Liste von kerntechnischen Zwischen- und Endlagern

Dieser Artikel enthält eine Liste möglichst aller Zwischen- und Endlager für radioaktive Abfälle.

Aktuelle, ehemalige und im Bau befindliche Kernkraftwerke und Reaktoren zur kommerziellen Stromproduktion werden in der Liste der Kernkraftwerke aufgeführt, weitere kerntechnische Anlagen in der Liste kerntechnischer Anlagen.

Zwischenlager

In folgender Liste werden die in Betrieb befindlichen, geschlossenen und geplanten Zwischenlager für radioaktive Abfälle aufgelistet.

Ein Zwischenlager bezeichnet in der Kerntechnik einen vorübergehenden Aufbewahrungsort für abgebrannte Brennelemente und/oder radioaktive Abfälle.

Ort Name der Anlage Art des Radioaktiven Materials (schwach-, mittel-, hochradioaktiv) Inbetriebnahme Betriebseinstellung Bemerkungen

Argentinien

Atucha
Embalse

Bulgarien

Kosloduj
Belene

China

Gansu Xibei Center schwach- und mittelradioaktiv auch Abfall aus militärischen Einrichtungen
Guangdong Beilong Center schwach- und mittelradioaktiv für Abfälle aus den Kernkraftwerken Daya Wan und Ling’ao
Lanzhou hochradioaktive Abfälle zentrales Zwischenlager
Sichuan Feifeng Mountain schwach- und mittelradioaktiv Testanlage

Deutschland

Ahaus Abfall-Zwischenlager Ahaus schwach- und mittelradioaktiv 2010 selbes Gebäude wie das Brennelemente-Zwischenlager am selben Standort
Ahaus Brennelemente-Zwischenlager Ahaus hochradioaktiv 1992 selbes Gebäude wie das Abfall-Zwischenlager am selben Standort
Brunsbüttel Abfall-Zwischenlager Brunsbüttel schwach- und mittelradioaktiv 2024
Brunsbüttel Standort-Zwischenlager Brunsbüttel hochradioaktiv 2006 Keine gültige Betriebsgenehmigung
Biblis Abfall-Zwischenlager Biblis 1 schwach- und mittelradioaktiv 1982
Biblis Abfall-Zwischenlager Biblis 2 schwach- und mittelradioaktiv 2018
Biblis Brennelemente-Zwischenlager Biblis hochradioaktiv 2006
Brokdorf Brennelemente-Zwischenlager Brokdorf hochradioaktiv 2007
Gorleben Abfall-Zwischenlager Gorleben schwach- und mittelradioaktiv 1984
Gorleben Brennelemente-Zwischenlager Gorleben hochradioaktiv 1995
Grafenrheinfeld Abfall-Zwischenlager Grafenrheinfeld schwach- und mittelradioaktiv 2021
Grafenrheinfeld Brennelemente-Zwischenlager Grafenrheinfeld hochradioaktiv 2006
Grohnde Brennelemente-Zwischenlager Grohnde hochradioaktiv 2006
Gundremmingen Brennelemente-Zwischenlager Gundremmingen hochradioaktiv 2006
Geesthacht Brennelemente-Zwischenlager Krümmel hochradioaktiv 2006
Geesthacht Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle am Zwischenlager schwach- und mittelradioaktiv Bau fertiggestellt, aktuell (Stand: November 2025) noch keine Genehmigung nach Strahlenschutzverordnung
Lingen Brennelemente-Zwischenlager Lingen hochradioaktiv 2002
Lubmin Zwischenlager Nord hochradioaktiv 1999
Mitterteich Zwischenlager Mitterteich schwach- und mittelradioaktiv 1985
Neckarwestheim Abfall-Zwischenlager Neckarwestheim schwach- und mittelradioaktiv 2022
Neckarwestheim Brennelemente-Zwischenlager Neckarwestheim hochradioaktiv 2006
Niederaichbach Brennelemente-Zwischenlager Isar hochradioaktiv 2007
Obrigheim Abfall-Zwischenlager Obrigheim schwach- und mittelradioaktiv 2008
Philippsburg Abfall-Zwischenlager Philippsburg schwach- und mittelradioaktiv 2020
Philippsburg Brennelemente-Zwischenlager Philippsburg hochradioaktiv 2007
Stade Abfall-Zwischenlager Stade schwach- und mittelradioaktiv 2007
Stadland Abfall-Zwischenlager Unterweser 1 schwach- und mittelradioaktiv 1981
Stadland Abfall-Zwischenlager Unterweser 2 schwach- und mittelradioaktiv 2020
Stadland Brennelemente-Zwischenlager Unterweser hochradioaktiv 2007
Würgassen Abfall-Zwischenlager Würgassen schwach- und mittelradioaktiv 1981

Großbritannien

Sellafield Interim Storage Facility mittelradioaktiv 2024 Betrieb bis mindestens 2074

Mexiko

Temascalapa Centro de Almacenamiento de Desechos Radiactivos schwach- und mittelradioaktiv

Österreich

Seibersdorf – NES schwachradioaktiv 1958–60 alle in Österreich anfallenden radioaktiven Stoffe, durch den Atomausstieg nur niederradioaktive Kategorien; Betreiber: Rep. Österreich/Austrian Institute of Technology (AIT); auch Referenzlabor der Int. Atomenergie-Organisation (UN/IEAO)

Schweden

Kernkraftwerk Oskarshamn hochradioaktive zentrales Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente aller schwedischen Reaktoren

Schweiz

Würenlingen Zwilag alle Kategorien radioaktiver Abfälle inkl. abgebrannter Brennelemente Zwischenlager befinden sich auch auf den Arealen der Kernkraftwerke

Spanien

Villar de Cañas unbekannt (31. Dezember 2011) Standortentscheid im Dezember 2011

Tschechien

Dukovany abgebrannte Brennelemente Transportbehälterlager für 60 CASTOR-440/84-Behälter, am 08.03.2006 voll. Seit 22.12.2006 befindet sich im Testbetrieb ein zweites Transportbehälterlager für 133 CASTOR-440/84M-Behälter.
Temelín abgebrannte Brennelemente in Planung, Transportbehälterlager

Endlager

In folgender Liste werden die in Betrieb befindlichen, geschlossenen und geplanten Endlager für radioaktive Abfälle aufgelistet.

Die Endlagerung ist dadurch gekennzeichnet, dass bei ihr keine Notwendigkeit von Überwachung, Kontrolle und Reparatur des Endlagers besteht. Es gibt bis heute weltweit noch kein Endlager für hochradioaktive Abfälle.

Ort Name der Anlage Art des Radioaktiven Materials (schwach-, mittel-, hochradioaktiv) Status der Anlage Inbetriebnahme Betriebseinstellung Bemerkungen

Ägypten

Inshas

Argentinien

Chubut Sierra del Medio geplant, Erkundungsarbeiten seit 1986; Projekt bis zum Jahr 2030 zurückgestellt

Brasilien

Abadia de Goiás geplant

Bulgarien

Kosloduj Radiana schwach- und mittelradioaktiv in Bau Baubeginn 2017, Inbetriebnahme war für 2021 vorgesehen
Nowi Chan schwachradioaktiv 1964 Lagerung in 6 m Tiefe; Herkunft: Industrie, Medizin und Forschung
hochradioaktiv Standortsuche für ein geologisches Tiefenendlager läuft, dieses soll ab 2050 bereitstehen

VR China

Chanwan Bay geplant
Gansu hochradioaktiv Bau ursprünglich zwischen 2030 und 2040 geplant, aktueller Baubeginn ab 2040 und Einlagerungsbeginn ab 2050 geplant

Deutschland

Gorleben Erkundungsbergwerk Gorleben Untersuchungen abgeschlossen.
Salzgitter Schacht Konrad schwach- und mittelradioaktiv in Bau Betriebsgenehmigung erteilt für schwach- und mittelradioaktiven, nichtwärmeproduzierenden Abfall
Morsleben Morsleben schwach- und mittelradioaktiv stillgelegt 1998 bis zum Jahre 1998 wurden 37.000 m³ radioaktiver Abfälle eingelagert
Asse schwach- und mittelradioaktiv stillgelegt 1967 Schließung bis 2017

1967–1978: 125.000 Behälter mit schwachradioaktiven Abfällen 1972–1977: rund 1300 Fässer mit mittelradioaktiven Abfällen

Finnland

Loviisa Loviisa schwach- und mittelradioaktiv Mai 1997 Lagerung in 120 m Tiefe
Olkiluoto Olkiluoto schwach- und mittelradioaktiv Mai 1992 Lager fürhochradioaktive Abfälle in Fertigstellung

Frankreich

Bure Bure (Felslabor) mittel- und hochradioaktiv geplant
Soulaines-Dhuys Centre de l’Aube schwachradioaktive sowie kurzlebige mittelradioaktive Abfälle 1992
La Hague Centre de la Manche schwach- und mittelradioaktiv stillgelegt 1969 1994 Einlagerung von 526.650 m³

Großbritannien

Sellafield Drigg schwachradioaktiv in Betrieb 1959 Betrieb bis mindestens 2050
Sellafield Endlager Sellafield Planung ab 1991 durch Nirex; Planungseinstellung März 1997

Indien

Surat Kakrapar
Kalpakkam Kalpakkam
Narora
Rajasthan
Tarapur
Trombay Trombay

Japan

Rokkasho Rokkasho schwachradioaktiv 1992

Nauru

geplant; genauer Standort wird noch geprüft

Norwegen

Himdalen

Schweden

Östhammar SFR Forsmark schwach- und mittelradioaktiv 1988
Östhammar SFR Forsmark hochradioaktiv Bau geplant, Bau darf nach Gerichtsentscheidung begonnen werden

Schweiz

Benken hochradioaktive und langlebige mittelradioaktive Abfälle geplant als Tiefenlager. Endlager gesetzlich verboten.

Spanien

El Cabril schwachradioaktiv

Tschechien

Beroun-Hostim stillgelegt 1959 1964
Jáchymov Bratrství schwach- und mittelradioaktiv 1974 institutionelle Abfälle mit natürlichen Radionukliden
Heřmanice Dukovany schwach- und mittelradioaktiv 1995 Abfälle aus Kernkraftwerken
Richard schwach- und mittelradioaktiv 1964 institutionelle Abfälle mit künstlichen Radionukliden, liegt in 70–90 m Tiefe

Ungarn

Bátaapáti schwach- und mittelradioaktiv in Betrieb 2018 Erweiterung der Lagerkapazität zum Abdecken der gesamten Betriebszeit des Reaktors Paks-1
Püspökszilágy schwach- und mittelradioaktiv 1976 2005 Die Anlage dient nur noch als Zwischenlager

USA

Carlsbad Waste Isolation Pilot Plant (WIPP) Transuranabfälle März 1999
Yucca Mountain abgebrannte Brennelemente und hochradioaktive Abfälle geplant

Siehe auch

wikipedia, wiki, enzyklopädie, buch, bibliothek, artikel, lesen, kostenlos herunterladen, Informationen über Liste von kerntechnischen Zwischen- und Endlagern, Was ist Liste von kerntechnischen Zwischen- und Endlagern? Was bedeutet Liste von kerntechnischen Zwischen- und Endlagern?