Einwilligung ihrer Tochter, weshalb sie ein paar Bootsfahrer persönlich anspricht. Die meisten winken sofort ab, da der Passagierverkehr streng kontrolliert wird. Ein Bootsfahrer, Cadu, nimmt Tereza letztlich mit. Auf dem Weg müssen sie anhalten, weil die Strecke blockiert ist und der Bootsfahrer findet eine Schnecke (Baba Azul), die blauen Schleim produziert. Dieser hat eine halluzinogene Wirkung, weshalb der Bootsfahrer denkt, die Zukunft zu sehen. Am nächsten Tag können sie weiterfahren und Tereza hat bereits Probleme, ohne den Ausweis vorzuzeigen, etwas zu Essen zu bekommen.
Sie findet Ludemir, einen Mann, der sie auf einem Zweisitzer mitnimmt, der aber zunächst repariert werden muss. Tereza bezahlt ihn für die Reparatur. Er benutzt das verdiente Geld aber sofort, um das Geld bei Wetten zu verzocken. Tereza merkt, dass sie so nicht weiterkommt und fährt mit einem Bootsticket zurück, muss sich aber gegenüber ihrer Tochter rechtfertigen, weil sie den Ticketkauf mitbekommt.
Tereza fügt sich ihrem Schicksal und folgt den Anweisungen zur Überfahrt in die Kolonie. Als sie aber gezwungen wird, Windeln zu tragen, flüchtet sie, indem sie sich in eine mobile Toilettenkabine versteckt, die gleichzeitig mit den Senioren abtransportiert werden. Auf der Flucht begegnet sie auf einem Boot Roberta, die digitale Bibeln verkauft, und schließt sich ihr an. Sie werden Freundinnen und betreiben das Geschäft nun gemeinsam. Eines Abends findet Tereza eine blaue Schnecke, wettet das ganze Boot auf einen Fischkampf und gewinnt.
Veröffentlichung und Rezeption
Das tiefste Blau, international unter dem Titel The Blue Trail bekannt, wurde am 16. Februar 2025 im Rahmen der 75. Berlinale uraufgeführt. Dort wurde das Werk in den Hauptwettbewerb um den Goldenen Bären eingeladen. Der Film kam am 25. September 2025 in die deutschen und österreichischen Kinos.
Im internationalen Kritikerspiegel des britischen Branchenmagazins Screen International erhielt der Film 3,4 von 4 möglichen Sternen und belegte nach 18 von 21 gezeigten Wettbewerbsfilmen den ersten Platz.
Thomas Abeltshauser gab dem Film bei epd Film 5 von 5 Sternen: „In kurzweiligen 85 Minuten mäandert das Roadmovie auf dem Wasser von einer Begegnung zum nächsten kleinen Abenteuer, bei denen einem ans Herz wächst, wie diese widerspenstige Alte sich die Kontrolle über ihr Leben zurückholt, mit sympathischer Sturheit und smarter Gelassenheit nach persönlicher Freiheit strebt.“ Nicolai Hagedorn bezeichnete den Film im nd als „kleines Highlight des Arthouse-Kinos des Jahres“. Zwar sei der Film keine konsequente Gesellschaftsanalyse, allerdings sei es ein kluger und erfreulich real-fantastischer Film, der Genrekonventionen überliste und dazu auffordere, sich nicht von Autoritäten einschüchtern zu lassen. Auch Lukas Foerster bemängelt in Filmdienst die Unterordnung der Gesellschaftskritik. Die atmosphärischen, weltabgewandten Schauplätze, wie „das klassische 1.375:1-Format, in dem die bedächtigen, unaufgeregten Einstellungen gefilmt sind“, seien aber passend. Er vergab 3,5 von 5 Sternen.
Auszeichnungen
Das tiefste Blau gewann mit dem Silbernen Bären – Großer Preis der Jury die zweitwichtigste Juryauszeichnung der Berlinale 2025, hinter dem norwegischen Beitrag Oslo Stories: Träume. Im Rahmen des Festivals wurde der Film auch mit dem Preis der Leserjury der Berliner Morgenpost sowie dem Preis der Ökumenischen Jury jeweils für den besten Wettbewerbsbeitrag geehrt.
| Festival | Kategorie | Resultat | Preisträger |
|---|---|---|---|
| Berlin (2025) | Goldener Bär – Bester Film | Nominiert | Rachel Daisy Ellis, Sandino Saravia Vinay |
| Silberner Bär – Großer Preis der Jury | Gewonnen | Gabriel Mascaro | |
| Preis der Leserjury der Berliner Morgenpost | Gewonnen | Gabriel Mascaro | |
| Preis der Ökumenischen Jury | Gewonnen | Gabriel Mascaro |
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