Griechisches Patriarchat von Jerusalem

Das Griechische Patriarchat von Jerusalem (altgriechisch Πατριαρχεῖον Ἱεροσολύμων Patriarcheíon Hierosolýmon; arabisch بطريركية الروم الأورثوذكس الاورشليمية, DMG Baṭriyarkiyyat ar-Rūm al-ʾŪrṯūḏuks al-ʾūršalīmiyya ‚Jerusalemitisches Patriarchat der Rum-Orthodoxen‘; hebräisch פַּטְרִיאָרְכִיַּת יְרוּשָׁלַיִם הַיְְוָונִית-אוֹרְתּוֹדוֹכְּסִית Paṭrīʾarchijjat Jərūschalajim haJəwanīt haʾŌrtōdōksīt, deutsch ‚Griechisch-Orthodoxes Patriarchat Jerusalem‘) ist eine orthodoxe autokephale Kirche mit Sitz in Jerusalem und ungefähr 100.000 Gläubigen (2011) in Jordanien, Israel, den palästinensischen Autonomiegebieten und auf der ägyptischen Halbinsel Sinai.

Strukturen

Da das Patriarchat keine statistisch verlässlichen Zahlen veröffentlicht, kursieren viel miteinander nicht vereinbare Zahlenangaben. Da das Patriarchat keine Beiträge von Kirchenmitgliedern erhebt, gibt es eventuell auch keine geeignete Grundlage zur Datenerhebung. Für Jordanien wird reklamiert, es gebe 120.000 orthodoxe Christen im Königreich in 29 Parochien (2012), wie Kirchgemeinden in griechischstämmiger Begrifflichkeit bezeichnet werden. Die über 30 israelischen Parochien, traditionell arabische Israelis umfassend, zählen um 50.000 Mitglieder (um 2013) dieser israelischen Volksgruppe, während die seit 1990 einwandernden orthodoxen Christen aus der Sowjetunion und deren Nachfolgestaaten nach verschiedenen Quellen zwischen 30.000 (2016), 70.000 (2006) bis 100.000 Getaufte zählen (2025), wie Oleg Ussenkow (אוֹלֶג אוּסֶנְקוֹב ukrainisch Олег Усенков), der Sprecher ihres Verbands, reklamiert.

In den seit 1990 vergangenen Jahrzehnten wuchsen sprachlich hebräisch sozialisierte getaufte Nachfahren der Neuisraelis in die Gemeinden hinein, wie letztere selbst sich zunehmend hebraisierter. Sie haben inzwischen eigene Kirchengebäude (wie die Kirche St. Nikolaus (Migdal haʿEmeq)), nutzen einzelne Kirchen arabisch-israelischer Parochien mit (wie die Kirche Mar Ilyas in Haifa) oder Betstätten, die russisch-orthodoxe Kirchenorganisationen ursprünglich für russische Pilger auf Wallfahrt im Heiligen Land errichteten und weiter unterhalten (wie die Apostel-Petrus-Kirche (Tel Aviv-Jaffa)). Für die Gebiete der Palästinensischen Autonomie werden 25.000 Seelen (1990er Jahren) angegeben, in der Regel Palästinenser. Ferner zählt die autonome Kirche vom Berg Sinai mit dem Katharinenkloster noch dazu.

Oberhaupt ist seit 2005 Patriarch Theophilos III. von Jerusalem. Die Viri-Galilaei-Kirche ist der Sitz des Patriarchen. Der Jerusalemer Heilige Synod wählt bei Sedisvakanz den Patriarchen. Seine Mitglieder ergänzen sich durch Kooptation aus der Bruderschaft vom Heiligen Grabe. Eine Mitwirkung an der Kirchenleitung durch Laien und Mitglieder des niederen, nicht-zölibatär lebenden Klerus, der daher nicht Aufnahme in der Bruderschaft findet, ist ausgeschlossen.

Orthodoxe Laien wählen seit 1909 im Diözesangebiet des Patriarchats ihre Kirchgemeindeparlamente (المَجَالِسُ الْمِلِّيَّةُ, DMG al-Maǧālis al-Milliyya ‚Millet-Räte‘; auch Parochialräte genannt), die wiederum aus ihrer Mitte die Kirchenvorstände bestimmen. Die Kirchgemeindeparlamente in den israelischen Metropolien Akkon, Caesareia (Sitz: Haifa), Jaffa (Sitz: Tel Aviv-Jaffa), Lod, Nazareth und Ramla delegieren aus ihrer Mitte zudem ihre Vertreter in die Orthodoxe Konferenz (المُؤْتَمَرُ الْأُرْثُوذُكْسِيّ, DMG al-Muwutamar al-ʾUrṯūḏuksī), die interparochiale höchste Selbstvertretung der christlich-orthodoxen Laien Israels, die für diese beim orthodoxen Patriarchat Jerusalem spricht.

Zwischen den Tagungen der Orthodoxen Konferenzen verficht deren Beschlüsse das Exekutivkomitee der Konferenz (االلَّجْنَةُ التَّنْفِيذِيَّةُ لِلْمُؤْتَمَرِ), dem je ein Mitglied jedes lokalen Milletrats angehört. Die Vertreter auf der Konferenz wählen den Präsidenten und die Mitglieder des Exekutivkomitees. Am 23. Mai 2015 trafen sich die orthodoxen Laienvertreter in Nazareth zur 8. Orthodoxen Konferenz, der Raiq Dschardschoura (رَائِق جَرْجُورَة, DMG Raiq Ǧarǧūra) seit 2011 vorsaß.

Das Patriarchat verwendet den alten Julianischen Kalender. Es nahm nicht am Panorthodoxen Konzil 2016 teil.

Metropolien und Metropoliten

  • Heilige Metropolie Bostra: Timotheos (Theodoros) Margaritis (1998–)
  • Heilige Metropolie Caesarea und Exarchat Palaestina Prima: Sedisvakanz
  • Heilige Metropolie Capitolias: Isychios (Elias) Condogiannis (1991–)
  • Heilige Metropolie Eleutheropolis: Sedisvakanz
  • Heilige Metropolie Ioppe (Tel Aviv-Jaffa)
  • Heilige Metropolie Nazareth und Exarchat von Ganz Galiläa (St. Georg, Nazareth): Kyriakos (Andreas) Georgopetris (1991–)
  • Heilige Metropolie Neapolis: Sedisvakanz
  • Heilige Metropolie Petra und Exarchat Arabia Petraea: Cornelios (Emmanuel) Rodousakis (2005–)
  • Heilige Metropolie Philadelphia: Benediktos (George) Tsekouras (2001–)
  • Heilige Metropolie Ptolemais in Phoenicia (St. Georg, Akko): Sedisvakanz
  • Heilige Metropolie Scythopolis (Beit Scheʾan): Sedisvakanz

Autonome Kirche

  • Kirche vom Berge Sinai


Grundbesitz

Seit alters mühen sich Religionsgemeinschaften um Aufbau, Pflege, vorteilhafte Verwaltung, Bewahrung und Ausbau eines rentierlichen Vermögens, das vor Entwicklung von Wertpapieren traditionell aus bebauten und unbebauten Grundstücken besteht, um sich durch eigene Nutzung bestimmter Liegenschaften Mietzahlungen an Dritte zu ersparen und durch Vermietung und Verpachtung regelmäßige Einkünfte daraus zu erzielen. Bestandspflege kann auch den Verkauf mancher ungeeigneter Liegenschaften aus dem Bestand umfassen wie auch solche bei akuter Finanznot der Kirche, um durch Erlöse erforderliche Geldsummen zu beschaffen. Unter muslimischer Herrschaft wie ab dem 7. Jahrhundert in der Levante bedienten sich auch die nichtislamischen Religionsgemeinschaften der ausgeprägten Bestimmungen des geltenden islamischen Rechts zum Waqf. Sowohl das Patriarchat wie Klöster und manche religiöse Stiftung sicherten sich kontinuierliche Einnahmen durch lukrative Vermietung und Verpachtung ihrer Immobilien, die sie zudem dem Schutz der Waqfgesetze unterstellten, was obrigkeitlichem Entzug wehren sollte.

Nachdem 1845 der griechische Patriarch nach Jahrhunderten wieder seinen Sitz in Jerusalem nahm, begann er Einnahmen aus Einkünften seit alters her bestehender patriarchaler Liegenschaften im Lande, aus Vermächtnissen und Spenden an das Patriarchat für die systematische Erweiterung des Grundeigentums der Patriarchats zu verwenden. Die Kirche kaufte die Ländereien im 19. Jahrhundert zu landwirtschaftlichen Zwecken. Insbesondere in der Umgebung griechischer kirchlicher Einrichtungen, Kirchen, Klöster, Anbetungs- und Wallfahrtsstätten erwarb und arrondierte das Patriarchat systematisch einen Bestand an Liegenschaften. Wie sich erwies sehr zur rechten Zeit, denn es setzte bald ein Boom religiös, politisch und prestigegetriebener Engagements ein, vor allem im osmanischen Mutesarriflik Jerusalem, wovon das Partiarchat als bereits gesetzter Vermieter und Verpächter begehrter Schlüssellagen profitierte.

Bei der Bewirtschaftung seines Grundeigentums geht es dem Patriarchat vorrangig darum wiederkehrende Einkünfte zu erzielen und den Liegenschaftsbestand als Quell künftiger kontinuierlicher Einkünfte zu bewahren, weshalb es kaum je um Verkäufe geht, sondern allermeistens um Vermietungen, Verpachtungen und bei unbebauten Grundstücken, die künftige Nutzer auf eigene Rechnung erst bebauen wollen, um langfristige Erbpachten, um die Finanziers abzusichern, dass sie ausreichend Zeit haben, ihre aufwändigen Investionen einschließlich Ertrag wieder hereinzubekommen. Die Verträge beinhalten häufig eine Option auf Verlängerung, so dass das Patriarchat eine erneute Zahlung erzielt. Solange es keine Beteiligung der Laien an der Kirchenleitung des Patriarchats gibt, wozu aus den oben beschriebenen Umständen bis 2025 nicht gekommen ist, erledigt das Patriarchat seine Angelegenheiten, auch die Pflege und Bewirtschaftung seiner Liegenschaften in eigener Verantwortung ohne Transparenzpflichten gegenüber Kirchenmitgliedern, wohl aber den Steuerbehörden moderner Staaten.

Das Ringen der Laien um Beteiligung an der Kirchenleitung ist nationalistisch aufgeladen, da seit dem 16. Jahrhundert fast ausschließlich ethnisch griechische Männer den Patriarchen und den höheren, zölibatär lebenden Klerus stellen, während ethnische Araber die Masse der Laien und den niederen Klerus ausmachen. Wie die gläserne Decke erschweren institutionelle Regelungen erheblich den Aufstieg ethnischer Araber in die Führungsriegen des Patriarchat. Im Ringen osmanischer Untertanen arabischer Ethnizität um ein unabhängiges Arabien entstand der arabische Nationalismus. Besonders viele arabische Christen hegten als Unterstützer und Förderer des arabischen Nationalismus seit dem letzten Viertel des 19. Jahrhunderts die Hoffnung, von der Mehrheit arabischer Muslime in der Mitte der arabischen Kulturgemeinschaft angenommen zu werden. Mit der Usurpation des arabischen Nationalismus durch dezidierte Muslime und schließlich dessen Verdrängung durch den Islamismus seit den 1990er Jahren wurden arabische Christen wieder ausgeschlossen. Der 5. Arabisch-Orthodoxe Kongress in Amman beschwor 1992 noch einmal eine nationale Einheit zwischen Christentum und Islam.

Entsprechend beleuchten Laien im Patriarchat dessen Geschäftsgebaren mit zwei wütenden Fokussen, jenem der Ausgeschlossenen ohne Zugang zur Kirchenleitung und jenem Enttäuschter, deren nationalistische Ambition eines 23. arabischen Staats sich einstweilen nicht erfüllte. Arabische Nationalisten verlangen, dass das Patriarchat sich nicht geschäftlich, sondern politisch arabisch nationalistisch geriere und skandalisieren daher Verpachtungen und Vermietungen an jüdische Israelis, die sie ablehnen, wider besseres Wissen fast durchweg als Verkäufe, womit sie das Patriarchat hinstellen, als verschleudere es zum eigenen Schaden und Nachteil der Laien Vermögen der gesamten Kirche in Akten gegen den arabischen Nationalismus. Dabei leben doch der Patriarch und der höhere Klerus von Erträgen der Vermietung und Verpachtung von Immobilien im patriarchalen Liegenschaftsbestand. Warum und wie sollte der Patriarch denn auch anders, existiert doch der Liegenschaftsbestand – wie einst Pfründen – genau dazu, dem Unterhalt des Patriarchats und seiner Amtsträger zu dienen, nicht anders als die Wuquf der Parochien diesen Einnahmen zur Bestreitung ihres Unterhalts und ihrer Aufgaben zu verschaffen.

Dass allein massemäßig die meiste und zahlungskräftigste Nachfrage für Liegenschaftsnutzungen am Patriarchatsbestand vorwiegend von Seiten jüdischer Israelis kommt, wundert nicht, angesichts der dynamisch wachsenden israelischen Wirtschaft mit zunehmendem Baubedarf und steigenden Immobilienpreisen. Zudem verfügt das Patriarchat als größter Einzeleigentümer von Grund und Boden in Israel gerade in den Metropolen Tel Aviv-Jaffa, Haifa und Jerusalem über bebaute und unbebaute Grundstücke, die durch Israels Entwicklung höchst ertragreiche Lagen geworden sind. Nur die Behörde der Immobilien Israels verwaltet größere Landflächen. Das Vermögensportefeuille des Patriarchats wachst, denn es wirft im Umfeld der dynamischen Wirtschaft Israels weit mehr an Pachten und Mieten ab, denn je und mehr als patriarchales Vermögen außerhalb Israels, auch wenn in Quadratmetern der Bestand vor allem in Notzeiten reduziert wurde.

Dem Patriarchat gehörten 2015 allein in Israel Landflächen von etwa 60.000 metrischen Dunam (= 60 Quadratkilometer), die es vermietet und verpachtet, abgesehen von selbstgenutzten Liegenschaften und Ödflächen, für die es keine Nachfrage gibt. Kritiker insinuieren dagegen, das Patriarchat habe einen Großteil des Landbesitzes der Griechisch-Orthodoxen Kirche verkauft, unter anderem an die Investmentfirma Kronti Limited mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln, die später die erworbenen Grundstücke an andere Firmen auf den Cayman-Inseln weiter veräußerte. Tatsächlich hat seit Ende des Osmanischen Reiches, vor allem in der Mandatszeit und den Anfangsjahren Israels, das Patriarchat schätzungsweise Flächen von etwa 4.500 Dunam (= 4,5 Quadratkilometer) verkauft, von denen manche angesichts der dynamischen Wirtschaftsentwicklung Israels zu den wertvollsten Grundstücken des Landes zählen, darunter solche in Jerusalem, Tel Aviv-Jaffa, Tiberias, Caesarea, Ramla, Nazareth und weiteren Orten. Es verbleiben 60.000 Dunam (= 60 Quadratkilometer). Doch auch nach Gründung Israels 1948 vergab das Patriarchat große Flächen häufig in 99-Jahres-Verträgen in Erbpacht. Vermittelt wurden zahlreiche dieser Verträge in den Jahren 1949 und 1950 von dem Rabbiner und Diplomaten Jaʿaqov Herzog, der in jener Zeit im israelischen Ministerium für Religiöse Angelegenheiten tätig war. Schützenswerte Landschaften pachteten z. B. die Behörde der Natur und Gärten Israels sowie der Jüdische Nationalfonds. Schätzungen zufolge addieren sich die Böden im Eigentum der verschiedenen Kirchen und Orden in Israel 2015 auf etwa 100.000 metrische Dunam.

Um die Laienbeteiligung an der Kirchenleitung leichter und weiterhin zurückweisen zu können, vermeiden Patriarch und höherer Klerus jede Abhängigkeit von den Laien, insbesondere auch von deren Mitgliedsbeiträgen. Daher erhebt es von Gläubigen keine Pflichtbeiträge, deren Verweigerung die Laien als Druckmittel gegen Patriarch und höheren Klerus nutzen könnten bzw. über deren Verwendung die Laien als Zahlungspflichtige Rechenschaft verlangen könnten. Laien diffamieren ihre Kirchenleitung daher als Verräter der nationalen Sache, der zu dienen, das Patriarchat als ethnisch undeterminierte Religionsgemeinschaft ablehnt.

Klandestine Landverkäufe

Gleichwohl macht sich das patriarchale Management der Ertragserzielung aus Flächen immer wieder angreifbar, indem es Verträge zwecks Steuerbetrugs immer wieder heimlich über Briefkastenfirmen oder auch mit solchen Israelis schließt, denen es nicht um wirtschaftlich begründete Raumbeschaffung per se geht, sondern politisch um israelische Siedlungstätigkeit zu tun ist.

Schon unter Patriarch Irenaios, hatte es Streit über Landverkäufe gegeben. Der israelische Maʿariv publizierte über patriarchale Immobiliengeschäfte am Jaffator in Jerusalem, bei denen es um 99-jährige Pachtverträge wichtiger Immobilien ging, nämlich das Hotel St. John, das Hotel Imperial und das Hotel Petra. Mit Vollmacht des Patriarchen Irenaios hatte Nikolaos Papademos, verantwortlicher patriarchaler Finanzdirektor, dem arabische Laien vorwarfen mit einer Jüdin verheiratet zu sein, die Verpachtungen vertraglich vereinbart und die Anzahlung einzogen. Die Käufer handelten im Auftrag der jüdisch-israelischen Siedlergruppe Ateret Kohanim. Dass Israel überhaupt existiert und daher jüdische Israelis überhaupt vom Patriarchat Immobilien auch nur auf Zeit mieten oder pachten können, geschweige denn kaufen, lehnen orthodoxe Laienvertreter auf Arabisch-Orthodoxen Kongressen in ihren Resolutionen regelmäßig ab, wo sie Israelis als zionistischen Feind und als im eigenen Lande unberechtigt lebende Besatzer diffamieren, auch die Generation der im Lande Geborenen. Diese Erbpachten führten zur Absetzung von Irenaios.

Theophilos III. betonte gegenüber Laien des Patriarchats, die Veräußerungen an Juden skandalisierten, dass schwerwiegende Unregelmäßigkeiten der Amts- und Buchführung Grund für die Absetzung Irenaios’ seien und nicht die Jüdischkeit von Erwerbern patriarchaler Landnutzungen, denn die Orthodoxie sei Universalkirche und diskriminiere gegen keine Gruppe gleich welcher Ethnizität, Sprache oder Geschlecht, auch nicht bei der Vereinbarung von Land- bzw. Immobiliennutzungen mit Juden, mit 2005 etwa 5,3 Millionen bildeten sie als vorwiegend jüdische Hebräer die größte Volksgruppe im israelischen Diözesangebiet des Patriarchats. Die Verkäufe besagter Häuser am Jaffator wurden nach zwölf Jahren gerichtlich bestätigt.

Patriarch Theophilos III. selbst fiel seit 2011 mit zweifelhaften Verpachtungen umfangreicher Flächen an Firmen in karibischen Steueroasen zu einem Betrag unter dem Marktpreis, ein bei Steuervergehen üblicher Abschlag, um das Risiko der Strafverfolgung und gerichtlichen Vertragsaufhebung abzugelten, der durch hinterzogene, also nicht gezahlte Steuern mindestens wettgemacht wird. Die auf dem verkauften Land gebauten Immobilien verloren nach Bekanntwerdung der Verkäufe massiv an Wert, da unklar war, ob – wie nach geltender israelischer Rechtslage üblich – die Häuser nach Ende der Pachtzeit an den Eigentümer fallen oder die Verträge den einstweiligen Besitzern nach erneuter Zahlung verlängert werden. Einige Verträge laufen in 50 Jahren aus. Orthodoxe Laien sprechen von Diebstahl. Wieder hatte der Maʿariv aufgedeckt, dass Theophilos III. allein etwa 500 metrische Dunam patriarchaler Ländereien in teuren Lagen Jerusalems, Tel Aviv-Jaffas und in Caesareia Maritima verpachtet hatte. Darauf organisierte die mit etwa 7.000 Mitgliedern führende israelische Parochie im Patriarchat, jene der Kirche St. Johannis des Täufers (Haifa) für den 28. Oktober 2017 mit dem Exekutivkomitee der Laienorganisation Orthodoxe Konferenz (المُؤْتَمَرُ الْأُرْثُوذُكْسِيّ, DMG al-Muwutamar al-ʾUrṯūḏuksī) in Haifa die landesweit zentrale Demonstration gegen die Veräußerung kirchlicher Ländereien durch den Patriarchen, an der sich Hunderte aus ganz Israel beteiligten.

Literatur

  • Ruth Kark und Itamar Katz, “The Church and Landed Property: The Greek Orthodox Patriarchate of Jerusalem”, in: Middle Eastern Studies, Jg. 43 (Nr. 3, 2007), S. 383–408.
  • Jean-Pierre Valognes: Vie et mort des Chrétiens d’Orient. Fayard, Paris 1994, ISBN 2-213-03064-2.

Siehe auch

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