Johann David Beil (* 11. Mai 1754 in Chemnitz; † 12. August 1794 in Mannheim) war ein deutscher Schauspieler und Bühnendichter.
Leben
Beil war der Sohn eines Tuchmachers. Er war das einzige Kind seiner Eltern, die ihn, trotz ihrer geringen Mittel ein Studium ermöglichen wollten. Er besuchte das Lyceum (Gymnasium) in Chemnitz, das von Johann Georg Hager geleitet wurde. Durch den guten Ruf der Schule, den diese durch die Rektoren Gottfried Schulz und Daniel Müller erworben hatte, war es den Schülern möglich, direkt nach dem Abschluss zur Universität zu gehen, ohne noch eine andere Schule besuchen zu müssen. Bereits auf dem Gymnasium zeigte er ein satirisch-poetisches Talent. Am 7. September 1774 beendete Beil seine Schulausbildung und begab sich an die Universität Leipzig, um sich dem Studium der Rechtswissenschaft zu widmen. Doch er entwickelte eine Vorliebe für die Vorträge Ernst Platners und widmete sich in den freien Stunden der Dichtkunst oder dem Studium von Platners Philosophischen Aphorismen. Dieses Werk führte er stets mit sich, er las es auf seinen Spaziergängen. Doch er geriet in die Gesellschaft einiger junger Leute, die sich den Vergnügungen und dem Glücksspiel hingaben, und verlor sein mühsam erwirtschaftetes Geld und das Interesse an seinen Studien und Platners Werken.
Er gab das Jurastudium 1775 nach dem Besuch einer Vorstellung der Seylerschen Schauspiel-Gesellschaft am Leipziger Theater schließlich auf, um sich dem Schauspiel zuzuwenden. Beil ging im Sommer 1776 nach Dresden, wo Abel Seyler mit seinem Ensemble gastierte. Dieser wies ihn jedoch ab. Er kehrte nach Leipzig zurück schloss sich kurz darauf in Naumburg einer Gruppe von Wanderschauspielern um den Direktor Speich († 1789) aus Riga an. Seine erste Rolle war der „Schmetterling“ in Die Jagt. 1777 spielte sie in Erfurt, wo er die Aufmerksamkeit des Freiherrn Karl Theodor von Dalberg erregte, der ihn dem Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg anempfahl. Durch diese Vermittlung erhielt er eine Anstellung am Hoftheater in Gotha, das dort von Conrad_Ekhof geleitet wurde. Sein Debüt am Hoftheater gab er am 2. oder 3. Februar 1777 als Küster in dem Lustspiel Der dankbare Sohn. Dort freundete er sich mit Heinrich Beck und August Wilhelm Iffland an. Nach Eckhofs Tod nahmen sie 1779 eine Anstellung am kurfürstlichen Theater Hoftheater in Mannheim an. An diesem Theater war er bis zu seinem Tode tätig.
Beil galt unter den drei Freunden als der talentierteste und vielseitigste Schauspieler. Er verkörperte zunächst humoristische Charakterrollen. Friedrich Ludwig Schröder bevorzugte ihn ab 1780, so dass er zunehmend auch tragische Rollen verkörperte.
Im Jahre 1787 heiratete Beil Luise Ziegler (* um 1735), eine Tochter des Hofgerichtsregistrators Ziegler aus Mannheim. Ihre ältere Schwester Karoline († 1784) war zum Theater gegangen und mit Heinrich Beck vermählt. Sie war zu diesem Zeitpunkt jedoch nach einer kurzen Künstlerlaufbahn verstorben.
Beil eigender Tod riss eine empfindliche Lücke in das Ensemble, die nicht leicht zu ersetzen war. Zudem hinterließ er seine Witwe und seinen minderjährigen Sohn Karl Beil (* nach 1787) in bitterer Armut, da er sein Geld als leidenschaftlicher Glücksspieler verloren hatte. Sein Freund Iffland schrieb anlässlich dieses Verlustes das Stück Die Geflüchteten. Ein Gesuch auf ein Gnadengehalt, das die Witwe beim Kurfürsten Karl Theodor stellte, wurde abgelehnt und ihr wurde lediglich eine minimale Unterstützung für die Ausbildung des Sohnes gewährt. Sie wurde von den von Dahlbergs sowie einigen Mannheimer Bürgern unterstützt. Zuletzt hatte sich Iffland selbst ihrer angenommen und sie in der Schauspielkunst unterwiesen. Für sie hatte er das Stück geschrieben und sie trat am 5. März 1795 erstmals selbst als „Witwe Wallmohr“ auf der Bühne auf. Louise blieb nicht lang beim Theater und auch ihr Sohn Karl, der als Sechsjähriger in dem Schauspiel Dienstpflicht von Iffland sein Debüt gegeben hatte, wurde kein Schauspieler, sondern wandte sich gelehrten Studien zu. Er wurde Lehrer für Geschichte in Mannheim.
Werke / Rollen (Auswahl)
Unter seinen Bühnenstücken (in Zürich in zwei Bänden 1794 gesammelt)
- Die Spieler Stuttgart 1785 (Schauspiel, gdz.sub.uni-goettingen.de)
- Die Schauspielerschule Mannheim 1786 (Lustspiel, viewer.onb.ac.at)
- Armut und Hoffart Rottmann, Berlin 1789 (Lustspiel, vd18.gbv.de)
- Die Familie Spaden
- Curt von Spartau (kulturpool.at).
Rollen
- Thoringer in Agnes Bernauerin
- Mohr in Friesco
- Kanzler Flessel in Die Mündel
- Lieutenant Wallen in Stille Wasser sind betrüglich
- Consulent Wachtel in Die Hagestolzen
- Schweizer in Die Räuber
Literatur
- Beil, Johann David. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 2, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 625.
- August Förster: Beil, Johann David. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 2, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 292.
- Achmed Scholtze: Johann David Beil. Ein Beitrag zur Geschichte des deutschen Theaters. In: Mitteilungen des Vereins für Chemnitzer Geschichte. 1. Jahrbuch für 1873–1875. Chemnitz 1876, S. 173–235 (Volltext [Wikisource]).
- Karl Goedeke, Edmund Goetze: Grundriss zur Geschichte der deutschen Dichtung aus den Quellen. 2. Auflage. Ehlermann, Leipzig 1893, Bd. 5. S. 289 f.
- Erich Witzig, Hans August Heinrich Knudsen: Johann David Beil: der Mannheimer Schauspieler. E. Ebering, 1927.
- Hans Knudsen: Beil, Johann David. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 2. Duncker & Humblot, Berlin 1955, ISBN 3-428-00183-4, S. 19–20 (deutsche-biographie.de).
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