Diese Aufzählung der Feste in einer Liste gibt eine Übersicht über Jüdische Feste oder Jamim Towim, (hebräisch יָמִים טוֹבִים jāmīm ṭōwīm, deutsch ‚Gute Tage‘), gegliedert nach den Festen im Jahreskreis und Tagesteilung der jüdischen Zeitrechnung, den neueren staatlich-israelischen Feiertagen sowie den sonstigen Feier- und Fasttagen des Judentums.
Biblische Feste im Jahreskreis
Jeder Festtag beginnt am Vorabend, denn im jüdischen Kalender dauert der Tag vom Vorabend bis zum Abend des Tages – nicht von 0 bis 24 Uhr. Dies ist abgeleitet aus dem 1. Buch Mose, hebräisch בְּרֵאשִׁית Bereschit, (altgriechisch Γένεσις Génesis genannt) hebräisch וַֽיְהִי־עֶ֥רֶב וַֽיְהִי־בֹ֖קֶר י֥וֹם אֶחָֽד (vayhi erev vayhi boker yom echad): „und es ward Abend und es ward Morgen, ein Tag“. Beispielsweise beginnt Rosch ha-Schana (12. – 13. September 2026), das Neujahrsfest, am 11. September abends (am Ende des 29. Elul abends). Der abendliche Beginn wird mit dem Wort Erev (hebräisch ערב Abend) bezeichnet, damit ist die Bezeichnung für den Vorabend im genannten Beispiel: Erev Rosch ha-Schana.
Der jüdische Kalender orientiert sich bei der Monatszählung am Mond (Mondkalender), und da zwölf Monde kürzer sind als ein Sonnenjahr, wird dieses durch einen zusätzlichen Schaltmonat (Adar II) ausgeglichen. Aus diesem Grund fallen die jüdischen Feiertage immer wieder auf andere Kalendertage im (weltlichen) gregorianischen Kalender. Die Zulässigkeit der Verwendung des gregorianischen Kalenders ist in orthodoxen jüdischen Kreisen umstritten. Aus pragmatischen Gründen wird, wenn es doch nötig sein sollte, die Schreibweise verändert. Die Jahreszahl wird nicht ausgeschrieben, sondern nur die letzten beiden Ziffern verwendet. Dadurch verlöre diese Zahl ihre Bedeutung, nämlich der Zählung seit dem Geburtsjahr von Jesus. Der Monat wird als Zahl geschrieben, weil die Namen der nichtjüdischen Monate hauptsächlich auf römischen Göttern basieren. So soll beispielsweise der 1. Januar 2024 als 01/01/24 geschrieben werden.
| Name des Festes* | hebräisch | Übersetzung | Bedeutung | Tag im Monat | 2026 5786**) | 2026 5787**) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Rosch ha-Schana | רֹאֹשׁ הַשָּׁנָה | Haupt des Jahres, Anfang des Jahres | Neujahrsfest Tag der Erschaffung des Menschen (Adams) | 1.–2. Tischri | 12. bis 13. September 2026 | |
| Jom Kippur | יוֹם כִּפּוּר | Tag der Sühne | Versöhnungstag Befreiung von Sünden | 10. Tischri | 21. September 2026 | |
| Sukkot | סֻכּוֹת | Laubhütten | Laubhüttenfest | 15.–22. Tischri | 26. September – 3. Oktober 2026 | |
| Hoschana Rabba | הושענא רבה | „So hilf doch!“ | der siebte Festtag von Sukkot Palmfest | 21. Tischri | 2. Oktober 2026 | |
| Schmini Azeret | שְּׁמִינִי עֲצֶרֶת | Schlussfest der achte Festtag... | … von Sukkot | 22. Tischri | 3. Oktober 2026 | |
| Simchat Tora | שִׂמְחַת תּוֹרָה | Torafreude | Lesung des letzten Abschnitts des 5. Buches Mose und Neubeginn der Lesung des ersten Abschnitts des 1. Buches Mose | 23. Tischri | 4. Oktober 2026 | |
| Sigd (Mehlella) | סיגד | Fußfall, Bittgebet; Feiertag der äthiopischen Juden (Beta Israel) | Datum, an dem Gott sich Mose offenbarte (50 Tage nach Jom Kippur) | 29. Cheschwan | 9. November 2026 | |
| Chanukka | חֲנֻכָּה | Einweihung | Lichterfest Wiedereinweihung des zweiten Tempels | 25. Kislew – 2/3. Tevet | 5. bis 12. Dezember 2026 | |
| Tu biSchevat | ט״ו בשבט ראש השנה לאילנות | der 15. Schevat Rosch ha-Schana La'illanot | Neujahrsfest der Bäume und Sträucher. | 15. Schevat | 2. Februar 2026 | |
| Purim | פורים | Schicksal | Errettung aus Persien Freudenfest („Jüdische Fastnacht“) | 14. oder 15. Adar | 3. März 2026 | |
| Pessach | פֶּסַח | Überschreitung | Auszug aus Ägypten | 15.–22. Nisan, in Israel bis zum 21. Nisan | 2. bis 9. April 2026 | |
| Lag baOmer | ל"ג בעומר | 33. [Tag] der Omer[zeit] | Bar-Kochba-Aufstand gegen die Römer | 18. Ijjar | 5. Mai 2026 | |
| Schawuot | שבועות | Wochenfest | neuerlicher Empfang der Zehn Gebote Erntedankfest | 6.–7. Siwan | 22. bis 23. Mai 2026 | |
| Tischa beAv | תשעה באב | der 9. Aw | Trauertag wegen Zerstörung des Jerusalemer Tempels | 9. Aw | 23. Juli 2026 | |
| Tu B’Av | ט"ו באב | der 15. Aw | Sieg der Pharisäer über die Sadduzäer | 15. Aw | 27. Juli 2026 |
* ist gleichzeitig Transliteration der hebräischen Bezeichnung
**Jüdisches Jahr
Halbfesttage im Judentum
Als Halbfesttage gelten im Judentum Tage mit festlichem Charakter, an denen jedoch keine vollständige Arbeitsruhe, wie an Schabbat oder Jom Tow, allgemein biblischen Feiertagen vorgeschrieben ist. Sie sind durch besondere liturgische Elemente gekennzeichnet und stehen zwischen Alltäglichem und Heiligem. Arbeit ist meist erlaubt oder nur eingeschränkt untersagt. Zu den wichtigsten Halbfesttagen zählen:
Chol HaMoed (hebräisch חול המועד Chol HaMo'ed, „Werktage des Festes“)
- Die Zwischentage von Pessach und Sukkot, an denen viele Elemente des Festtagsgottesdienstes beibehalten werden.
- Gebete wie Mussaf (hebräisch מוסף), Hallel (hebräisch הלל) sowie eine besondere Toravorlesung werden gesprochen.
- Arbeit ist eingeschränkt erlaubt, z. B. für den Lebensunterhalt oder zur Vorbereitung auf den Feiertag.
Rosch Chodesch (hebräisch ראש חודש Rosch Chodesch, „Monatsbeginn“)
- Der erste (und ggf. zweite) Tag eines neuen Monats im jüdischen Kalender.
- In der Liturgie werden das Zusatzgebet Mussaf, der Einschub Ja'ale WeJawo, (hebräisch יעלה ויבוא) und ein verkürztes Hallel gesprochen.
- Kein Arbeitsverbot, aber erhöhter liturgischer Status.
Chanukka (hebräisch חנוכה, „Einweihung“)
- Acht Tage zur Erinnerung an die Wiedereinweihung des Tempels nach dem Makkabäeraufstand.
- Es werden Lichter entzündet, Hallel gesprochen und der Einschub Al ha-Nissim, (hebräisch על הנסים) in die Gebete eingefügt.
- Arbeit ist erlaubt, es besteht aber festlicher Brauchcharakter.
Purim (hebräisch פורים, „Lose“)
- Feiertag zur Erinnerung an die Rettung der Juden im Perserreich (Buch Ester).
- Die Megillat Esther (hebräisch מגילת אסתר) wird gelesen, Geschenke an Freunde (Mischloach Manot, hebräisch משלוח מנות) und Spenden an Bedürftige (Matanot laEvjonim, hebräisch מתנות לאביונים) gegeben.
- Arbeit ist erlaubt, wird aber vielerorts vermieden.
Isru Chag (hebräisch אסרו חג, „Bindet das Fest“)
- Der Tag nach einem Wallfahrtsfest (Pessach, Schawuot, Sukkot).
- Kein offizieller Feiertag, aber festlicher Ausklang mit liturgischer Hervorhebung in manchen Gemeinden.
- Arbeit ist uneingeschränkt erlaubt.
Neuere israelische Gedenk- und Feiertage
| Name des Tages | hebräisch | Bedeutung | Tag im Monat | 2026 | 2027 | 2028 | 2029 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jom haScho’a | יום השואה | Holocaustgedenktag | 27. Nisan | 14. April 2026 | 4. Mai 2027 | 24. April 2028 | 12. April 2029 |
| Jom haZikaron | יום הזיכרון | Gedenktag für gefallene israelische Soldaten und Opfer von Akten des Hasses und Terrorismus | 4. Ijjar | 21. April 2026 | 11. Mai 2027 | 1. Mai 2028 | 18. April 2029 |
| Jom haAtzma’ut | יום העצמאות | Israelischer Unabhängigkeitstag | 5. Ijjar | 22. April 2026 | 12. Mai 2027 | 2. Mai 2028 | 20. April 2029 |
| Jom Jeruschalajim | יום ירושלים | Feier zur Wiedervereinigung Jerusalems nach dem Sechstagekrieg 1967 | 28. Ijjar | 15. Mai 2026 | 4. Juni 2027 | 24. Mai 2028 | 13. Mai 2029 |
Sonstige Festtage
- Schabbat (שבת wöchentlicher Ruhetag)
- Brit Mila (ברית מילה Beschneidung)
- Bar Mizwa ((בר מיצוה für 13-jährige Jungen) bzw. Bat Mizwa (בת מיצוה für 12-jährige Mädchen) Religionsmündigkeit)
- Rosch Chodesch (ראש חודש monatlicher Tag der erscheinenden Mondsichel)
- Nachala (נחלה Jahrzeit)
Fastentage
Fasten bedeutet im Judentum am Fasttag vom Vorabend bis zum Abend des Tages (etwa 25 Stunden, aber nicht länger) nichts zu essen und nichts zu trinken. Auch Rauchen ist untersagt. Als diese „langen“ Fasttage gelten Tischa beAv und Jom Kippur. Es gibt aber auch „kurze“ Fasttage. An ihnen beginnt das Fasten nicht schon am Vorabend, sondern erst mit der Morgenröte, und dauert dann bis zum Einbruch der Nacht. Schwangere und Stillende müssen nicht fasten. Kranke fragen einen Rabbiner, ob Fasten mit ihrer Krankheit vereinbar ist. Fasten sollen Mädchen ab 12 Jahren und Knaben ab 13 Jahren. Aber auch jüngere Kinder sollen an das Fasten herangeführt werden, beispielsweise indem sie sich nicht unbedingt „satt“ essen und auf Süßigkeiten verzichten. Brautpaare fasten am Hochzeitstag ab dem Morgengrauen bis nach der Hochzeitszeremonie und legen ein Sündenbekenntnis ab. Der Tag der Trauung ist als persönlicher Versöhnungstag, als persönlicher Jom Kippur, gedacht, an dem alle Sünden vergeben werden und die beiden ganz neu anfangen dürfen.
| Name des Tages | Hebräisch | Tag im Monat | 2025/2026 | 2026/2027 | 2028 | 2028/2029 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Assara beTevet | עשרה בטבת | 10. Tevet | 30. Dezember 2025 | 20. Dezember 2026 | 9. Januar 2028 | 28. Dezember 2028 |
| Ta’anit Esther Esther-Fasten | תַּעֲנִית אֶסְתֵּר | 11. Adar | 2. März 2026 | 22. März 2027 | 9. März 2028 | 9. März 2029 |
| Fasten der Erstgeborenen Ta'anit Bechorot | תענית בכורות | 14. Nisan | 1. April 2026 | 21. April 2027 | 10. April 2028 | 26. März 2029 |
| Schiwa Assar beTammus | שבעה עשר בתמוז | 17. Tammus | 2. Juli 2026 | 22. Juli 2027 | 11. Juli 2028 | 24. Juli 2029 |
| Tischa beAv | תשעה באב | 9. Aw | 23. Juli 2026 | 12. August 2027 | 1. August 2028 | 22. Juli 2029 |
| Zom Gedalja Fasten Gedalja | צוֹם גְּדַלְיָה | 3. Tischri | 14. September 2026 | 4. Oktober 2027 | 23. September 2028 | 12. September 2029 |
| Jom Kippur* | יוֹם כִּפּוּר | 10. Tischri | 21. September 2026 | 11. Oktober 2027 | 30. September 2028 | 19. September 2029 |
| Sigd (Beta Israel) | סיגד | 29. Cheschwan | 9. November 2026 | 29. November 2027 | 18. November 2028 | 7. November 2029 |
* Jom Kippur ist der einzige Fasttag, der auch an einem Schabbat begangen wird – die anderen Fasttage werden verschoben, sollten sie auf einen Schabbat fallen.
Siehe auch
- Jüdische Religion
- Jüdischer Kalender
Literatur
- Efrat Gal-Ed: Das Buch der jüdischen Jahresfeste. Insel, Frankfurt am Main 2001, ISBN 978-3-458-34297-7.
- Susanne Galley: Das jüdische Jahr: Feste, Gedenk- und Feiertage. Beck, München 2003, ISBN 3-406-49442-0.
- Jakob Petuchowski: Feiertage des Herrn: die Welt der jüdischen Feste und Bräuche. Herder, Freiburg im Breisgau 1987, ISBN 3-451-20266-2.
- Heinrich Simon: Jüdische Feiertage. Festtage im jüdischen Kalender. Hentrich und Hentrich, Berlin 2003, ISBN 978-3-933471-56-7.
- Marc Stern: Gelebte jüdische Feste. Erinnern, Feiern, Erzählen. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 1999, ISBN 3-579-02236-9.
- Friedrich Weinreb: Das Buch von Zeit und Ewigkeit: der jüdische Kalender und seine Feste. Thauros, Weiler im Allgäu 1991, ISBN 3-88411-042-X.
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