Liste der größten Monolithen der Welt

Die folgenden Tabellen listen die größten Monolithen der Welt nach ihrem Gewicht (in t) auf. Ein Monolith im Sinne dieser Liste ist ein von Menschenhand aus dem Mutterfels gelöster Stein, der aus einem einzigen Stück besteht.

Beschreibung

Bei der Verwendung von Monumentalsteinen besteht die eigentliche technische Herausforderung im Transport vom Steinbruch und der Aufstellung am Bestimmungsort; dies legt eine Unterteilung in vier Kategorien nahe, nämlich in solche Monolithen, die

Die beiden letztgenannten Operationen erfordern den Einsatz von Kränen, die im griechisch-römischen Kulturraum seit dem Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. nachweisbar sind.

Achtung: Die Gewichtsangaben beruhen praktisch nirgends auf Wägungen, sondern Schätzungen des Volumens und der Dichte des Steins (Gewicht = Volumen × Dichte). Erschwert wird die Ermittlung präziser Abmessungen häufig dadurch, dass die Monolithen mittlerweile zerbrochen sind, sich im verbauten Zustand befinden oder – wie etwa Kolossalstatuen – keine leicht kalkulierbare geometrische Form aufweisen. Zur Bestimmung der Gesteinsart werden normalerweise keine Gesteinsproben entnommen, sondern Standardwerte zugrunde gelegt (zum Beispiel 2,75 t/m³ für Marmor). Dies führt zu einer großen Streubreite an Gewichtsangaben in der Fachliteratur, so dass das Zahlenmaterial nur begrenzt belastbar ist und besser als Indikator der Größenordnung denn als genauer Wert aufgefasst werden sollte.

Monolithen im Steinbruch

Diese Liste führt Monolithen auf, die im Steinbruch verblieben sind und an ihrer Unterseite zumeist nicht vollständig vom Muttergestein abgetrennt wurden.

Bild Masse
in t
Name/Stätte Typ Ort Erbauer Bemerkung
1.650 Unbenannter Monolith II Baustein Baalbek (Libanon) Römisches Reich 19,6 m lang, 6,5 m breit, mind. 5,5 m hoch; erst 2014 entdeckt; liegt neben dem Stein der schwangeren Frau
1.242 Unbenannter Monolith I Baustein Baalbek (Libanon) Römisches Reich 19,5–20,5 m lang, 4,34–4,56 m breit, 4,5 m hoch; erst in den 1990er Jahren entdeckt
1.100 Unvollendeter Obelisk Obelisk Assuan (Ägypten) Altes Ägypten 41,75 m lang, 2,5–4,4 m breit
1.000 Stein der schwangeren Frau (auch „Stein des Südens“) Baustein Baalbek (Libanon) Römisches Reich 20,31–20,76 m lang, 4–5,29 m breit, 4,21–4,32 m hoch
1.207 N.N. Säulenschaft Mons Claudianus (Ägypten) Römisches Reich Ca. 17,7 m lang

Transportierte Monolithen

Diese Liste führt Monolithen auf, die über Land und ggf. auch zu Wasser befördert wurden.

Bild Masse
in t
Name/Stätte Typ Ort Erbauer Bemerkung
1.250 Donnerstein Felsblock Sankt Petersburg (Russland) Russisches Kaiserreich 6 km über Land gezogen, danach Schifftransport
1.000 Ramesseum Statue Theben (Ägypten) Altes Ägypten Fast 19 m hoch, roter Assuan-Granit, um 1260 v. Chr.
∅ 800 Trilith/
Jupitertempel von Baalbek
Bausteine, drei Baalbek (Libanon) Römisches Reich Podium des Jupitertempels
∅ 700 Memnonkolosse Statuen, zwei Theben (Ägypten) Altes Ägypten Die nördliche der beiden Statuen ist nach teilweisem Einsturz und Restauration in römischer Zeit aus mehreren Steinen zusammengesetzt.
1.550–600 Klagestein/
Klagemauer
Baustein Jerusalem (Israel) Israel
1.517 Große Stele von Aksum Stele Aksum (Äthiopien) Aksumitisches Reich Große Stele liegend (aufgerichtete Höhe 33 m) hinter der aus Italien 2005 zurückgeführten 25 m hohen Stele (Obelisk von Axum)
∅ 350 Jupitertempel von Baalbek Bausteine, sieben Baalbek (Libanon) Römisches Reich Podium des Jupitertempels, Steinlage unter den drei 800-Tonnen Trilithos
1.350 Grand Menhir Megalith Locmariaquer (Frankreich) Megalithkultur Im 5. Jahrtausend v. Chr. errichtet
> 200 Sacsayhuamán Baustein Cusco (Peru) Inka Mauer in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut, der größte Stein ist 9 m hoch, 5 m breit, 4 m dick und wurde 20 km über Land transportiert

Kranbewegte Monolithen

Diese Liste führt Monolithen auf, die über Land und ggf. auch zu Wasser befördert und an ihrem Bestimmungsort mit Kränen in ihre Schlussposition gebracht wurden.

Aufgerichtete Monolithen

Monolithen, von denen man weiß oder vermutet, dass sie von Kränen in eine aufrechte Stellung gezogen wurden.

Bild Masse
in t
Name/Stätte Typ Ort Erbauer Bemerkung
600 Alexandersäule Säulenschaft Sankt Petersburg (Russland) Russisches Kaiserreich 1834 aufgestellt
361 Vatikanischer Obelisk Obelisk Rom (Italien) Papst Sixtus V. Reloziert und aufgestellt von Domenico Fontana 1586
285 Pompeiussäule Säulenschaft Alexandria (Ägypten) Römisches Reich 297 n. Chr. errichtet

Emporgehievte Monolithen

Monolithen, von denen man weiß oder vermutet, dass sie mit Kränen vom Boden frei in die Höhe gehievt wurden.

Bild Masse
in t
Höhe
in m
Name/Stätte Typ Ort Erbauer Bemerkung
230 Mausoleum des Theoderich Kuppeldach Ravenna (Italien) Ostgotenreich
108 19 Jupitertempel Gesimsblock Baalbek (Libanon) Römisches Reich
163 19 Jupitertempel Architrav-Friesblock Baalbek (Libanon) Römisches Reich
153,3 ≈34 Trajanssäule Kapitellblock Rom (Italien) Römisches Reich 113 n. Chr. geweiht

Siehe auch

  • Liste antiker Monolithen

Anmerkungen

  1. Letztmaliger Errichter

Literatur

  • Jean-Pierre Adam: À propos du trilithon de Baalbek: Le transport et la mise en oeuvre des mégalithes. In: Syria. Band 54, Nummer 1/2, 1977, S. 31–63 (Digitalisat).
  • J. J. Coulton: Lifting in Early Greek Architecture. In: The Journal of Hellenic Studies. Band 94, 1974, S. 1–19.
  • Robert Heidenreich, Heinz Johannes: Das Grabmal Theoderichs zu Ravenna. Franz Steiner Verlag, Wiesbaden 1971.
  • Martin Isler: Sticks, Stones, and Shadows. Building the Egyptian Pyramids. University of Oklahoma Press, 2001, ISBN 0-8061-3342-2.
  • Rosemarie Klemm, Dietrich D. Klemm: Steine und Steinbrüche im Alten Ägypten. Springer, Berlin 1993, ISBN 3-540-54685-5.
  • Lynne Lancaster: Building Trajan’s Column. In: American Journal of Archaeology. Band 103, Nummer 3, 1999, S. 419–439.
  • Valerie A. Maxfield: Stone Quarrying in the Eastern Desert with Particular Reference to Mons Claudianus and Mons Porphyrites. In: David J. Mattingly, John Salmon (Hrsg.): Economies Beyond Agriculture in the Classical World (= Leicester-Nottingham Studies in Ancient Society. Band 9). Routledge, London 2001, ISBN 0-415-21253-7, S. 143–170.
  • Erwin M. Ruprechtsberger, Karl Haslinger: Vom Steinbruch zum Jupitertempel von Heliopolis/Baalbek (Libanon) (= Linzer Archäologische Forschungen. Band 30). 1999, S. 7–56.
  • C. H. O. Scaife: The Origin of Some Pantheon Columns. In: The Journal of Roman Studies. Band 43, 1953, S. 37.
  • Regine Schulz, Matthias Seidel (Hrsg.): Ägypten. Die Welt der Pharaonen. Könemann, Köln 1997, ISBN 3-89508-541-3.

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