Franz Josef zu Hohenlohe-Schillingsfürst

Franz Josef Dominikus Leopold Chlodwig Moritz Philipp Ernst Alexander Maria Prinz (10. Fürst) zu Hohenlohe-Schillingsfürst, Prinz von Ratibor und Corvey (Durchl.) (* 6. Juni 1894 in Graz; † 3. Januar 1970 in Schillingsfürst) war deutscher Genealoge. Er begründete das Genealogische Handbuch des in Bayern immatrikulierten Adels und hat selbst eine Reihe von genealogischen Abhandlungen veröffentlicht. Nach dem Tod seines Vaters war er von 1940 bis 1970 Chef des Hauses Hohenlohe-Schillingsfürst und seitdem als Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst bekannt.

Leben

Er war der Sohn des damaligen Prinzen und späteren Fürsten Moritz zu Hohenlohe-Schillingsfürst (1862–1940) und dessen Ehefrau Rosa Prinzessin und Altgräfin zu Salm-Reifferscheidt-Krautheim-Dyck (1868–1942), Tochter der Christine Gräfin Spiegel zum Diesenberg und des Fürsten Leopold zu Salm-Reifferscheidt-Krautheim-Dyck. Die Mutter wuchs in der Nähe vom Bodensee auf, der Vater in Lindau, ihre Hochzeit war auf Schloss Dyck.

Er verlebte seine Jugend in Altaussee im Salzkammergut. Den Militärdienst leistete er beim Kürassier-Regiment „von Driesen“ (Westfälisches) Nr. 4 mit Garnison in Münster ab. Sein letzter bekannter militärischer Dienstgrad war Leutnant a. D.

Am 17. November 1924 heiratete er in Wien Aglae Prinzessin von Schönburg-Hartenstein (1891–1965) und bezog den Stammsitz in Schillingsfürst. 1940 trat er die Nachfolge des verstorbenen Vaters in dessen Besitzverwaltung an, 1960 wurde er zum Senior des gesamten Hauses Hohenlohe gewählt. Franz Josef zu Hohenlohe-Schillingsfürst hat zwei Geschwister.

Anfang der 1940er Jahre war er mit seiner Frau und seinem Vater Mitglied der Landesabteilung Bayern der Deutschen Adelsgenossenschaft (D. A. G.). Später wurde Franz Josef zu Hohenlohe-Schillingsfürst Ehrenritter des Souveränen Malteserordens.

Werk

Er beschäftigte sich bereits früh mit Genealogie. Seine erste umfassende Veröffentlichung war die 1937 erschienene Ahnentafel des Fürsten Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürst, wenig später legte er eine Ahnentafel des Kais. russ. Generalfeldmarschalls Ludwig Adolf Peter Graf zu Sayn-Wittgenstein vor. 1940 folgte Die 1358 Nachfahren des Malers Peter Paul Rubens. Seine letzte größere Schrift war Monarchen – Edelleute – Bürger. Die Nachfahren des Fürsten Karl Ludwig zu Hohenlohe-Langenburg von 1952, die weit über ein rein genealogisches Werk hinausgeht und aufzeigt, wie sich durch Thronverlust und bürgerliche Berufe ein Wandel in der Partnerwahl einstiger Regenten vollzogen hat.

Im Frühjahr 1945 trat er die Nachfolge des verstorbenen Karl von Aretin bei der Fortführung der bayerischen Adelsmatrikel an. Pläne zur Fortführung des seit 1942 unterbrochenen Gothaischen Genealogischen Handbuchs führten zur Gründung des Genealogischen Handbuchs des in Bayern immatrikulierten Adels, das ab 1950 erschien. Neben der Fortführung der Matrikel war auch die Zusammenführung der durch die Kriegswirren weit verstreuten Adelsfamilien ein Ziel der Veröffentlichungen. Ab dem zweiten Band von 1951 wirkte der Genealoge Gerhart Nebinger am Adelshandbuch mit. Hohenlohe-Schillingsfürst gab die ersten fünf Bände noch selbst heraus, bevor mit Band VI die Vereinigung des Adels in Bayern die Herausgabe übernahm.

Kinder

  • Karl Albrecht, 7. Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst (1926–2005)
⚭ Ladislaja, Gräfin von Meran (1926–2024)
  • Johanna, Prinzessin zu Hohenlohe-Schillingsfürst (* 1930)
⚭ Volkart Heim (* 1928)
⚭ Thomas Rehner (1918–2011)

Literatur

  • Adalbert Freiherr von Pechmann: Fürst Franz Josef zu Hohenlohe-Schillingsfürst, dem Begründer des Bayerischen genealogischen Adelshandbuchs zum Gedächtnis, in: Wolfgang Huschke, Heinz F. Friedrichs: Genealogie. Deutsche Zeitschrift für Familienkunde. Organ der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Genealogischer Verbände. Heft 11–12/1994, Jahrgang 43, Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1994, ISSN 0016-6383, S. 344–346.
  • Hans Friedrich von Ehrenkrook, Carola von Ehrenkrook, Franz Josef zu Hohenlohe-Schillingsfürst, Johann Georg von Rappard: Genealogisches Handbuch der Fürstlichen Häuser. 1951. Band I, Band 1 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1951, ISSN 0435-2408, S. 248 f.
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Fürstlichen Häuser. (Hofkalender). 1942. II. Abt., Jahrgang 179, Justus Perthes, Gotha November 1941, S. 222.

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