Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

Die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e. V. ist ein 1958 gegründeter Verein mit Sitz in Köln. Er widmet sich der politischen Bildung und gibt Publikationen heraus, die sich mit der jüdischen Geschichte Kölns, der NS-Geschichte Kölns und Antisemitismus auseinandersetzen.

Geschichte

Die Gesellschaft wurde 1958 gegründet; zu den Gründungsmitgliedern zählten Ernst Simons, Hermann Pünder, Heinrich Böll, Paul Schallück, Wilhelm Unger, Kurt Hackenberg und Willehad Paul Eckert. Sie gehört dem Dachverband Deutscher Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit an.

Tätigkeit

Die Kölnische Gesellschaft führt eigene Veranstaltungen zur Woche der Brüderlichkeit durch. In Veranstaltungsreihen werden die jüdische Kultur und jüdische Persönlichkeiten vorgestellt. Ein Schwerpunkt ist die politische Bildungsarbeit gegen Rassismus und Antisemitismus, die seit einigen Jahren vor allem mit Jugendlichen durchgeführt wird. Dazu gehören die Organisation von Seminaren, Workshops für Jugendliche sowie Tagungen und Fortbildungen für Multiplikatoren. Der Verein wird von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.

Die Gesellschaft trug laut der Historikerin Christine Gundermann „maßgeblich“ zur Erinnerung an die deportierten und ermordeten Juden Kölns während der Zeit des Nationalsozialismus bei, dies auch öffentlichkeitswirksam in den Niederlanden. 2020 erstellte der Verein gemeinsam mit anderen Organisationen eine erste Studie zum Antisemitismus in NRW. Diese wurde von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger als Antisemitismusbeauftragte des Landes in Auftrag gegeben. Erarbeitet wurde sie durch die Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit, Beratung bei Rassismus und Antisemitismus der Gesellschaft. Vorsitzender der Kölnischen Gesellschaft ist Jürgen Wilhelm.

Die Gesellschaft wandte sich 2025 gegen die Vergabe des Bert-Donnepp-Preises für Medienpublizistik an die Schülerin Judith Scheytt im Januar des Jahres durch den Verein der Freunde des Adolf-Grimme-Preises. Die Schülerin war für ihre Medienkritik zur Berichterstattung zum Gazakonflikt ausgezeichnet worden. Der Vorstand des Vereins der Freunde des Adolf-Grimme-Preises zog die Preisverleihung daraufhin gegen den Willen einzelner Jurymitglieder zurück. Dies führte zu einer öffentlichen Kontroverse.

Giesberts-Lewin-Preis

Die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit stiftet jährlich einen Ehrenpreis für herausragendes ehrenamtliches Engagement zur Förderung des christlich-jüdischen Dialogs, des Jugendaustausches zwischen Israel und der Bundesrepublik Deutschland sowie für ein entschiedenes Eintreten gegen rassistische und antisemitische Tendenzen und für Toleranz und Völkerverständigung in Politik, Gesellschaft und Kultur. Dabei sollen bisherige Leistungen gewürdigt und zukünftiges Handeln ermutigt werden. Der Preis erinnert an Johannes Giesberts (1909–1981) und Shaul Lewin (1905–1986). Die Skulptur wurde von Ansgar Nierhoff entworfen.

Bisherige Preisträger

(Quelle: )

  • 2025: Herbert Rubinstein
  • 2024: Eva Weissweiler
  • 2023: Bürgerverein Köln-Müngersdorf e. V.
  • 2022: Verein EL-DE-Haus
  • 2019: Begegnungszentren Porz und Chorweiler der Synagogen-Gemeinde Köln
  • 2018: Erich Bethe und seine Frau Roswitha
  • 2017: Volker Beck
  • 2016: Barbara Becker-Jákli
  • 2015: Arsch huh, Zäng ussenander
  • 2014: Esther Bejarano, Joram Bejarano und Microphone Mafia
  • 2013: Lale Akgün
  • 2012: Rolly Brings
  • 2011: Beate Klarsfeld
  • 2010: Gerhart Baum
  • 2009: Heiner Lichtenstein
  • 2008: Günter Wallraff
  • 2007: Gunter Demnig
  • 2006: Ralph Giordano

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