Liste von Todesopfern der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung in Europa und Nordamerika

Die Liste von Todesopfern der frühneuzeitlichen Hexenverfolgung in Europa und Nordamerika bezieht sich auf die Hexenverfolgungen während der frühen Neuzeit in Europa und den britisch-amerikanischen Kolonien, die durch Vorstellungen geprägt waren, wie sie im Hexenhammer dargelegt sind. Sie schließt Opfer ein, die wegen vermeintlicher Hexerei hingerichtet wurden, sowie solche, die durch die Verfolgung durch die Obrigkeit ums Leben kamen. Auch frühere Beispiele werden aufgenommen. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert wurden durch die Hexenverfolgung zahlreiche Menschen als vermeintliche Hexen hingerichtet. Es gab sowohl organisierte Hexenverfolgungen als auch einzelne Anklagen. Im 17. Jahrhundert stieg die Zahl der Hexenprozesse an. Die häufigsten Methoden, Hexen hinzurichten, waren Hängen, Ertränken und Verbrennen. Die Liste ist geographisch unterteilt nach Europa und Nordamerika.

Mit Kimpa Vita († 1706) wurde auch eine Kongolesin Opfer der von Europa ausgehenden Hexenverfolgung der frühen Neuzeit. Die Hexenverfolgung in Afrika, Amerika, Asien und Ozeanien wird im Artikel Moderne Hexenverfolgung dargestellt.

Europa

Insgesamt wurden in Europa im Zuge der Hexenverfolgung geschätzt 40.000 bis 60.000 Personen wegen Hexerei hingerichtet. Frauen stellten etwa drei Viertel der Opfer in Mitteleuropa. In Nordeuropa waren Männer stärker betroffen. Ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Konfessionszugehörigkeit und Hexenverfolgung liegt nicht vor. In Europa war die besonders qualvolle Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen häufig.

In der folgenden Liste wurde Europa unterteilt nach Nordische Länder, Westeuropa, Mitteleuropa (mit Südosteuropa und Osteuropa) und Südeuropa. Dabei wurde weitgehend der Großgliederung Europas nach dem Vorschlag des Ständigen Ausschuss für geographische Namen gefolgt. Ausnahme sind die Nordischen Länder, da diese im Gegensatz zu Nordeuropa auch Grönland beinhalten.

Westeuropa

Zu Westeuropa zählen das heutige Frankreich, die Niederlande, Belgien, Irland und das Vereinigte Königreich. In Großbritannien fanden unter anderen die Hexenprozesse von Pendle und die Hexenprozesse von North Berwick statt.

Name Lebensdaten Herkunft Bemerkungen Prozess /
Hinrichtung
Marigje Arriens ca. 1520–1591 Grafschaft Holland Wegen angeblicher Hexerei verbrannt. Schoonhoven
Allison Balfour
(Alesoun Balfour)
† 16. Dez. 1594 Königreich Schottland Volksheilerin von der Mainland-Insel der Orkneys, in Kirkwall wegen angeblicher Hexerei hingerichtet. Kirkwall
Josyne van Beethoven 1540–1595 Brabant Sie war mit Aert van Beethoven verheiratet, Mutter von vier Kindern und Vorfahrin von Ludwig van Beethoven. Als Hexe angeklagt, gefoltert und auf dem Grote Markt in Brüssel auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Brüssel
Janet Boyman
(Jonet Boyman,
Janet Bowman)
† 1572 Königreich Schottland Der Fall gegen Janet Boyman begann 1570 und ist ein frühes und gut dokumentiertes Zeugnis von Hexenwahn in Schottland. Boyman wurde beschuldigt, den Tod des schottischen Königs vorhergesehen zu haben. 1572 wurde sie wegen Hexerei angeklagt und hingerichtet. Edinburgh
Anne de Chantraine 1603–1622 Hochstift Lüttich Anne de Chantraine wird als außergewöhnlich hübsches, intelligentes und lebhaftes Mädchen beschrieben. Im Alter von 17 Jahren wurde sie von einem gleichaltrigen Jungen, den sie mehrfach abgewiesen hatte, der Hexerei bezichtigt und infolgedessen verhaftet. Zu dieser Zeit gab es eine Missernte. Sie wurde mehrfach gefoltert. Im Alter von 19 Jahren wurde sie in Waret-la-Chaussee oder in Liège auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Sie ist eine spielbare Figur in der australischen Horror-Brettspielserie Atmosfear (Nightmare) von Phillip Tanner und Brett Clements von 1991.
Lüttich
Elizabeth Clarke
(auch Bedinfield)
ca. 1565–1645 Königreich England Elizabeth Clarke aus Essex war 80 Jahre alt und hatte nur ein Bein. Sie wurde der Teufelsbuhlschaft angeklagt und gehängt. Aufgrund der Folter durch Schlafentzug beschuldigte sie zwei weitere Frauen, Anne West und deren Tochter Rebecca. In der Folge wurden zahlreiche weitere Personen angeklagt. Sie war das erste Opfer des Hexenfinders Matthew Hopkins, der für rund 100 Justizmorde an angeblichen Hexen in East Anglia verantwortlich ist. Chelmsford
Hexen von Belvoir:
Joan Flower mit
Margaret und Philippa
† 1618 Königreich England Joan Flower und ihre beiden Töchter Margaret und Philippa wurden als die Hexen von Belvoir bezeichnet. Joan, Margaret und Philippa Flower waren als Kräuterheilerinnen bekannt und stammten aus einer verarmten lokalen Familie. Joan Flower starb im Gefängnis, ihre beiden Töchter Margaret und Philippa Flower wurden in Lincoln gehängt. Lincoln
Jean Delvaux † 2. Apr. 1597 Reichsabtei Stablo-Malmedy Benediktiner-Mönch aus dem Kloster Stablo, geköpft. Stavelot
Urbain Grandier 1590–1634 Königreich Frankreich Priester, aufgrund der Feindschaft des Kardinals Richelieu gegen ihn unter Ludwig XIII. während des Prozesses gegen die Teufel von Loudun verurteilt und verbrannt. Loudun
Mechteld ten Ham † 1605 Republik der Vereinigten Niederlande Gestand unter Folter und wurde verbrannt. ’s-Heerenberg
Adrienne d’Heur 1585–1646 Grafschaft Württemberg-Mömpelgard verbrannt Montbéliard
Janet Horne † 1727 Königreich Großbritannien Letzte Britin, die wegen Hexerei hingerichtet wurde, verbrannt. Dornoch
Margaret Inequane
(Margaret Ine Quane, Margaret Quaine)
† 1617 Königreich England Sie wurde zusammen mit ihrem zehnjährigen Sohn John Cubon der Hexerei beschuldigt. Angeblich hatte sie einen Fruchtbarkeitszauber benutzt, um eine gute Ernte zu sichern. Ihr Sohn wurde des „Hexenbluts“ für schuldig befunden, weil er ihr Sohn war. Beide wurden 1617 in Castletown auf der Isle of Man wegen Hexerei hingerichtet. Castletown
Margery Jourdemain
(Jourdemayne, Gardemaine)
† 1441 Königreich England In die politischen Intrigen um Eleanor Cobham hineingezogen und auf dem Smithfield Market als angebliche Hexe verbrannt. London
Ursula Kemp
(Ursley Kempe, Ursula Gray) und
die „Hexen von St. Osyth“
ca. 1525–1582 Königreich England Die „Hexen von St. Osyth“ waren 14 Frauen, die zwischen 1581 und 1582 in Essex wegen Hexerei verfolgt wurden. Kemp war eine Volksheilerin und Hebamme. 1582 wurde sie angeklagt, durch Hexerei Krankheit und Tod über ihre Nachbarn gebracht zu haben. Sie wurde dazu verleitet die Namen weiter angeblicher Hexen preiszugeben und nannte Ales Newman, Elizabeth Bennett, Ales Hunt und Annis Glascock. Dies war der Anlass für die weiteren Verfolgungen. Zusammen mit ihrer Mitangeklagten Elizabeth Bennet wurde sie gehängt. Chelmsford
Elizabeth Lowys † 30. März 1565 Königreich England Erste bekannte Frau, die nach dem Witchcraft Act 1563 in England wegen Hexerei hingerichtet wurde. Sie stammte aus dem Dorf Great Waltham, im Verwaltungsbezirk City of Chelmsford in Essex und war mit dem Bauern John Lowys aus Chelmsford verheiratet. Sie arbeitete als Heilerin, was ihr einige Misserfolge einbrachte, die zu ihrer Anklage führten. Chelmsford
Violet Mar † 1577 Königreich Schottland Violet Mar wurde angeklagt, mit Hilfe von Hexerei einen Komplott gegen schottischen Regent Morton geplant zu haben. Sie wurde am 24. Oktober 1577 wegen Hochverrat vor Gericht gestellt, verurteilt und hingerichtet. Perthshire
Anna Muggen † 1608 Republik der Vereinigten Niederlande Verurteilung wegen Flüchen und eines Paktes mit dem Teufel. Hinrichtung am 29. Mai 1608 in Gorinchem, Niederlande Gorinchem
Catherine Monvoisin(Monvoisin) ca. 1640–1680 Königreich Frankreich Auch La Voisin, geborene Deshayes, französische Serienmörderin, wurde als angebliche Hexe verbrannt und war eine der Hauptbeteiligten in der so genannten Giftaffäre. Paris
Petronilla de MeathPetronilla de Midia ca. 1300–1324 Lordschaft Irland Petronilla de Meath war eine irische Dienstmagd, erste Frau in Irland, die als angebliche Hexe verbrannt wurde.
Kilkenny
Elspeth McEwen
(Elizabeth MacEwan,
Elspeth M‘Cowen)
† 24. Aug. 1698 Königreich Schottland Elspeth McEwen war eine ältere und gebildete Frau (die „alte Frau von Bogha“) und lebte allein in Balmaclellan. Ihr wurde vorgeworfen, das Geflügel ihrer Nachbarn verhext zu haben, sodass es keine Eier mehr legte, krank wurde oder starb. Auch soll sie mit Hilfe einer verhexten hölzernen Nadel die Milch von Kühen gestohlen haben. 1696 wurde sie wegen Hexerei vorgeladen. Auf dem Weg zur Sitzung scheute die Stute des Pfarrers und schwitzte angeblich Blutstropfen. Das Vorkommnis wurde als Beweis gegen McEwen gewertet. Sie wurde für zwei Jahre in Kirkcudbright Tolbooth eingesperrt und so schwer gefoltert, dass sie um den Tod bat. Im März 1698 wurde McEwen wegen Hexerei vor Gericht gestellt und gestand „einen Vertrag und regelmäßigen Handel mit dem Teufel und schwarze Magie zum Schaden des Volkes“. Es gibt detaillierte Aufzeichnungen über ihre Inhaftierung und ihren Prozess. Sie wurde in Silver Craigs, Kirkcudbright hingerichtet und war die letzte Person, die wegen vermeintlicher Hexerei in Galloway verbrannt wurde. Kirkcudbright
Alice Nutter † 20. Aug. 1612 Königreich England Nutter stammte aus einer wohlhabenden Familie, besaß eigenes Land und wurde im Zuge der Hexenprozesse von Pendle, angeklagt und in Lancaster gehängt. Hauptzeugin der Anklage war ein 9-jähriges Mädchen.
1982 gab sich eine Sängerin der Band Chumbawamba den Künstlernamen Alice Nutter. Der 1990 erschienene Roman Ein gutes Omen von Terry Pratchett und Neil Gaiman mit der Figur Alice Nutter wurde ab 2019 in Fernsehserie Good Omens verarbeitet. Jeanette Wintersons Roman The Daylight Gate aus dem Jahr 2012, basiert auf Nutters Leben und erschien an ihren 400. Todestag.
Lancaster
Paisley Hexen
(Bargarran Hexen)
† 1697 Königreich Schottland Letzte Massenhinrichtung wegen Hexerei in Westeuropa, acht Personen wurden verurteilt, eine starb im Gefängnis, die anderen sieben wurden gehängt und am 10. Juni 1697 auf dem Gallow Green in Paisley verbrannt. Paisley
Hexen von Pendle † 1612 Königreich England Vom Assisengericht in Lancaster am 18./19. August 1612 wurden neun Frauen und ein Mann zum Tod durch den Strang verurteilt. Zwei der angeblichen Hexen von Pendle waren Anne Whittle (Chattox) und ihre Tochter Anne Redferne. Lancaster
Elspeth Reoch
(Elizabeth Riach)
† 1616 Königreich Schottland Reoch wurde in Caithness geboren und lebte später auf der Mainland-Insel der Orkneys. Sie wurde in Kirkwall wegen angeblicher Hexerei hingerichtet. In Schottland begannen die Hexenjagden um 1550. Zu dieser Zeit unterstand der Orkney-Archipel der Gerichtsbarkeit Schottlands, das mit der Umsetzung des Scottish Witchcraft Act von 1563 Hexerei zu einem Kapitalverbrechen machte und daher mit dem Tod bestraft wurde. Kirkwall
Agnes Sampson † 1591 Königreich Schottland Opfer der Hexenprozesse von North Berwick, Volksheilerin und Hebamme, erdrosselt und verbrannt. Die Abbildung unten zeigt wie Agnes Sampson und andere Hexen vom Teufel magische Puppen erhalten. Edinburgh
Alice Samuel
„Hexen von Warboys“
† 1593 Königreich England Alice Samuel und ihre Familie wurden in dem Dorf Warboys in Huntingdonshire als angebliche Hexen gehängt. Huntingdonshire
Agnes Waterhouse
(Mother Waterhouse)
ca. 1503–1566 Königreich England Agnes Waterhouse wurde 1566 in Chelmsford in England gehängt. Diese Hinrichtung wegen angeblicher Hexerei erregte damals in ganz Europa großes Aufsehen. Chelmsford

Mitteleuropa (mit Südosteuropa und Osteuropa)

Zu den Hexenverfolgungen der frühen Neuzeit gehören die deutschen Hexenprozesse in Bamberg, in Eichstätt, in Ellwangen, in Fulda, in Freising, in Wittenberg, in Kurmainz, in Lemgo, in Groß Ullersdorf, in Wemding, in der Grafschaft Werdenfels, in Verden, in Westfalen und in Würzburg.

Name Lebensdaten Herkunft Bemerkungen Prozess /
Hinrichtung
Johann Albrecht Adelgreif † 1636 Preußen Hingerichtet als selbstbehaupteter Prophet. Königsberg
Merga Bien 1560er–1603 Hochstift Fulda Während der Hexenverfolgungen im Hochstift Fulda verurteilt und verbrannt. Fulda
Sidonia von Borcke
(Sidonia von Bork)
1548–1620 Herzogtum Pommern Sidonia von Borcke gestand unter Folter Mord und Hexerei. Sie wurde geköpft und verbrannt.
Das Schicksal der Sidonia von Borcke blieb in Sage und Dichtung lebendig. Wilhelm Meinhold veröffentlichte 1847 den Roman Sidonia von Bork, die Klosterhexe. 1849 wurde der Roman von Jane Francesca Elgee unter dem Titel Sidonia the Sorceress erfolgreich in Englische übersetzt. Der Roman inspirierte den Präraffaeliten Edward Burne-Jones. Theodor Fontane schrieb das Fragment Sidonie von Borcke.
Stettin
Michée Chauderon
(Michea Chauderon)
† 1652 Republik Genf Michée Chauderon war eine verwitwete Waschfrau, die von ihrem Arbeitgeber des Diebstahls beschuldigt wurde. Dann wurde ihr vorgeworfen, mehrere Kinder mit Dämonen verhext zu haben. Sie gestand unter Folter, Dämonen beschworen zu haben. Sie wurde gehängt und anschließend verbrannt. Sie war das letzte Opfer der Hexenverfolgung in Genf. Genf
Helena Curtens 1722–1738 Herzogtum Jülich-Berg Eines der letzten Opfer der Hexenverfolgungen im Heiligen Römischen Reich. Gemeinsam mit Agnes Olmans hingerichtet. Gerresheim
Katharina Curtius † 1629 Kurköln Wurde in Bonn von dem berüchtigten Hexenjäger Franz Buirmann verfolgt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Bonn
Dietrich Flade 1534–1589 Kurtrier Kurfürstlicher Rat, Stadtschultheiß und Statthalter von Trier. Flade hatte in Kurtrier als Richter zahlreiche Hexenprozesse geleitet und Todesurteile gefällt. Schließlich wurde er selbst der Hexerei beschuldigt und unter Johann VII. von Schönenberg hingerichtet. Trier
Prista Frühbottin oder Prista Frühbrot um 1490–1589 Kurfürstentum Sachsen Prista Frühbottin war während einer extremen Dürre 1540 Abedeckergehilfin. Sie und ihr Sohn Dictus hatten wegen des zahlreich verendenden Viehs viel Arbeit und wurden deshalb beschuldigt, die Weiden unfruchtbar gehext zu haben. Der Maler Lucas Cranach der Jüngere hielt die Hinrichtung in einem Holzschnitt fest. Lutherstadt Wittenberg
Teelke Galtets † ca. 1665 Grafschaft Ostfriesland Letztes Todesopfer der Hexenverfolgung in Ostfriesland. Mit dem Schwert hingerichtet und anschließend auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Schwittersum
Anna Göldi,
(Anna Göldin)
† 1782 Alte Eidgenossenschaft Das letzte Opfer der Hexenverfolgung in der Schweiz. Anna Göldi wurde als «Vergifterin», wie es im Urteil offiziell hieß, geköpft. Im Prozess gegen Anna Göldi wurden die Ausdrücke «Hexerei» und «Hexe» vermieden, um kein Aufsehen zu erregen. Wie Wolfgang Behringer in seinem Standardwerk über späte Hexenprozesse (2016) erläutert, waren diese Begriffsverschleierungen im Urteil typisch für Hexenprozesse des 18. Jahrhunderts. Glarus
Maria Harms † 1593 Kurköln Sie ist die erste namentlich bekannte Frau, die in Bonn als angebliche Hexe verbrannt wurde. Bonn
Walpurga Hausmännin † 1587 Hochstift Augsburg Hebamme, die unter Folter ein aufsehenerregendes Geständnis erfand, unter anderem den Pakt mit dem Teufel, Kindermord, Hexerei und Vampirismus. Wurde noch auf dem Weg zum Scheiterhaufen in der Öffentlichkeit gefoltert. Dillingen an der Donau
Katharina Henot 1570–1627 Freie Reichsstadt Köln Kölner Postmeisterin und das bekannteste Opfer der Kölner Hexenverfolgungen. Sie wurde als angebliche Hexe erst erdrosselt und dann verbrannt. Köln
Johannes Junius 1573–1628 Hochstift Bamberg Bamberger Bürgermeister und Ratsherr wurde als Trudner (Hexer) verurteilt und wartete im Bamberger Drudenhaus auf den Scheiterhaufen. Am 6. August 1628 wurde er zum Tode verurteilt und wenig später hingerichtet. Bamberg
Andreas Koch ca. 1619–1666 Grafschaft Lippe Andreas Koch war evangelischer Pfarrer an der Kirche St. Nicolai in Lemgo. Dort setzte er sich gegen die grausame Verhörpraxis bei den örtlichen Hexenprozessen ein, was ihm schließlich selbst eine Anklage eintrug. Er war der einzige Pfarrer Lemgos, der wegen Hexerei hingerichtet wurde. Lemgo
Barbara Koller
(Schinder-Bärbel)
† ca. 1675 Erzstift Salzburg Auf der Richtstätte in Salzburg-Gneis hingerichtet. Erstes Opfer der Salzburger Zauberbubenprozesse, bei denen über 150 Personen getötet wurden, fast alles Bettler, darunter zahlreiche Kinder. Ihrem Sohn Schinderjackl wurde angedichtet, er sei ein Werwolf gewesen, konnte aber nicht gefasst werden. Salzburg
Anna Kramer
(Bader-Ann)
1619–1680 Hohenzollern-Sigmaringen Als Hexe in Veringenstadt enthauptet und anschließend verbrannt. Ihr Folterhemd und das Protokoll des Hexenprozesses sind erhalten. Veringenstadt
Elisabeth Kurtzrock † 30. Okt. 1628 Kurköln Sie war die Wirtin einer noch heute in Bonn existierenden Gastwirtschaft (Zur Blomen/Im Höttchen). Sie wurde im Spätherbst 1628 verhaftet und auf der Richtstätte „Auf der Höhe“ (Josephshöhe in Auerberg I.B.) verbrannt. Bonn
Lauterfresser
(Mathias Perger,
Matheus Perger)
† 1645 Gefürstete Grafschaft Tirol War ein angeblicher Hexer in Südtirol. Als einer der bekanntesten Magier des Landes sind seine Taten Inhalt zahlreicher Südtiroler Sagen. Der Beiname stammt von seiner Vorliebe für weiche oder flüssige („lautere“) Nahrung. Laut Urteil wurde er auf dem Richtplatz zwischen Mühlbach und Spinges „zu Pulver und Staub verbrannt“. Mühlbach
Rebekka Lemp ca. 1550–1590 Reichsstadt Nördlingen Rebekka Lemp war ein frühes Opfer der Hexenverfolgung in Nördlingen und wurde zusammen mit vier weiteren Frauen verbrannt. Briefe zwischen ihr, ihrem Mann und ihren Kindern während ihrer Haft sind erhalten. Nördlingen
Agnes Olmans 1691–1738 Herzogtum Jülich-Berg Eines der letzten Opfer der Hexenverfolgungen in Deutschland. Gemeinsam mit Helena Curtens in Gerresheim hingerichtet. Gerresheim
Familie Pappenheimer
Eltern: Paul und Anna
Söhne: Gummprecht,
Michel (auch Jacob genannt),
Hansel (auch Hoel genannt)
† 1600 Herzogtum Bayern Die Landfahrerfamilie Pämb oder Gämperle, auch Pappenheim genannt, wurde von Alexander von Haslang des Mordes und der Hexerei im Bund mit dem Teufel beschuldigt. Unter Folter gestanden alle Mitglieder der Familie. Die Familie wurde nach München gebracht und in den Falkenturm gesperrt und durch den nun zuständigen Hofratkommissar Wangereck weiterer extremer Folter unterworfen und am 29. Juli 1600 auf grausame Weise hingerichtet. München
Maria Pauer 1730er–1750 Erzstift Salzburg Das letzte Opfer der Hexenverfolgung im heutigen Österreich, geköpft. Salzburg
Philipp Quantzip
(Philipp aus Lannesdorf)
† 13. Sep. 1628 Kurköln Er war als angeblicher „Werwolf“ der Zauberei verdächtigt. Um bei seiner Hinrichtung ganz sicher zu gehen, hatte man ihm, bevor man ihn verbrannte, den Kopf „abgehauwen und sinen kopf einem wolf druff gestechen und also zum exempel laissen stain“. Bonn
Elisabeth Plainacher 1513–1583 Erzherzogtum Österreich Das einzige Opfer der Hexenverfolgung in Wien, verbrannt. Wien
Catherine Quicquat † 1448 Savoyen Wegen angeblicher Hexerei im Herzogtum Savoyen verurteilt und mutmaßlich verbrannt Vevey
Catherine Repond 1662–1731 Alte Eidgenossenschaft Eine der letzten Frauen, die in der Schweiz der Hexerei beschuldigt und hingerichtet wurden. Freiburg
Anna Roleffes
(verw. Kage, auch Roleff, Roloffs, Tempel Anneke)
1600–1663 Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel Eine der letzten Frauen, die in der Stadt Braunschweig als „Hexe“ angeklagt und hingerichtet wurde; geköpft und verbrannt. Sie war Schankwirtin, Dienstmagd, Heilkundige und Wahrsagerin von Beruf. Braunschweig
Anna Maria Schwegelin
(Schwägele, Schwägelin)
1729–1781 Fürststift Kempten Als letztes Opfer der Hexenverfolgung in Deutschland 1775 zum Tode verurteilt, begnadigt und 1781 im Gefängnis gestorben. Kempten
Seelenmutter von Küssnacht † 1577 Alte Eidgenossenschaft Im November 1577 verbrannte man die Seelenmutter von Küssnacht bei lebendigem Leibe auf dem Scheiterhaufen. Kanton Schwyz
Maria Renata Singer von Mossau 1679–1749 Hochstift Würzburg Nonne sowie Superiorin des Klosters Unterzell bei Würzburg. Sie gilt als das letzte fränkische Opfer der Hexenverfolgung. Ihr Kopf wurde als Abschreckung zur Stadt Würzburg hin auf einem Pfahl aufgerichtet, der restliche Körper im Hexenbruch verbrannt. Höchberg
Katharina Sommermeyer um 1678–1698 Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel Sie gilt als die letzte Frau, die in den Hexenverfolgungen der Stadt Braunschweig als Hexe angeklagt, zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. Braunschweig
Stedelen † ca. 1400 Alte Eidgenossenschaft Opfer der Hexenprozesse in Boltigen, Simmental unter Peter von Greyerz. Stedelen gestand unter Folter, Dämonen beschworen zu haben und wurde verbrannt. Boltigen
Anna Maria Sterck 1668–1679 Hohenzollern-Sigmaringen Anna Maria Sterck war eine Waise. Sie wurde als Kinderhexe verfolgt, im Alter von zehn Jahren verhaftet und kurz nach ihrem elften Geburtstag hingerichtet. Inzigkofen
Kunigunde Sterzl ca. 1544–1620 Hochstift Eichstätt Die 76-jährige Eichstätterin war eines der ca. 250 Opfer der Hexenverfolgung im Hochstift Eichstätt. Sie gestand unter Folter und wurde öffentlich enthauptet und verbrannt. Eichstätt
Dorothee Elisabeth Tretschlaff 1685–1701 Brandenburg-Preußen Nachdem die 15-Jährige 1701 wegen angeblicher Hexerei enthauptet worden war, ließ König Friedrich I. das Verfahren nachträglich untersuchen, mit dem Ergebnis, dass von da an in Brandenburg-Preußen keine Todesurteile wegen Hexerei mehr verhängt wurden. Fergitz in der Uckermark

Südeuropa

Südeuropa ist eine zusammenfassende Bezeichnung für die Staaten Andorra, Griechenland, Italien, Malta, Monaco, Portugal, San Marino, Spanien (mit Gibraltar) und die Vatikanstadt.

Name Lebensdaten Herkunft Bemerkungen Prozess /
Hinrichtung
Gentile Budrioli
(Gentile Cimieri)
† 14. Juli 1498 Kirchenstaat Budrioli war Astrologin und Heilkundige. Sie studierte an der Universität von Bologna und erhielt außerdem Unterricht von Franziskanermönchen. Durch ihre Heilkunst erregte sie Aufmerksamkeit und wurde Freundin von Ginevra Sforza, der Frau von Giovanni II. Bentivoglio, dem Herrscher von Bologna. Sie war für kurze Zeit Ratsmitglied am Hof von Bologna. Dadurch erregte sie Neid und wurde 1498 der Hexerei angeklagt, nachdem sie einen der Söhne Bentivoglios nicht retten konnte. Die Inquisition fälschte Beweise und folterte sie. Zahlreiche Personen sagten gegen sie aus, darunter auch ihr Ehemann Alessandro, der ihr wissenschaftliches Interesse ablehnte. Budrioli wurde auf der Piazza San Domenico in Bologna gehängt und verbrannt. Das Musical Ginevra e Gentile von 2011 von der Accademia Culturale dei Castelli in Aria basiert auf der Freundschaft zwischen Sforza und Budrioli. Bologna
Narbona Dacal
(Narbona D’Arcal)
† 12. Feb. 1498 Königreich Aragón Dacal wurde in Cenarbe in Aragon geboren. Sie hatte zwei Brüder und war mit Juan de Portañya verheiratet, der sie allerdings verließ. Dann verdiente sie ihren Lebensunterhalt als Volksheilerin. Sie wurde von der Inquisition der Hexerei angeklagt und am 12. Februar 1498 in Saragossa exekutiert. Saragossa
Matteuccia di Francesco † 1428 Kirchenstaat Bekannt als „Hexe von Ripabianca“, gestand sie, auf den Flügeln eines Dämons geflogen zu sein. Sie wurde der Prostitution beschuldigt, Unzucht mit anderen Frauen getrieben zu haben sowie Liebestränke und Heilsalben aus dem Blut von Neugeborenen zu verkaufen. Sie gehört zu den ersten bekannten Opfern der Hexenverfolgung in Italien und wurde verbrannt. Todi
Guirandana de Lay † 1461 Königreich Aragón Volksheilerin, soll angeblich einen Hexenzirkel in der Nähe von Villanúa, in Aragon, angeführt zu haben. Sie wurde von einem siebenköpfigen Gericht in Jaca verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Jaca
Polissena von San Macario † 1571 Republik Lucca Polissena hatte Epilepsie und wurde bei lebendigem Leib verbrannt. Lucca

Nordische Länder

Nordische Länder bezeichnet zusammenfassend die nordeuropäischen Staaten Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden einschließlich der autonomen Gebiete Färöer, Grönland (beide zu Dänemark) und Åland (zu Finnland).

Name Lebensdaten Herkunft Bemerkungen Prozess /
Hinrichtung
Anna Eriksdotter 1624–1704 Königreich Schweden Eriksdotter stammte aus Bollnäs. Sie zog 1680 mit ihrem Mann, einem Soldaten, nach Lista. Eriksdotter war arm und galt als weise Frau, die mit dem Satan im Bunde war. Sie soll angeblich durch Hexerei den Dorfbewohner Nils Jonsson mit Blindheit und Taubheit geschlagen haben. Sie gestand die Anschuldigungen ohne Folter und bereute ihren vermeintlichen Bund mit dem Satan. Ein Gnadengesuch wegen hohem Alter und geistiger Verwirrung wurde vom König abgelehnt. Sie wurde geköpft. Es war die letzte Hinrichtung wegen Hexerei in Schweden.

Später gab es weitere Hexenprozesse, die jedoch nicht mit der Todesstrafe endeten. 1757 fand der letzte Hexenprozess in Ål in Dalarna statt, wo dreizehn Frauen und fünf Männer der Hexerei beschuldigt wurden. Catherine Charlotte De la Gardie, erfuhr auf einer Reise in die Provinz zufällig von dem Prozess und setzte ihre Verbindungen am Hof in der Hauptstadt davon in Kenntnis. Daraufhin wurde der Prozess eingestellt und De la Gardie bewirkte eine Entschädigung der Opfer, die durch die Folter arbeitsunfähig waren. 1779 wurde die Todesstrafe für Hexerei gestrichen.

Eskilstuna
Elin i Horsnäs † 1611 Königreich Schweden Elin i Horsnäs gelang es bei ihrem ersten Hexenprozess die Wasserprobe zu bestehen. Bei einem zweiten Hexenprozess in Småland bestand sie die Wasserprobe jedoch nicht und wurde geköpft. Jönköping
Märet Jonsdotter 1644–1672 Königreich Schweden Erstes Opfer der großen schwedischen Hexenjagd namens Det Stora Oväsendet („Die Große Aufruhr“) von 1668–1676, der rund 280 Menschen zum Opfer fielen. Sie wurde geköpft. Mora
Anna Koldings
(Ane Koldings)
† 1590 Königreich Dänemark 1590 wegen auf dem Scheiterhaufen verbrannt, da sie angeblich die königliche Flotte verzaubert hatte. Kopenhagen
Kolgrim
(Kollgrim, Kolgrimr)
† ca. 1407 Königreich Norwegen Kolgrim war angeblich ein norwegischer Zauberer, der in Grönland wegen Zauberei und Ehebruch verbrannt wurde. Hvalsey
Christence Kruckow ca. 1560–1621 Königreich Dänemark Die dänische Adlige wurde bereits 1596 verdächtigt, den Tod mehrerer Kinder verursacht zu haben. Sie bezichtigte aber die Ankläger der Verleumdung. Als 1612 in Ålborg Hexenhysterie ausbrach, erinnerte man sich an diesen Fall. König Christian IV. ließ Kruckow 1620 verhaften und ihr den Prozess machen. Als Adlige wurde sie mit dem Schwert hingerichtet. Kopenhagen
Anne Mogensdotter Løset
(Anne Mogensdatter Löset)
† 1679 Königreich Norwegen Løset wurde beschuldigt, durch Hexerei die Gesundheit ihrer Nachbarn geschädigt zu haben. Sie wies die Anschuldigungen von sich, jedoch setzte sie der Pfarrer so unter Druck, dass sie unter anderem eine Schwarze Messe 1678 in Dovrefjell gestand. Sie wurde wegen Hexerei in Rovde im Dezember 1679 verbrannt. Rovde
Lisbeth Nypan ca. 1610–1670 Königreich Norwegen Volksheilerin, zusammen mit ihrem Mann angeklagt und in Trondheim verbrannt. Trondheim
Thuridur Olafsdottir
(isl: Þuríður Ólafsdóttir)
† 1678 Dänemark-Norwegen Einzige Frau, die in Island wegen angeblicher Hexerei bei lebendigem Leib verbrannt wurde. Selárdalur
Anne Palles 1619–1693 Königreich Dänemark Anne Palles aus Tåderup auf der Insel Falster, wurde beschuldigt den Hof des Vogtes Morten Faxe geschädigt zu haben. Faxe hatte den Hof von Palles und ihrem Mann übernommen und sie soll auf den Hof gepinkelt haben, um ihn zu verhexen. Außerdem soll sie eine Frau durch Zauberei getötet haben. Weiter wurde sie beschuldigt, die Ernte eines Bürgers vernichtet haben, der dafür verantwortlich war, dass ihr Sohn als Soldat eingezogen wurde. Sie wurde am 31. August 1692 auf Schloss Nykøbing inhaftiert. In einem Prozess unter dem Vorsitz von Morten Faxe wurde sie schuldig gesprochen. Das Urteil wurde vor dem Obersten Gerichtshof angefochten, wo sie ihr Geständnis widerrief. Jedoch betätigte der Oberste Gerichtshof das Urteil jedoch mit 6 zu 11 Stimmen. Ein Teil der Richter war der Ansicht, dass Hexerei Aberglaube sei, dass ihre Schuld nicht bewiesen sei, dass ihr Geständnis unter Folter erzwungen worden sei und dass der Fall nicht korrekt behandelt worden sei, da sie keinen Verteidiger hatte. Sie war das letzte offizielle Opfer der Hexenverfolgung in Dänemark und wurde enthauptet und am 4. April 1693 verbrannt. Nykøbing Falster
Anne Pedersdotter † 1590 Königreich Norwegen Verbrennung auf dem Scheiterhaufen Bergen
Marketta Punasuomalainen
(Rot-Finn)
1600er–1658 Königreich Schweden Naturheilerin, die zum Betteln gezwungen war und als Hexe galt. Sie bedrohte Menschen mit Flüchen, um Essen zu erpressen. Sie wurde beschuldigt, zwei Männer durch Hexerei getötet, Krankheiten verursacht und Bier verdorben zu haben. Sie eines der ersten Opfer der Hexenprozesse in Finnland. Sie wurde verbrannt. Vaasa
Jòn Rögnvaldsson † 1625 Dänemark-Norwegen Erstes Opfer der Hexenverfolgung in Island, wurde angeklagt, Tote erweckt zu haben, die dann in Urdur einen Jungen angriffen, Pferde töteten und anderes Unheil angerichtet haben sollen. Der Dichter Thorvald Rögnvaldsson verteidigte seinen Bruder Jón als zu unfähig, um mit Galster-Zaubersprüchen Erfolg zu haben. Jòn wurde verbrannt. Eyjafjörður
Maren Spliid ca. 1600–1641 Königreich Dänemark Maren Splids war eine angesehene Bürgerfrau aus Ribe und mit einem reichen Schneider verheiratet. 1637 wurde sie von einem erfolglosen Konkurrenten ihres Mannes namens Didrik beschuldigt, eine Hexe zu sein. Er überzog sie über Jahre hinweg mit einer Rufmordkampagne. Es wurden mehrere Prozesse geführt. Ende 1639 erhielt Didrik eine Audienz bei Christian IV. in Haderslevhus und trug ihm seinen Fall vor und erreichte die Wiederaufnahme des Verfahrens. Anfang 1641 wurde Maren Splids nach Kopenhagen gebracht und im Blauen Turm inhaftiert. Sie gestand unter Folter. Der Prozess endete 1641 mit ihrem Tod auf dem Scheiterhaufen. Ribe
Schwestern Anna und Brita Zippel † 1676 Königreich Schweden Opfer der Katarina-Hexenprozesse in Stockholm während des schwedischen Hexenwahns „Det stora Oväsendet“ („Die Große Aufruhr“) von 1668–1676, beide Schwestern haben sich während des Prozesses sehr mutig verteidigt, wurden aber dennoch geköpft. Stockholm

Nordamerika

In den Vereinigten Staaten fanden vor allem in Neu-England von 1647 bzw. 1648 bis 1663 Hexenprozesse statt, bei denen insgesamt ungefähr 80 Menschen der Hexerei angeklagt wurden. Die Hexenprozesse von Salem folgten 1692–1693 und endeten in der Hinrichtung von 19 Menschen. In Amerika war das Hängen als Hinrichtungsart verbreitet.

Name Lebensdaten Herkunft Bemerkungen Ort der
Hinrichtung
Bridget Bishop ca. 1632–1692 Britisch-amerikanische Kolonien Bridget Bishop war das erste Hinrichtungsopfer der Hexenprozesse von Salem. Mehrere Eigenschaften machten sie im puritanischen Salem zur Zielscheibe. Ihr erster Mann starb ungewöhnlich früh. Von ihrem zweiten Mann wurde sie nach häuslicher Gewalt geschieden. Er klagte sie der Hexerei an, sie wurde aber freigesprochen. Zudem hatte sie eine Schankwirtschaft von zweifelhaftem Ruf und kleidete sich auffällig. Salem
George Burroughs ca. 1650–1692 Britisch-amerikanische Kolonien Pastor, hingerichtet bei den Hexenprozessen von Salem. Salem
Martha Carrier † 19. Aug. 1692 Britisch-amerikanische Kolonien Gehängt während der Hexenprozesse von Salem. Ihre Kinder hatten behauptet, sie sei eine Hexe. Salem
Martha Corey 1620er–1692 Britisch-amerikanische Kolonien Gehängt während der Hexenprozesse von Salem. Salem
Mary Easty 1634–1692 Britisch-amerikanische Kolonien Gehängt während der Hexenprozesse von Salem. Salem
Ann Glover † 1688 Königreich Irland Ann Glover war irischer Herkunft und wanderte in die britisch-amerikanischen Kolonien aus. Letztes Opfer in Boston, das wegen Hexerei gehängt wurde. Boston
Sarah Good 1655–1692 Britisch-amerikanische Kolonien Eine der ersten Verurteilten der Hexenprozesse von Salem. Good war zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung schwanger und brachte ihr Kind in ihrer Zelle im Gefängnis von Ipswich zur Welt. Das Kind starb, bevor seine Mutter gehängt wurde. Salem
Goodwife Greensmith † 1663 Britisch-amerikanische Kolonien Goodwife (Abk. Goody) und Goodman waren höfliche Anreden für Frauen und Männer mit einem niedrigeren sozialen Rang als Mistress und Mister. Greensmith wurde gehängt in Hartford, Connecticut. Fairfield, Connecticut
Ann Hibbins † 19. Juni 1656 Britisch-amerikanische Kolonien Das vierte Opfer der Hexenverfolgung in der Massachusetts Bay Colony, auf dem Boston Common gehängt. Boston
Sir George Jacobs 1620–1692 Britisch-amerikanische Kolonien Der Prozess von George Jacobs fand 1692 statt. Er wurde während der Hexenprozesse von Salem gehängt. Salem
Margaret Jones † 1648 Britisch-amerikanische Kolonien Jones war Hebamme. Sie war das erste Opfer der Hexenverfolgung in der Massachusetts Bay Colony und wurde gehängt. Boston
Mary Johnson ca. † 1648 Britisch-amerikanische Kolonien Hingerichtet in Hartford (Connecticut). Hartford
Alse Young ca. 1600–1647 Britisch-amerikanische Kolonien Alse Young war das erste belegte Opfer der Hexenverfolgungen in den amerikanischen Kolonien. Sie wurde gehängt. Hartford

Siehe auch

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