KK Roter Stern Belgrad

Der KK Crvena zvezda (offiziell auf Serbisch: Кошаркашки клуб Црвена звезда – KK Црвена звезда, Košarkaški klub Crvena zvezda – KK Crvena zvezda; deutsch Basketballklub Roter Stern), gewöhnlich als Crvena zvezda, ausgesprochen [tsřʋena zʋěːzda] („Roter Stern“), in seiner Kurzform Zvezda („Stern“) oder im deutschsprachigen Raum auch als Roter Stern bzw. Roter Stern Belgrad bekannt, ist die Basketballabteilung von Roter Stern Belgrad, einem 1945 gegründeten serbischen Sportverein aus dem Belgrader Stadtbezirk Stari Grad.

Crvena zvezda
Spitzname Zvezda („Stern“ bzw. „Der Stern“),
Crveno-Beli („Rot-Weißen“ bzw.
„Die Rot-Weißen“)
Gegründet 4. März 1945
Halle Belgrad-Arena (18.386 Plätze)
Aleksandar-Nikolić-Halle (5.878 Plätze)
Website kkcrvenazvezda.rs
Präsident Nebojša Čović
Trainer Saša Obradović
Liga Adriatische Basketballliga (ABA-Liga)
2018/19: Meister; 1. Platz
  Basketballliga Serbiens (KLS)
2018/19: Meister; 1. Platz
  EuroLeague
2024/25: 10. Platz
Farben Rot & Weiß
Heim
Auswärts
Erfolge
Europapokal der Pokalsieger (1)
Finalist des Europapokal der Pokalsieger (2)
Meister ABA-Liga (4)
Halbfinalist des ULEB Eurocup (1)
Finalist des Korać-Cup (1)
Halbfinalist des Korać-Cup (4)
Jugoslawischer bzw. Serbischer Meister (20)
Finalist der ABA-Liga (1)
Final Four bzw. Halbfinale der ABA-Liga (5)
Jugoslawischer bzw. Serbischer Pokalsieger (9)

Der Hauptstadtklub spielt in der Adriatischen Basketballliga (ABA-Liga) sowie der Basketballliga Serbiens (KLS) und hat seine ganze Geschichte in der Spitzengruppe des jugoslawischen und serbischen Basketballs verbracht. Er ist der einzige serbische Basketballverein, der noch nie abgestiegen ist. Insgesamt gewann der Verein 28 Trophäen, davon 18 nationale Meisterschaften und neun nationale Pokale. In der Ewigen Tabelle der 1. Liga des sozialistischen Jugoslawien belegt er den 1. Platz. Auf Vereinsebene verzeichnete Roter Stern Belgrad 1974 mit dem Gewinn des Europapokal der Pokalsieger, dem ehemals zweitbedeutendsten Europapokal, seinen größten Erfolg. Zuvor war bereits 1972 der Finaleinzug in diesem Wettbewerb gelungen sowie ein weiteres Mal 1975. In das Finale des Korać-Cups, dem ehemals drittbedeutendsten Europapokal, konnte der Klub 1984 und 1998 einziehen; bereits 1981 sowie 1985 und 1988 war das Halbfinale erreicht worden.

Der letzte große europäische Erfolg gelang 2014, als der Klub ins Halbfinale des ULEB Eurocups einzog sowie in die Top 16 der Saison 2014/15 der EuroLeague. Daneben wurde Roter Stern 2013 Vizemeister der ABA-Liga. Bereits alle Spielzeiten zwischen 2003 und 2006 wie auch 2009 konnte der Klub dort das Final Four bzw. Halbfinale erreichen. 2015 gelang schließlich der Gewinn der ABA-Liga. Damit ist Roter Stern hinter dem Stadtrivalen Partizan Belgrad der zweiterfolgreichste Basketballverein Serbiens und einer der erfolgreichsten des ehemaligen Jugoslawien und in Europa.

Mit dem Stadtrivalen Partizan verbindet Roter Stern eine der bekanntesten Rivalitäten im Sport überhaupt sowie eines der bekanntesten Basketballderbys weltweit. Dieses Aufeinandertreffen ist als Ewiges Derby bekannt. Seine Heimspiele bestreitet der Verein seit 2013 in der Belgrad-Arena, davor seit 1973 in der Pionir-Halle. Mit einem Fassungsvermögen von bis zu 21.000 Zuschauern gehört die Belgrad-Arena zu den fünf größten Mehrzweckhallen Europas.

Geschichte

1945–1955: Die goldene Epoche

Der Basketballverein Roter Stern Belgrad wurde am 4. März 1945 gegründet, am selben Tag wie der Sportverein Roter Stern Belgrad. Erste Führungskraft der Basketballabteilung war Mira Petrović, doch schon bald übernahm Mirko Aksentijević-Bata das Ruder. Aufgrund der Wunden, die sich Aksentijević-Bata während des Zweiten Weltkriegs zugezogen hatte, konnte er selbst am Spiel nicht teilnehmen, weshalb sich Aksentijević-Bata den Großteil seiner Zeit Organisations- und Arbeitsaufgaben widmete. Schon bald schloss sich Nebojša Popović ihm an. Gemeinsam intensivierten sie das Voranbringen von Roter Stern. In den ersten Monaten seines Bestehens wurde hauptsächlich in die Infrastruktur investiert; so wurde unter anderem das Spielfeld rekonstruiert, neue Körbe wurden installiert, aber auch Trikots angeschafft. Schon bald fand sich eine Auswahl an Spielern zusammen, die zahlreiche Titel gewinnen sollten.

Zwischen 1946 und 1955 gewann der Club zehn jugoslawische Meisterschaften in Serie. Es war die wohl erfolgreichsten Epoche von Roter Stern, als der Verein und dessen damaliges Spielfeld Mali Kalemegdan in Jugoslawien als Synonym für absoluten Basketball stand. Einer der treuesten Zuschauer jener Periode war der Nobelpreisträger Ivo Andrić, dem später sogar die Vereinspräsidentschaft angeboten wurde. Die prägendsten Spieler jener Zeit waren Nebojša Popović, Tulio Roklicer und Aleksander Gec sowie Ladislav Demšar und Srđan Kalember. Letzterer errang zusammen mit seinem Teamkollegen Milan Bjegojević insgesamt neun Meisterschaften, bis heute ein ungebrochener Rekord. Dazu beigetragen hat wohl auch ein Dekret der damaligen Regierung, wonach alle Spieler, die Militärangehörige waren, in den Reihen des Stadtrivalen Partizan auflaufen mussten, der damals als Verein der Jugoslawischen Volksarmee galt. Zu den bekanntesten Spielern, die einen solchen Vereinswechsel vollzogen, gehören die Brüder Šaper und Ratko Vlahović sowie Braco Alagić und Aleksandar Nikolić.

1955–1974: Eine Ära geht zu Ende

Die Siegesserie von zehn Ligatiteln in Folge wurde 1956 von Proleter Zrenjanin gebrochen. Es war der Beginn einer Krise von 13 Spielzeiten ohne Meisterschaft. Zwischen 1956 und 1968 gelang Roter Stern nur eine Vizemeisterschaft 1959, während meist OKK Belgrad, Olimpija Ljubljana und der KK Zadar die Meisterschaft unter sich ausmachten. In dieser Zeit veränderten sich der Kader des Vereins völlig. Unter anderem sortierte Trainer Nebojša Popović die damaligen Vereinsikonen Aleksander Gec und Milan Bjegojević aus. Die Ergebnisse variierten von einem 3. Platz 1957 und 1958 bis zu einem 8. Platz 1962 und 1963, schließlich 1964 erneut einem 3. Platz. 1962 und 1963 kämpfte der ehemalige „unantastbare Champion“ sogar gegen den Abstieg. Ein Grund dafür war auch, dass sich die jugoslawische Liga in den 1960er Jahren zu einer der stärksten Basketballligen der Welt entwickelte, die insgesamt bis zu ihrem Auseinanderbrechen Anfang der 1990er 15 Europapokalsieger und 11 Europapokalfinalisten hervorbrachte.

Doch schon bald folgte eine neue Generation, die wieder um den Titel spielen sollte, angeführt von Spielern wie Vladimir Cvetković und Zoran Slavnić sowie Ljubodrag Simonović und Dragan Kapičić. Schließlich gewann Roter Stern 1969 mit Milan Bjegojević als Trainer seine elfte Meisterschaft. Am ersten Titel nach 14 Jahren hatten besonders die Spieler Dragiša Vučinić und Jovan Sarjanović Anteil. Nach der anschließenden Vizemeisterschaft 1970 folgte die 12. Meisterschaft 1972 und ein erneuter 2. Platz 1973. Der Titel von 1972 sollte dann die letzte Meisterschaft bis zum Zerfall des sozialistischen Jugoslawien bleiben. Die Meisterschaft ging für die nächsten 19 Jahre an Vereine wie KK Zadar, Bosna Sarajevo, Cibona Zagreb und besonders an Jugoplastika Split und Partizan Belgrad. Trotzdem blieb Roter Stern weiterhin ein bedeutender Faktor in der Liga, insbesondere in den 1980ern, als die Meisterschaft mehrmals nur knapp verpasst wurde.

Erfolge

  • Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien
    • Jugoslawischer Meister (12×): 1946, 1947, 1948, 1949, 1950, 1951, 1952, 1953, 1954, 1955, 1968/69, 1971/72
    • Jugoslawischer Pokalsieger (3×): 1970/71, 1972/73, 1974/75
    • Jugoslawischer Supercup (1×): 1993
  • Serbien und Montenegro Serbien und Montenegro
    • Serbisch-montenegrischer Meister (3×): 1992/93, 1993/94, 1997/98
  • Serbien Serbien
    • Serbischer Meister (9×): 2014/15, 2015/16, 2016/17, 2017/18, 2018/19, 2020/21, 2021/22, 2022/23, 2023/24
    • Serbischer Pokalsieger (11×): 2003/04, 2005/06, 2012/13, 2013/14, 2014/15, 2016/17, 2020/21, 2021/22, 2022/23, 2023/24, 2024/25
  • Weitere Titel:
    • Europapokal der Pokalsieger (1×): 1973/74
    • Adriatische Basketballliga (7×): 2014/15, 2015/16, 2016/17, 2018/19, 2020/21, 2021/22, 2023/24
    • Adriatischer Supercup (1×): 2018

Aktueller Kader

Kader von Crvena Zvezda Meridianbet Belgrad (Stand: 18. Januar 2026)
Spieler Coaches
Nr. Nat. Name Position Geburt Größe Info
0 Vereinigte Staaten/Bulgarien Codi Miller-McIntyre Guard 01.06.1994 191 cm
1 Serbien Uroš Plavšić Center 22.12.1998 210 cm
2 Serbien Stefan Miljenović Guard 21.08.2001 193 cm
3 Vereinigte Staaten Isaiah Canaan Guard 21.05.1991 183 cm
4 Vereinigte Staaten Devonte' Graham Guard 22.02.1995 185 cm
5 Serbien Aleksej Nedeljković Forward 05.05.2008 200 cm
6 Vereinigte Staaten Jared Butler Guard 25.08.2000 191 cm
7 Serbien Dejan Davidovac Forward 17.01.1995 202 cm
11 Vereinigte Staaten Tyson Carter Guard 14.01.1998 193 cm
12 Serbien Nikola Kalinić Forward 08.11.1991 202 cm
13 Serbien Ognjen Dobrić Forward 27.10.1994 200 cm C
14 Kuba Jasiel Rivero Center 31.10.1993 206 cm
15 Nigeria Ebuka Izundu Center 28.06.1996 208 cm
16 Serbien Sava Đurić Center 07.04.2007 213 cm
17 Serbien Lazar Stojković Center 22.10.2007 211 cm
18 Serbien Novak Pavlović Guard 05.12.2008 195 cm
19 Serbien Ognjen Simjanovski Guard 28.09.2009 194 cm
20 Litauen Donatas Motiejūnas Center 20.09.1990 213 cm
21 Vereinigte Staaten/Russland Joel Bolomboy Center 28.01.1994 204 cm
33 Vereinigte Staaten Jordan Nwora Forward 09.09.1998 203 cm
37 Nigeria/Vereinigte Staaten Semi Ojeleye Forward 05.12.1994 201 cm
44 Serbien Ognjen Radošić Guard 26.05.2006 196 cm
95 Nigeria Chima Moneke Forward 24.12.1995 201 cm
99 Brasilien Yago dos Santos Guard 09.03.1999 175 cm
Nat. Name Position
Serbien Saša Obradović Head Coach
Serbien Milan Minić Assistenzcoach
Serbien Boris Pete Assistenzcoach
Serbien Đorđe Lazarević Assistenzcoach
Serbien Mladen Manojlović Assistenzcoach
Serbien Nebojša Ilić Team Manager
Legende
Abk. Bedeutung
Nr. Trikotnummer
Nat. Nationalität
C Mannschaftskapitän
S Suspension
Verletzungsbedingte Inaktivität

Bekannte Trainer und Spieler

Stern des Sterns

Jedes Jahr wählen die Fangemeinschaften in Zusammenarbeit mit dem Verein den Star der Mannschaft. Bisher trugen acht Spieler den Titel Zvezdine zvezde (Sterne des Sterns):

  • Aleksandar Gec
  • Nebojša Popović
  • Aleksandar Nikolić
  • Borislav Stanković
  • Vladimir Cvetković
  • Zoran Slavnić
  • Zoran Radović
  • Saša Obradović

Ehemalige bekannte Spieler

  • Ratomir Vićentić
  • Ljubodrag Simonović
  • Dragan Kapičić
  • Goran Rakočević
  • Ivan Sarjanović
  • Zoran Lazarević
  • Ljupče Žugić
  • Zoran Latifić
  • Dragiša Vučinić
  • Božidar Pešić
  • Srđan Škulić
  • Dragoje Jovašević
  • Risto Kubura
  • Žarko Koprivica
  • Rade Vukosavljević
  • Slobodan Janković
  • Peja Stojaković
  • Milenko Topić
  • Igor Rakočević
  • Vladimir Radmanović
  • Vlade Divac
  • Rastko Cvetković
  • Dragan Tarlać
  • Milan Gurović
  • Tadija Dragićević
  • Nemanja Bjelica
  • Marko Kešelj
  • Sasa Obradovic

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