Debendra Mohan Bose

Debendra Mohan Bose (bengalisch দেবেন্দ্র মোহন বসু; /?; * 26. November 1885 in Kalkutta, Indien; † 2. Juni 1975) war ein indischer Physiker und Hochschullehrer an der University of Calcutta und von 1938 bis 1967 Direktor des Bose Instituts in Kalkutta. Er war ein Physiker, der für seine Beiträge zur Teilchenphysik, künstlichen Radioaktivität und Neutronenphysik hoch geschätzt wurde.

Leben und Werk

Bose war der jüngste Sohn des Arztes Mohini Mohan Bose, der ein homöopathischer Arzt und der erste Inder war, der in den USA eine Ausbildung in Homöopathie absolvierte. Seine Mutter, Subarnaprova Bose, engagierte sich im sozialen Bereich und für das Wohl von Kindern. Nach dem Tod seines Vaters wurde Bose unter der Aufsicht seines Onkels mütterlicherseits, Jagadish Chandra Bose (J.C. Bose), ausgebildet.

Er schrieb sich für ein Ingenieurstudium am IIEST, Shibpur ein, musste sein Studium wegen einer schweren Malariaerkrankung jedoch beenden. Auf Anraten des Nobelpreisträgers Rabindranath Tagore, der auch ein enger Freund von J. C. Bose war, begann Bose ein Physikstudium an der Universität Kalkutta. Dort erhielt er seinen Bachelor-Abschluss und 1906 erwarb er als Jahrgangsbester seinen Master of Arts mit Auszeichnung.

Als Stipendiat von J. C. Bose beteiligte er sich ein Jahr lang an den biophysikalischen und pflanzenphysiologischen Forschungen seines Onkels. 1907 forschte er im Cavendish-Laboratorium in Cambridge mit Physikern wie J. J. Thomson und Charles Thomson Rees Wilson, der später den Nobelpreis für die Entwicklung der Nebelkammer zur Detektion subatomarer Teilchen erhielt. 1910 wechselte er an das Royal College of Science in London, wo er 1912 das ARCS-Diplom und einen Bachelor of Science mit Auszeichnung in Physik erwarb.

Nach seiner Rückkehr nach Kalkutta wurde er 1913 Dozent für Physik am City College in Kolkata. Von dort wechselte er an das neu gegründete Calcutta University College of Science in Rajabazar und übernahm 1914 die Professur für Physik von Rash Behari Ghosh. Im selben Jahr wurde ihm das Ghosh-Reisestipendium für ein Auslandsstudium verliehen, und er entschied sich für ein zweijähriges Studium der fortgeschrittenen Physik an der Humboldt-Universität.

In Berlin forschte er im Labor von Erich Regener. Aufgrund des Ersten Weltkriegs verlängerte sich sein Aufenthalt in Deutschland kriegsbedingt auf fünf Jahre. Während dieser Zeit arbeitete er an der Entwicklung einer neuen Nebelkammer und konnte die Spuren von Rückstoßprotonen fotografieren, die beim Durchgang schneller Alphateilchen durch die Kammer entstanden. Die Ergebnisse seiner Voruntersuchungen wurden 1916 in der Physikalischen Zeitschrift veröffentlicht. Die vollständige Abhandlung erschien 1922 in der Zeitschrift für Physik. Bose kehrte im März 1919 nach seiner Promotion nach Indien zurück und nahm im Juli seine Tätigkeit an der Universität Kalkutta als Rashbehary-Ghosh-Professor für Physik wieder auf.

Direktor des Bose-Instituts

Nach dem Tod des Institutsgründers J. C. Bose 1937 übernahm D. M. Bose 1938 die Leitung des Bose-Instituts, das 1917 von J. C. Bose gegründet worden war. 1967 trat Bose von der Leitung des Bose-Instituts zurück, blieb aber weiterhin Mentor und Berater. Aufgrund der Beschränkungen des Zweiten Weltkriegs waren in Indien damals keine Vollton-Fotoplatten erhältlich. Eine Diskussion während des Wissenschaftskongresses 1938 veranlasste Bose und seine Kollegin Bibha Chowdhuri die kosmische Strahlung (eISSN 1303-5150) mithilfe von Fotoplatten zu untersuchen. Da Teilchenbeschleuniger zu dieser Zeit noch nicht verfügbar waren, konnten hochenergetische subatomare Teilchen nur aus der atmosphärischen kosmischen Strahlung gewonnen werden. Gemeinsam beobachteten und veröffentlichten sie experimentell die kosmische Strahlung, die später als Myonen identifiziert wurde. Von 1939 bis 1942 belichtete er zusammen mit Choudhuri zahlreiche Ilford R2- und New Half-tone-Fotoplatten in den hochgelegenen Bergregionen von Darjeeling und Sandakphu und beobachtete dabei viele lange, gekrümmte Ionisationsspuren, die sich von den Spuren von Alphateilchen oder Protonen unterschieden. Cecil Frank Powell würdigte die von D. M. Bose und Choudhuri entwickelte Methode in seinem 1959 erschienenen Buch The Study of Elementary Particles by the Photographic Method als ersten Versuch auf diesem Gebiet.

Als Direktor des Bose-Instituts gründete Bose die neue Abteilung für Mikrobiologie. Er pflegte enge Kontakte zu den bedeutendsten Wissenschaftlern seiner Zeit wie Albert Einstein, Rutherford, Max Planck, Niels Bohr, Max Born, Arnold Sommerfeld, Charles Thomson Rees Wilson und anderen. Darüber hinaus war er 1945 gemeinsam mit anderen namhaften Wissenschaftlern wie K. S. Krishnan, M. N. Saha und S. S. Bhatnagar maßgeblich an der Gründung des National Physical Laboratory und des National Chemical Laboratory sowie an der Arbeit des Atomenergiekomitees (später Atomenergiekommission) beteiligt. Er war Generalpräsident des Indischen Wissenschaftskongresses 1953 in Lucknow.

Bose war Chefredakteur von A Concise History of Science in India und Herausgeber von Science and Culture.

Auszeichnungen und Anerkennungen (Auswahl)

  • 1961: Deshikottam
  • Nach ihm benannt, beispielsweise Bose-Effekt, Bose-Theorie, Bose-Stoner-Theorie, Welo-Bose-Regel

Literatur

  • Purabi Mukherji, Atri Mukhopadhyay: Professor Debendra Mohan Bose (1885–1975). 2018. In: History of the Calcutta School of Physical Sciences (S. 77–91). DOI:10.1007/978-981-13-0295-4_3.
  • Rajinder Singh: Celebrating 125th birth anniversary of DM Bose – Invitation to the Como conference, Science and Culture 76, 2020, S. 494–501.
  • Cecil Frank Powell: The Study of Elementary Particles by the Photographic Method. Pergamon Press, 1959, OCLC 2404250.
  • Rajinder Singh: D.M. Bose – His Scientific Work in International Context. 2016, ISBN 978-3-8440-4619-9.

wikipedia, wiki, enzyklopädie, buch, bibliothek, artikel, lesen, kostenlos herunterladen, Informationen über Debendra Mohan Bose, Was ist Debendra Mohan Bose? Was bedeutet Debendra Mohan Bose?