Hermann von Stahleck († 2. Oktober1156) war Pfalzgraf bei Rhein.
Herkunft und Familie
Hermann war der Sohn des Grafen Goswin von Stahleck und der Luitgard von Heimbach, der Witwe Heinrichs I. von Katzenelnbogen. Hermann war der Halbbruder von Heinrich II. von Katzenelnbogen, der 1138 von König Konrad III. zum Grafen erhoben wurde.
Herrmann war mit einer Gertrud verheiratet, die lange als Schwester von König Konrad III. galt. Der Nachweis dieser Abstammung beruht aber auf zwei gefälschten Urkunden. Wahrscheinlich entstammte Gertrud dem Haus Wettin.
Leben
Hermann erbte von seinem Vater Besitz im östlichen Franken mit dem Titel Graf von Bildhausen sowie in Höchstadt. Wahrscheinlich aus dem Erbgut seiner Mutter stammten Besitzungen um die Burg Stahleck oberhalb von Bacharach am Rhein.
Wahrscheinlich im Januar 1143 wurde Hermann von König Konrad III. mit der Pfalzgrafschaft bei Rhein belehnt, nachdem der ein Jahr zuvor eingesetzte Pfalzgraf, des Königs Halbbruder Heinrich II. Jasomirgott aus dem Haus der Babenberger, die Markgrafschaft Österreich übernommen hatte. Das älteste Zeugnis, das Hermann als Pfalzgrafen bezeichnet, stammt vom Juni 1143. Zeitnah erhielt er auch die Vogtei über das Hochstift Trier. Hermann setzte sich anschließend gegen konkurrierende Ansprüche der Verwandten von Heinrichs Vorgängern, insbesondere des Grafen Otto I. von Salm-Rheineck und dessen Sohn, Otto II., durch. Einer Quelle zufolge ließ er Otto II. 1149 auf der Schönburg erdrosseln. Otto I. starb im darauffolgenden Jahr, seine Burg Rheineck wurde auf Anordnung des Königs durch Hermann zerstört.
1147 bis 1148 beteiligte sich Hermann am Wendenkreuzzug.
Auseinandersetzungen mit dem Erzbischof von Mainz soll ihm zwei Mal den Kirchenbann eingebracht haben, das erste Mal 1144/45. Die Sachlage ist aber unklar, da Hermann zwischen 1143 und 1152 oft Urkunden des Mainzer Erzbischofs Heinrich I. bezeugte.
Die Reichsversammlung zu Weihnachten 1155 in Worms verurteilte ihn und Erzbischof Arnold von Mainz wegen Landfriedensbruchs zu der entehrenden Strafe des Hundetragens, was aber die Beziehung zwischen Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) und Pfalzgraf Hermann I. nicht dauerhaft belastet zu haben scheint, da Hermann bis zu seinem Tod weiterhin in der Umgebung Friedrichs auftrat.
Tod
Kurz vor seinem Tod 1156 stiftete er auf seinem Erbgut das Kloster Bildhausen, das jedoch erst zwei Jahre später von Zisterziensern aus dem Kloster Ebrach besiedelt wurde. Hermann wurde zunächst im Kloster Ebrach begraben und nach Fertigstellung der Klosterkirche der Abtei Bildhausen dorthin umgebettet. Sein Grabma befand sich im Chor der Klosterkirche. Ein sehr viel später gefertigten Renaissance-Grabstein sollte 1825, als die Klosterkirche für den vollständigen Abriss vorbereitet wurde, in die nahe gelegene Burg Salzburg transloziert werden, wobei er zerbrach.
Kaiser Friedrich I. gab die Pfalzgrafschaft nach Hermanns Tod an seinen Halbbruder Konrad den Staufer weiter.
Literatur
- Peter Fuchs: Hermann (III.), Graf von Stahleck. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 8. Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 640 (deutsche-biographie.de).
- Stefan Huppertz-Wild: Hermann von Stahleck-Höchstadt – Schwager König Konrads III. und Stütze der Staufer in Franken und am Mittelrhein. In: Jahrbuch für fränkische Landesforschung 79/80 (2020), S. 1–20.
- Wolfram Ziegler: König Konrad III. (1138–1152). Hof, Urkunden und Politik. Böhlau, Wien u. a. 2008, S. 460–466.
Anmerkungen
- Heute: Maria Bildhausen, ein Ortsteil von Münnerstadt am unterfränkischen Ostrand der Rhön.
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