Gregor von Burtscheid (* zwischen 930 und 940; † 4. November 999; auch: Gregor von Cerchiara, Gregor von Kalabrien) war der erste Abt der im Auftrag von Kaiser Otto III. gegründeten Reichsabtei Burtscheid.
Leben
Gregor stammte aus einer vornehmen griechischen Familie in Kalabrien. Er wurde zwischen 930 und 940 in Kalabrien geboren, das damals zum byzantinischen Einflussbereich gehörte. Er lebte als Mönch im griechischen Basilianerkloster St. Andreas in Cerchiara di Calabria, zuletzt als Abt. 986/87 musste er von dort fliehen und kam nach Rom, wo er einige Jahre als Mönch im Kloster Santi Bonifacio e Alessio verbrachte.
Kaiser Otto III. gründete im Jahr 997 die Benediktinerabtei Burtscheid bei Aachen und setzte Gregor als ersten Abt dieses Klosters ein. Gregor soll für das Kloster eine Ikone mit der Darstellung des heiligen Nikolaus von Myra, des „Freundes der Kinder“, mitgebracht haben, die in Konstantinopel entstanden war und dann als wundertätig verehrt wurde. Sie wurde Schwangeren bei der Geburt ans Bett gebracht.
Gregor starb am 4. November 999 im Ruf eines heiligen Mannes. Seine Gebeine wurden zunächst in der Nikolaus-Kapelle auf dem Abteigelände beigesetzt. Ende des 12. Jahrhunderts wurden Gregors Gebeine zur Ehre der Altäre erhoben. Sein Todestag wurde in dem Kloster als Festtag begangen, bis 1802 die Reichsabtei Burtscheid im Rahmen der Säkularisation aufgehoben wurde.
Um 1190 ließ Abt Arnold die Gebeine von der Nikolaus-Kapelle neben den Hochaltar in der neuen Abteikirche übertragen. Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurde die Kirche durch einen Bombenangriff in Brand gesetzt und auch Gregors letzte Ruhestätte wurde nicht verschont. Was an seinen Gebeinen und an Asche noch verblieben war, wurde anschließend in einer Urne in dem Sarkophag unter dem Berdolet-Hochaltar eingebaut, der ursprünglich im Jahr 1803 im Aachener Dom von Marc-Antoine Berdolet in Auftrag gegeben worden war und in den Jahren 1976 bis 1979 in Teilen in der Pfarrkirche St. Johann-Baptist in Aachen-Burtscheid neu aufgebaut wurde.
Verehrung und Gedenktag
Seit 2010 ist Gregor Patron der Katholischen Pfarrgemeinde St. Gregor von Burtscheid. Er wird um Hilfe bei Kinderkrankheiten angerufen. In der römisch-katholischen Kirche wird er als Heiliger verehrt. Sein Gedenktag ist der 4. November.
Literatur
- Vera von Falkenhausen: Gregor von Burtscheid und das griechische Mönchtum in Kalabrien. In: Römische Quartalschrift. Band 93, 1998, S. 215–250.
- Paolo Damiano Franzese: San Gregorio da Cerchiara. Vitae con testo latino a fronte, premessa di Filippo Burgarella, ed. Il Coscile, Castrovillari 2010.
- F. Russo: Sulla "Vita Gregorii abbatis" (Postille e deduzioni). Bollettino della Badia Greca di Grottaferrata N.S. 2 (1948), S. 193–205.
- R. Ahlfeld: Gregor von Burtscheid, ein Erzieher Ottos III.?, Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 157 (1955), S. 194–197.
- E. Sauser: Gregor von Burtscheid in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, 16, hrsg. von Fr. W. Bautz, Hamm 1999, S. 612–613.
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