Erlenbach bei Dahn

Erlenbach bei Dahn ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Dahn hat und innerhalb derer sie hinsichtlicher ihrer Einwohnerzahl die fünftkleinste Ortsgemeinde darstellt.

Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten
Koordinaten: 49° 7′ N, 7° 52′ OKoordinaten: 49° 7′ N, 7° 52′ O
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südwestpfalz
Verbandsgemeinde: Dahner Felsenland
Höhe: 205 m ü. NHN
Fläche: 12,99 km²
Einwohner: 346 (31. Dez. 2024)
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76891
Vorwahl: 06398
Kfz-Kennzeichen: PS, ZW
Gemeindeschlüssel: 07 3 40 010
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 29
66994 Dahn
Website: www.erlenbach-am-berwartstein.de
Ortsbürgermeister: Dirk Eichberger
Lage der Ortsgemeinde Erlenbach bei Dahn im Landkreis Südwestpfalz

Geographie

Lage

Erlenbach liegt im deutschen Teil des Wasgaus, wie der Südteil des Pfälzerwaldes auch genannt wird, im sogenannten Dahner Felsenland. 87,6 Prozent der Gemarkungsfläche sind bewaldet.

Zu Erlenbach gehören zusätzlich der Ortsteil Lauterschwan sowie die Wohnplätze Berwartstein und Seehof. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Vorderweidenthal, Birkenhördt, Böllenborn, Bobenthal, Niederschlettenbach, Bundenthal, Bruchweiler-Bärenbach und Busenberg.

Erhebungen

Unmittelbar östlich des Siedlungsgebiets befindet sich der Grünberg. Im Süden der Gemarkung erstreckt sich der insgesamt 402 m ü. NHN hohe Nestelberg, das 304,6 m ü. NHN messende Mückenköpfel und an der Grenze zu Bobenthal das 490 m ü. NHN hohe Hirzeck. Im Osten befinden sich auf Gemarkung der Ortsgemeinde der Kuhnenkopf sowie die Westflanke des 431 m ü. NHN messenden Hohen Kopfes. Im Nordwesten an der Grenze zu Busenberg erstreckt sich der 420 m ü. NHN hohe Heidenberg.

Gewässer

Der Erlenbach durchfließt in Nord-Süd-Richtung das Siedlungsgebiet; kurz vor Erreichen des letzteren nimmt er von rechts den Eisenbach auf, der größtenteils die Gemarkungsgrenze zu Busenberg bildet. Rund zwei Kilometer östlich des Erlenbachs und westlich von Lauterschwan verläuft in dieselbe Richtung der Portzbach. Letzterer ist auf dem Gemeindegebiet zu mehreren Woogen aufgestaut, darunter befinden sich der Frauenwoog und der Seehofweiher.

Geschichte

760 wurde der Bach Erlenbach erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort selbst wird erst 1348 genannt. Von 1500 bis 1650 gehörte er zur Kurpfalz.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Erlenbach in den Kanton Dahn eingegliedert. 1815 wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte Erlenbach in das Königreich Bayern. Ab 1818 war der Ort Bestandteil des Landkommissariat Pirmasens, das 1862 in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

1939 wurde Erlenbach in den Landkreis Pirmasens (ab 1997 Landkreis Südwestpfalz) eingegliedert. Da der Ort sich in der Roten Zone befand wurden die Bewohner mit Beginn des Zweiten Weltkriegs vorübergehend evakuiert. Nach dem Krieg wurde die Gemeinde innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde Erlenbach 1972 Teil der neugeschaffenen Verbandsgemeinde Dahner Felsenland zugeordnet.

Konfessionsstatistik

Mit Stand Juni 2005 waren 65,6 % der Einwohner katholisch und 16 % evangelisch. Die übrige 18,4 % gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos. Der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung ist seitdem jährlich um 1 Prozentpunkt gesunken. Mit Stand Dezember 2024 waren von den Einwohnern 44,0 % katholisch und 16,0 % evangelisch; 40,1 % gehörten sonstigen oder keinen Glaubensgemeinschaften an.

Christentum

Vor Ort befindet sich die katholische Kirche Sankt Maria Himmelfahrt und Ägidius.

Judentum

Erlenbach jüdische Gemeinde bestand seit dem 18. Jahrhunderts; 1760 gab es mehrere jüdische Familien mit etwa 30 Personen.

Erlenbachs jüdische Gemeinde verfügte seit 1828 über ein rituelles Bad und bezog 1842 eine neue Synagoge dazu kam eine Religionsschule. Deren Inneneinrichtung wurde Anfang Oktober 1938 teilweise verwüstet. Das Gebäude selbst wurde bei einem Bombenangriff der Alliierten am 19. März 1945 zerstört; die Ruine der Synagoge wurde 1948 abgetragen.

1877 lebten folgende jüdische Familien in Erlenbach, benannt nach den Familienvorständen: Leopold Pfeiffer (Eisenhändler), Abraham Kullmann (Krämer, Spezialagent), Benedikt Kullmann (Krämer), Simon Schwarz (Krämer und Weinwirt), Marx Levy (Makler), Jeremias Samuel (Makler und Viehhändler), Benjamin Kullmann, Leopold Louis und Johannes Pfeiffer (Viehhändler). 1907 werden genannt: Jeanette Kahn (Büglerin, Kleidermacherin), Lazarus Kullmann (Kolonial- und Spezereiwaren, Manufakturwaren, Viehhändler), Elias Samuel Witwe (Kolonial- und Spezereiwaren), Leopold Samuel (Kolonial- und Spezereiwaren, Kurz- und Wollwaren, Manufakturwaren, Mehl- und Getreidehändler, Samenhandlung), Leopold Pfeiffer (Manufakturwaren), Edmund Hagenauer (Mehl- und Getreidehändler), Bernhard Pfeiffer (Versicherungsagent, Viehhändler), Moritz Samuel, Jakob Pfeiffer (damals Gemeinderatsmitglied der bürgerlichen Gemeinde) und Simon Pfeiffer (Viehhändler).

Die Mitglieder von Erlenbachs jüdischer Gemeinde wurden im nahen Busenberg beerdigt.

Insgesamt 13 Erlenbacher Juden kamen in der NS-Zeit ums Leben. Die letzten beiden jüdischen Einwohner (Max Samuel und Johanna Samuel) wurden im Oktober 1940 in das Konzentrationslager Gurs in Südfrankreich deportiert. Beide konnten von Gurs aus noch über Les Milles und Marseille in die USA auswandern.

In Erinnerung an die während des Dritten Reichs deportierten Juden wurden im November 2007 vor Ort Stolpersteine verlegt.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Erlenbach besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Bürgermeister

Dirk Eichberger wurde am 26. März 2016 Ortsbürgermeister von Erlenbach. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 wurde er mit einem Stimmenanteil von 84,62 % und am 9. Juni 2024 als einziger Bewerber mit 77,2 % jeweils für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.

Eichbergers Vorgänger, der langjährige Ortsbürgermeister Bernd Arnold, war im Februar 2016 verstorben.

Wappen

Blasonierung: „In gespaltenem und rechts von Rot und Gold geteiltem Schild oben ein fünfblättriger goldener Erlenzweig, unten auf rotem Dreiberg ein stehender schwarzer Rabe, einen roten Ring im goldenen Schnabel haltend, links in Schwarz auf rotem Grund eine goldene Burg.“

Das Wappen wurde 1950 vom Mainzer Innenministerium genehmigt.

Gemeindepartnerschaften

Mit der thüringischen Landstadt Gefell existiert eine Partnerschaft.

Kultur

Kulturdenkmäler

Die auf Gemarkung der Ortsgemeinde befindlichen Burgen Berwartstein und Klein-Frankreich sind als Denkmalzonen ausgewiesen.

Erstere ist die einzige in der Gegenwart bewohnte Burg im Wasgau. Vermutlich um 1000 gebaut, wurde sie 1152 erstmals urkundlich erwähnt, als sie von Kaiser Friedrich Barbarossa dem damaligen Speyerer Bischof Günther von Henneberg zum Geschenk gemacht wurde. Nach mehreren Zerstörungen und Wiederaufbauten wurde sie in der heutigen Form um 1900 wiederhergestellt. Klein-Frankreich bildete einen sogenannten „Geschützturm“ und diente als Vorwerk von Berwartstein.

Hinzu kommen insgesamt 15 Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen.

Natur

Erlenbach liegt im Naturpark Pfälzerwald, der wiederum Bestandteil des Biosphärenreservats Pfälzerwald-Vosges du Nord ist. Die am Heidenberg befindliche Felsformation Buchkammer ist als Naturdenkmal ausgewiesen. Auf Gemarkung der Gemeinde befindet sich zudem der Ritterstein 29. Er trägt die Aufschrift Ehem. Bleierzgrube und liegt im Portzbachtal.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Durch den Kernort verläuft in Nord-Süd-Richtung die Landesstraße 490 und durch Lauterschwan die Bundesstraße 427. Die nächstgelegene Autobahn ist die A 65 im Osten. Die Kreisstraße 50 verbindet den Kernort mit der Burg Berwartstein.

Die Ortsgemeinde ist über die Buslinien 525 und 545 des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar, die sie einerseits mit Bad Bergzabern sowie mit Dahn und mit Annweiler am Trifels andererseits verbinden.

Tourismus

Über Erlenbach verläuft außerdem die Südroute der Pfälzer Jakobswege. Durch die Gemeinde führt außerdem der Prädikatswanderweg Pfälzer Waldpfad; dabei bildet sie ein Etappenziel zwischen Dahn und Schweigen-Rechtenbach. Hinzu kommen der mit einem blauen Balken markierte Fernwanderweg Staudernheim–Soultz-sous-Forêts, der mit einem gelben Balken gekennzeichnete Fernwanderweg Pirmasens–Belfort sowie ein weiterer Wanderweg, der mit einem blau-gelben Balken markiert ist, der von Lauterecken bis nach Sankt Germanshof verläuft und ein solcher, der mit einem roten Punkt markiert ist.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Emma Mahner-Mons (1879–1965), Autorin

Personen, die vor Ort gewirkt haben

  • Heinrich Voit (1834–1914), Orgelbauer, stattete im Jahr 1900 die örtliche katholische Kirche mit einer erhaltenen und zwischenzeitlich restaurierten Orgel aus.

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