Friedrich Wilhelm Bauks (* 26. April 1931 in Hilbeck (Westfalen); † 24. Oktober 2003 in Münster) war im Verwaltungsdienst der evangelischen Kirche tätig und veröffentlichte Arbeiten zur westfälischen Kirchengeschichte.
Leben
Nach dem Volksschulabschluss (1945) und Privatunterricht in den Gymnasialfächern durchlief er eine Ausbildung bis zum Diplomverwaltungswirt. Nach kurzen beruflichen Stationen in Hamm, Plettenberg und Elberfeld (1953–1961) schloss er seine Ausbildung 1958 mit einem begleitende Studium an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Wuppertal in den Rechts- und Staatswissenschaften sowie in der Volkswirtschaftslehre ab. Am 1. Januar 1962 kehrte er in seine westfälische Heimat zurück und wirkte zuerst als Gemeindeamtsleiter der Evangelischen Kirchengemeinden in Münster, seit 1974 als Verwaltungsdirektor für den Kirchenkreis und Gemeindeverband bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1996. Regelmäßig lehrte er am Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche von Westfalen in Bielefeld Kirchen- und Verwaltungsrecht und war Mitglied der Prüfungskommission. Als Autodidakt besuchte er seit Beginn seiner Münsteraner Jahr einige Semester lang vor allem kirchengeschichtliche und regionalgeschichtliche Veranstaltungen an der Wilhelms Universität, um seine privaten Studien zur regionalen Kirchengeschichte zu vertiefen. Sein geistliches Zentrum war die Evangelische Michaelsbruderschaft (seit 1953 als Probebruder; seit 1956 als Bruder), der er bis zu seinem Tod verbunden blieb. Zudem war er seit 1967 Mitglied des Vorstands des Vereins für Westfälische Kirchengeschichte und dessen Schatzmeister, dem er seit 1963 bis zu seinem Tod angehörte.
Neben seiner beruflichen Tätigkeit widmete er weite Teile seiner Freizeit der regionalen Kirchengeschichte, was sich in zahlreichen Publikationen niederschlug. Für sein Hauptwerk "Die evangelischen Pfarrer von Westfalen von der Reformationszeit bis 1945 (1980;), das als umfangreiche Datensammlung zu einem Standardwerk für Wissenschaftler und genealogisch oder regionalgeschichtlich Interessierte wurde, verlieh ihm die Evangelisch-theologische Fakultät der Wilhelms Universität Münster 1995 die Ehrendoktorwürde. Das Folgewerk, die Westfälische Gemeindegeschichte, an der er seitdem intensiv gearbeitet hatte, konnte er wegen einer schweren mehrjährigen Erkrankung nicht selbst zu Ende führen. Die Auswertung der umfangreichen Vorarbeiten, die Fertigstellung und Drucklegung erfolgte auf Initiative der Evangelischen Kirche von Westfalen durch den Historiker und Archivar Jens Murken in vier Bänden. Der Nachlass zuzüglich der umfangreichen Sammlung grauen Schrifttums lagert als „Sammlung Bauks“ in der Bibliothek des Landeskirchlichen Archiv in Bielefeld-Bethel. Der Bestand ist neben den Bibliotheksportalen auch über den Onlinekatalog der Bibliothek des Landeskirchenamtes recherchierbar.
Schriften
Monografie
- Die evangelischen Pfarrer in Westfalen von der Reformationszeit bis 1945 (Beiträge zur westfälischen Kirchengeschichte 4), Bielefeld 1980; Rezension: Hans-Joachim Behr: F.W. Bauks: Die evangelischen Pfarrer in Westfalen von der Reformationszeit bis 1945, in: JWKG 75 (1982), 304–305;
Aufsätze
- Der alte Freizapfen am Hause Hilbeck. Zur Geschichte der ländlichen Schankwirtschaften im alten Amt Hamm, in: Heimat am Hellweg. Kalender für Hamm und den Landkreis Unna, Hamm 1958 (5. Jg.), 97–99.
- Die Pastoren Reinbach in Hilbeck. Aus dem Leben einer märkischen Pastorenfamilie im 17. und 18. Jahrhundert, in: Heimat am Hellweg. Kalender für Hamm und den Landkreis Unna, Hamm 1959 (6. Jg.), 60ff.
- Die Friedewalder Pfarrer, in: Presbyterium der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Friedewald (Hg.): Festschrift zur 300-Jahr-Feier der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Friedewald, Friedewald 1967, 38–42.
- Sozial im Biedermeier. Leben und Wirken des Pfarrers Johann Wilhelm Reinhard in Hilbeck in den Jahren 1829 bis 1835 nach Familienbriefen, in: JWKG 70 (1977), 117–132;
- Zur evangelischen Kirchengeschichte Fröndenbergs von der Reformation bis 1850, in: JWKG 74 (1981), 23–41;
- Pfarrerbuch und Kirchengeschichte am Beispiel des Westfälischen Pfarrerbuches, in: Monatshefte für Evangelische Kirchengeschichte des Rheinlandes 30 (1981), 425–437;
- Nachträge zu: Die evangelischen Pfarrer in Westfalen von der Reformationszeit bis 1945, in: JWKG 76 (1983), 231–258;
- Die Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Münster 1802-1962, in: 700 Jahre Apostelkirche Münster, Münster 1984, 133–205;
- Das kirchliche Leben in Schildesche zur Zeit des Rationalismus, in: JWKG 79 (1986), 71–90;
- Kirchlicher Aufbau in der Anfangszeit der evangelischen Kirche im Vest Recklinghausen, in: JWKG 80 (1987), 27–43;
- Der westfälische DC Bischof Bruno Adler, in: JWKG 80 (1987), 153–159;
- Evangelisches Gemeindeleben in Schildesche seit dem 17. Jahrhundert, in: JWKG 82 (1989), 186–202;
- Das kirchliche Leben in Schildesche zur Zeit des Rationalismus, in: Stift und Kirche Schildesche 939–1810, hg. v. Ulrich Andermann in Zusammenarbeit mit Joachim Wibbing, Herford 1989, 171–189;
- Die Anfänge der Reformierten Kirche in der Grafschaft Mark, in: JWKG 84 (1990), 97–158;
- Die Lutherkirche in Hamm und ihre Gemeinde, in: JWKG 86 (1992), 33–46;
- Die evangelische Kirchengemeinde, in: Geschichte der Stadt Münster, unter Mitw. von Thomas Küster hg. von Franz-Josef Jakobi, Bd. 2, Münster 1993, 433–459; (zusammen mit Herbert Sowade)
- Die Kirchengemeindenin der Nachkriegszeit, in: Geschichte der Stadt Münster, Bd. 3, Münster 1993, 83–100;
- Streiflichter aus dem Gemeindeleben der letzten vier Jahrhunderte, in: 450 Jahre Reformation in Wengern, hg. von Dietrich Thier, Wetter 1993 (Kleine Schriften zur Geschichteder Stadt Wetter/Ruhr, 3), 75–102;
- Kirchenkampf in Wengern, in: 450 Jahre Reformation in Wengern, Wetter 1993, 129–140; 800 Jahre Kirche und Christengemeinde in Hilbeck. in:Amalie Rohrer/Hans-Jürgen Zacher (Hg.): Werl. Geschichte einer westfälischen Stadt, Bd. 1, Paderborn 1994 (Studien und Quellen zur westfälischen Geschichte 31), 239–270;
- Kamen und seine ehemalige lutherische Gemeinde. Zur mittelalterlichen Kirchengeschichte Kamens, in: JWKG 89 (1995), 13–26; Die Stadt Hamm als theologischer Studienort, in: Aus dem Lande der Synoden. Festgabe für Wilhelm Heinrich Neuser zum 70. Geburtstag, hg. von Jürgen Kampmann, Lübbecke 1996, 207–216.
posthum:
- Die evangelischen Gemeinden in Westfalen. Ihre Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, 4 Bände, hrsg. von Jens Murken im Auftrag der Evangelischen Kirche von Westfalen, Bielefeld: Verlag für Regionalgeschichte; Bielefeld: Luther-Verlag,
- Bd. 1: Ahaus bis Hüsten (= Schriften des Landeskirchlichen Archivs der Evangelischen Kirche von Westfalen; Bd. 11), 2008, ISBN 978-3-89534-711-5 und ISBN 978-3-7858-0525-1; Inhaltsverzeichnis
- Bd. 2: Ibbenbüren bis Rünthe (= Schriften des Landeskirchlichen Archivs der Evangelischen Kirche von Westfalen, Bd. 12), 2017, ISBN 978-3-7395-1012-5 und ISBN 978-3-89534-772-6 und ISBN 3-7395-1012-9; Inhaltsverzeichnis
- Bd. 3: Salem-Köslin bis Zurstraße (= Schriften des Landeskirchlichen Archivs der Evangelischen Kirche von Westfalen, Bd. 23), 2019, ISBN 978-3-7395-1193-1; Inhaltsverzeichnis
- Bd. 4: Kirchenkreise, Register und Hilfsmittel (= Schriften des Landeskirchlichen Archivs der Evangelischen Kirche von Westfalen, Bd. 24), 2020, ISBN 978-3-7395-1254-9 und ISBN 978-3-7858-0777-4 und ISBN 3-7395-1254-7; Inhaltsverzeichnis
Literatur
- Bibliographie: Jens Murken: D. Friedrich Wilhelm Bauks (1931–2003), in: JWKG 99 (2004), 19–32.
- Jens Murken: Friedrich Wilhelm Bauks. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL) XXV (2005), Sp. 38–42.
- Jens Murken: „Die katholische Kirche ist uns in diesem Punkt ja schon seit langem weit voraus“. Die Entstehungsgeschichte des Pfarrerbuchs, in: Archivmitteilungen der westfälischen Kirche Nr. 12/13 (2002/2003), 44–52.
- Martin Brecht: Laudatio anläßlich der Ehrenpromotion von Friedrich Wilhelm Bauks am 4. Juli 1995, in: Jahrbuch für Westfälische Kirchengeschichte 90 / 1996, 215–217.
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