NSN Cycling Team

Das NSN Cycling Team ist ein Schweizer, ehemals israelisches Radsportteam.

NSN Cycling Team
Teamdaten
UCI-Code NSN
Nationalität Schweiz Schweiz
Lizenz UCI WorldTeam
Betreiber Cycling Academy Ltd.
Erste Saison 2015
Disziplin Straße
Radhersteller Scott
Personal
Team-Manager Finnland Kjell Carlström
Sportl. Leiter Neuseeland Sam Bewley
Namensgeschichte
Jahre Name
2015–2016
2017–2019
2020–2021
2022–2025
2026–
Cycling Academy Team
Israel Cycling Academy
Israel Start-Up Nation
Israel-Premier Tech
NSN Cycling Team
Website
nsncyclingteam.com

Geschichte

Die Mannschaft wurde 2015 in Israel als Cycling Academy Team gegründet und nahm zunächst als UCI Continental Team an den UCI Continental Circuits teil. Die Mannschaft fuhr ab 2016 und 2019 mit einer Lizenz als UCI Professional Continental Team.

Manager war zunächst der ehemalige Radrennfahrer Ran Margaliot. Das Team wurde nach einem Treffen des späteren Managers und radsportbegeisterten Unternehmers Ron Baron im Jahr 2014 mit dem Ziel gegründet, den Radsport in Israel zu fördern. Im Jahr 2016 stieß der Immobilienmilliardär Sylvan Adams zum Projekt, dessen aus Rumänien stammender Vater, nachdem er ein NS-Arbeitslager überlebt hatte, über die Türkei und Palästina nach Kanada emigrierte, wo die Familie zu Reichtum kam. Sein Sohn, der als Vertrauter des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu gilt, zog 2016 nach Israel. Er unterstützte den Start des Giro d’Italia 2018 mit drei Etappen in Israel mit erheblichen finanziellen Mitteln. Die Mannschaft nahm mit diesem Rennen erstmals an einer Grand Tour teil.

Sportliche Leiter waren zunächst Dror Pekatch und Ján Valach, die zur Saison 2016 vom ehemaligen Tour-de-France-Etappensieger Nicki Sørensen abgelöst wurden.

2017 verpflichtete das Team den türkischen Zeitfahrmeister Ahmet Örken. Seine Familie wurde deshalb in der Türkei aus politischen Gründen derart unter Druck gesetzt, dass Örken darum bat, seinen Vertrag wieder aufzulösen.

Anfang Oktober 2019 wurde bekanntgegeben, dass die Eigner der Israel Cycling Academy die Betreibergesellschaft des Teams Katusha Alpecin Katusha Management und damit die WorldTour-Lizenz und die bestehenden Verträge dieses Teams übernehme. Der Teammanager der Israel Cycling Academy, Kjell Carlström, werde diese Position bei Katusha Management ausüben. Im Dezember 2019 registrierte die UCI die Mannschaft als WorldTeam für die Saisons 2020–2022. In diesem Zusammenhang wurde bekannt, dass der Name wegen des neuen Namenssponsors Start-Up Nation Central, einer israelischen Nonprofit-Organisation, die israelische Start-up-Unternehmen unterstützt, in Israel Start-Up Nation umbenannt wird. Im Jahr 2020 ging das Team eine Kooperation in den Bereichen Marketing und Produktentwicklung mit dem Formel-1-Rennstall Williams F1 ein. Zur Saison 2020 wechselte der vierfache Tour-de-France-Sieger, Chris Froome, zu Israel Start-Up Nation.

Als Farmteam besteht seit 2020 – zunächst unter dem Namen Israel Cycling Academy – ein Development Team.

Im Januar 2022 wurde bekanntgegeben, dass der kanadische Verpackungsmaschinenhersteller Premier Tech zum neuen Namenssponsor und das Team in Israel-Premier Tech umbenannt werde. Im Vorjahr 2021 war Premier Tech noch Namenssponsor von Astana-Premier Tech gewesen.

Das Team verlor nach Ablauf der Saison 2022 den Status als WorldTeam und wurde als ProTeam lizenziert. Auf Grund der Weltranglistenposition hatte das Team jedoch für 2023 automatisches Startrecht bei allen WorldTour-Rennen außer den Grand Tours. 2023 und 2024 etablierte sich das Team als zweitbestes ProTeam, so dass es für 2024 und 2025 eine automatische Einladung für alle WorldTour-Rennen erhielt und gute Voraussetzungen für eine erneute Lizenzierung als WorldTeam ab 2026 schuf. Dabei gelangen dem Team unter anderem jeweils ein Etappenerfolg bei der Tour de France 2023 und bei der Vuelta a España 2024.

Bei der Vuelta a España 2025 war die Mannschaft Gegenstand pro-palästinensischer Proteste, die sich gegen Israels Kriegsführung in Gaza richteten, dabei den Vorwurf des Völkermords erhoben und den Ausschluss des Teams aus dem Rennen forderten. Dabei liefen zum Teil Aktivisten in das Peloton oder auf die Strecke, was zu Gefährdungen von Fahrern, Stürzen und dem Abbruch der 11. Etappe und der Abschlussetappe führte. Das Teammanagement lehnte ein Ausscheiden der Mannschaft aus dem Rennen oder einen Verzicht auf den Namensbestandteil Israel ab, ließ das Team aber ab der 15. Etappe in Trikots ohne den Begriff Israel starten. Trotzdem erzwangen Prostestanten den Abbruch der letzten Etappe. Nachdem das Team zum Saisonende beim Giro dell’Emilia ausgeladen worden war, verzichtete es von sich aus auf die Teinnahme an weiteren Herbstklassikern. Ende 2025 zog sich der Sponsor, die kanadische Gruppe Premier Tech zurück.

Sportlich beendete das Team die Saison 2025 als zweitbestes ProTeam im Dreijahresranking 2023–2025 und schaffte damit die Rückkehr auf die UCI WorldTour. Die neuen Sponsoren sind NSN, eine internationale Firma im Sport- und Unterhaltungsgeschäft, und Stoneweg, eine Genfer Investmentgesellschaft. Die Lizenzierung erfolgte unter Schweizer Flagge unter dem neuen Namen NSN Cycling Team. Die Teaminfrastruktur befindet sich in Barcelona und Girona. Es wird auch ein Conintental Team mit dem Namen «NSN Development Team» betrieben.

UCI-Weltranglisten-Platzierungen

World Ranking
JahrTeamwertungEinzelwertung
2016 Mihkel Räim (232. )
2017 Guillaume Boivin (181. )
2018 Ben Hermans (65. )
201919. Tom Van Asbroeck (90. )
202022. Daniel Martin (29. )
202110. Michael Woods (13. )
202219. Dylan Teuns (32. )
202316. Michael Woods (47. )
20249. Corbin Strong (39. )
202514. Corbin Strong (47. )
Quelle: UCI

Mannschaft 2026

Teamkader 2026
NameGeburtsdatumLandVorheriges Team
Stephen Williams9. Juni 1996 Vereinigtes KönigreichBahrain Victorious (2022)
Ethan Vernon26. August 2000 Vereinigtes KönigreichSoudal Quick-Step (2023)
Floris Van Tricht23. Juni 2001 BelgienIsrael Premier Tech Academy (2025)
Tom Van Asbroeck19. April 1990 BelgienEF Education First-Drapac (2018)
Corbin Strong30. April 2000 NeuseelandSEG Racing Academy (2021)
Jake Stewart2. Oktober 1999 Vereinigtes KönigreichGroupama-FDJ (2023)
Riley Sheehan16. Juni 2000 Vereinigte StaatenDenver Disruptors (2023)
Nick Schultz13. September 1994 AustralienTeam BikeExchange-Jayco (2022)
Nadav Raisberg29. März 2001 IsraelIsrael Premier Tech Academy (2023)
Alessandro Pinarello12. Juli 2003 ItalienVF Group-Bardiani CSF-Faizanè (2025)
Krists Neilands18. August 1994 LettlandAxeon-Hagens Berman (2016)
Ryan Mullen7. August 1994 IrlandRed Bull-Bora-Hansgrohe (2025)
Pau Martí24. November 2004 SpanienIsrael Premier Tech Academy (2025)
Alexei Luzenko7. September 1992 KasachstanAstana Qazaqstan Team (2024)
Matis Louvel19. Juli 1999 FrankreichArkéa-B&B Hotels (2024)
Oded Kogut14. Februar 2001 IsraelIsrael Premier Tech Academy (2023)
Hugo Houle27. September 1990 KanadaAstana-Premier Tech (2021)
Hugo Hofstetter13. Februar 1994 FrankreichArkéa-Samsic (2023)
Jan Hirt21. Januar 1991 TschechienSoudal Quick-Step (2024)
Brady Gilmore14. April 2001 AustralienIsrael Premier Tech Academy (2025)
Marco Frigo2. März 2000 ItalienIsrael Cycling Academy (2022)
Itamar Einhorn20. September 1997 IsraelCôtes d'Armor-Marie Morin-Véranda Rideau (2019)
Pier-André Côté24. April 1997 KanadaIsrael Premier Tech Academy (2024)
Simon Clarke (1. Jan.–1. Feb., Anm.)18. Juli 1986 AustralienQhubeka NextHash (2021)
Guillaume Boivin25. Mai 1989 KanadaOptum-Kelly Benefit Strategies (2015)
Joseph Blackmore23. Februar 2003 Vereinigtes KönigreichIsrael Premier Tech Academy (2024)
George Bennett7. April 1990 NeuseelandUAE Team Emirates (2023)
Lewis Askey4. Mai 2001 Vereinigtes KönigreichGroupama-FDJ (2025)
Dion Smith3. März 1993 NeuseelandIntermarché-Wanty (2025)
Rotem Tene (2. Feb.–31. Dez.)30. März 2001 IsraelNSN Development (2026)
Quelle: ProCyclingStats

Anmerkung: Simon Clarke, Karriereende des Sportlers

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