No Other Choice

No Other Choice (Originaltitel: koreanisch 어쩔수가없다 RR Eojjeol suga eopda, deutsch ‚Ich kann es nicht ändern‘) ist ein südkoreanischer Spielfilm von Park Chan-wook aus dem Jahr 2025. Die schwarzhumorige Satire basiert auf dem Roman The Ax von Donald Westlake. Im Mittelpunkt der Handlung steht ein Familienvater, der seine Arbeit verliert. Als sein Leben aus den Fugen gerät, beginnt er, mögliche Mitbewerber bei der Jobsuche auszuschalten. Die Hauptrolle übernahm Lee Byung-hun. Die Uraufführung des Films fand Ende August 2025 bei den Internationalen Filmfestspiele von Venedig statt. Kurz darauf wurde No Other Choice als südkoreanischer Vorschlag für die Kategorie Bester Internationaler Film der Oscarverleihung 2026 ausgewählt. Regulärer Kinostart in Deutschland war am 5. Februar 2026.

Film
Titel No Other Choice
Originaltitel 어쩔수가없다
Transkription Eojjeol suga eopda
Produktionsland Südkorea
Originalsprache Koreanisch
Erscheinungsjahr 2025
Länge 139 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie Park Chan-wook
Drehbuch Park Chan-wook, Lee Kyoung-mi, Lee Ja-hye, Don McKellar
Produktion Park Chan-wook, Back Jisun, Michèle Ray-Gavras, Alexandre Gavras
Musik Cho Young-wuk
Kamera Kim Woo-hyung
Schnitt Kim Sang-beom
Besetzung
  • Lee Byung-hun: Man-su
  • Son Yejin: Mi-ri
  • Park Hee-soon: Choi Seon-chul
  • Lee Sung-min: Koo Beom-mo
  • Yeom Hye-ran: A-ra
  • Cha Seung-won: Go Si-jo
  • Yoo Yeon-seok: Oh Jin-ho

Handlung

Man-su arbeitet seit 25 Jahren als Experte in der Papierproduktion. Er ist glücklich mit Mi-ri verheiratet und Vater zweier Kinder. Als er eines Tages von seinem Arbeitgeber entlassen wird, stürzt er in eine existenzielle Krise. Man-su verspricht seiner Familie, innerhalb von drei Monaten eine neue Stelle zu finden.

Dreizehn Monate später arbeitet Man-su wegen erfolgloser Bewerbungen in der Papierbranche in einem Supermarkt. Die Familie hat ihre Ausgaben drastisch reduziert, unter anderem, indem sie ihre beiden Hunde bei Mi-ris Eltern untergebracht haben. Da die Familie die Hypothek nicht mehr bedienen kann, sucht die Familie schon nach Käufern für ihr Haus. Mi-ri beginnt als zahnmedizinische Fachangestellte für den charmanten Zahnarzt Jin-ho zu arbeiten. Man-su leidet währenddessen unter Zahnschmerzen, die er ignoriert.

Als Man-su versucht, bei der Firma Moon Paper einen Arbeitsplatz zu erhalten, wird schnell klar, dass er den Job nicht bekommen wird. Man-su verfolgt einen Manager und überlegt diesen mit einer herabfallenden Topfpflanze zu erschlagen. Er verwirft den Plan aber wieder. Man-su schaltet eine fingierte Anzeige, um seine Konkurrenten auf dem Papiermarkt zu identifizieren. Unter den eingehenden Bewerbungen erkennt er zwei Männer, deren Qualifikationen seine eigenen übertreffen: Beom-mo und Si-jo. Man-su holt die Pistole seines Vaters aus dem Militärdienst hervor und beschließt, seine Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt zu erschießen.

Man-su beginnt, den arbeitslosen Alkoholiker Beom-mo auszuspionieren und plant den Mordversuch. Er wird von einer Schlange gebissen und von Beom-mos unzufriedener Ehefrau A-ra behandelt. Unabhängig voneinander entdecken Man-su und Beom-mo A-ras Untreue. Man-su bedroht Beom-mo mit vorgehaltener Waffe, wobei daraufhin A-ra hinzutritt. Man-su, Beom-mo und A-ra ringen um die Waffe. A-ra erschießt Beom-mo, und Man-su entkommt nur knapp. Man-su kommt verspätet zu einem Kostüm-Tanzfest und sieht dort, wie Mi-ri mit Jin-ho tanzt. Wütend kehrt Man-su zu Beom-mos Wohnung zurück, wo A-ra und ihr Liebhaber Beom-mo und die Waffe vergraben haben. Man-su gräbt die Pistole wieder aus. Man-su und Mi-ri beschuldigen sich gegenseitig der Untreue, versöhnen sich jedoch anschließend.

Man-su besucht Si-jo, der Schuhe verkauft und von seiner jungen Tochter erzählt. Man-su bringt in Erfahrung, wann Si-jo Feierabend machen wird. Auf dem Heimweg von Si-jo täuscht Man-su eine Autopanne vor. Nachdem Si-jo anhält, um zu helfen, erschießt Man-su ihn und versteckt die Leiche in seinem Auto. Zwei Polizisten besuchen Man-su und warnen ihn vor dem Verschwinden von Beom-mo und Si-jo, da die Polizei ihre ähnlichen Umstände miteinander in Verbindung gebracht hat. In der Nacht beobachtet der Sohn von Man-su, wie er die Leiche von Si-jo im Garten vergräbt.

Man-su besucht Seon-chul, der Manager von Moon Paper, zu Hause, um sich mit ihm anzufreunden. Während er Seon-chul mit Alkohol abfüllt, wird Man-su gezwungen, seine eigene Abstinenz zu brechen, was dazu führt, dass er sich gewaltsam einen von Karies zerfressenen Zahn selbst zieht. Anschließend erstickt er Seon-chul und lässt es so aussehen, als sei der betrunkene Seon-chul an seinem eigenen Erbrochenen erstickt. Zu Hause entdeckt Mi-ri über die Erzählung des Sohnes die vergrabene Leiche. Um die Familie zu schützen, sagt sie ihrem Sohn, dass Man-su ein Schwein vergraben hat, um den Boden zu düngen.

Moon Paper beschließt, Man-su als Ersatz für Seon-chul einzustellen. Dadurch kann die Familie ihr Haus behalten und ihre Hunde wieder zu sich holen. Die Polizei besucht Man-su erneut und eröffnet ihm, dass Beom-mo von seiner Frau als Waffenbesitzer und möglichen Mörder von Si-jo belastet wurde, wodurch der Verdacht von Man-su abfällt. Bei der Arbeit feiert Man-su allein in einer modernen Papierfabrik, die von Maschinen statt von Arbeitern betrieben wird.

Hintergrund

No Other Choice ist der 13. Spielfilm des südkoreanischen Regisseurs Park Chan-wook. Er verfasste gemeinsam mit Lee Kyoung-mi, Lee Ja-hye und Don McKellar auch das Drehbuch. Es basiert auf dem im Jahr 1997 erschienenen Kriminalroman The Ax des US-amerikanischen Schriftstellers Donald E. Westlake (1933–2008). Eine deutschsprachige Übersetzung unter dem Titel Der Freisteller erschien ein Jahr später im Europa Verlag. Parks Regiearbeit ist nach Costa-Gavras’ Die Axt (2005) die zweite Verfilmung von Westlakes Roman.

Der Film wurde von den südkoreanischen CJ ENM Studios und Parks eigenem Filmstudio Moho Films produziert.

Rezeption

Veröffentlichung

Die Weltpremiere von No Other Choice fand am 29. August 2025 im Rahmen des 82. Internationalen Filmfestivals von Venedig statt. Der Beitrag wurde in den Hauptwettbewerb aufgenommen. Das Premierenpublikum soll Parks Regiearbeit nach Ende der Vorstellung einen Applaus von über 8 Minuten gespendet haben.

In den folgenden Wochen wurde der Film unter anderem in die Programme der Festivals von Busan, London, New York und Toronto aufgenommen.

Der reguläre Kinostart in Südkorea erfolgte am 24. September 2025.

In Nordamerika soll No Other Choice von Neon verliehen werden. Das Unternehmen hatte mit Park bereits an der Kino-Wiederveröffentlichung seines Films Oldboy (2003) zusammengearbeitet.

Ein regulärer Kinostart in Deutschland erfolgte am 5. Februar 2026 im Verleih von Plaion.

Ein knapp einminütiger Teaser wurde im Juli 2025 veröffentlicht.

Kritiken

Auf der Website Metacritic erhielt No Other Choice eine Bewertung von 86 von 100 möglichen Punkten, basierend auf mehr als einem Dutzend ausgewerteten englischsprachigen Kritiken. Das Echo der Rezensenten wurde mit „einhelligem Beifall“ („universal acclaim“) beurteilt und es wurde eine eindeutige Filmempfehlung („must-see“) ausgesprochen. Von den fast über 70 englischsprachigen Kritiken, die auf der Website Rotten Tomatoes nach der Premiere aufgeführt werden, erhielten alle eine positive Bewertung („fresh“). Der dortige Konsens der Rezensenten befand, dass Parks Regiearbeit „eine bösartig-clevere Abrechnung mit dem Konkurrenzkampf in Unternehmen“ darstelle und mit „makelloser Präzision inszeniert“ sei. „Ihren perfekten Avatar“ finde das Werk in der „gekonnt unglücklichen Darstellung“ von Hauptdarsteller Lee Byung-hun. Top-Bewertungen verzeichnete No Other Choice unter anderem von John Bleasedale (Time Out) und David Ehrlich (IndieWire, Note: „A-“, vergleichbar mit einer „1-“ im deutschen Schulsystem).

Im September 2025 setzte sich Parks Regiearbeit als südkoreanischer Vorschlag für die Kategorie Bester Internationaler Film der Oscarverleihung 2026 durch. Eine Jury um die Produzenten Kwak Sin-ae (Parasite) und Lee Dong-ha (Train to Busan) sowie die Schauspielerin Jang Hye-jin hoben die besondere künsterlische Qualität des Films hervor. No Other Choice sei der „wettbewerbsstärkste Beitrag unter allen Einreichungen“ gewesen und habe sich als „hochpolierte schwarze Komödie mit herausragenden Darstellerleistungen“ ausgezeichnet.

Auszeichnungen

Park Chan-wook wurde mit No Other Choice zum zweiten Mal nach 2005 in den Wettbewerb um den Goldenen Löwen der Filmfestspiele von Venedig eingeladen. Das Werk blieb dort unprämiert. Wenig später gewann No Other Choice auf dem Filmfestival von Toronto 2025 den Publikumspreis für den besten internationalen Spielfilm. Im selben Jahr folgte der Gewinn von sieben südkoreanischen Blue Dragon Awards, darunter in den Kategorien Film, Regie, Hauptdarstellerin (Son Ye-jin) und Nebendarsteller (Lee Sung-min). Auch bei den Golden Globe Awards 2026 (Filmkomödie, nicht-englischsprachiger Film, Hauptdarsteller) war der Film nominiert.

Festival / Filmpreis (Auswahl) Kategorie Resultat Preisträger
1) Filmpreise
Golden Globe Awards (2026) Bester Film – Komödie oder Musical Nominiert k. A.
Bester nicht-englischsprachiger Film Nominiert Südkorea
Bester Hauptdarsteller – Komödie oder Musical Nominiert Lee Byung-hun
Critics’ Choice Movie Awards (2026) Bester fremdsprachiger Film Nominiert k. A.
Bestes Originaldrehbuch Nominiert Park Chan-wook, Lee Kyoung-mi, Don McKellar, Jahye Lee
Blue Dragon Award (2025) Bester Film Gewonnen k. A.
Beste Regie Gewonnen Park Chan-wook
Bestes Drehbuch Nominiert Park Chan-wook, Lee Kyoung-mi, Lee Ja-hye, Don McKellar
Bester Hauptdarsteller Nominiert Lee Byung-hun
Beste Hauptdarstellerin Gewonnen Son Ye-jin
Bester Nebendarsteller Gewonnen Lee Sung-min
Beste Nebendarstellerin Nominiert Yeom Hye-ran
Beste Kamera/Beleuchtung Nominiert Kim Woo-hyung, Min Jae-kim
Bestes Szenenbild Nominiert Ryu Seong-hie
Beste Filmmusik Gewonnen Cho Young-wuk
Bester Schnitt Nominiert Kim Sang-beom, Kim Ho-bin
Best Technical Award Gewonnen Jo Sang-gyeong
Publikumspreis Nominiert k. A.
Popularity Award – Popular Star Gewonnen Son Ye-jin
Gotham Awards (2025) Bester internationaler Film Nominiert Park Chan-wook, Alexandre Gavras, Michèle Ray-Gavras, Jisun Back
Bestes adaptiertes Drehbuch Nominiert Park Chan-wook, Lee Kyoung-mi, Lee Ja-hye, Don McKellar
Beste Hauptrolle Nominiert Lee Byung-hun
2) Festivals
Venedig (2025) Goldener Löwe – Bester Film Nominiert Park Chan-wook
Toronto (2025) Publikumspreis – Bester internationaler Film Gewonnen Park Chan-wook
Sitges (2025) Bester Film Nominiert Park Chan-wook
Beste Regie Gewonnen Park Chan-wook
Haifa (2025) Bester internationaler Film Nominiert Park Chan-wook
Savannah (2025) Publikumspreis – Bester internationaler Film Gewonnen Park Chan-wook

Literatur

  • Donald E. Westlake: The Ax. Mysterious Press, New York, 1997. – ISBN 9780892965878.
    • Der Freisteller. Übersetzung Johannes Schwab. Europa Verlag, München/Wien, 1998. – ISBN 978-3-203-84002-4.

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