Rangabzeichen der österreichisch-ungarischen Streitkräfte

Dieser Artikel behandelt die Rangabzeichen der Österreichisch-Ungarischen Streitkräfte.

Landstreitkräfte

Kragen-Rangabzeichen

Situation bis 1867

Im Heer des Kaisertums Österreich waren im Mai 1848 erstmals Kragenabzeichen (Distinktionen) zur Dienstgradunterscheidung eingeführt worden. Diese bestanden zunächst aus bis zu drei horizontalen, übereinander angeordneten Litzen, von zwei Wiener Zoll (rund fünf Zentimeter) Länge: Bei Offizieren bis zum Oberst in Knopffarbe (silbern oder golden); bei Stabsoffizieren (Major bis Oberst) zusätzlich der Rand der Ärmelaufschläge, wie bisher, mit einer Metallborte in Kopffarbe besetzt. Bereits 1849 wechselten die Offiziere von den Litzen zu gestickten sechsspitzigen Kragensternen aus Metallgespinst, wie sie bis 1918 üblich waren. Bei Stabsoffizieren besaß jetzt auch der Kragenrand einen Bortenbesatz in Knopffarbe, darauf Rangsterne in gewechselter Farbe (Gold auf Silber bzw. Silber auf Gold). Die Kragensterne der Oberoffiziere (Leutnant bis Hauptmann/Rittmeister) in Knopffarbe. Die Anordnung bei zwei Sternen übereinander, bei drei Sternen diese ein gleichschenkliges Dreieck bildend. Die Generale trugen stets silberne Sterne auf goldener Kragenborte, der Feldmarschall statt der Silbersterne goldenes Eichenlaub, das mit der Blattspitze nach unten wies.

Bei Gefreiten, Korporalen und Feldwebeln waren die 1848 verordneten Litzen aus weißem Stoff; gleichzeitig verloren die Feldwebel das am Handriemchen vor der Brust eingehängte spanische Rohr (Bambus) als Distinktionsmerkmal, und die Korporale gaben ihren Stock aus Haselholz ab. Im Jänner 1850 wechselten auch die Chargen vom Feldwebel abwärts zu Sterndistinktionen, hier aus weißem Tuch. Bei Feldwebeln und Stabsführern kam ab 1857 zu den drei Sternen ein 1,3 cm breites, gelbseidenes, gezackt dessiniertes Börtchen nahe des Kragenrands hinzu; die gleichzeitig eingeführte Charge des Zugsführers übernahm die bisherigen Feldwebel-Distinktion (drei Sterne ohne Börtchen).

Situation bis 1918

Die Umwandlung des alten Habsburgerstaates in die moderne Doppelmonarchie Österreich-Ungarn (österreichisch-ungarischer Ausgleich) brachte auch dem Militär viele Neuerungen. Die Rangabzeichen in den reorganisierten Landstreitkräften blieben indes nahezu unverändert und erlebten bis 1918 nur geringfügige Wandlungen. Militärbeamten waren kenntlich anhand von gold- oder silbergestickten vierblättrigen Rosetten, seit Ende 1909 Sternrosetten. Die sechsspitzigen Offizierssterne führten hingegen die Intendanturs-Beamte, Artillerie-Ingenieure sowie die Bau-Ingenieure. Alle Abzeichen wurden ausnahmslos am vorderen Teil des Kragens getragen, zuletzt auch die Stabsoffiziersborten, die anfangs noch den gesamten unteren Krangenrand umlaufen hatten. Die Distinktionen waren für die Gemeinsame Armee, die k.k. Landwehr und die k.u. Landwehr von gleicher Machart, lediglich die Gebirgsinfanterie führte seit 1908 ein zusätzliches Edelweiß hinter den Rangsternen. Die Sterne (und sonstigen Abzeichen – z. B. für Spezialisten) wurden auf dem farbig abgesetzten Kragen des Waffenrocks (ab 1909 offizielle Bezeichnung „Rock“), beziehungsweise auf den Parolis der Feldbluse befestigt. An den Mänteln wurden keine Rangabzeichen getragen.

Die 1 bis 3 Rangsterne der Mannschaften (Gefreite, Korporale, Zugsführer und Feldwebel) bestanden bis 1901 aus weißem Tuch, dann aus Zelluloid. Ab Juni 1914 wechselten die Kadett-Chargen und die Ende 1913 eingeführten Stabsfeldwebel zu seidengestickten weißen Sternen. Die im Juni 1915 eingeführte Charge Offiziersstellvertreter besaß hingegen einen Metallstern wie die Fähnriche, jedoch aus Messing statt silberfarben. Dazu eine breite und darüber eine schmale, silberne Kragenborte, die im Juni 1914 bereits den Stabsfeldwebeln verordnet worden war (diese vorher die gelbe Feldwebelborte, aber mit schmalem schwarzen Mittelstreifen, dazu 3 mm oberhalb der Borte eine weitere, schmale Goldborte). Die hinter den Stabsfeldwebeln rangierenden Gagisten ohne Rangklasse zunächst wie die Feldwebel, die Borte jedoch silbern und, statt der Zelluloidsterne, ab 1914 solche aus weißer Seidenstickerei.

Die Offiziersanwärter (Aspiranten) waren mittels besonderer Abzeichen kenntlicht gemacht. Sie gliederten sich in Einjährig-Freiwillige, Kadetten und Fähnriche (bis 1908): Kadett-Offiziersstellvertreter:

  • Der Einjährig-Freiwillige („EF“) (ungarisch Egyévi Önkéntesi) war Aspirant der Reserve. Auf den Ärmelaufschlägen kennzeichneten ihn gelbseidene Querborten mit einem schwarzen Mittelstreifen („Intelligenzbörtel“). Zusätzlich durfte seit 1915 auf den Kragenspiegeln (Paroli) ein glatter Metallknopf angebracht werden (Zirkularverordnung vom 30. März 1915). Der „EF“-Knopf war hinter den Rangabzeichen der Titular-Charge zu tragen. Auf den Mantel-Paroli war der Knopf vorne zu tragen (ebenso die Fähnriche seit 1916, die Offiziere den Knopf aber hinten auf dem Paroli). Ansonsten wurden am Mantel keine Rangabzeichen getragen. Knöpfe und Intelligenzbörtel wurden mit Beförderung zum Offizier abgelegt.
  • Die Kadett-Chargen waren Anwärter zum Berufs- oder Reserveoffizier. Während ihrer Ausbildung zählten sie zu den Mannschaften und trugen deren Rangsterne, rangierten aber vor den Normalchargen gleichen Ranges. Standeszeichen war die zusätzlich getragene Rangborte entlang der vorderen Kragenenden. Diese glich der gezackten Rangborte der Feldwebel, war jedoch goldfarben statt kaisergelb. Bekleidete ein Kadett die Feldwebel-Charge, legte er das kaisergelbe Feldwebel-Rang-Börtchen an, das oberhalb des Goldbörtchens zur Hälfte überstand (die schmale Goldborte wurde auf die breitere Seidenborte aufgenäht, die dann entsprechend hervorragte). Der Kadett-Offiziersstellvertreter wurde 1908 in Fähnrich umbenannt und rangierte nun nicht mehr als Unteroffizier, sondern als Offizier des Soldatenstandes (Zirkularverordnung vom 15. November 1908). Rangabzeichen war ein auf dem Goldbörtchen aufgelegter silber-plattierter (d. h. flacher), seit 1909 ein silber-geprägter (d. h. erhabener) Metallstern (sogenannte ärarische Ausführung). Ein Jahr darauf erfolgte die Umbenennung des Kadett-Feldwebels in Kadett, der aber weiterhin zu den Mannschaften zählte. Adjustierung und Abzeichen blieben unverändert. 1916 wurde den Kadetten und Fähnrichen der blanke „EF“-Knopf hinter den Rangabzeichen bewilligt. Die Fähnriche ausgenommen, waren nun die goldenen Kragenborten abzulegen.

Vor allem bei privat angeschafften Uniformstücken ersetzen die Mannschaften, Unteroffiziere und Aspiranten häufig die vorgeschriebenen Rangsterne aus Zelluloid oder geprägtem Metall unerlaubt durch gestickte Versionen aus Seide oder – bei Fähnrichen – aus Metallgespinst. Daneben waren auch Sterne aus Bein anzutreffen.

Helm-Rangabzeichen

Die Linienformationen der Kavallerie, Artillerie und der meisten Fußtruppen trugen Helmarten (Tschako, Tschapka, Kammhelm), an dem die individuelle Charge, zumindest aber die Chargengruppe des Trägers abzulesen war. Anders verhielt es sich mit den übrigen Arten der Kopfbedeckung, wie der Feldkappe, dem „Bosniaken“-Fez, dem Helm („Pickelhaube“) (k.k. Gendarmerie, die Leibgarde-Formationen, mit Ausnahme der k.u. Leibgarde), oder dem Jägerhut (Kaiserjäger, Feldjäger, k.k. Landwehr, k.u. Gendarmerie usw., siehe Adjustierung): Die Kopfbedeckungen unterschieden nicht nach einzelnen Chargen, sondern allein nach Mannschaften, Fähnrichen und Offizieren.

Das Gros der Kopfbedeckungen besaß allerdings folgende gemeinsame Merkmale: Die Beschläge bestanden aus Tombak (bei Offizieren vergoldet). Borten und Schnüre (sofern vorgeschrieben) waren bei den Mannschaften aus Schafwolle, bei den Fähnrichen aus gelb-schwarz geritzter Seide (am Jägerhut die Rundschnur aber grün), bei Offizieren aus Goldgespinst. Die Kappenrose am Tschako für Mannschaften aus Tombak, für Offiziere aus Gold-Boullion. Bei der Infanterie das schwarze Feld bei Mannschaften ohne, bei Offizieren mit gesticktem Allerhöchsten Namenszug (die Herrscher-Initialen „FJI“, bei Honvéd-Truppen „IFJ“, ab 1916 „K“). Die Rosette bei Husaren, Artillerie und Ulanen sowie an der Feldkappe aus Metall und für alle Chargen mit den Herrscher-Initialen (bei Mannschaften eingestanzt, bei Fähnrichen und Offizieren gestickt, bei Husaren-Offizieren eine vergoldete Metallrosette). Bei privat angeschaffte Stücken waren auch den Mannschaften vergoldete Beschläge sowie Borten und Schnüre aus Seide erlaubt. Am roten „Bosniaken“-Fez bestand die dunkelblaue Quaste für Mannschaften aus Wolle, für Offiziere aus Seide. Ab 1886 war der Fez nur für Muslime vorgeschrieben (in der entsprechenden Vorschrift „Mohammedaner“ genannt). Alle nicht-muslimischen Unteroffiziere, Fähnriche und Offiziere trugen seitdem den Tschako oder die Kappe.

Am Tschako, an der Ulanen-Tschapka (Ulanen und k.k. Landwehr-Ulanen) sowie am Dragonerhelm kamen besondere Rangabzeichen hinzu. Der Tschako war in den Landstreitkräften am weitesten verbreitet. Als Rangabzeichen besaß er kaisergelbe Wollschnüre oder Borten. Der Gefreite war an einer kaisergelben, schwarz-geritzten 1/5 österreichisches Zoll (~0,5 cm) dicken Rundschnur zu erkennen. Korporale trugen eine 1½ Zoll (~4 cm) breite kaisergelbe dessinierte (= mit Zick-Zack-Muster verziert) Rangborte. Von gleicher Machart und Breite, mittig jedoch von einem 1/24 Zoll (~1 mm) schmalen schwarzen Streifen geteilt, war die Rangborte für Zugsführer, Wachtmeister und Kadett-Offiziersstellvertreter (Fähnriche); für Letztere jedoch aus kaisergelber Seide statt Schafswolle. Bei privat angeschafften Sonderausführungen waren auch Mannschaften und Unteroffiziere Seidenverzierungen erlaubt. Nach ähnlichem Muster, jedoch aus Goldgespinst, waren die Rangborten der Offiziere gestaltet (Leutnant und Oberleutnant wie Korporal; Hauptmann wie Feldwebel, jedoch 4,6 cm breite Borte; Stabsoffiziere zweifach geteilte (also drei-streifige), 6,6 cm breite Borte). Bei Offizieren war ein 1,3 cm breiter Streifen des Sonnenschirms mit Goldfäden bestickt.

Bei der Ulanen-Tschapka waren die Borten auf der Helmkappe nach dem gleichen System gestaltet. Bei Chargen, ab dem Gefreiten aufwärts, waren außerdem die vier Nähte des Tuchbezuges des Deckelhalses mit gelb-schwarzen Schnüren eingefasst (Goldschnüre bei Offizieren), die sich auf der Deckelplatte diagonal kreuzten.

Der Kammhelm der Dragoner besaß keine Borten. Die Unterscheidung der Chargen war festgelegt wie folgt: schwarz lackierte Helmkamm-Seitenbläter für alle Mannschaftschargen bis einschließlich Wachtmeister und Kadett-Offiziersstellvertreter. Bei Korporalen und Zugsführern bestand der Kammansatz aus blankem Tombak, zusätzlich waren bei Wachtmeistern und Kadett-Offiziersstellvertretern (Fähnrichen) die Ränder der Helmseitenblätter dreifach gerippt. Die Seitenblätter der Offiziere waren vergoldet und jeweils mit einem Relief versehen (ein mit einer Schlange kämpfender Löwe).

Das Schuppenband (Kinnriemen) der Helme von Ulanen, Dragonern und Gendarmerie aus Messing, bei Offizieren vergoldet und im Lorbeerblatt-Design, die Offiziersrosette des Schuppenbands mit Löwenkopf-Relief.

Sonstiges

Von 1861 bis 1868 trugen die Offiziere die Feldbinde (Schärpe), nach Art der Regiments- und Bataillonsadjutanten (diese seit 1862 mit Dienstpferd), schräg über die Schulter (en écharpe, von der rechten Schulter zur linken Hüfte, die Adjutanten aber von links nach rechts). Als Halterung übernahmen sie die zunächst rechts, ab 1868 nur auf der linken Achsel (Schulter) getragene schwarz-goldene Achselschlinge („Adjutanten-Schlinge“) mit kleinem Knopf. Die Achselschlinge war nur auf dem Waffenrock zu tragen, am Mantel statt dessen beidseitig „Achseldragoner“ bzw. Schulterklappen. Die Schlinge wurde bei den berittenen Truppengattungen als Standeszeichen beibehalten, auch nachdem man wieder zur hüftweisen Tragung der Feldbinde übergegangen war.

Offiziere führten den Offizierssäbel (mit blanker Stahlblech-Scheide) mit dem goldenen Säbelgehänge (Kuppel) und goldenen Portepee, dessen Band und Knopf von Gold, die offene Quaste aus Gold-Bouillons. Nach gleichem Muster, Kuppel und Portepee jedoch von gelb-schwarz-geritzter Seide, die Kadett-Offiziersstellvertreter und Gleichgestellten (Proviantoffiziers-Stellvertreter, Assistenzarzt-Stellvertreter, Rechnungsführer-Stellvertreter), die Gagisten ohne Rangklasse sowie die höheren Unteroffiziere (Stabsfeldwebel, Offiziersstellvertreter). Für Militär-Kapellmeister ein silbernes Kuppel mit rot durchwirktem Silber-Porteppe.

Für Militärbeamte und Militärpraktikanten war der Degen bestimmt (meist mit schwarzer Lederscheide, nur Identanturs- sowie Militär-tieräztliche Beamte mit vernickelter Stahlblech-Scheide mit vergoldeten Beschlägen). Sofern Militärbeamte Rangsterne nach Art der Offiziere trugen, zur Seitenwaffe das Offizierskuppel und -portepee der Infanterieoffiziere. Rosettenträger (bspw. die Militär-tieräztlichen Beamten) die Seitenwaffe bis Ende 1909 ohne Portepee, dann ein Portepee mit silbernem Band und Knopf, die Quasten aus Gold-Bouillons.

Kadett-Offiziersstellvertreter bzw. Fähnriche trugen zum Offizierssäbel den Revolver. Das Portepee bis Mitte 1909 aus gelb-schwarzer Seide, seit Ende 1909 die Quaste aus mit gelber Seide durchwirkten Gold-Bouillons. Die Verzierungen der Offizierskappe aus gelb-schwarz geritzter Seide (für Offiziere Goldgespinst). Die Kappe war allen Kadett-Chargen zur Ausgehadjustierung erlaubt. Sofern den Mannschaften Achselspangen (an Waffenrock, Bluse und Mantel) vorgeschrieben waren, hatten auch die Kadett-Offiziersstellvertretern diese anzulegen (Ausnahme: Artillerie), da sie zu den Unteroffizieren zählten. Für die als Offiziere des Soldatenstandes klassifizierten Fähnriche entfielen die Achselspangen, bei Kavallerie und Artillerie beibehalten wurde die links getragene Achselschlinge aus gelb-schwarzer Seide (für Offiziere aus schwarz geritztem Goldgespinst). Dienstabzeichen des Kadett-Offiziersstellvertreters bzw. Fähnrichs war seit 1871 die am Leibriemen getragenen Kartentasche aus geschwärztem Leder.

Dienstführende Feldwebel (Kompaniefeldwebel) der Fußtruppen trugen Revolver und Säbel der Offiziere (wie diese in der blanken Stahlscheide), dazu das Unteroffiziers-Portepee aus gelb-schwarzer Wolle. Alle anderen Feldwebel (Rechnungsfeldwebel, Stabsführer usw.) und Musiker den kürzeren Infanterie-Mannschaftssäbel M. 1861. Die Infanterie-Mannschaften das Säbel-Bajonett, die Pionier-Mannschaften den Pioniersäbel.

Die Offiziere der Landesschützen und der beiden zusätzlichen, wie die Landesschützen uniformierten Gebirgsinfanterieregimenter (Landwehr-Infanterieregimenter Nr. 4 und Nr. 27) trugen auf den Waffenröcken zur Parade Schulterstücke mit den kaiserlichen Insignien (Stabsoffiziere etwas breitere). Es handelte sich hierbei jedoch nicht um Rangabzeichen.

Die Mannschaften der Fußtruppen und der Artillerie trugen Achselspangen auf beiden Schultern, bei Kavallerie-Mannschaften war eine gelbe Achselschlinge auf der linken Schulter vorgeschrieben.

Mittels der Egalisierungsfarben (an Kragen und Aufschlägen) waren die einzelnen Regimenter bzw. Branchen zu unterscheiden.

Ende 1913 wurde die Charge Stabsfeldwebel (Stabsoberjäger, Stabswachtmeister, Oberfeuerwerker / ab September 1917: Stabsfeuerwerker) in den k.u.k.-Streitkräften allgemein eingeführt. Die Sammelbezeichnung war Stabsunteroffiziere. Die Ausrüstung entsprach weitgehend jener der Feldwebel. Im Frieden rückten sie aber zu Paraden, Manövern und Märschen ohne Gepäck aus (Zirkularverordnung vom 17. November 1913). Schon vorher waren Stabsfeldwebel in k.u. Landwehr (so auch in der k.u. Gendarmerie) etaisiert. Die Gebührnisse entsprachen zunächst weiterhin jenen der Feldwebel usw. Insofern entsprach die Charge anfangs eher einem Titel. Trotzdem war die Verleihung ehrenhalber, als Titular-Charge, untersagt.

Seit 1915 existierte die Charge der Offiziersstellvertreter, die man mit den Stabsunteroffizieren zu den sogenannten höheren Unteroffiziere zusammenfasste (Zirkularverordnung vom 6. Juni 1915). Von ihnen wurde erwartet, Subalternoffiziere zeitweise (Stabsunteroffiziere) oder dauerhaft (Offiziersstellvertreter) als Zugskommandanten ersetzen zu können. Gemeinsam rangierten sie vor den Gagisten ohne Rangklasse, die, wie die Offiziersstellvertreter (nicht aber die Stabsunteroffiziere), nach dem Muster der Fähnriche adjustiert und ausgerüstet waren.

Ebenfalls 1915 kam die Charge Generaloberst auf, und zwar nach deutschem Vorbild (Zirkularverordnung vom 23. Mai 1915).

Kriegsmarine

Die Titulaturen der Marinedienstgrade orientierten sich an den romanisch geprägten Seemächten des Mittelmeerraumes und nicht an den, in der englischen Tradition stehenden, nordeuropäischen Marinen.

Daraus ergaben sich Offiziersränge wie Fregattenfähnrich, Linienschiffsfähnrich und Linienschiffskapitän, wie es sie noch heute beispielsweise in der Spanischen Marine gibt.

Im Jahr 1908 wurden die Marinedienstgrade, Uniformen und Abzeichen reformiert und modernisiert. 1916 wurden der, dem Generaloberst des Heeres entsprechende, Großadmiral und der dem Seefähnrich entsprechende Reserveoffiziersdienstgrad Korvettenleutnant eingeführt.

Hauptartikel: Chargen der k.(u.)k. Kriegsmarine

Übersicht der Chargen nach Diäten- bzw. Rangklassen

(Ober-)Offiziere und (Ober-)Beamte waren von 1807/1812 bis 1873 in zwölf Diätenklassen gegliedert. Die Diätenklasse I bildete die obersten Ränge ab, die Dienstklasse XII die niedersten. Die an die jeweilige Diätenklasse geknüpfte Gage war fix, blieb also auch bei hohem Dienstalter unverändert. Im April 1873 wurde das Gefüge, unter Fortfall der untersten Diätenklasse (XII), reorganisiert und durch elf Rangklassen ersetzt, mit nach Dienstalter abgestufter Gage. Unteroffiziere und Mannschaften sowie die Unterbeamten waren nicht in Diäten- bzw. Rangklassen erfasst. Einen Sonderfall bildeten die zu den höheren Unteroffizieren und Unterbeamten zählenden Gagisten ohne Diäten- bzw. Rangklasse. Ihren Sold erhielten alle Gagisten in Form einer monatlichen Gage (Gehalt). Niedere Ränge und Wehrpflichtige (Gestellungspflichtige) bezogen hingegen eine Löhnung, die bis 1913 im Fünf-Tages-Rhythmus, dann im Zehn-Tages-Rhythmus ausgezahlt wurde (Löhnungsappell). Das Rangklassensystem bestand bis 1921 fort, überlebte das Ende der Habsburgermonarchie demnach um drei Jahre.

Mannschaften, ohne Rangklasse (dtsch.-ung. Titulatur)

Die Unteroffiziere wurden zu den Mannschaften gezählt, bildeten also keine eigenständige Gruppe. Für jede Rangbezeichnung existierte, aufgrund des k.u.k.-Dualismus zwingend auch eine Bezeichnung in ungarischer Sprache. Truppenteile, die überwiegend oder gar ausschließlich aus Polen, Ruthenen, Rumänen, Slowenen oder Tschechen bestanden, benutzten im Dienstbetrieb inoffiziell zusätzlich die entsprechenden Bezeichnungen in diesen Sprachen.

Gemeiner bzw. alle Mannschaftsräne der untersten Rangklasse aller Truppen, ausgenommen Landesschützen Paroli einfach ohne Dienstgradabzeichen
Gefreiter (ungarisch Őrvezető) / Vormeister (ungarisch Főtüzér) / Patrouilleführer (ungarisch Járőrvezető) je ein weißer Stern (aus Zelluloid) an den beiden Kragenenden
Korporal (ungarisch Tizedes) / Geschütz-Vormeister / Gewehr-Vormeister / Unterjäger (ungarisch Alvadász) / Bataillonstambour / Waffenmeister 3. Klasse / Bataillonshornist je zwei weiße Sterne
Einjährig-Freiwilliger Korporal je zwei weiße Sterne wie Korporal:
  • zusätzlich ein Knopf als Zeichen für „Einjährig-Freiwilliger“
Zugsführer (ungarisch Szakaszvezető) / Kurschmied / Rechnungs-Unteroffizier 2. Klasse (ungarisch Számvivő altiszt) / Waffenmeister 2. Klasse je drei weiße Sterne
Feldwebel (ungarisch Őrmester) / Wachtmeister / Feuerwerker (ungarisch Tűzmester) / Oberjäger (ungarisch Fővadász) / Rechnungs-Unteroffizier I. Klasse / Waffenmeister I. Klasse / Regimentstambour / Regimentshornist / Einjährig-Freiwilliger-Feldwebel / Kadett-Feldwebel je drei weiße Sterne, seit 1857 (mit Einführung der Charge Zugsführer) zusätzlich eine 1,3 cm breite Borte aus kaisergelber Seide mit gezacktem Dessin, entlang der vorderen und unteren Kragenkanten.
Stabführer (ranggleich dem Feldwebel) je drei weiße Sterne mit zusätzlich einer 1,3 cm breiten Borte mit gezacktem Dessin aus kaisergelber Seide rund um die Kragenkante. Am vorderen Ende des Kragens je eine versilberte Lyra
Stabsfeldwebel (ungarisch Törzsőrmester) / Stabswachtmeister / Oberfeuerwerker (ungarisch Főtűzmester) bzw. Stabsfeuerwerker (ab 1917) (ungarisch Törzstűzmester) / Stabsoberjäger (ungarisch Törzsfővadász)
  • Drei weiße Sterne (aus Zelluloid, oft vorschriftswidrig aus gestickter Seide). Ab 17. November 1913 bis Ende Juni 1914 dazu die kaisergelbe Feldwebel-Seidenborte mit einem 2 mm breiten, eingewebten, schwarzen Mittelstreifen. Oberhalb der Borte ein 3 mm breiter Streifen des Kragen-Egalisierungstuchs (sprich: in Kragenfarbe), darüber ein weiteres 6 mm breites goldenes Börtchen.
  • Ab 20. Juni 1914 komplette Neugestaltung: jetzt drei gestickte Seidensterne, außerdem eine 2 cm breite Silberborte (an Stelle der kaisergelben Feldwebelborte). Oberhalb eines 3 mm breiten Zwischenraums (in Kragenfarbe) eine 5 mm breite dessinierte Silberborte.
Militärkapellmeister (ungarisch Karmester)
Auf dem Kragen eine Lyra mit durchgestecktem Schwert,
  • in Silber bei silbernen Knöpfen,

  • in Gold bei goldenen Knöpfen. Bei schwarzer Egalisierungsfarbe, der Kragen aus schwarzem Samt.
Offiziersstellvertreter / (ungarisch Tiszthelyettes) (ab 1915) eine 1,3 cm breite Silberborte, 3 mm darüber eine weitere 6 mm breite Borte, mit dem bis 1908/09 von dem Kadett-Offiziersstellvertreter getragene Stern, jedoch aus Messing (statt Silbermetall)

Aspiranten, ohne Rangklasse (dtsch.- ung. Titulatur)

Kadett (ungarisch Hadapród) = ab 1908
  • 3 weiße Sterne auf 1,3 cm breiter Goldborte mit ebensolchem Vorstoß
  • ab Juni 1914 die Rangsterne aus weißer Seidenstickerei
Einjährig-Freiwilliger Kadett ab Ende 1908/Anfang 1909 Goldborte mit einem silbernen Leutnantsstern
  • zusätzlich ein Knopf als Zeichen für „Einjährig-Freiwilliger“
  • Kadett-Offiziersstellvertreter (ungarisch Hadapród-Tiszthelyettes) = bis 1908

  • Fähnrich (ungarisch Zászlós) = ab 1908/09

  • Goldborte wie Feldwebel, mit einem glatten, silberplattierten Stern

  • ab Ende 1908/Anfang 1909 Goldborte mit einem silbernen Leutnantsstern

Offiziere, Beamte und Aspiranten in Rangklassen eingereiht (dtsch.-ung. Titulatur)

Bezeichnung Paroli Adjustierung Rang-
klasse
Aspiranten / Beamten-Anwärter / (ungarisch Gyakornok) 1 silberne Rosette auf dem 1,3 mm breiten Goldbörtchen XII
Untertierarzt / Akzessist / Assistent / Lehrer 2. Klasse / Fechtmeister 2. Klasse / Wirtschaftsadjunkt 1 gold- oder silbergestickte Sternrosette XI
Leutnant / (ungarisch Hadnagy) / Assistenz-Arzt / Leutnant-Rechnungsführer 1 gold- oder silbergestickter Stern
Tierärztlicher Assistent / Tierarzt / Apotheker / Offizial / Lehrer 1. Klasse / Fechtmeister 1. Klasse / Wirtschaftsunterverwalter / Kriegswirtschaftskommissär 2 gold- oder silbergestickte Sternrosetten
Artillerieingenieur-Assistent / Militär-Bauingenieur-Assistent 2 gold- oder silbergestickte Sterne X
Oberleutnant / (ungarisch Főhadnagy) / Oberarzt / Oberleutnant-Auditor / Oberleutnant-Rechnungsführer 2 gold- oder silbergestickte Sterne
Tierärztliche Adjunkt / Obertierarzt / Oberapotheker / Oberoffizial / Oberlehrer / Oberfechtmeister / Wirtschaftsverwalter / Kriegswirtschafts-Oberkommissär / Forstverwalter 3 gold- oder silbergestickte Sternrosetten IX
Sekretär der Militärkanzlei Sr. Majestät / Unterintendant / Artillerie-Ingenieur / Militär-Bauingenieur 3 gold- oder silbergestickte Sterne
Hauptmann / (ungarisch Százados) / Rittmeister / Regimentsarzt / Hauptmann-Auditor / Hauptmann-Rechnungsführer 3 gold- oder silbergestickte Sterne
Stabstierarzt / Stabsapotheker / Technischer Rat / Rechnungsrat / Zahlmeister / Registrator / Artilleriezeugsverwalter / Verpflegsverwalter (ungarisch Ellátás ugyintézö) / Oberlehrer / Wirtschaftsoberverwalter / Kriegswirtschafts-Rat 1 gold- oder silbergestickte Sternrosette auf einer 33 mm breiten Gold- oder Silberborte VIII
Sekretär der Militärkanzlei Sr. Majestät / Intendant / Artillerie-Oberingenieur 3. Klasse / Militär-Bauoberingenieur 3. Klasse 1 gold- oder silbergestickter Stern auf einer 33 mm breiten Gold- oder Silberborte
Major / (ungarisch Őrnagy) / Stabsarzt / Major-Auditor 1 gold- oder silbergestickter Stern auf einer 33 mm breiten Gold- oder Silberborte
Außerordentlicher Professor (ungarisch Rendkivüli Professzor) / Oberstabstierarzt / Oberstabsapotheker 2. Klasse / Technischer Oberrat / Artillerie-Oberzeugsverwalter 2. Klasse / Oberrechnungsrat 2. Klasse / Kassendirektor 2. Klasse / Oberverpflegsverwalter / Registratur-Unterdirektor / Wirtschaftsdirektor / Kriegwirtschafts-Oberrat 2. Klasse 2 gold- oder silbergestickte Sternrosetten auf einer 33 mm breiten Gold- oder Silberborte VII
Hofsekretär der Militärkanzlei Sr. Majestät / Sekretär der Militärkanzlei Sr. Majestät / Oberintendant 2. Klasse / Artillerie-Oberingenieur 2. Klasse / Militär-Bauoberingenieur 2. Klasse 2 gold- oder silbergestickte Sterne auf einer 33 mm breiten Gold- oder Silberborte
Oberstleutnant / (ungarisch Alezredes) / Oberstabsarzt 2. Klasse / Oberstleutnant-Auditor 2 gold- oder silbergestickte Sterne auf einer 33 mm breiten Gold- oder Silberborte
Ordentlicher Professor / Oberstabsapotheker 1. Klasse / Technischer Rat 1. Klasse / Technischer Oberrat 1. Klasse / Artillerie-Oberzeugsverwalter 1. Klasse / Oberrechnungsrat 1. Klasse / Registratur-Direktor / Kassendirektor 1. Klasse / Baurechnungsrat 1. Klasse / Kriegswirtschafts-Oberrat 1. Klasse 3 gold- oder silbergestickte Sternrosetten auf einer 33 mm breiten Gold- oder Silberborte VI
Sektionsrat der Militärkanzlei Sr. Majestät / Regierungsrat der Militärkanzlei Sr. Majestät / Oberintendant 1. Klasse / Artillerie-Oberingenieur 1. Klasse / Militär-Bauoberingenieur 1. Klasse' 3 gold- oder silbergestickte Sterne auf einer 33 mm breiten Gold- oder Silberborte
Oberst / (ungarisch Ezredes) / Oberstabsarzt 1. Klasse / Oberst-Auditor 3 gold- oder silbergestickte Sterne auf einer 33 mm breiten Gold- oder Silberborte
Hofrat der Militärkanzlei Sr. Majestät / Generalintendant / Artillerie-Generalingenieur / General-Bauingenieur / Hofrat der Mil. Tierärztlichen Hochschule / Ministerialrat / Kriegwirtschafts-Generalrat 1 silbergestickter Stern auf einer 33 mm breiten Goldborte V
Generalmajor / (ungarisch Vezérőrnagy) / General-Stabsarzt / General-Auditor 1 silbergestickter Stern auf einer 33 mm breiten Goldborte
Sektionschef 2 silbergestickte Sterne auf einer 33 mm breiten Goldborte IV
Feldmarschalleutnant (ungarisch Altábornagy) / General-Oberstabsarzt / General-Chefauditor 2 silbergestickte Sterne auf einer 33 mm breiten Goldborte
General der Infanterie (ungarisch Gyalogsági tábornok) / General der Kavallerie (ungarisch Lovassági Tábornok) / Feldzeugmeister (ungarisch Táborszernagy) 3 silbergestickte Sterne auf einer 33 mm breiten Goldborte III
Generaloberst (ungarisch Vezérezredes) (ab 1915) 3 silbergestickte Sterne, unterlegt von einem silbergestickten Kranz von 40 mm Durchmesser auf einer 33 mm breiten Goldborte II
Feldmarschall (ungarisch Tábornagy) am Kragen eine 33 mm breite Stickerei mit nach unten gerichtetem Eichenlaub I

Galerien

Angehörige des Soldatenstandes

Nachdem im Jahre 1908 eine Reform der Uniformierung bei der k.k. Landwehr stattgefunden hatte, fiel der Waffenrock weg und wurde bei den Mannschaften generell durch die Bluse ersetzt. Diese hatte keinen umlaufenden, farbigen Kragen mehr, sondern nur noch Parolis in der Waffenfarbe und mit den Rangabzeichen. Sollte ein Soldat der Gebirgstruppe einer Formation angehören, die mit einem besonderen Abzeichen ausgestattet war (z. B. Maschinengewehrabteilung), so wurde dieses auf den Parolis an Stelle des Edelweiß angebracht.

Mannschaftsgarden

Von den fünf Gardeformationen bestanden zwei (k.k. Erste Arcièren-Leibgarde, k.u. Leibgarde) nur aus Offizieren. Bei den drei übrigen (k.u.k. Leibgardeinfanteriekompanie, k.u.k. Leibgardereitereskadron, k.k. Trabantenleibgarde) stellten verdiente Unteroffiziere die niederen Chargen; sie wurden daher Mannschaftsgarden genannt.

k.u.k. Leibgardeinfanteriekompanie / k.u.k. Leibgardereitereskadron
Gardeinfanterist / Gardereiter 1,5 cm breite, kaisergelbe Seidenborte. Drei weiße Sterne aus Seide. Scharlachrote Egalisierung
Gardekorporal (Gardeinfanterie) /
keine Entsprechung bei der Gardekavallerie
1,8 cm breite, kaisergelbe Seidenborte mit je einem 1 mm breiten schwarzen Streifen an den äußeren Rändern. Drei weiße Sterne aus Seide. Scharlachrote Egalisierung
Gardezugsführer (Gardeinfanterie) /
2. Gardewachtmeister (Gardekavallerie)
2 cm breite kaisergelbe Seidenborte, der Länge nach getrennt durch einen 1 mm breiten, schwarzen Streifen. Drei weiße Sterne aus Seide. Scharlachrote Egalisierung
Gardefeldwebel (Gardeinfanterie) /
1. Gardewachtmeister (Gardekavallerie)
2,2 cm breite kaisergelbe Seidenborte, der Länge nach getrennt durch einen 2 mm breiten, schwarzen Streifen. Drei weiße Sterne aus Seide. Scharlachrote Egalisierung

Bei der k.k. Trabanten-Leibgarde besaßen nur die beiden untersten Chargengrade Mannschaftsrang. Die Chargen ab Gardesekondewachtmeister aufwärts standen im Offiziersrang und führten Rangabzeichen gemäß der Vorschriften für Infanterieoffiziere.

k.k. Trabanten-Leibgarde
Garde 1,8 cm breite kaisergelbe Seidenborte. Drei weißen Sterne aus Seide. Ponceaurote Egalisierung
Vizesekondewachtmeister 2 cm breite kaisergelbe Seidenborte, der Länge nach getrennt durch einen 1 mm breiten, schwarzen Streifen. Drei weiße Sterne aus Seide. Ponceaurote Egalisierung

Standschützen

Nachdem im Jahre 1915 die Standschützen aufgeboten werden mussten, sah man sich gezwungen, diese zum Landsturm gehörenden und vorher nicht uniformiert gewesenen Verbände mit Uniformen auszustatten. Sie sollten von den regulären Truppen abweichende Rangabzeichen erhalten, die bei den Offizieren aus goldgestickten Sternrosetten und bei den Mannschaften und Unteroffizieren aus silbergewirkten Sternrosetten zu bestehen hatten. Da letztere nicht in genügender Stückzahl zur Verfügung standen, wurden diese dann doch durch die normalen Zelluloidsterne der regulären Truppe ersetzt. Die Rangabzeichen wurden auf grasgrünen Parolis (Waffenfarbe Jägertruppe grasgrün) getragen, wobei bei den Tirolern ein silbermetallener Tiroler Adler hinter den Sternen/Rosetten angebracht war, bei den Vorarlberger Standschützen wurde an Stelle des Adlers ein weißmetallener Schild mit dem Vorarlberger Wappen geführt. Major war die höchste Charge bei den Standschützen.

Militärbeamte

Für die Militärbeamten galten die gleichen Regeln wie für die Offiziere. Sie trugen lediglich statt der Rangsterne vierblättrige Sternrosetten (Ausgenommen hiervon waren die Beamten mit Rangsternen!).

Die im Truppendienst stehenden Truppenrechnungsführer waren immer mit silberfarbigen Knöpfen ausgestattet.

  • Weiter Abweichungen vom Schema bestanden bei:

Militärbeamten mit Portepee: Die Stabschargen trugen eine Borte mit aufgelegtem Kreuzbandmuster

Militärintendaturbeamte: (bei der Gemeinsamen Armee goldfarbene Knöpfe, bei den Landwehren silberfarbene Knöpfe.)
Militärbauingenieure: (bei der Gemeinsamen Armee silberfarbene Knöpfe, bei den Landwehren goldfarbene Knöpfe.)

Militärbeamte ohne Portepee: Hier trugen die Stabschargen eine Borte mit einem gewellten Kreuzbandmuster.

Auditoren: (bei der Gemeinsamen Armee goldfarbene Knöpfe, bei den Landwehren silberfarbene Knöpfe.)
Militärärztliches Offizierskorps: (bei der Gemeinsamen Armee goldfarbene Knöpfe, bei den Landwehren silberfarbene Knöpfe) mit den entsprechenden Kragenvarianten.

Uniform-Beispiele

k.u.k. Kriegsmarine

Vor Einführung der Ärmelborten und des offenen Kragens ab 1859/60 folgten die Rangabzeichen des Marine-Personals dem Beispiel der Landstreitkräfte (Rangsterne, am bis dahin hoch geschlossenen Kragen). Die Ärmel-Rangabzeichen und Chargenbezeichnungen wurden, bis in den Ersten Weltkrieg hinein, mehrmals modifiziert.

Mannschaften und Unteroffiziere

Längerdienende

Matrosen und Chargen, die freiwillig ihren Dienst fortsetzten, trugen Winkel aus einer 1 cm breiten gelben Seidenborte mit einem 2 mm breiten schwarzen Mittelstrich.
Für 3 Dienstjahre gab es einen Winkel
Für 6 Dienstjahre zwei Winkel
Für 9 Dienstjahre drei Winkel

Unteroffiziere trugen einen 1,3 cm breiten Ärmelstreifen aus vergoldeten Nickeldraht und darüber jeweils im Abstand von 5 mm
nach 1 Dienstjahr einen Winkel
nach 2 Dienstjahren zwei Winkel
nach 3 Dienstjahren drei Winkel

Offiziere

Literatur und Quellen

  • Oskar Brüch: Das k.u.k. Heer 1895. Eine Bildserie (= Schriften des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien. Bd. 10). Kommentiert von Günter Dirrheimer. Stocker, Graz u. a. 1997, ISBN 3-7020-0783-0.
  • Peter Fichtenbauer, M. Christian Ortner: Die Geschichte der österreichischen Armee von Maria Theresia bis zur Gegenwart in Essays und bildlichen Darstellungen, Verlag Militaria, Wien 2015, ISBN 978-3-902526-71-7
  • Stefan Fördö: Österreich-Ungarns Heeresuniformierung im 20. Jahrhundert in Beschreibung und Beispielen, Zadní dvůr-Press, Ústí nad Labem (CZ) 2008. (Loseblattsammlung)
  • Stefan Rest, M. Christian Ortner, Thomas Ilming: Des Kaisers Rock im Ersten Weltkrieg – Uniformierung und Ausrüstung der österreichisch-ungarischen Armee von 1914 bis 1918, Verlag Militaria, Wien 2002, ISBN 3-9501642-0-0
  • k.u.k. Kriegsministerium: Adjustierungsvorschrift für das k.u.k. Heer, die k.k. Landwehr, die k.u. Landwehr, die verbundenen Einrichtungen und das Korps der Militärbeamten, Wien 1911/1912.
  • k.u.k. Kriegsministerium: Dislokation und Einteilung des k.u.k Heeres, der k.u.k. Kriegsmarine, der k.k. Landwehr und der k.u. Landwehr. In: Seidels kleines Armeeschema, Seidel & Sohn, Wien 1914.
  • Uniformen und Abzeichen der Österreich.-ungarischen Wehrmacht, bearbeitet von k.k. Oberst M. Judex, 5. Auflage, Leipzig 1908

Anmerkungen

  1. Erich Riedl von Riedenau: Geschichte des k. und k. Uhlanen-Regimentes Erzherzog Carl Nr. 3, von seiner Errichtung im Jahre 1801 bis zur Gegenwart, Wien 1901, S. 361
  2. Arnold Kövess von Aszod und Harkaly: Die Organisation und Militär-Administration der k. k. Armee, 15.Heft, Wien 1863, S.14
  3. Die Kadetten waren nicht zu verwechseln mit dem noch in Ausbildung befindlichen Zögling (ungarisch Novendék) einer Militäranstalt. Innerhalb des Kadettenkorps konnte ein Zögling den Rang eines Zögling-Unteroffiziers (ungarisch Növendék altiszt; keine wirkliche Militär-Charge) erreichen.
  4. Mit ärarisch wurde die vom Staat gelieferte, also genormte Version bezeichnet
  5. Militär-Zeitung, 21. Jahrgang, Nr. 29, Ausgabe vom 8. April 1868, Wien 1868, S. 242
  6. Circular-Verordnung vom 27. Juli 1861, in: Kaiserlich-königliches Armee-Verordnungsblatt, Elfter Jahrgang, Wien 1861, S. 133
  7. Bezeichnung „Mannschaften“ laut “Adjustierungsvorschrift für das k.u.k. Herr 1910/1911” Teil I S. 13
  8. In Österreich-Ungarn gab es keine Dreiteilung der Chargengruppen in Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere. Die Unteroffizierschargen zählte zur Gruppe der Mannschaften.
  9. Adjustirungs-Abänderungs-Vorschrift bei der k.k. Kriegs-Marine, vom 5. November 1859, in: Militär-Zeitung, 13. Jahrgang, Wien 1860, S. 21

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