National Park Service

Der National Park Service (NPS, deutsch Nationalparkdienst) ist eine Bundesbehörde in den Vereinigten Staaten von Amerika im Geschäftsbereich des Innenministeriums der Vereinigten Staaten, deren Aufgabe die Verwaltung der US-Nationalparks und anderer Naturschutzgebiete und Gedenkstätten ist. Ihr obliegt die Verantwortung für über 400 Gebiete im Bundesbesitz mit kultureller, historischer oder landschaftlich herausragender Bedeutung.

Vereinigte Staaten
National Park Service
— NPS —
Staatliche Ebene Bundesbehörde
(U.S. federal agency)
Stellung der Behörde Naturschutzbehörde u. a.
Aufsichts­behörde(n) Innenministerium der Vereinigten Staaten
Bestehen seit 25. August 1916
Hauptsitz Washington, D.C.
Behördenleitung Jessica Bowron, Director
Mitarbeiter 22.000 sowie
275.000 Freiwillige
Website www.nps.gov

Neben den 63 Nationalparks (Stand 2024) gehören weitere Liegenschaften wie Nationalmonumente, historische Parks, Gedenkstätten, Erholungsgebiete, Flüsse und Küstenabschnitte zum Verwaltungsbereich des National Park Service, die zusammen eine Fläche von über 84 Millionen Acres (340.000 km²) einnehmen.

Der größte Park ist der Wrangell-St.-Elias-Nationalpark in Alaska, der mit 13,2 Millionen Acres (53.000 km²) 16 % der von NPS verwalteten Fläche ausmacht. Die kleinste Einrichtung ist mit etwa 80 Quadratmetern das Thaddeus Kosciuszko National Memorial in Pennsylvania.

Geschichte und Aufgaben

Mit Inkrafttreten des National Park Service Organic Act wurde der National Park Service am 25. August 1916 unter US-Präsident Woodrow Wilson als Abteilung des US-Innenministeriums gegründet; treibende Kraft war der damalige Minister Franklin Knight Lane. Die Aufgaben des National Park Service bestehen darin, die verwalteten Orte der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und die natürliche Landschaft und Tierwelt und historische Denkmäler für künftige Generationen zu erhalten.

Dieser Gedanke wurde zuerst 1872 mit der Eröffnung des Yellowstone-Nationalparks umgesetzt. Dabei stand ursprünglich nicht der Naturschutz im Vordergrund, sondern die Aufgabe, naturbelassene Parks zur Erholung und zum Vergnügen der Bevölkerung zu schaffen. Der touristische Aspekt stand auch im Vordergrund, als in den 1930er Jahren im Rahmen des New Deal das Civilian Conservation Corps in vielen noch kaum erschlossenen Parks Straßen, Wanderwege, Campingplätze und erste Besucherzentren errichtete. Gleichzeitig rückten erste ökologische Ziele in den Vordergrund. Einflussreich war 1916 der Aufsatz Animal Life as an Asset to National Parks von Joseph Grinnell und Tracy Irwin Storer in Science, der dazu führte, dass in den US-Nationalparks erstmals Biologen eingestellt wurden, die Führungen anboten und Ausstellungen gestalteten. Auch wurde in den 1920er und 1930er Jahren die Jagd auf Raubtiere in den Nationalparks zunehmend kritisch gesehen und ihre Rolle in der Ökologie neu bewertet. 1933 wurden die bis dahin durch das Kriegsministerium als Gedenkstätten verwalteten historischen Schlachtfelder dem National Park Service unterstellt. Seitdem betreut er zunehmend mehr Einrichtungen, die aufgrund ihrer historischen Bedeutung erhalten werden.

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts gewann neben dem Schutzgedanken auch die Bildung der Besucher nach dem im NPS entstandenen Konzept der Natur- und Kulturinterpretation immer mehr an Bedeutung. Die Mission 66 zum 50. Jubiläum des NPS stellte über neun Jahre etwas über eine Milliarde US-Dollar zur Verfügung, mit denen die Besuchereinrichtungen und -bildung ausgebaut wurde. 1978 fand die letzte grundlegende Reform statt. Seitdem gelten die Aufgaben der dauerhaften Bewahrung für künftige Generationen gleichermaßen für alle Gebiete des NPS, unabhängig vom Typ ihrer Widmung. Seit 2007 lief die Centennial Initiative in Vorbereitung auf das 100. Jubiläum des National Park Service im Jahr 2016. Sie war finanziell wesentlich geringer ausgestattet als die Mission 66 und brachte keine grundlegenden Änderungen.

Der National Park Service verwendet seit 1952 den Arrowhead als Signet. Der Sequoia-Baum und der Bison stehen für die Pflanzen- und Tierwelt der Schutzgebiete, die Berge und das Wasser für die Landschaft und die Pfeilspitze (Arrowhead) für die historischen und archäologischen Schutzgüter.

Nachdem der National Park Service in einem Tweet die Anzahl der Besucher der ersten Amtseinführung von Donald Trump im Januar 2017 mit jener seines Amtsvorgängers Barack Obama im Januar 2009 verglichen hatte und offenbar aus Protest gegen Trumps Klimapolitik Aussagen zum Klimawandel veröffentlichte, untersagte die Trump-Administration dem NPS nach der Amtseinführung für mehrere Tage weitere Tweets zu veröffentlichten.

Aus Protest gegen diese als Zensur kritisierte Maßnahme bildeten sich in Sozialen Netzwerken Accounts, die den NPS imitierten und Beiträge zu Themen wie Umweltschutz und Klimawandel veröffentlichten. Am erfolgreichsten war hierbei die Initiative Alt National Park Service (AltNPS), die auf Facebook mehrere Millionen Follower generieren konnte. Accounts des AltNPS wurden nach eigenen Angaben von Rangern des National Park Service geführt, die jedoch aus Sorge vor Repression anonym bleiben wollten. Später ergaben sich Zweifel, ob es sich bei den Betreibern der Accounts wirklich um Ranger handelte.

Donald Trump strebte in seiner ersten Amtszeit eine deutliche Minderung der jährlichen Mittel für den National Park Service an. Die Stelle des Direktors des NPS wurde in den vier Jahren seiner Amtszeit nicht nachbesetzt, sondern nur von Interimsvertretern übernommen. Gleichzeitig wurde unter seiner Regie mit dem Great American Outdoors Act ein sowohl von Republikanern als auch Demokraten unterstütztes Sondervermögen in Höhe von jährlich 1,9 Milliarden Dollar aufgelegt, um Renovierungsmaßnahmen in Gebieten des National Park Service zu finanzieren. Außerdem wurde der Land and Water Conservation Fund, der aus Mitteln des Office of Natural Resources Revenue gespeist wird, dauerhaft abgesichert, nachdem er zwar seit 1965 bestand aber immer wieder drohte, auszulaufen.

In der zweiten Amtszeit von Donald Trump wurden auf Anregung des von ihm neu gegründeten Department of Government Efficiency rund 1.000 NPS-Mitarbeiter entlassen. Die National Parks Conservation Association gab an, dass die Zahl der ständigen Mitarbeiter des NPS nach Trumps Amtsantritt um 24 Prozent gesunken sei und man auch bei der Anstellung von Saisonkräften hinterherhinke.

Die Trump-Administration erhöhte in ihrer zweiten Legislaturperiode zudem die Eintrittspreise für ausländische Staatsbürger und gewährte amerikanischen Staatsbürgern bevorzugten Zugang. Des Weiteren erließ Präsident Trump eine Executive Order mit dem Titel „Restoring Truth and Sanity to American History“, die NPS-Mitarbeiter anweist, Material, das Amerikaner verunglimpfe und als „woke“ angesehen wird, zu entfernen. Auch die Öffentlichkeit wurde aufgefordert entsprechende Inhalte zu melden.

Im Januar 2026 teilte die National Parks Conservation Association mit, dass die Zahl der fest angestellten Mitarbeitenden wegen Entlassungen, Abfindungen und Ruheständen um rund 25 Prozent gesunken sei. Wegen Personalmangel herrsche z.B. im Yosemite-Nationalpark teils Chaos. So können in diesem Nationalpark oft nicht mal die Eingänge besetzt werden, weil Ranger fehlen. Da die Aufsicht durch Ranger fehle würden Vorschriften missachtet. Müll bleibt liegen, Drohnen flögen, Verkehrsverstöße wie Falschparken auf sensiblen Wiesen nehmen zu und es gäbe verbotene Fallschirm-Sprünge von Felsen.

Organisation

Die Behördenleitung wird von einem NPS Director vorgenommen, der direkt vom US-Präsidenten ernannt wird. Gründungsdirektor war Stephen T. Mather (Amtszeit 1916–1929). Nachdem der von Barack Obama eingesetzte Direktor Jon Jarvis im Januar 2017 beim Amtsantritt von Donald Trump aus dem Amt schied, ließ Trump die Stelle dauerhaft unbesetzt. Von Dezember 2021 an war Charles F. Sams unter Joe Biden Direktor. Er ist Umatilla aus Oregon und war der erste Indianer in diesem Amt. Seit Januar 2025 ist Jessica Bowron Direktor.

Nahezu jeder Standort des NPS, jeweils eines der so genannten Units, hat ein Besucherzentrum mit Museum und hauptamtlichen Rangern. Große Einheiten, insbesondere die Nationalpark, haben einen eigenen wissenschaftlichen Dienst. Dabei handelt es sich um Biologen, Historiker, Paläontologen, Forstwissenschaftler, Geologen und Angehörige anderer Fachgebiete je nach Schwerpunkt des Gebietes. Thematisch und regional zusammenpassende kleinere Units teilen sich in der Regel das wissenschaftliche Personal.

In den großflächigen Schutzgebieten übt der National Park Service selbst die Polizeigewalt aus, in den meisten Gebieten geschieht dies durch Law Enforcement Ranger des jeweiligen Standorts. In Washington, D.C., den Gebieten des NPS in New York City und denen in und um San Francisco obliegt diese Funktion der United States Park Police, einer speziellen Bundespolizei innerhalb des NPS. Ermittlungen bei gravierenden Straftaten werden durch die rund 30 Bundesagenten der National Park Service Investigative Services Branch geführt.

Der National Park Service hatte 2013 einen Haushalt von 2,609 Milliarden US-Dollar im Jahr, wobei seit 2009 erstmals Sondermittel aus dem Konjunkturprogramm American Recovery and Reinvestment Act zur Verfügung standen. Vorher war der Haushalt bei rund 2 Milliarden gedeckt, und es hatte seit Jahrzehnten kein Inflationsausgleich stattgefunden. Dafür waren neue Gebiete hinzugekommen, so dass der Dienst massiv sparen muss. Fachpersonal wird, insbesondere in der Besucherbetreuung, zunehmend durch ehrenamtliche Freiwillige ersetzt, die Instandhaltung von Infrastruktur wird vernachlässigt, die Eintrittsgelder der großen Schutzgebiete wurden von einem experimentellen Beginn im Jahr 1992 an stetig erhöht. Für das Haushaltsjahr 2014 gibt der National Park Service einen Rückstand bei der Instandhaltung von Infrastruktur von 11,5 Mrd. Dollar an, wobei die Rückstände stetig wachsen, nicht zuletzt weil seit 2009 kein Inflationsausgleich im Budget des NPS stattgefunden hat.

Schutzgebietstypen

  • Nationalparks
  • National Monuments (Betreuung teilweise durch andere Behörden)
  • National Preserve (Betreuung teilweise durch andere Behörden)
  • National Historical Parks
  • National Historic Sites
  • National Seashores und Lakeshores
  • National Memorial (Betreuung teilweise durch andere Behörden)
  • National Battlefield
  • National Cemetery (Betreuung teilweise durch andere Behörden)
  • National Recreation Area (Betreuung teilweise durch andere Behörden)
  • National River
  • National Parkway
  • National Historic Trail
  • weitere zugeordnete Gebiete ohne eigenen Schutzstatus
  • weitere Standorte mit abweichender Widmung, zum Beispiel das Weiße Haus und städtische Parkanlagen in Washington, D.C.

Außerdem betreut der National Park Service die Programme für National Historic Landmarks und National Natural Landmarks, sowie das National Register of Historic Places, das nationale Denkmalschutzregister der Vereinigten Staaten. Diese sind jedoch in der Regel nicht im Bundesbesitz.

Literatur

  • William Everhart: The National Park Service. Routledge, London 2019, ISBN 978-0-367-29423-6.

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