Das Deutsche Amt für Maß und Gewicht (DAMG) war eine im Jahr 1946 in der sowjetischen Besatzungszone gegründete Einrichtung und übernahm dort und auf dem Gebiet der späteren DDR die Aufgaben der früheren Physikalisch-Technischen Reichsanstalt. Dem DAMG, dem späteren ASMW, unterstanden die Eichdirektionen und Eichämter der Bezirke in der DDR.
| Amt für Standardisierung, Meßwesen und Warenprüfung | |
|---|---|
| Staatliche Ebene | DDR |
| Stellung | 1990 aufgegeben |
| Gründung | 1946 |
| Hauptsitz | Berlin-Köpenick, Müggelseedamm 103–109 |
Geschichte
1946 bis 1961
Das DAMG erhielt im Laufe der Zeit umfassendere Aufgaben als das westdeutsche Pendant, die bis heute existierende Physikalisch-Technische Bundesanstalt – insbesondere auch die Normung und Qualitätssicherung. Das führte dazu, dass die Abkürzung auf Pressmarken an Kunststoffobjekten aufgedruckt wurde, um deren Normentsprechung oder Qualität zu bezeugen. Heute kann dies wiederum zur Datierung solcher Objekte herangezogen werden. Die Bezeichnung DAMG war von 1946 bis 1961 gebräuchlich.
1961 bis 1990
Nach 1961 wurde das DAMG umbenannt in Deutsches Amt für Meßwesen (DAM, 1961 bis 1964), dann in Deutsches Amt für Meßwesen und Warenprüfung (DAMW, 1964 bis 1973) und schließlich in Amt für Standardisierung, Meßwesen und Warenprüfung (ASMW, 1973 bis 1990).
Mit der deutschen Wiedervereinigung und der damit verbundenen vollen Übernahme der auf dem alten Bundesgebiet gültigen Normung entfielen noch 1990 die bisherigen Aufgaben; ca. 100 Mitarbeiter wurden ins Deutsche Institut für Normung übernommen.
Seit 1991
Mit der Umsiedlung der Mitarbeiter ging die gesamte bisher vom ASMW genutzte Immobilie an die BIMA, die die drei großen Gebäude verschließen und einen festen Zaum darum aufstellen ließ. Die Gebäude und zugehörigen kleinen Baracken blieben jedoch jahrelang leer, lockten aber bald illegale Nutzer an (Flüchtlinge, Obdachlose oder andere Personen). Im September des Jahres 2018 fand auf Antrag der BIMA eine polizeiliche Räumung statt. Trotzdem passierte nicht sichtbares.
In den späten 2010er Jahren interessierte sich ein junger Selfmademann, Lennart Studt, Ökonom und Steuerexperte, für das Gelände, er sieht hier Potenzial für ein großes Gemeinschaftsprojekt (Wohnen und Arbeiten). Studt entwickelte für das ehemalige Betriebsareal einen Masterplan und trat damit an die Öffentlichkeit. Im Jahr 2019 legte die BVV Köpenick einen Bebauungsplan vor, der als Hauptziel die Entwicklung zum „zukünftigen Magazin-, Depot- und Werkstattstandort für die Staatsbibliothek und die Staatlichen Museen unter Beachtung des Natur- und Landschaftsschutzes“ nennt. Teilflächen sollen jedoch abgetrennt und mit Wohnhäusern bebaut werden.
Normen
Die vom Amt erlassenen Technischen Normen, Gütevorschriften und Lieferbedingungen (TGL) waren in der DDR die Entsprechung zu den westdeutschen DIN-Normen. Für die gesamte Volkswirtschaft galten die DDR-Standards und die Fachbereich-Standards; für die jeweiligen Betriebe galten die Werk-Standards.
Die TGL-Standards waren, im Gegensatz zur DIN, Vorschrift und galten nicht nur als Empfehlung. Sie wurden in Gesetzblatt-Sonderdrucken, TGL-Taschenbüchern und in Zeitschriften veröffentlicht.
Literatur
- Günter Fuhrmann, H. Jablonski, H.-H. Lehnecke, J. Thiele und L.-P. Wagenführ: Material- und Warenprüfung in der DDR: Anspruch und Wirklichkeit (Hrsg.: DIN Deutsches Institut für Normung e. V.), Beuth-Verlag, Berlin, Wien, Zürich 2010, ISBN 978-3-410-17748-7.
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