Der Große Hurrikan von 1780 (englisch Great Hurricane of 1780 oder auch als Hurricane San Calixto bezeichnet) war ein atlantischer Hurrikan im Jahr 1780. Er wird als bislang tödlichster Hurrikan betrachtet, da rund 22.000 Menschen starben, als der Sturm vom 10. bis zum 16. Oktober 1780 über die östlichen Karibikinseln hinwegfegte. Dazu verloren tausende Seeleute ihr Leben auf See.
| Durch den Hurrikan betroffene Gebiete (ohne Bermuda) | ||
| Entstehung | 9. Oktober, 1780 | |
| Auflösung | 20. Oktober 1780 | |
| Spitzenwindgeschwindigkeit |
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| Niedrigster Luftdruck | Unbekannt | |
| Tote | 20.000+ | |
| Sachschäden | Unbekannt | |
| Betroffene Gebiete | Kleine Antillen, Puerto Rico, Dominikanische Republik, Bermuda | |
| Saisonübersicht: Atlantische Hurrikansaison 1780 | ||
Geschichte
Am 9. Oktober 1780 erreichten die ersten Ausläufer des vom Atlantik kommenden Sturms die Insel Barbados. Aber erst am Folgetag erreichte der Sturm seine volle Stärke. Dabei wurden geschätzte Windgeschwindigkeiten von bis zu 320 km/h festgestellt. Auf Barbados wurden infolgedessen die meisten Häuser zerstört und 4.500 Menschen getötet. Im Anschluss wanderte der Sturm langsam in nordnordwestliche Richtung und zog über die Inseln St. Lucia, Martinique, Dominica und Guadeloupe. Dort kamen etwa 8.500 weitere Menschen ums Leben. Er brachte auch Unwetter über den Rest der Leeward- und Jungferninseln, bevor er am 14. und 15. Oktober die Mona-Passage durchquerte und auf Puerto Rico und Hispaniola für weitere Zerstörungen sorgte. In Puerto Rico war der Sturm als Hurricane San Calixto bekannt.
Da im Rahmen des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges zu dieser Zeit große britische und französische Flottenverbände in der Karibik gegeneinander kämpften, kam es auch bei diesen zu Verlusten. So verlor zum Beispiel die britische Marine am 11. Oktober 1780 sechs Schiffe (Blache, Andromeda, Laurel, Penelope, Convert und Beaver’s Prize) durch den Sturm. Insgesamt ertranken etwa 9.000 Seeleute und Soldaten.
Der Sturm zog dann weiter in den Nordatlantik, verfehlte Bermuda und Kap Race in Neufundland, hatte dort jedoch Auswirkungen. Insgesamt belief sich die Zahl der Opfer des Sturms auf den Inseln und auf See auf etwa 20.000 bis 22.000 Menschen. Es gibt keine verlässlichen Schätzungen über die Höhe des finanziellen Schadens, doch die Wirtschaft der betroffenen Inseln erholte sich erst nach Jahrzehnten davon.
Andere schwere atlantische Stürme waren der Hurrikan von Galveston 1900, der Hurrikan Mitch von 1998 oder der Hurrikan Katrina von 2005, die jedoch allesamt weniger Todesopfer forderten als der Große Hurrikan von 1780.
| Rang | Hurrikan | Jahr | Todesopfer |
|---|---|---|---|
| 1 | Großer Hurrikan von 1780 | 1780 | 22.000+ |
| 2 | Hurrikan Mitch | 1998 | 11.000–18.000 |
| 3 | Galveston-Hurrikan 1900 | 1900 | 6.000–12.000 |
| 4 | Hurrikan Fifi | 1974 | 8.000–10.000 |
| 5 | San-Zenon-Hurrikan | 1930 | 2.000–8.000 |
| 6 | Hurrikan Flora | 1963 | 7.186–8.000 |
| 7 | Pointe-à-Pitre | 1776 | 6.000+ |
| 8 | Neufundland-Hurrikan | 1775 | 4.000–4.163 |
| 9 | Okeechobee-Hurrikan | 1928 | 3.375–4.075 |
| 10 | San-Ciriaco-Hurrikan | 1899 | 3.064–3.433+ |
| Rangordnung nach der höchsten angenommenen Opferzahl. | |||
Literatur
- Wayne Neely: The Great Hurricane of 1780: The Story of the Greatest and Deadliest Hurricane of the Caribbean and the Americas. iUniverse, 2012, ISBN 978-1-4759-4926-1 (englisch).
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