Eduard Heinrich Adler-Mesnard (französisch auch Édouard Henri Emmanuel Adler-Mesnard; * 9. März 1807 in Berlin; † 24. Dezember 1868 in Paris) war ein deutsch-französischer Lehrer und Autor.
Leben
Eduard Heinrich Adler wurde als Sohn eines Geheim-Sekretärs beim Kriegs-Collegium geboren und ging auf das Collège Français in Berlin.
Von 1829 bis 1831 studierte er Rechtswissenschaften in Breslau. Während seines Studiums wurde er 1830 Mitglied der Alten Breslauer Burschenschaft Arminia, deren Fechtwart er war. Aufgrund seiner finanziellen Verhältnisse brach er sein Studium ab und arbeitete bis Mai 1833 als Hauslehrer bei Fräulein von Hiltprandt-Ottenhausen in Prag und kurze Zeit bei Fürst Radziwil in Wien. Im Anschluss war er bis Februar 1834 als Privatlehrer in Berlin tätig. Danach war er bis Juli 1834 Geschäftsführer für die Aachener und Kölner Filiale des Berliner Buchhändlers Kohnen. Im Zuge der Demagogenverfolgung wurde Adler in Aachen wegen seiner Mitgliedschaft in der Breslauer Burschenschaft verhaftet und in die Berliner Hausvogtei verlegt, wo er nach zahlreichen Verhören ein Geständnis ablegte und am 7. November auf Kaution entlassen wurde. Mitte 1835 arbeitete er, noch immer unter Polizeiaufsicht, als Privatlehrer in Aachen, wo er zum Dr. phil. promoviert wurde. Bevor ein endgültiges Urteil gefällt werden konnte, floh er Ende 1836 nach Frankreich, wo er als Hauslehrer bei einem Grafen und später als Privatlehrer arbeitete. In Paris verfasste er pädagogische Schriften und wurde Mitvorsteher der Erziehungsanstalt (Rosalie d’Oterlau) seiner Frau. In Abwesenheit wurde er vom Kammergericht am 4. August 1836 wegen burschenschaftlicher Tätigkeiten zu acht Jahren Festungsarrest und Amtsunfähigkeit verurteilt; er wurde steckbrieflich gesucht. Er wurde im Schwarzen Buch der Frankfurter Bundeszentralbehörde (Eintrag Nr. 7) festgehalten. Durch eine Kabinettsorder vom 24. März 1841 wurde er begnadigt; er hielt sich hierfür einige Zeit in Berlin auf. Da seine Vorfahren im 18. Jahrhundert als französische Flüchtlinge nach Preußen gekommen waren, erhielt er durch eine Kabinettsorder vom 24. September 1841 die Genehmigung, den Doppelnamen Adler-Mesnard zu führen, unter dem er in Frankreich bereits lebte.
Zurück in Paris veröffentlichte er in mehreren Auflagen sprachvermittelnde Werke, insbesondere deutsch-französische Wörterbücher. 1854 wohnte er als deutscher Sprachlehrer in der Rue d’Ulm. Er unterrichtete am Lycée Charlemagne und am Lycée Napoléon (heute Lycée Henri IV); zuletzt war er Maître de conférences an der École normale supérieure in Paris. Am 14. August 1860 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt.Friedrich Herman Semmig schrieb 1886 über ihn: „Es hat sich niemand um die Pflege der deutschen Sprache in Frankreich so große Verdienste erworben wie dieser Mann; seine deutsche Grammatik ist dort noch jetzt die beste, wie auch seine übrigen betreffenden Werke (Sprachübungen, Chrestomathien) vortrefflich sind; der leipziger Schillerverein hat ihn dafür zu seinem Ehrenmitgliede ernannt. […] Er verdient es, daß das Vaterland ihn im treuem Gedächtnis behält.“
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Anleitung zur deutschen und französischen Umgangssprache. F. F. Weber, Leipzig 1841. Google-Books
- Neues französisch-deutsches & deutsch-französisches Taschenwörterbuch. Verlag Carl von Hingray, Paris 1844. Google-Books
- Histoires des temps héroiques de la Grèce. Geschichten aus der Griechischen Heldenzeit. Charles Hingray, Paris 1846. Google-Books
- Erstes deutsches Lesebuch. Premières lectures Allemandes. Charles Hingray, Paris 1851. Google-Books
- La Littérature Allemande au XIXe siècle. Seconde Partie: Poésie, Dézobry et E. Magdeleine, Paris 1853. Google-Books
- Versions Allemandes. Appliquées aux règles de la grammaire et suivies d’un vocabulaire. Dézobry et E. Magdeleine, Paris 1857. Google-Books
- Grammaire allemande. 4. Auflage. F. Tandou, Paris 1864.
Literatur
- Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 7: Supplement A–K. Winter, Heidelberg 2013, ISBN 978-3-8253-6050-4, S. 5–6.
- Alfred Dantès: Adler-Mesnard (Éd. H. Emm.). In: Dictionnaire biographique et bibliographique, alphabétique et méthodique des hommes les plus remarquables dans les lettres, les sciences et les arts, chez tous les peuples, à toutes les époques. Boyer, Paris 1875, S. 18 (bnf.fr).
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