Das Gymnasium Adolfinum ist das örtliche Gymnasium Bückeburgs.
| Gymnasium Adolfinum | |
|---|---|
| Schulform | Gymnasium |
| Schulnummer | 65742 |
| Gründung | 1614 |
| Adresse | Lulu-v.-Strauß-u.-Torney-Straße 30 |
| Ort | Bückeburg |
| Land | Niedersachsen |
| Staat | Deutschland |
| Koordinaten | 52° 15′ 23″ N, 9° 2′ 48″ O |
| Träger | Landkreis Schaumburg |
| Leitung | Cornelia Kastning |
| Website | www.adolfinum-schaumburg.de |
Geschichte
Das Gymnasium wurde 1614 als Lateinschule gegründet. Das erste Gebäude der Lateinschule befand sich in der Schulstraße, das dann nach dem Umzug des Gymnasiums grundlegend renoviert wurde und heute als Stadtbibliothek Bückeburgs dient. Das Gymnasium Adolfinum war zu der Zeit ausschließlich eine Jungenschule.
1874 bis 1876 wurde nach Planung des Architekten Joseph Wilhelm Richard ein neues Schulhaus in der Ulmenallee gebaut. Es erhielt den Namen „Adolfinum“ nach dem damals regierenden Fürsten Adolf I. Georg von Schaumburg-Lippe. Es war ein roter Backsteinbau im Stil der italienischen Renaissance.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude vom britischen Militär genutzt und das Gymnasium musste zwischenzeitlich in andere Einrichtungen verlegt werden. In den 1970er Jahren erfolgte ein Neubau in den Hofwiesen. Der Altbau wird heute als Grundschule (Grundschule am Harrl) genutzt.
Heute
Das heutige Gebäude wurde 2004/2005 im Zuge der Schulreform in Niedersachsen mit einem modernen Anbau erweitert. Ab Juli 2011 wurde ein neuer Anbau errichtet. Aktuell werden am Adolfinum 1244 Schüler von 80 Lehrern (einschließlich 5 Referendaren) unterrichtet.
Besonderheiten
Das Gymnasium Adolfinum verfügt über eine paläontologische Sammlung von außerordentlichem Umfang. Diese große Sammlung ist größtenteils dem Professor Max Ballerstedt (1857–1945) zu verdanken, nach dem sie benannt wurde. Er war überwiegend damit beschäftigt, auf dem Harrl und der Umgebung Bückeburgs nach Fossilien zu suchen. Jedes Fundstück überließ er der Schule. Viele Fundstücke wurden jedoch in das Geologisch-Paläontologische Institut der Universität Göttingen überführt. So unter anderem auch einige kostbare Fundstücke wie die im Harrl gefundenen Rumpfstücke des so genannten „Bückeburger Sauriers“ (damals Pholidosaurus schaumburgensis genannt, was sich aber als Krokodil herausstellte), von dem heute in Bückeburg eine Kopie zu sehen ist, und das nur ein einziges Mal gefundene Skelett des Stenopelix valdensis. Beide sind etwa 150 Millionen Jahre alt. Weitere Fundstücke wie z. B. die Überreste vorzeitlicher Krokodile und Fische, Knochen und Zähne eines Mammuts, des Wollnashorns, des Auerochsen und anderer Fundstücke sind dort auch vorhanden. Der ältere Teil der Schulbibliothek und das Archiv befinden sich im Staatsarchiv Bückeburg.
Personen
Schulleiter
- 1783–1784: Jacob Struve (1755–1841), Rektor, Mathematiker
- 1808–1839: Ernst Karl Habicht (1776–1839), Rektor
- 1840–1875: Friedrich Wilhelm Burchard (1804–1887), Rektor
- aktuell (2026): Cornelia Kastning
Lehrer
- Carl Wilhelm Tischbein (1797–1855), Zeichenlehrer, Maler, Kurdirektor von Bad Eilsen
- Wilhelm Pätz (1800–1856), zweiter Zeichenlehrer ab 1841, erster Zeichenlehrer ab 1856, Landschaftsmaler und Lithograf der Düsseldorfer Schule
- Georg Durand (1811–1873), Zeichenlehrer ab 1858, Genre- und Landschaftsmaler, Zeichner und Fürstlich Schaumburg-Lippescher Hofmaler
- Ludwig Mader (1883–1956), Lehrer 1907–1910, Klassischer Philologe
Schüler
- Friedrich Accum (1769–1838), Chemiker
- Carl Heinrich Edmund Freiherr von Berg (1800–1874), Forstwissenschaftler
- Ludwig von Diepenbroick-Grüter (1804–1870), Reifezeugnis 1822, Landrat des Kreises Tecklenburg
- Heinrich Strack (1805–1880), Architekt
- Heinrich Eugen Marcard (1806–1883), Angehöriger des preußischen Militärjustizdienstes, Politiker, Reichstagsabgeordneter, Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses, Antisemit
- Adolph Windel (1806–1886), Richter und Politiker, Abgeordneter im Spezial-Landtag für das Fürstentum Pyrmont und im Landtag des Fürstentums Waldeck-Pyrmont
- Friedrich Karl Meier (1808–1841), evangelischer Theologe und Hochschullehrer
- Ludwig von Bothmer (1817–1873), preußischer Generalleutnant und Gouverneur von Köln
- Friedrich von Dincklage-Campe (1839–1918), preußischer Berufssoldat und Militärschriftsteller
- Julius von Oheimb (1843–1922), Rittergutsbesitzer, Landrat und Mitglied des Deutschen Reichstags
- Albert Biesantz (1848–1898), Bäcker und Politiker, Mitglied des Deutschen Reichstags
- Karl Fuhr (1853–1917), Reifeprüfung 1872, Klassischer Philologe und Gymnasiallehrer
- Ernst Harmening (1854–1913), Jurist, Schriftsteller und Mitglied des Deutschen Reichstags
- Heinrich Spring (1856–1909), preußischer Verwaltungsjurist und Landrat
- Hans Battermann (1860–1922), Astronom
- Otto Wippermann (1861–1918), Oberbürgermeister der Stadt Oberhausen
- Hermann Gumpel (1862–1935), Bankier, Industrieller im Bergbau, Kommerzienrat, Kunstsammler und Mäzen
- Wilhelm Meyer-Förster (1862–1934), Dichter des romantischen Schauspiels „Alt-Heidelberg“
- August Oetker (1862–1918), Bielefelder Backpulverfabrikant
- Wilhelm Friedrich Wiegmann (1864–1929), Abgeordneter und Landtagspräsident des Schaumburg-Lippischen Landtages, Lehrer, Schulleiter und Heimatforscher
- Heinrich Brunstermann (1866–1933), Jurist und Mitglied des Deutschen Reichstags
- Hermann Heidkämper (1866–1950), Pastor und Politiker (DNVP), Abgeordneter im Landtag des Fürstentums Schaumburg-Lippe
- Hilmar von dem Bussche-Haddenhausen (1867–1939), Diplomat
- Richard Herzog (1867–1950), Bürgermeister und Mitglied des Deutschen Reichstages
- Theodor Meyer-Steineg (1873–1936), Begründer des Instituts für Geschichte der Medizin in Jena
- Hermann Muckermann (1877–1962), Jesuit und Biologe
- Otto Huntemüller (1878–1931), Reifeprüfung 1900, Arzt, Hygieniker, Sportmediziner und Hochschullehrer
- Hermann Müller (1882–1959), Jurist, Kommunalpolitiker und Dezernent für die Verkehrsbetriebe in Hannover
- Friedrich Muckermann (1883–1946), Jesuit und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus
- Heinrich Bövers (1886–1950), Jurist und Politiker (DStP), Schaumburg-Lippischer Ministerpräsident
- Wilhelm Mensching (1887–1964), evangelischer Pastor und Missionar, Gerechter unter den Völkern.
- Adelheid Fuchs-Kamp (1890–1978), Psychoanalytikerin
- Richard Muckermann (1891–1981), Politiker (Zentrum, später CDU), Bundestagsabgeordneter, Landtagsabgeordneter in NRW
- Ludwig Muckermann (1899–1976), Kaufmann und Diplomat
- Eberhard Schade (1902–1971), Ingenieur und Politiker (NSDAP), Abgeordneter und Landtagspräsident Landtages des Freistaates Schaumburg-Lippe
- Adolf Manns (1903–1985), Journalist und Politiker (NSDAP), Abgeordneter im Landtag des Freistaates Schaumburg-Lippe
- Wolrad Schwertfeger (1905–1992), Jurist und Politiker (NSDAP), Abgeordneter im Landtag des Freistaates Schaumburg-Lippe
- Heinrich Abel (1908–1965), Abitur 1928, Berufsschulpädagoge, Erziehungswissenschaftler und Hochschullehrer
- Karl-Ernst Sasse (1923–2006), Komponist und Dirigent
- Friedrich Wilhelm Räuker (1928–2015), Journalist und Rundfunkintendant
- Friedrich Mevert (1936–2025), Sportfunktionär und Sporthistoriker
- Horst Winkelmann (* 1940), Reifeprüfung 1959, deutscher Botschafter
- Heide Pawelzik (1942–2021), Abitur 1961, bildende Künstlerin
- Friedrich Pörtner (* 1942), Politiker (CDU), Mitglied des niedersächsischen Landtags
- Thomas Wessinghage (* 1952), Leichtathlet
- Wolfgang Schulze (1953–2020), Sprachwissenschaftler
- Alexander zu Schaumburg-Lippe (* 1958), Unternehmer, Land- und Forstwirt
- Frank Kirchhoff (* 1961), Virologe und Aidsforscher
- Gernot Döllner (* 1969), Ingenieur und Manager
- İlknur Boyraz (* 1970), Schauspielerin
- Philipp Rösler (* 1973), ein Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des World Economic Forum in Cologny im Kanton Genf
- Jan-Martin Bröer (* 1982), Ruderer und Teilnehmer an den Olympischen Spielen 2004
- Christopher Bolte (* 1992), Musiker und Musikproduzent.
- Merle Homeier (* 1999), Abitur 2017, Leichtathletin
Siehe auch
- Liste der Schulen in Niedersachsen
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