Grand Slam of Darts

Grand Slam of Darts
Sportart Darts
Organisator PDC
Turnierart Ranglistenturnier
Austragungsort Aldersley Leisure Village, Vereinigtes Konigreich Wolverhampton
Austragungszeitraum November
Rekordsieger England Phil Taylor (6×)
amtierender Sieger England Luke Littler
Letzte Austragung 2025
Nächste Austragung 2026

Der Grand Slam of Darts ist ein seit 2007 von der Professional Darts Corporation (PDC) veranstaltetes Major-Dartsturnier. Hinsichtlich der Qualifikationsmöglichkeit über die erfolgreiche Teilnahme an anderen Turnieren unterscheidet er sich stark von allen anderen PDC-Wettbewerben. Eine weitere Besonderheit war, dass bis 2020 auch Spieler des konkurrierenden Dartverbandes BDO teilnahmen. Der verliehene Pokal trägt seit 2018 den Namen Eric Bristow Trophy.

Geschichte

Der Grand Slam of Darts wurde 2007 erstmals ausgetragen und war das einzige Major-Turnier, bei dem Spieler der beiden konkurrierenden Dartverbände PDC und BDO gemeinsam an den Start gingen. Nachdem sich Rekordweltmeister Phil Taylor in den ersten drei Jahren hatte durchsetzen können, gelang es 2010 mit Scott Waites einmalig einem BDO-Spieler, den Titel zu gewinnen. Er hatte sich durch seine Finalteilnahme im World Masters 2008 für den Grand Slam 2009 qualifiziert, in dem er das Halbfinale erreichte, weshalb er 2010 erneut antreten durfte und gewann. 2020 beteiligten sich letztmals Spieler der BDO, da sie insolvent ging und liquidiert wurde. Seither nehmen nur noch Spieler der PDC teil.

Der englische Teamcaptain und dreimalige BDO-Weltmeister Martin Adams hatte seine Teilnahme am Grand Slam of Darts stets abgesagt, woraufhin sich die PDC entschied, ihn nicht mehr einzuladen. 2015 wurde er jedoch wieder eingeladen und trat erstmals an. Im Achtelfinale scheiterte er knapp mit 9:10 an Kim Huybrechts.

Im selben Jahr gewann Michael van Gerwen zum ersten Mal und wurde damit der zweite Spieler nach Phil Taylor, der alle Major-Turniere mindestens einmal gewinnen konnte.

Zu Ehren des 2018 verstorbenen Eric Bristow vergibt die PDC seit dem Grand Slam of Darts 2018 die Eric Bristow Trophy an den Sieger. Einen persönlichen Bezug zwischen Bristow und dem Turnier gibt es nicht; er war bei der Erstaustragung bereits nicht mehr als Profi aktiv.

Rekordsieger ist Phil Taylor mit sechs Titeln, ihm folgen Michael van Gerwen und Gerwyn Price mit jeweils drei.

Traditioneller Austragungsort ist Wolverhampton. Zunächst fand das Turnier in der dortigen Civic Hall statt, seit 2018 wird es im Aldersley Leisure Village veranstaltet. Wegen der COVID-19-Pandemie wich man 2020 in die Ricoh Arena in Coventry aus, wo der Grand Slam erstmals ohne Publikum gespielt wurde.

Da der Grand Slam of Darts in der Zeit um dem 11. November stattfindet, der im Vereinigten Königreich als Remembrance Day dem Gedenken Kriegstoter gewidmet ist, tragen viele Spieler, Verantwortliche, Kommentatoren und Zuschauer das Symbol einer roten Mohnblume – ein Remembrance Poppy, etwa als Anstecker am Revers.

Format

Der Grand Slam of Darts findet gegen Ende eines Jahres statt und dauert etwa eine Woche.

Zu Beginn werden die 32 Spieler in acht Vierergruppen eingeteilt, in der jeder einmal gegen jeden spielt. Diese Gruppenphase nimmt bereits mehr als die Hälfte der Turnierzeit in Anspruch. Die jeweiligen Gruppenersten und -zweiten treten dann ab dem Achtelfinale in KO-Spielen an, um den Sieger zu ermitteln.

Die Gruppenspiele werden im Modus Best of 9 Legs ausgespielt, unentschiedene Partien sind daher nicht möglich. Im Achtelfinale müssen 10 Legs gewonnen werden, in den Viertelfinal- bis Finalpartien seit 2009 einheitlich 16.

Qualifikation

Der Qualifikationsmodus änderte sich über die Zeit. Von Anfang an führten unter anderem Siege und manche Finalteilnahmen bei Major-Turnieren zur Teilnahme am Grand Slam. Bis 2014 wurden bei einigen Turnieren auch die beiden vergangenen Saisonen berücksichtigt, bei der Weltmeisterschaft zeitweise sogar die vergangenen fünf. Auch konnten bereits verlorene Halbfinale in Weltmeisterschaft oder Grand Slam zur Qualifikation führen.

Aktuell qualifizieren sich 16 Spieler über Siege oder Finalteilnahmen bei Major-Turnieren. Eventuell rücken auch Spieler über die PDC Pro Tour nach. Weitere acht Spieler qualifizieren sich über andere Wettbewerbe und nochmals acht über ein eigenes Qualifikationsturnier.

Majors und Pro-Tour

Sicher qualifiziert sind:

  • Sieger der PDC World Darts Championship
  • Sieger des Grand Slam of Darts (Titelverteidiger)
  • Sieger der Premier League Darts
  • Sieger des World Matchplay
  • Sieger des World Grand Prix
  • Sieger des World Masters
  • Sieger der UK Open
  • Sieger der European Darts Championship
  • Sieger des Players Championship Finals
  • Sieger des World Series of Darts Finals
  • Beide Sieger des World Cup of Darts
  • Finalist der PDC World Darts Championship
  • Finalist des Grand Slam of Darts
  • Finalist der Premier League Darts
  • Finalist des World Matchplay

Falls hieraus aufgrund mehrfacher Turniergewinne bzw. Finalteilnahmen weniger als 16 Spieler hervorgehen, rücken in dieser Reihenfolge nach:

  • Finalist des World Grand Prix
  • Finalist des World Masters
  • Finalist der UK Open
  • Finalist der European Darts Championship
  • Finalist der Players Championship Finals
  • Finalist der World Series of Darts Finals
  • Beide Finalisten des World Cup of Darts (sortiert nach der Position des PDC World Rankings)

Falls auch dadurch noch keine 16 Spieler zusammenkommen, folgen die noch nicht durch Majors qualifizierten Sieger von Turnieren der European Darts Tour, geordnet nach der Anzahl ihrer Siege und bei gleicher Anzahl nach der Position des PDC World Rankings. Sollten dann immer noch zu wenige Spieler qualifiziert sein, wird im gleichen Modus mit den Siegern der Players Championships verfahren.

Weitere Wettbewerbe Weitere acht Spieler qualifizieren sich über andere Wettbewerbe der PDC. Dies ist in dieser Form erst seit 2021 der Fall, wobei sich die Wettbewerbe seitdem schon wieder verändert haben. 2025 qualifizieren sich:

  • Sieger der PDC World Youth Championship
  • Finalist der PDC World Youth Championship
  • Höchstplatzierter noch nicht Qualifizierter des PDC Challenge Tour Rankings
  • Höchstplatzierter noch nicht Qualifizierter des PDC Development Tour Rankings
  • Siegerin des Women’s World Matchplay
  • Höchstplatzierte noch nicht Qualifizierte des PDC Women’s Series Rankings
  • Sieger der PDC Asian Championship
  • Sieger der PDC North American Championship

Tour-Card-Holder können von diesem Qualifikationsweg ausgeschlossen sein. So führte Jeff Smiths Sieg bei der North American Championship 2023 nicht zur Teilnahme.

Qualifikationsturnier Weitere acht Spieler erringen ihre Teilnahme über ein Qualifikationsturnier.

Preisgeld

Das Gesamtpreisgeld von 650.000 Pfund verteilt sich wie folgt auf die 32 Teilnehmer (Stand 2022):

Position Preisgeld
Gewinner 150.000 £
Finalist 70.000 £
Halbfinalisten 50.000 £
Viertelfinalisten 25.000 £
Achtelfinalisten 12.250 £
3. Platz Gruppenphase 8.000 £
4. Platz Gruppenphase 5.000 £
Bonus Gruppensieg 3.500 £
Gesamt 650.000 £

Finalergebnisse

Jahr Austragungsort Sieger Ergebnis Finalist Sponsor Preisgeld
Gesamt Sieger
2007 Vereinigtes Konigreich Civic Hall, Wolverhampton England Phil Taylor 18 : 11 England Andy Hamilton PartyBets.com 0£300.000 0£80.000
2008 England Phil Taylor 18 : 9 England Terry Jenkins PartyPoker.com 0£356.000 0£100.000
2009 England Phil Taylor 16 : 2 England Scott Waites 0£400.000
2010 England Scott Waites 16 : 12 England James Wade Daily Mirror
2011 England Phil Taylor 16 : 4 Schottland Gary Anderson William Hill
2012 Niederlande Raymond van Barneveld 16 : 14 Niederlande Michael van Gerwen
2013 England Phil Taylor 16 : 6 Schottland Robert Thornton
2014 England Phil Taylor 16 : 13 England Dave Chisnall Singha Beer
2015 Niederlande Michael van Gerwen 16 : 13 England Phil Taylor
2016 Niederlande Michael van Gerwen 16 : 8 England James Wade
2017 Niederlande Michael van Gerwen 16 : 12 Schottland Peter Wright Bwin 0£450.000 0£110.000
2018 Vereinigtes Konigreich Aldersley Leisure Village, Wolverhampton Wales Gerwyn Price 16 : 13 Schottland Gary Anderson
2019 Wales Gerwyn Price 16 : 6 Schottland Peter Wright BoyleSports 0£550.000 0£125.000
2020 Vereinigtes Konigreich Ricoh Arena, Coventry Portugal José de Sousa 16 : 12 England James Wade
2021 Vereinigtes Konigreich Aldersley Leisure Village, Wolverhampton Wales Gerwyn Price 16 : 8 Schottland Peter Wright Cazoo
2022 England Michael Smith 16 : 5 England Nathan Aspinall 0£650.000 0£150.000
2023 England Luke Humphries 16 : 8 England Rob Cross Mr Vegas
2024 England Luke Littler 16 : 3 England Martin Lukeman
2025 England Luke Littler 16 : 11 England Luke Humphries

Deutschsprachige Teilnehmer

  • Deutschland Gabriel Clemens
    • 2019: Achtelfinale (Niederlage gegen England Glen Durrant)
    • 2020: Gruppenphase (3. Platz)
    • 2021: Gruppenphase (3. Platz)
  • Deutschland Max Hopp
    • 2016: Gruppenphase (3. Platz)
    • 2018: Gruppenphase (3. Platz)
  • Deutschland Ricardo Pietreczko
    • 2023: Gruppenphase (4. Platz)
  • Osterreich Rowby-John Rodriguez
    • 2014: Gruppenphase (3. Platz)
    • 2015: Gruppenphase (3. Platz)
    • 2021: Achtelfinale (Niederlage gegen England James Wade)
    • 2024: Gruppenphase (3. Platz)
  • Osterreich Rusty-Jake Rodriguez
    • 2021: Gruppenphase (4. Platz)
  • Deutschland Martin Schindler
    • 2018: Gruppenphase (4. Platz)
    • 2019: Gruppenphase (4. Platz)
    • 2021: Gruppenphase (4. Platz)
    • 2022: Gruppenphase (3. Platz)
    • 2024: Gruppenphase (3. Platz)
    • 2025: Achtelfinale (Niederlage gegen Wales Gerwyn Price)
  • Deutschland Niko Springer
    • 2025: Achtelfinale (Niederlage gegen Deutschland Lukas Wenig)
  • Osterreich Mensur Suljović
    • 2016: Gruppenphase (3. Platz)
    • 2017: Viertelfinale (Niederlage gegen Schottland Gary Anderson)
    • 2018: Halbfinale (Niederlage gegen Wales Gerwyn Price)
    • 2021: Achtelfinale (Niederlage gegen England Fallon Sherrock)
    • 2022: Gruppenphase (3. Platz)
    • 2024: Gruppenphase (4. Platz)
  • Deutschland Michael Unterbuchner
    • 2018: Viertelfinale (Niederlage gegen Schottland Gary Anderson)
  • Deutschland Lukas Wenig
    • 2025: Viertelfinale (Niederlage gegen Niederlande Danny Noppert)

Statistiken

Nine dart finishes

Insgesamt wurde sieben Mal ein Neundarter beim Grand Slam of Darts gespielt. Erstmals gelang dies dem Engländer James Wade.

Spieler Turnier, Runde Weg Gegner Ergebnis
England James Wade 2008, Achtelfinale 3 × T20; 3 × T20; T20, T19, D12 Schottland Gary Anderson Niederlage
Belgien Kim Huybrechts 2014, Viertelfinale 3 × T20; 3 × T20; T20, T19, D12 Niederlande Michael van Gerwen Sieg
England Dave Chisnall 2015, Gruppenphase 3 × T20; 3 × T20; T20, T19, D12 Schottland Peter Wright Sieg
Belgien Dimitri Van den Bergh 2018, Achtelfinale 3 × T20; 3 × T20; T20, T19, D12 England Stephen Bunting Sieg
Nordirland Josh Rock 2022, Achtelfinale 3 × T20; 3 × T20; T20, T19, D12 Niederlande Michael van Gerwen Niederlage
England Ryan Searle 2023, Gruppenphase 3 × T20; 3 × T20; T20, T19, D12 Nordirland Nathan Rafferty Sieg
England Luke Humphries 2025, Gruppenphase 2 × T20, T19; 3 × T20; 2 × T20, D12 England Michael Smith Sieg

Höchste Averages

Gruppenphase

Die Tabelle nennt die zehn höchsten Averages der Gruppenphase in der Turniergeschichte.

# Spieler Jahr Average Gegner Ergebnis
1 Niederlande Michael van Gerwen 2021 115,19 England Joe Cullen 5:2
2 Belgien Dimitri Van den Bergh 2020 114,85 England Ricky Evans 5:1
3 Niederlande Gian van Veen 2024 114,71 England Stephen Bunting 5:1
4 England Phil Taylor 2014 114,65 Niederlande Christian Kist 5:1
5 Belgien Geert De Vos 2015 113,86 Wales Jonny Clayton 5:0
6 England Michael Smith 2019 113,62 England Nathan Aspinall 5:1
7 Schottland Gary Anderson 2024 113,20 England Ryan Joyce 5:1
8 Niederlande Michael van Gerwen 2018 112,66 England Gary Robson 5:1
9 Schottland Gary Anderson 2018 112,54 England Ian White 5:1
10 Wales Gerwyn Price 2023 112,30 Niederlande Gian van Veen 5:1

K.-o.-Phase

Die Tabelle nennt die zehn höchsten Averages der K.-o.-Phase in der Turniergeschichte.

# Spieler Jahr Runde Average Gegner Ergebnis
1 England Phil Taylor 2011 Achtelfinale 112,37 England Wes Newton 10:3
2 Niederlande Michael van Gerwen 2016 Halbfinale 111,17 Schottland Peter Wright 16:10
3 Niederlande Michael van Gerwen 2015 Viertelfinale 111,05 Belgien Kim Huybrechts 16:4
4 England Adrian Lewis 2013 Halbfinale 110,99 England Phil Taylor 9:16
5 England Phil Taylor 2013 Halbfinale 109,76 England Adrian Lewis 16:9
6 Niederlande Michael van Gerwen 2015 Achtelfinale 109,18 England Steve Beaton 10:2
7 England Phil Taylor 2011 Finale 109,04 Schottland Gary Anderson 16:4
8 England Luke Humphries 2025 Achtelfinale 108,55 Niederlande Jurjen van der Velde 10:3
9 Niederlande Michael van Gerwen 2012 Achtelfinale 108,38 England Phil Taylor 10:5
10 Niederlande Michael van Gerwen 2018 Achtelfinale 108,32 England Michael Smith 10:8

Übertragung

Seit 2013 wird das Turnier in Deutschland in Teilen von Sport1 im Free-TV übertragen. Dazu gab es 2014 Übertragungen im Pay-TV bei Sport1+ sowie im Internet per Livestream auf der Homepage Sport1.de. Seit einigen Jahren zeigt der Streamingdienst DAZN den kompletten Grand Slam.

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