Furth bei Göttweig

Furth bei Göttweig (bis Ende 1966 nur Furth) ist eine Marktgemeinde mit 3003 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) im Bezirk Krems in Niederösterreich.

Marktgemeinde
Furth bei Göttweig
Wappen Österreichkarte
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Niederösterreich Niederösterreich
Politischer Bezirk: Krems (Land)
Kfz-Kennzeichen: KR
Fläche: 12,42 km²
Koordinaten: 48° 22′ N, 15° 36′ OKoordinaten: 48° 22′ 0″ N, 15° 36′ 0″ O
Höhe: 214 m ü. A.
Einwohner: 3.003 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 242 Einw. pro km²
Postleitzahl: 3511
Vorwahl: 02732
Gemeindekennziffer: 3 13 09
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Obere Landstraße 65
3511 Furth bei Göttweig
Website: furth.at
Politik
Bürgermeister Wolfgang Übl (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(21 Mitglieder)
11
4
4
2
11 
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Furth bei Göttweig im Bezirk Krems (Land)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap

Ortskern von Furth mit der Ortschaft Palt im Hintergrund
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Geografie

Geografische Lage

Furth bei Göttweig liegt im Mostviertel am östlichen Ausgang der Wachau und am Ostrand des Dunkelsteinerwaldes in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 12,42 Quadratkilometer. 24 Prozent der Fläche sind bewaldet, 23,3 Prozent sind Weingärten.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025):

  • Aigen (129)
  • Furth bei Göttweig (1723)
  • Klein-Wien (58)
  • Oberfucha (150)
  • Palt (726)
  • Steinaweg (191)
  • Stift Göttweig (26)

Die Gemeinde besteht aus sechs Katastralgemeinden: Aigen, Furth, Göttweig, Oberfucha, Palt und Steinaweg.

Nachbargemeinden

Geschichte

Der Name „Furth“ kam dadurch zustande, dass die Fladnitz hier leicht passierbar war. Das Wort „Furt“ bedeutet so viel wie Weg oder Fahrweg. Die erste Nennung des Ortes erfolgte um 1138 in der Göttweiger Gründungsurkunde. Bischof Altmann fand den Ort bereits vor. Palt wurde 1309 erstmals erwähnt. Der Name bedeutet so viel wie Feuchtraum (Mündung der Fladnitz in die Donau). Aigen ist nicht als Bauerndorf entstanden, sondern wurde als Siedlung von Handwerkern und Arbeitern etwa um 1300 gegründet. Steinaweg wird in den ältesten Göttweiger Besitzverzeichnissen noch nicht genannt (ca. 1302). Römer dürften diese Wegstrecke als steinreich empfunden haben, daher der Name. Oberfucha wurde 1251 gegründet und befand sich größtenteils im Besitz des bayrischen Stiftes Osterhofen. Später wurde der Ort eingetauscht. Kleinwien ist der älteste Ortsteil. Um 1140 gab es bereits Kirche, Nonnenkloster, Mühle und Wohnstätten. Vermutlich um 1200 wurde das Frauenkloster auf den Göttweiger Berg verlegt.

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Marktgemeinde Furth ein Arzt, drei Bäcker, zwei Binder, ein Fahrradhändler, ein Fellhändler, zwei Fleischer, zwei Friseure, ein Fuhrwerker, ein Gärtner, drei Gastwirte, sechs Gemischtwarenhändler, ein Grabsteinerzeuger, zwei Hebammen, ein Maler, ein Maurermeister, eine Mühle, eine Obst- und Gemüsehändlerin, ein Radiohändler, zwei Sattler, zwei Schlosser, ein Schmied, ein Schneider und zwei Schneiderinnen, vier Schuster, zwei Tischler, ein Uhrmacher, ein Viehhändler, drei Weinhändler, zwei Zuckerwarenhändler und einige Landwirte ansässig. Zudem gab es ein Elektrizitätswerk der Lichtgenossenschaft Furth r. GmbH, ein Kaffeehaus und eine Schamottefabrik.

Mit dem Anschluss Österreichs an Hitler-Deutschland wurden die Gemeinden Furth und Palt in die Gauhauptstadt Krems an der Donau eingegliedert. Am 1. Jänner 1948 wurden Aigen, Furth, Palt und Steinaweg wieder selbstständig, bevor mit 1. Jänner 1967 diese vier Gemeinden zur Großgemeinde Furth bei Göttweig zusammengeschlossen wurden. Am 13. November 1970 erfolgte der Beschluss zur Eingemeindung von Oberfucha, der mit 1. Jänner 1971 vollzogen wurde. Ein Anschluss an die Stadtgemeinde Krems wurde am 14. April 1972 abgelehnt.

Einwohnerentwicklung

Furth bei Göttweig: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
  
1.509
1880
  
1.428
1890
  
1.599
1900
  
1.747
1910
  
1.804
1923
  
1.864
1934
  
1.909
1939
  
1.783
1951
  
2.120
1961
  
2.047
1971
  
2.051
1981
  
2.289
1991
  
2.471
2001
  
2.726
2011
  
2.911
2021
  
2.966
2025
  
3.003
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Das starke Bevölkerungswachstum von 1981 bis 2011 geht auf eine leicht positive Geburtenbilanz und besonders auf eine stark positive Wanderungsbilanz zurück.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Stift Göttweig
  • Katholische Pfarrkirche Furth bei Göttweig hl. Wolfgang
  • Katholische Filialkirche Klein-Wien hl. Blasius
Naturdenkmäler
  • Hohlweg Zellergraben in der KG Furth
  • Mammutbaum in der KG Göttweig

Wirtschaft und Infrastruktur

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 82, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 108. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 1162. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 44,49 Prozent.

Bildungseinrichtungen

In der Gemeinde gibt es einen Kindergarten, eine Volksschule und eine Neue Mittelschule.

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich hatte/hat der Gemeinderat folgende Verteilungen:

  • 1990: 12 ÖVP, 8 SPÖ, und 1 FPÖ.
  • 1995: 11 ÖVP, 8 SPÖ, und 2 FPÖ.
  • 2000: 12 ÖVP, 8 SPÖ, und 1 FPÖ.
  • 2005: 13 ÖVP, und 8 SPÖ.
  • 2010: 11 ÖVP, 9 SPÖ, und 1 FPÖ.
  • 2015: 12 ÖVP, 8 SPÖ, und 1 FPÖ.
  • 2020: 11 ÖVP, 5 SPÖ, 4 Grüne und 1 FPÖ.
  • 2025: 11 ÖVP, 4 SPÖ, 4 Grüne und 2 FPÖ.

Bürgermeister

  • 1970–1981 Josef Schöller (ÖVP)
  • 1981–2003 Josef Ramoser (ÖVP)
  • 2003–2009 Martha Löffler (ÖVP)
  • 2009–2013 Alfred Bruckner (ÖVP)
  • 2013–2025 Gudrun Berger (ÖVP)
  • Seit 2025 Wolfgang Übl (ÖVP)

Wappen

Ein durch einen silbernen Schrägrechts-Wellenbalken geteilter Schild, das obere rote Feld belegt mit einem, über drei aus der Schildesteilung emporragenden grünen Spitzen, schwebenden goldenen Tatzenkreuz, das untere grüne Feld belegt mit einer goldenen Binde, die unterhalb der Schildesteilung hindurchreicht.

Gemeindepartnerschaften

  • Tschechien Domažlice/Taus in Tschechien
  • Deutschland Furth im Wald in Deutschland
  • Frankreich Ludres in Frankreich

Persönlichkeiten

  • Mathias Lager (1705– ?), Großvater mütterlicherseits von Franz Liszt
  • Leopold Hacker (1843–1926), Benediktiner, Mineraloge und Höhlenforscher, geboren in Göttweig
  • Ambros Zündel (1846–1905), Lehrer und Archäologe
  • Anton Wilthum (1888–1946), nationalsozialistischer Kreisleiter im Kreis Krems
  • Hans Sterneder (1889–1981), Schriftsteller
  • Siegfried Stoitzner (1892–1976), Maler
  • Gerhard Herndl (* 1956), Meeresbiologe
  • Florian Freistetter (* 1977), Astronom, Autor und Blogger
  • Michael Roher (* 1980), Kinderbuchautor und Illustrator

Literatur

  • Maria Jaksch (Red.): Heimatbuch der Marktgemeinde Furth bei Göttweig. Marktgemeinde Furth, Furth 1985.

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