Emmerich Otto August von Estorff (* 28. Oktober 1722 in Ebstorf; † 19. Oktober 1796 in Northeim) war ein kurfürstlich braunschweigisch-lüneburgischer Generalleutnant.
Leben
Er entstammt dem in der Lüneburger Heide ansässigen Adelsgeschlecht von Estorff. Seine Eltern waren Ludolf Otto von Estorff († 1759) und dessen Ehefrau Eleonore de Farcy de St.Laurant (1701–1784), die einzige Tochter des kurfürstlich braunschweig-lüneburgischen Generalleutnants der Kavallerie Amaury de Farcy de Saint-Laurent (1652–1729).
Im Jahre 1741 wurde er Offizier und 1753 Rittmeister bei der Leibgarde. Nach dem Eintritt des Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg in den Siebenjährigen Krieg als Koalitionspartner Preußens und Großbritanniens wechselte er am 1. April 1757 als Brigademajor von der Kavallerie in den Generalstab. Diesem gehörte er, zunächst unter dem Oberbefehl des Herzogs August Wilhelm von Cumberland, dann des Herzogs Ferdinand von Braunschweig, seit 1760 als 2. Generaladjutant, bis zum Friedensschluss an. Er nahm am 1. August 1759 an der Schlacht bei Minden teil. Estorff wurde mit der Siegesnachricht nach London gesandt und dort von König Georg II. am 10. August zum Oberstleutnant befördert. Am 8. Dezember 1761 wurde er Oberst und am 9. Dezember 1762 Generalquartiermeister. Diese Stelle, welche er bis zu seinem Tod innehatte, war jedoch durch den Frieden von Hubertusburg von 1763 zum Nebenamt geworden. 1764 gehörte der Oberst zu den Gründungsmitgliedern der Celler Landwirtschaftsgesellschaft.
Estorff war außerdem Chef eines Kavallerieregiments. Zunächst befehligte er das 3. Reiterregiment und seit 1766 das 8. Dragonerregiment. Sein Stabsquartier hatte er zuerst in Grohnde an der Weser, dann in der Stadt Northeim. Als Regimentschef förderte er die Ausbildung seiner Offiziere. An der von ihm in Northeim gegründeten Kadettenschule unterrichtete seit 1778 Gerhard von Scharnhorst. Diesen hatte Estorff nach Auflösung der Militärschule des Grafen Wilhelm zu Schaumburg-Lippe († 1777) auf dem Wilhelmstein als Fähnrich in sein hannoversches Regiment aufgenommen. Seine eigenen Ansichten zur Offiziersausbildung hat Estorff in einer Denkschrift niedergelegt, die in Teilen im Militär-Wochenblatt veröffentlicht ist. Am 9. September 1777 wurde er zum Generalleutnant und 1781 zum Generalinspekteur der Kavallerie ernannt.
Familie
Er war zweimal verheiratet.
Erstoff heiratete am 28. Mai 1761 Helene von der Schulenburg (* 6. Oktober 1734; † 9. Dezember 1776), eine Tochter des Generalleutnants Adolph Friedrich von der Schulenburg. Das Paar hatte mehrere Kinder:
- Eleonore Adelheid Charlotte Helene (* 12. Juni 1762; † 27. März 1767)
- Georg Adolph Otto (* 5. November 1763; † 17. Juli 1769)
- Manegold Friedrich August (* 12. Februar 1765; † 14. Mai 1816), Drost von Walsrode
- Albrecht Ludolph Eggert (* 4. September 1766; † 19. März 1840), Hannoverischer General-Lieutenant
- ⚭ 1797 Friederike von Schlepegrell (* 29. Juni 1775; † Januar 1799)
- ⚭ 1801 Agnese von Harling (* 17. Dezember 1775; † 21. Juni 1852)
- Ferdinand Karl Segeband (* 7. Oktober 1768; † 17. Juli 1771)
- Georg Wilhelm Otto (* 29. Mai 1771; † 16. Juli 1771)
- Gertrud Charlotte Auguste Helene (* 19. März 1774; † 18. Februar 1857), Palastdame der Königin der Niederlande
Nach dem Tod seiner ersten Frau heiratete er am 18. Juli 1777 in Moringen Luise Albertine von Münchhausen (* 22. Juni 1754; † 15. August 1810). Das Paar hatte mehrere Kinder:
- Christiane Anna Sofia Dorothea (* 17. April 1778; † November 1787)
- Ludwig Wilhelm Friedrich Otto (* 6. November 1779; † 12. Juli 1831)
- Segeband August Gotthelf Friedrich Hermann (* 25. Dezember 1780; † 28. April 1827), Hannoverscher Rittmeister ⚭ Minette von Alten-Wilkenburg (* 1. April 1798; † 18. April 1827)
- Karl Albrecht Theodor (* 13. Dezember 1781; † 31. März 1782)
- Friedrich Arminius (* 25. Februar 1783; † 1787)
- Adolf Aemil Moriz Karl (* 23. November 1786; † 22. November 1847), Hannoverscher Oberst
- ⚭ 1818 Sofie Charlotte Punge verwitwete Everken († 11. Februar 1826)
- ⚭ 1829 Louise von Ompteda (* 12. April 1806; † 27. November 1884), Eltern von Eggert Ludwig von Estorff
Literatur
- Bernhard von Poten: Estorff, Emmerich Otto August von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 48, Duncker & Humblot, Leipzig 1904, S. 434 f.
- Hans-Cord Sarnighausen: Emmerich Otto August von Estorff (1722–1796), General-Inspekteur der kurhannoverschen Kavallerie. In: Archiv für Familiengeschichtsforschung. Heft 4/2009, S. 7–10 mit Farb-Porträts; Heimatkalender Uelzen 2010, S. 35–38.
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