Landtagswahl in Bayern 1924

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 %
40
30
20
10
0
32,8
17,2
17,1
9,4
8,3
7,1
3,2
1,2
3,7
BVP
VB
VNRd
BB
Z
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 1920
 %p
 18
 16
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
  −8
−10
−6,6
+0,8
+17,1
−4,1
+6,6
−0,8
−4,9
+1,2
−9,3
BVP
VB
VNR
BB
Z
Sonst.
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d Vereinigte Nationale Rechte; 1920 als Bayerische Mittelpartei/Deutsche Volkspartei (BMP/DVP)
g 1920 als DDP

Die dritte Wahl zum Bayerischen Landtag fanden am 6. April und 4. Mai 1924 statt. Es handelte sich um eine vorgezogene Neuwahl, da der Landtag am 21. Februar 1924, als Reaktion auf ein erfolgreiches Volksbegehren zur Landtagsauflösung, eine solche einstimmig beschlossen hatte. Die reguläre Legislaturperiode hätte jedoch ohnehin im Juni 1924 geendet.

Insgesamt 129 Sitze
  • KPD: 9
  • SPD: 23
  • CSP: 1
  • DB: 3
  • BB: 10
  • Kratofiel: 1
  • Z: 1
  • BVP: 46
  • NLRP: 1
  • VNR: 11
  • VB: 23

Gemeinsam mit der Hauptwahl wurde am 6. April wurde eine Volksentscheidung über eine vereinfachte Verfassungsreform abgehalten.

Ergebnis

Partei Stimmenanteil Sitze
Bayerische Volkspartei 32,84 % 46
Sozialdemokratische Partei Deutschlands 17,17 % 23
Völkischer Block (NSDAP/DVFP) 17,12 % 23
Vereinigte nationale Rechte (DNVP/DVP) 9,42 % 11
Kommunistische Partei Deutschlands 8,28 % 9
Bauern- und Mittelstandsbund 7,13 % 10
Deutscher Block in Bayern (DDP) 3,17 % 3
Zentrum (Pfalz) 1,16 % 1
Nationalliberale Landespartei in Bayern 0,97 % 1
Beamtengruppe Kratofiel 0,78 % 1
Christlich-soziale Partei 0,73 % 1
Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands 0,09 %
Sonstige 1,14 %

Das große Minus bei den „Sonstigen“ im Diagramm (−22,7) gegenüber 1920 erklärt sich insbesondere aus 2 Gegebenheiten:

  • Die Gruppe Bayerische Mittelpartei/Deutsche Volkspartei mit 13,54 % tritt nicht mehr unter diesem Namen, sondern als Vereinigte Nationale Rechte (VNR) an. Die Nationalliberale Landespartei in Bayern hatte sich von der Deutschen Volkspartei abgespalten und tat sich nach der Wahl mit der Deutsch-Nationalen Volkspartei zusammen.
  • Die Mitgliedschaft der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei mit 12,93 % hat sich mehrfach gesplittert: Siehe Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands#Die Rückkehr des rechten Parteiflügels zur SPD 1922

Folgen

Der Wahlkampf war vom Hitlerprozess geprägt. In der Folge gewannen die Extremisten auf beiden Seiten des politischen Spektrums: Der „Völkische Block“ aus NSDAP und DVFP erhielt 23 Mandate, und die KPD konnte die Zahl ihrer Mandate von 2 auf 9 erhöhen. Die BVP schrumpfte von 65 auf 46 Sitze.

Der Vorsitzende der BVP-Landtagsfraktion Heinrich Held wurde zum Ministerpräsidenten gewählt. Das Kabinett Held I bildete vom 27. Juni 1924 bis 30. Juli 1928 die Landesregierung von Bayern.

Volksentscheid

Zusammen mit der Hauptwahl am 6. April 1924 fand die Volksentscheidung über eine vereinfachte Verfassungsreform statt. Die Vorlage sah vor, dass der am 6. April 1924 gewählte Landtag ermächtigt werden sollte, einmalig über weitreichende Reformen der Bamberger Verfassung mit einfacher Mehrheit, anstatt der eigentlich in § 92 vorgesehenen Zweidrittelmehrheit, zu entscheiden. Letztlich lehnten 52,05 % der gültig Abstimmenden dieses Ansinnen ab.

Siehe auch

  • Liste der Mitglieder des Bayerischen Landtags (Weimarer Republik, 3. Wahlperiode)
  • Zum VB (Völkischer Block in Bayern) Artikel bei historisches-lexikon-bayerns.de: VBl

Quelle

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