SWB Bus und Bahn

Die Stadtwerke Bonn Verkehrs-GmbH (SWBV) (SWB bzw. SWB-V) – auch unter dem Namen SWB Bus und Bahn tätig – ist ein kommunales Verkehrsunternehmen in Bonn und Umgebung. Sie ist über eine Beteiligungsgesellschaft 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadtwerke Bonn und nimmt am Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) teil.

SWB Bus und Bahn
Basisinformationen
Unternehmenssitz Bonn
Webpräsenz www.swb-busundbahn.de
Eigentümer Stadtwerke Bonn Beteiligungs-GmbH (SWBB)
Sitz Sandkaule 2, 53111 Bonn
Verkehrsverbund VRS
Linien
Straßenbahn 3
Stadtbahn 6
Bus 50
Anzahl Fahrzeuge
Straßenbahnwagen 24 Niederflur
Stadtbahnwagen 76
Omnibusse 210
davon 113 Solobusse
und 87 Gelenkbusse
Statistik
Fahrgäste 92 Mio. pro Jahr (inklusive SSB)
Fahrleistung Busse 11,5 Mio.km pro Jahr
Bahnen 7,4 Mio. km pro Jahr
Haltestellen ca. 800 Gesamt
davon 64 Stadtbahn
und 500 mit Wetterschutz
Länge Liniennetz
Stadtbahnlinien 125,36 km
Buslinien 663 km
Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe Friesdorf (Bus)
Beuel (Straßenbahn)
Dransdorf (Stadtbahn)

Die SWB-V verfügt über mehrere Tochterunternehmen und Beteiligungen. Neben einer nicht an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) gebundenen Fahrbetriebsgesellschaft (SWB Mobil) mit geringeren Löhnen ist sie gemeinsam mit dem Rhein-Sieg-Kreis Eigentümer der Elektrischen Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises oHG (SSB), deren Betriebsführung ihr seit 2004 obliegt. Außerdem ist die SWB-V an der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) beteiligt und hatte von 2004 bis Anfang 2019 die Betriebsführung des Busunternehmens Transdev SZ (früher: SZ Verkehrsbetriebe) im nördlichen Rheinland-Pfalz. Im Sommer 2005 wurde außerdem die Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd AG (VWS) (Siegen) übernommen, die 2008 zum Verkauf ausgeschrieben wurde.

Allgemeines

SWB Bus und Bahn und die Elektrischen Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises (SSB) befördern jährlich ca. 92 Millionen Fahrgäste mit insgesamt 50 Buslinien, davon elf Gemeinschaftslinien (Gemeinschaftskonzession mit RSVG und/oder KVB) und zehn Nachtbuslinien, plus sechs Stadtbahnlinien und drei Straßenbahnlinien im Bonner Stadtgebiet, Siegburg, Königswinter und Bad Honnef (Gebiet des Rhein-Sieg-Kreises). Der heute einheitliche Betrieb von sechs Stadtbahn-, drei Straßenbahn- und 50 Buslinien geht auf etliche Einzelbetriebe zurück. So wird die Linie 66 nach Siegburg von den Stadtwerken zusammen mit den Elektrischen Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises (SSB, 50-prozentiges Tochterunternehmen der SWB-V) und die Linien 16 und 18 zusammen mit den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB) betrieben. Letztere verkehren zwischen Köln und Bonn auf dem Streckennetz der Häfen und Güterverkehr Köln (HGK) nach Eisenbahnbestimmungen, weswegen die SWB-V auch als Eisenbahnverkehrsunternehmen zugelassen sind.

Schienenverkehr

Straßenbahn

Das Schienennetz der SWB besteht aus zwei einander überlappenden Teilen: Zum einen gibt es ein Straßenbahnnetz mit drei Linien, die sich am Stadthaus treffen, so dass jeder Ast von zwei Linien befahren wird. Die Linie 65 fährt allerdings nur im Schülerverkehr sowie als Ein- und Ausrückfahrt der Linie 61 vom/zum Betriebshof in Beuel. Auf dem Straßenbahnnetz verkehren ausschließlich Niederflur-Straßenbahnwagen, die an leicht erhöhten Bordsteinen (Haltestellenkaps) einen ebenen Einstieg ermöglichen. 2004 waren knapp zwei Drittel aller Haltestellen entsprechend ausgestattet.

Stadtbahn

Zum anderen gibt es ein Stadtbahnnetz, das in der Bevölkerung auch als U-Bahn bezeichnet wird. Es konzentriert sich um einen zentralen Tunnel und einen unterirdischen Knotenpunkt am Hauptbahnhof. Im Tunnel fahren tagsüber 15–18 Züge pro Stunde und Richtung. Ein weiterer Tunnel ersetzte 1994 die eingleisige Ortsdurchfahrt in Bad Godesberg und verlängerte die Strecke um eine Station nach Süden bis zur Stadthalle.

Omnibusverkehr

Das Busnetz ist sternförmig auf den Busbahnhof am Hauptbahnhof ausgerichtet. Mit Ausnahme einiger Tangentiallinien und den Linien, die ausschließlich im Stadtbezirk Bad Godesberg verkehren, berühren alle Linien den Hauptbahnhof als zentralen Knotenpunkt. In Bonn wird das Netz aus Haupt- und Nebenlinien gebildet. Hauptlinien (600-614) haben immer eine Partnerlinie (ebenfalls Hauptlinie), beispielsweise das Linienpaar 606/607. Sie befahren fast durchgängig, denselben Linienweg nur an manchen Punkten trennen sie sich voneinander. So umgehen die SWB das Prinzip von Streckenästen. Hauptlinien fahren versetzt alle 20 Minuten, sodass alle 10 Minuten ein Bus fährt. Das Linienpaar kann sich in einigen Fällen auch trennen und durch eine andere Partnerlinie ersetzt werden (610/611 – 610/613 – 611/613). Alle Hauptlinien außer den Linien 612, 613 und 614 verkehren über den Hauptbahnhof.

Nebenlinien sind Tangentiallinien, also Verbindungslinien. Sie verbinden angrenzende Stadtteile miteinander. Von ihnen bedient keine den Hauptbahnhof und bis auf eine Ausnahme auch keine die Bonner Innenstadt. Nebenlinien (630-640) haben einen 30-Minuten-Grundttakt, der zur Hauptverkehrszeit durch einzelne Fahrten verstärkt werden kann. Grundsätzlich ist ihr Fahrtangebot nachfrageorinierter aufgebaut als der pauschale 10-Minuten-Takt der Hauptlinien.

Der Rhein-Sieg-Kreis, der die Stadt Bonn fast vollständig umgibt, betreibt auch eigene Buslinien in Bonn, die von dort ins Umland pendeln und jeweils ins links- und rechtsrheinisch angrenzende Busnetz integriert sind. Für das rechtsrheinische Netz ist die Rhein-Sieg-Verkehrsgesellschaft (RSVG) zuständig, für das linksrheinische das Nahverkehrsunternehmen Regionalverkehr Köln (RVK). Diese Linien verbinden Bonn mit dem Umland entweder im 10–20- oder im 15–30-Minuten-Takt.

Linienübersicht

In der folgenden Übersicht sind alle Linien enthalten, die durch die SWB und/oder ihre Subunternehmer oder die im Auftrag der SWB bedient werden.

Linie Streckenverlauf (fett markiert die regulären Endhaltestellen) Takt (mo–fr/sa/so)
600 Ippendorf Altenheim – Venusberg, Uniklinikum Nord – Südstadt – Bonn Hbf. – Römersraße – Graurheindorf Kranenweg 20/20/30
601 Venusberg Uniklinikum Süd – Poppelsdorf – Bonn Hbf. – Römerstraße – Graurheindorf – Auerberg – Tannenbusch Süd – Tannenbusch Mitte Tannenbusch Agnetendorfer Str. 10–20/20/30
602 (Venusberg Uniklinikum Süd/) Waldau – Ippendorf – Poppelsdorf – Bonn Hbf. – Bornheimer Straße – Tannenbusch Mitte Tannenbusch Agnetendorfer Str. 10–20/20/30
603 Röttgen Schleife – Ippendorf – Poppelsdorf – Bonn Hbf. – Beuel – Neu Vilich – Pützchen Alte Schulstr. 20/20/30
604 Ückesdorf Mitte – Lengsdorf – Endenich – Endenicher Allee – Bonn Hbf. – Nordstadt – Auerberg – Buschdorf Bornheim-Hersel 20/20/30
605 Duisdorf Bf. – Duisdorf Mitte – Lengsdorf – Endenich – Endenicher Allee – Bonn Hbf. – Nordstadt – Auerberg Auerberg, Bernhardkirche 20/20/30
606 Hardtberg Klinikum – Medinghoven – Duisdorf Bf. – Schieffelingsweg – Endenich Mitte – Endenicher Allee – Bonn Hbf. – Beuel Krankenhaus – Ramersdorf 20/20/30
607 Hardtberg Klinikum – Medinghoven – Duisdorf Bf. – Schieffelingsweg – Endenich Mitte – Endenicher Allee – Bonn Hbf. – Beuel Bf. Ramersdorf 20/20/30
608 Hardthöhe Südwache – Brüser Berg – Finkenhof – Duisdorf Mitte – Endenich – Endenicher Straße – Bonn Hbf. – Beuel – Pützchen – Holzlar – Kohlkaul – Gielgen 20/20/30
609 Hardthöhe Südwache – Brüser Berg – Hardthöhe Nordwache – Duisdorf Mitte – Endenich – Endenicher Straße – Bonn Hbf. – Beuel – Pützchen – Finkenweg – Kohlkaul – Gielgen 20/20/30
610 Mehlem Giselherstraße – Mehlem Ort – Mehlem Bf. – Rüngsdorf – Bad Godesberg Bf./ Rheinallee – Plittersdorf – Rheinaue – Heussallee/Museumsmeile Bonn Hbf. – Endenich Nord Bf. – Dransdorf – Lessenich – Duisdorf Bf. 10–20/20/30
611 Heiderhof – Muffendorf – Bad Godesberg Bf./Rheinallee – Plittersdorf – Rheinaue – Heussallee/Museumsmeile Bonn Hbf. – Endenich Nord Bf. – Dransdorf – Lessenich Sportplatz 20/20/30
612 Mehlem Fähre – Mehlem Ort – Lannesdorf – Bad Godesberg Mitte – Friesdorf – Dottendorf Loki-Schmidt-Platz 20/20/30
613 Mehlem, Giselherstraße – Mehlem Ort – Mehlem Bf. – Rüngsdorf – Bad Godesberg Bf./Rheinallee Heiderhof 20/20/30
614 Mehlem, Im Rosenberg – Lannesdorf – Mehlem Bf. – Pennenfeld – Bad Godesberg Mitte – Koblenzer Straße (– Friesdorf – Dottendorf – Loki-Schmidt-Platz) 20/20/30
630 Venusberg, Uniklinikum Süd – Ippendorf – Brüser Berg – Medinghoven – Duisdorf Bf. – Dransdorf – Tannenbusch Mitte Tannenbusch, Agnetendorfer Straße 15–30/30/60
631 Graurheindorf, Mondorfer Fähre – Auerberg – Buschdorf – Tannenbusch, Agnnetendorfer Straße – Dransdorf – Endenich Nord Bf. – Endenich Mitte – Poppelsdorf – Kessenich – Friesdorf – Robert-Schuman-Platz 30/30/30-60
632 Venusberg, Uniklinikum Süd – Poppelsdorf – Nußallee – Endenich – Endenich Nord Bf. 30/30/60
633 Endenich Nord Bf. – Propsthof Nord – Nordstadt – Bertha-von-Suttner-Platz – Beuel Bf. – Küdinghoven – Ramersdorf 30/30/60
634 Venusberg, Uniklinikum Süd – Kessenich – Bundeskanzlerplatz – Heussallee/Museumsmeile Gronau, Fritz-Erler-Straße 30/–/–
636 Bonn-Ramersdorf – Holtorf – Gielgen – Hoholz – Sankt-Augustin-Hangelar Ost 30/60/60
637 Bad Godesberg Bf./Rheinallee – Deutschherrenstraße – Muffendorf – Marienforster Steinweg – Bad Godesberg Bf./Rheinallee (Kleinbuslinie) 60/60/120
638 Stadtwald/Evangeliches Krankenhaus – Schweinheim, Quellenstraße – Bad Godesberg Bf./Rheinallee – Plittersdorf – Robert-Schuman-Platz 30/30/60
639 Stadtwald, Evangelisches Krankenhaus – Schweinheim, Winterstraße – Bad Godesberg Bf./Ria-Maternus-Platz 30/30/60
640 Bonn Hbf. – Beuel Mitte – Schwarzrheindorf – Geislar – Sankt Augustin – Menden Bf. – Mülldorf Siegburg Bf. 20/20/30
SB60 Bonn Hbf. Köln/Bonn Flughafen 30/30/30–60
SB69 Bonn Hbf. – Finkenhof – Schieffelingsweg – Endenicher Straße – Brüser Berg – Hardthöhe Südwache (Nur zu HVZ) 20/–/–

Taxibuslinien:

Linie Verlauf Takt (mo–fr/sa/so)
T650 ☏ Taxibus Lotharstraße – Luisenstraße – Weberstraße – Sankt Petrus-Krankenhaus – Poppelsdorfer Allee 30/30/–
T651 ☏ Taxibus Röttgen Süd, In der Wehrhecke – Ückesdorf Reichsdtraße – Ückesdorf Friedhof 30/30/30
T652 ☏ Taxibus Bad Godesberg Bf./Rheinallee Bad Godesberg, Kapellenweg 60/60/–
T883 ☏ TaxibusBonn, Endenich Nord Bf. – Gewerbegebiet Bonn-West – Bornheim-Roisdorf Bf. (Taxibuslinie der RVK) 30–60/–/–

In der folgenden Übersicht sind alle Linien enthalten, die durch die SWB in Gemeinschaft mit der RSVG und/oder der KVB auf Bonner Gebiet bedient werden.

Linie Streckenverlauf (fett markiert die regulären Endhaltestellen) Takt (mo–fr/sa/so)
516 Hennef Bf. – Rott – Bonn-Hoholz – Holzlar – Pützchen – Vilich-Müldorf Kirche 30/60/60
529 Bonn-Ramersdorf – Küdinghoven – Pützchen – Holzlar – Sankt Augustin Zentrum/

Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (Stadtbahn) – Niederpleis – Buisdorf – Hennef Bf.

30/30/60
537 Bonn Hbf. – Beuel – Holtorf – Königswinter-Vinxel – Stieldorf – Oberpleis Bbf. 30/30/60
540 Bonn Hbf. – Beuel – Schwarzrheindorf– Geislar – Sankt Augustin-Menden Bf. – Einsteinstraße – Sankt Augustin Zentrum/Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (Stadtbahn) 20/20/–
541 Königswinter-Oberpleis Bbf. – Bockenroth – Rauschendorf – Stieldorf – Vinxel – Bonn-Oberkassel Süd/Römlinghoven (Stadtbahn) Königswinter Bf. 30/60/120
550 Bonn Hbf. – Beuel – Troisdorf-Bergheim – Niederkassel-Mondorf – Rheidt – Niederkassel – Ranzel – Köln-Wahn Bf. 20/20/30
551 Bonn Hbf. – Beuel – Troisdorf-Bergheim – Müllekoven – Eschmar – Rotter See – Oberlar – Troisdorf Bf. 20/20/30
552 Bonn Josephinum, Am Neuen Lindenhof – Auerberg – Troisdorf-Bergheim – Müllekoven – Eschmar – Sieglar RSVG nur an Schultagen in HVZ, 30/–/–
117 Bonn Hbf. – Beuel – Niederkassel-Mondorf – Rheidt – Niederkassel – Ranzel – Lülsdorf – Köln-Porz-Langel – Zündorf Wahn Bf. 10-20/10-20/30

In der folgenden Übersicht sind alle Linien enthalten, die durch die RVK auf Bonner Gebiet bedient werden.

Linie Streckenverlauf (fett markiert die regulären Endhaltestellen) Takt (mo–fr/sa/so)
800 Bonn Hbf. – Duisdorf Bf. – Alfter-Witterschlick – Meckenheim-Lüftelberg – Rheinbach Bf. 60 (zur HVZ 30)/60/60
817 Swisttal, Heimerzheim Fronhof – Bornheim – Gewerbepark Bornheim-Süd – Bonn-Tannenbusch, Posener Weg 30/60/60 (sonntags Taxibus)
818 Sechtem Bf. – Merten – Waldorf – Bornheim Mitte – Roisdorf Bf. Hersel 30/60/60 (sonntags Taxibus)
842 Bonn-Duisdorf Bf. – Alfter-Oedekoven – Alfter(Stadtbahn) – Bornheim-Roisdorf Bf. – Bornheim-Mitte – Sechtem Bf. 30/30/–
843 Alfter, Hertersplatz – Alfter (Stadtbahn) – Oedekoven – Impekoven – Bonn-Duisdorf Bf. – Hardtberg – Ückesdorf-Mitte – Röttgen – Meckenheim Industriepark Bf. 30/60/60
845 Bonn Hbf. – Duisdorf Bf. – Swisttal-Buschhoven – Morenhoven – Heimerzheim Fronhof 30/30/60
846 Bonn-Mehlem Bf.Remagen-Rolandswerth
855 Bonn-Bad Godesberg RheinuferBad Godesberg Bf./Rheinallee – Wachtberg-Villip – Meckenheim-Merl – Meckenheim Bf. 30/30/60
856 Bad Godesberg Bf. – Pennenfeld – Lannesdorf – Wachtberg-Niederbachem – Berkum – Remagen-Oedingen 30/30/60
857 Bad Godesberg Bf. – Pennenfeld – Mehlem – Wachtberg-Niederbachem – Berkum –Meckenheim Bf. 30/30/60
884 Bonn-Lessenich SportplatzDuisdorf Bf. – Alfter-Oedekoven – Gielsdorf Wasserturm
(Kleinbuslinie)
30/60/–

Nachtbusse

Das Nachtbus-Netz in Bonn besteht aus mehreren Linien, die meisten davon sind spezielle Nachtbuslinien. Der Regelbetrieb der Hauptlinien endet zwischen Mitternacht und 00:30 Uhr. Das Bonner Nachtbusnetz besteht aus den Linien N1 – N10, die sternförmig vom Bonner ZOB im Rundverkehr das Bonner Stadtgebiet abfahren. Unter der Woche finden drei, freitags und samstags fünf Abfahrten im Stundentakt, immer zur Minute '35 am Hauptbahnhof (Beginn um 0:35), statt. Neben den Nachtbuslinien wird auf den regulären Linien 117 und 640 in den Nächten, die auf Samstage, Sonn- und Feiertage fallen, ein durchgehender Nachtbetrieb angeboten, die besonders das rechtsrheinische Bonner Umland mit abdecken sollen. Der Nachtverkehr wird außerdem durch die Stadtbahnlinien 16, 18 und 66 ergänzt, auch die SPNV-Linien S23 und RB26 verkehren im Nachtbetrieb. Als Besonderheit wurden bis zum 14. Dezember 2008 alle Nachtbuslinien von in Bonn ansässigen Unternehmen gesponsert und mit dazugehörig folierten Fahrzeugen betrieben. Zum 13. Dezember 2015 wurden die Fahrwege der Nachtbuslinien verkürzt und optimiert.

In der folgenden Übersicht sind alle Nachtbuslinien enthalten, die durch die SWB und/oder ihre Subunternehmer oder die im Auftrag der SWB bedient werden.

Nachtbuslinien
Linie Streckenverlauf
N1 Bonn Hbf – Nordstadt – Auerberg – Buschdorf – Tannenbusch – Nordstadt – Bonn Hbf
N2 Bonn Hbf – Endenich – Duisdorf – Medinghoven – Brüser Berg – Lengsdorf – Endenich – Bonn Hbf
N3 Bonn Hbf – Südstadt – Kessenich – Dottendorf – Friesdorf – Bad Godesberg – Plittersdorf – Friesdorf – Dottendorf – Kessenich – Südstadt – Bonn Hbf
N4 Bonn Hbf – Beuel – Neu-Vilich – Pützchen – Kohlkaul – Gielgen – Holtorf – Beuel – Bonn Hbf
N5 Bonn Hbf – Poppelsdorf – Venusberg – Ippendorf – Röttgen – Ückesdorf – Ippendorf – Poppelsdorf – Bonn Hbf
N6 Bonn Hbf – Südstadt – Poppelsdorf – Lengsdorf – Brüser Berg – Duisdorf – Endenich – Poppelsdorf – Südstadt – Bonn Hbf
N7 Bonn Hbf – Hochkreuz – Bad Godesberg – Pennenfeld – Lannesdorf – Mehlem – Rüngsdorf – Bad Godesberg – Hochkreuz – Bonn Hbf
N8 Bonn Hbf – Beuel – Oberkassel – Ramersdorf – Küdinghoven – Beuel – Bonn Hbf
N9 Bonn Hbf – Endenich – Dransdorf – Lessenich – Duisdorf – Alfter-Impekoven – Alfter-Oedekoven – Alfter Ort – Dransdorf – Bonn Hbf
N10 Bonn Hbf – Rheinaue – Plittersdorf – Bad Godesberg – Heiderhof – Bad Godesberg – Hochkreuz – Bonn Hbf

Geschichte/Entwicklung der Liniennummern

Traditionell waren in Bonn die einstelligen Liniennummern für Straßenbahnen und der Zehner-Block für die Linien des Oberleitungsbus Bonn reserviert. Nach Einstellung des O-Bus-Betriebs und der Eingemeindung von Bad Godesberg erhielten die Linien in Godesberg stattdessen die Liniennummern 10 und folgende. Mit der Einführung der VRS-einheitlichen dreistelligen Liniennummern wurde 1987 allen Liniennummern die Ziffer 6 – entsprechend der Nummer des Fahrplanbereichs Bonn – vorangestellt. Niedrigste Liniennummer wurde die 610. Dieses Schema hat seitdem mehrere Netzreformen überstanden, auch wenn es kurzzeitig eine Linie 608 gab.

Im Juni 2008 beschloss der Rat der Stadt Bonn ein neues Buskonzept, das am 14. Dezember 2008 eingeführt wurde. Ausgehend von geänderten Linienführungen und -fahrtakten wurden neue Liniennummern und Linienfarben zugeteilt: Die Hauptlinien tragen die Nummern 600 bis 614 sowie 640 und die Nebenlinien werden mit 630 bis 639 durchnummeriert. Erstmals gibt es auch ein Taxibus-Angebot. Dieses wird bei Bedarf mit Fahrzeugen örtlicher Taxiunternehmen bedient. Die Hauptlinien sind zu Linienpaaren zusammengefasst, die weitgehend parallel geführt werden und deren Takte sich überlagern sollen, so dass auf vielen Streckenabschnitten tagsüber ein 10-Minuten-Takt, abends und am Wochenende ein 15-Minuten-Takt entsteht. Keine Nebenlinie verkehrt über den Hauptbahnhof, da diese als Querverbindungen zu den Hauptlinien verlaufen.

Im Zeitraum zwischen 2018 und 2021 (2,5 Jahre) wurde Bonn zu einer der „Modellstädte“ ausgewählt, die am vom Bund geförderten Projekt „Lead City“ teilnahmen. Ziel des Projektes war es durch groß angelegte (Verkehrs-)Maßnahmen u. a. durch Ausbau des ÖPNV-Angebots Probleme mit der Luftreinhaltung (Grenzwerte für Stickstoffdioxid) und drohende Fahrverbote zu vermeiden. Die Stadt Bonn wurde dabei jährlich mit ca. 8,9 Millionen Euro gefördert. Mit dem Geld wurde u. a. der öffentliche Nahverkehr im Großraum Bonn verdichtet und optimiert. So wurde der 20-Minuten-Takt der Hauptlinien in den Abendstunden um eine Stunde verlängert und an Samstagen von einem 30-Minuten-Takt auf einen 20-Minuten-Takt umgestellt. Sonntags wurde der 60-Minuten-Takt in den Morgenstunden verkürzt und die Kapazitäten der Fahrzeuge erhöht. Auch die RSVG und RVK verdichteten und optimierten ihre Regionalbuslinien im Bonner Gebiet in Absprache mit der Stadt Bonn. Die Takte der Straßenbahn- und Stadtbahnlinien wurden gleichermaßen verdichtet.

Nach Ablauf des Förderzeitraums und Evaluierung des Projektes wurden die Verbesserungen mit Eigenmitteln der Stadt weitergeführt und nach Beschluss des Stadtrates im Jahre 2022 dauerhaft beibehalten. Allerdings wurde die Verkürzung des 60-Minuten-Taktes in den Morgenstunden an Sonn- und Feiertagen nicht weiter geführt.

Liniensponsoring

Die SWB verfolgten neben der üblichen Werbung auf den Fahrzeugen in den frühen Jahren 2000er Jahren vereinzelt auch ein Konzept des Liniensponsorings. Dabei wurden auf den gesponserten Linien fast ausschließlich Fahrzeuge eingesetzt, die die Vollwerbung des Sponsors trugen. Außerdem tauchte der Name des Sponsors an allen berührten Haltestellen und in sämtlichen Fahrplänen auf. Bis zum 14. Dezember 2008 wurden eine Stadtbahnlinie (Linie 66 als „Telekom-Express“), zwei Buslinien und alle zum damaligen Stand fahrenden Nachtbuslinien gesponsert, wobei die beklebten Fahrzeuge der Nachtbuslinien tagsüber auch im normalen Linienverkehr anzutreffen waren. Heute wird diese Art des Liniensponsorings nicht mehr genutzt.

Fuhrpark

Der Fuhrpark der SWB Bus und Bahn für den Linienverkehr umfasst aktuell 200 Fahrzeuge (Stand Januar 2024). Davon sind im Großteil Solo- und Gelenkbusse des Herstellers Mercedes-Benz vom Typ O 530 („Citaro“) sowie des Herstellers MAN vom Typ Lion’s City vertreten. Dazu kommen vier batterieelektrische Solobusse des Herstellers Ebusco sowie drei batterieelektrische Gelenkbusse des Herstellers Solaris. Außerdem auch zehn batterieelektrische Solobusse vom Hersteller Mercedes-Benz (Daimler Truck AG / Daimler Buses) des Modells eCitaro.

Fuhrpark (Stand: 21.02.2025)
Betriebsnummer(n) Hersteller Baujahr Typ Länge Besonderheiten
0801-0803 Mercedes-Benz 2008 MB O530 Citaro Facelift 12 m 0802 und 0803 wurden dauerhaft abgestellt
0805 Mercedes-Benz 2008 MB O530 Citaro Facelift 12 m
0809 Mercedes-Benz 2008 MB O530 Citaro Facelift 12 m
0812 Mercedes-Benz 2008 MB O530 Citaro Facelift 12 m dauerhaft abgestellt
0910-0911 Mercedes-Benz 2009 MB O530 Citaro Facelift 12 m 0911 wurde dauerhaft abgestellt
0914-0920 Mercedes-Benz 2009 MB O530 Citaro Facelift 12 m 0914 und 0916 wurden dauerhaft abgestellt, Gebrauchtbeschaffungen – Im Jahr 2020 von der RBR (Subunternehmer der RVK, die i. A. der SWB unterwegs war) übernommen
0923 Mercedes-Benz 2009 MB O530 Citaro Facelift 12 m
0925 Mercedes-Benz 2009 MB O530 Citaro Facelift 12 m
1002 Mercedes-Benz 2010 MB O530 Citaro Facelift 12 m Klima nachgerüstet
1004-1005 Mercedes-Benz 2010 MB O530 Citaro Facelift 12 m Klima nachgerüstet
1101–1110 Mercedes-Benz 2011 MB O530 Citaro Facelift G 18 m Klima nachgerüstet
1202–1204 Mercedes-Benz 2012 MB O530 Citaro Facelift Ü 12 m für Flughafenbus ausgerüstet, dauerhaft abgestellt
1205–1217 Mercedes-Benz 2012 MB O530 Citaro Facelift 12 m 1212 wurde dauerhaft abgestellt, Klima nachgerüstet
1218–1221 Mercedes-Benz 2012 MB O530 Citaro Facelift G 18 m Klima nachgerüstet
1301–1317 Mercedes-Benz 2013 Mercedes-BenzMB O 530 (C2) 12 m
1318–1321 Mercedes-Benz 2013 MB O 530 G (C2) 18 m
1401–1404 Mercedes-Benz 2014 MB O 530 (C2) 12 m
1405–1417 MAN 2014 MAN NG 323 18 m
1507–1509 MAN 2015 MAN NG 323 18 m
1601–1610 MAN 2016 MAN NG 323 18 m
1701–1713 MAN 2017 MAN NL 293 12 m
1802–1809 MAN 2018 MAN A23 Lion's City G NG323 18 m
1901 Neoplan 2019 Neoplan P21 N2216SHD Tourliner 12 m Gebrauchtkauf; genutzt als Fahrschulwagen & für den Gelegenheitsverkehr
1902-1908 Mercedes-Benz 1902: 12.2018 1903: 2019 1904: 2018 1905: 2019 1906: 12.2018 1907: 2018 1908: 12.2018 MB Citaro C2 12 m Gebrauchtkauf aus Wien, Ausnahme 1904: war noch kurz (05.2025) in Northeim
1909-1910 Mercedes-Benz 12.2019 MB Citaro C2 Hybrid 19 m Gebrauchtkauf aus Wien
1911 Mercedes-Benz 2018 MB Citaro C2 12 m Gebrauchtkauf aus Wien
2001–2004 MAN 2020 MAN A21 Lion's City NL283 12 m für Flughafenbus ausgerüstet, 100 km/h Zulassung (für SB60 vorgesehen)
2005–2011 MAN 2020 MAN 12C Lion's City NL280 Efficient Hybrid 12 m Mildhybrid
2012–2028 MAN 2020 MAN 18C Lion's City NG330 Efficient Hybrid 18 m Mildhybrid
2029–2032 Ebusco 2020 Ebusco 2.2 12M (Fahrgestell BCI Citirider) 12 m Elektrobusse
2033–2035 Solaris 2020 Solaris Urbino 18 electric 18 m Elektrobusse
2101 Mercedes-Benz 2021 MB Citaro C2 G 18 m Gebrauchtkauf: 07.2025 ex Neu-Ulm, ohne Zulassung; 07.2025 ex Rhein-Pfalz-Kreis, 834 / RP-R 534; ≈ 2023 ex Mannheim, MA-CG 8888
2201–2215 MAN 2022 MAN 12C Lion's City NL280 EfficientHybrid 12 m Hybrid
2216–2230 MAN 2022 MAN 18C Lion's City NG330 EfficientHybrid 18 m Hybrid, Wagen 2225 nach Unfall ausgemustert
2301 MAN 2023 MAN 18C Lion's City NG330 EfficientHybrid 18 m Hybrid, Ersatz für Wagen 2225
2501-2510 Mercedes-Benz 2025 MB eCitaro 12 m Elektrobusse

Geschichte/Entwicklung des Fuhrparks

Seit Einführung des Standardlinienbusses bestellte die SWB zunächst aufgrund eines Vertrags, der die SWB dazu verpflichtete bis zum Jahre 1975 insgesamt 150 Fahrzeuge bei Mercedes abzunehmen, zwischen 1969 und 1974 nur Fahrzeuge vom Hersteller Mercedes-Benz.

In den darauffolgenden Jahrzehnten fanden nahezu jährlich Fahrzeugbeschaffungen statt bei den standardmäßig Dieselfahrzeuge in den städtetypischen Varianten (Solo- mit 12 m und/oder Gelenkbusse mit 18 m) geordert wurden. Dabei gab es einen regen Wechsel zwischen Mercedes-Benz und MAN bei der Auslieferung – in seltenen Fällen erhielt man von beiden Herstellern Fahrzeuge. Ausnahmen stellten lediglich Leih- und Testwagen dar sowie die im Jahre 1992 einmalig bei Neoplan bestellten Fahrzeuge. Des Weiteren gab es im Jahr 1995 eine mehrjährige Testphase zweier MAN Erdgasbusse, welche u. a. aufgrund fehlender Betankungsmöglichkeiten am Bonner Betriebshof nicht lange andauerte.

Im Zuge mehrerer Tests von Elektrobussen und einer Teilnahme der SWB an dem von der Europäischen Union geförderten Projekts ZeEUS (Zero Emission Urban Bus eSystems), in dem die Einsatztauglichkeit und Wirtschaftlichkeit von Elektrobussen untersucht werden sollte, erhielten die SWB im Jahre 2015/2016 mehrere Fahrzeuge des Typs Sileo S12, die im Betriebshof Friesdorf nachts geladen wurden (Depot charging). Aufgrund diverser Mängel bzw. Unzuverlässigkeit im Betrieb wurden die Fahrzeuge nach Auslaufen des Förderprojektes ZeEUS im Jahr 2018 zeitnah wieder ausgemustert.

Generell mustern die SWB ihre Fahrzeuge nach 12-15 Jahren Betrieb aus. Vereinzelte Fahrzeuge bzw. Jahrgänge verblieben jedoch deutlich länger im Betrieb.

Seit dem Jahr 2021 besitzt die SWB im Zuge des fortschreitenden Vorhabens der vollständigen Umstellung des Fuhrparks auf Elektrobusse neben einer großen Vielzahl von Fahrzeugen mit Hybrid-Modul vier batterieelektrische Solobusse des Herstellers Ebusco sowie drei batterieelektrische Gelenkbusse des Herstellers Solaris, die nachts per Ladekabel mit Strom im Betriebshof geladen werden (Depot charging).

Es sollten nach 2024 nur noch elektrische Busse bestellt werden, jedoch wurde dieser Plan aufgegeben, da es technische Probleme gab. Bis Sommer 2026 sollen unter anderem 5 batterieelektrische Fahrzeuge beschafft werden, bis Ende 2026 noch 6 weitere dazu. Für die Ausschreibung des Jahres 2024 wurde Mercedes-Benz als Gewinner bekannt gegeben werden. Die Elektrobusse sind seit dem 17. August 2025 in Bonn bei der SWB. Nebst der anderen Fahrzeuge bekamen die zehn neuen Fahrzeuge vom Typ eCitaro auch die neue Ladestruktur auf den Betriebshof (Laden via externer Pantographen) geliefert. Die SWB Bus und Bahn investiert in die neuen Busse und in das Ladesystem rund 8,5 Millionen Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert die Anschaffung mit mehr als 3,4 Millionen Euro. Im Moment haben die Stadtwerke Bonn deswegen genau 210 Busse bei sich.

Fahrzeugtypen & Ausstattung

Aufgrund des städtischen Charakters des Liniennetzes werden von der SWB stets Fahrzeuge in städtetypischer Ausstattung beschafft. Dazu gehören Solobusse mit 12 m Länge (2-türig, selten 3-türig) und Gelenkbusse mit 18 m Länge (3-türig, selten 4-türig) mit Innenschwenktüren, Mehrzweckbereich, TFT-Display-Innenanzeige und Klimaanlage (z. T. nachgerüstet).

Ausnahmen stellt hier lediglich die erstmalig in den 00er Jahren in regelmäßigen Abständen in kleiner Stückzahl beschafften Überlandbusse für den sog. Flughafenbus (früher Linie 670, heute Linie SB60) dar. Diese Fahrzeuge sind speziell für den Autobahnverkehr zum Köln/Bonner Flughafen mit Überlandsitzen, Anschnallgurten, Gepäckablagen sowie einer 100 km/h-Zulassung versehen.

Seit 2011 verfügen alle neu beschafften Fahrzeuge über farbige Außenanzeigen, die die Liniennummer in den für die Linien vorgesehenen Farben darstellen kann. Die unterschiedlichen Fahrzeugtypen werden auf den jeweiligen Linien nach dem von dem Aufgabenträger bestimmten Vorgaben (in dem Fall die Stadt Bonn bzw. der Rhein-Sieg-Kreis) entsprechend eingesetzt, sodass in der Regel eine strikte Trennung zwischen Linien mit Solofahrzeugen und Gelenkfahrzeugen entsteht. In den letzten Jahren wurden zur Steigerung der Attraktivität des ÖPNV und Bewältigung steigender Fahrgastzahlen mehrere Linien auf Gelenkfahrzeuge umgestellt.

Längere oder höhere Fahrzeuge sind u. a. aufgrund der in Bonn häufig vorhandene beengten Straßenführungen bzw. Unterführungen/Brücken nicht oder nur bedingt einsetzbar und wären aufgrund der eng verknüpften Linienpärchen und oftmals vorherrschenden Linientreue der Fahrzeuge im Regelbetrieb nicht rentabel.

Betriebsnummern

Die vierstellige Betriebsnummer der Fahrzeuge beruht auf dem Schema, dass die Fahrzeuge in der Reihenfolge der Inbetriebnahme durchnummeriert werden (beginnend bei 01 bis max. 50). Dieser Nummer werden zwei Ziffern vorangestellt, die auf das Baujahr hinweisen (Beispiel: Wagen 2207 = Siebtes Fahrzeug aus dem Baujahr 2022). Gebraucht gekaufte Fahrzeuge werden zahlentechnisch ihrem Baujahr gemäß am jeweiligen Ende einsortiert.

Subunternehmer

Auf nahezu allen Linien der SWB kommen neben eigenen Fahrzeugen auch Busse von Subunternehmern zum Einsatz, welche zum Großteil dem Bonner Unternehmen Univers Reisen gehören, aber auch von der RVK (Stand 2025). Diese wurden z. T. in ähnlicher, größtenteils sogar besserer Ausstattung wie die Fahrzeuge der SWB konfiguriert und verfügen z. B. über LED-Anzeigen, die die Linienziffer der jeweiligen Linienfarbe anpassen können, sind jedoch z. B. durch ihr äußeres Erscheinungsbild (blau mit Eigenwerbung) klar zu erkennen und von den Fahrzeugen der SWB zu unterscheiden. Daneben werden noch Fahrzeuge und Personal des SWB-Tochterunternehmens SWB mobil eingesetzt, die sich jedoch aus Fahrgastsicht nicht von „normalen“ SWB-Fahrzeugen unterscheiden. Aus unternehmerischer Sicht entscheidender Unterschied ist, dass für das Personal der SWB mobil ein anderer Tarifvertrag als für die Mitarbeiter der SWB Bus und Bahn gilt.

Geschichte

Pferdebahn

Die ersten Bahnen in Bonn wurden am 19. April 1891 als Pferdebahn eröffnet. Gebaut wurde die Bahn durch die Firma Havestadt, Contag & Cie., mit der die Stadt Bonn am 22. und am 25. August 1890 einen Vertrag geschlossen hatte. Betreiber der Bahn war die AG Rheinische-Westfälische Bahngesellschaft, die am 19. November 1889 durch den Regierungsbaumeister Christian Havestadt und mehrere Banken in Berlin gegründet worden war. In Bonn war sie in der ebenfalls 1891 von Havestadt & Contag erbauten Halbvilla Coblenzerstraße 212 (heute Adenauerallee 212) beheimatet.

Die Firma Havestadt, Contag & Cie. eröffnete zunächst zwei Linien. Die erste führte von der Kreuzung Koblenzer Straße/Reuterstraße (heute Bundeskanzlerplatz) zum Markt, fuhr auf der Hinfahrt über den Münsterplatz und die Poststraße zum Bahnhof und von dort weiter nach Poppelsdorf. Der Gegenrichtung führte vom Bahnhof durch die Wesselstraße zurück zum Markt. Die zweite Linie führte vom Markt zum Wilhelmsplatz.

In den nächsten Jahren wurde das Netz wie folgt erweitert:

Eröffnungsdatum Strecke
1891 WilhelmsplatzKölnstraßeHeerstraße
1896–1907 Kreuzung Coblenzer Straße/ReuterstraßeRheinwegPützstraße in Kessenich

Nachdem man die Strecken am 27. Oktober 1899 an die AG Rheinische-Westfälische Bahngesellschaft veräußert hatte, folgte nur noch 1903 eine letzte Verlängerung der Pferdebahn. Sie wurde von der Poppelsdorfer Allee bis zum Jagdweg in Endenich erweitert.

Mit einem Vertrag vom 15. und 17. Oktober 1904 gingen die Pferdebahnen in den Besitz der Stadt Bonn über. Die Stadt legte die Pferdebahnen wie folgt still:

Stilllegungsdatum Strecke
29. Juni 1906 EllerstraßeMarkt
28. September 1906 Koblenzer StraßeMarkt
3. Oktober 1907 Poppelsdorfer AlleeEndenich
3. Oktober 1907 PoppelsdorfMarkt
24. November 1909 PützstraßeKoblenzer Straße

Bis auf letztere wurden alle Pferdebahnen in elektrische Straßenbahnen umgewandelt. Die Depots der Pferdebahn lagen neben der Villa Loeschigk, dem heutigen Palais Schaumburg.

Straßenbahn Bonn–Godesberg–Mehlem

Hauptartikel: Straßenbahn Bonn–Godesberg–Mehlem

Zunächst als Dampfbahn verband die Straßenbahn Bonn–Godesberg–Mehlem (BGM) ab 1892 Bonn, Godesberg und Mehlem. Die Strecke bis Bad Godesberg ist heute Stadtbahnstrecke, der Abschnitt zwischen Bad Godesberg und Mehlem wurde 1976 stillgelegt.

Bahnen der Stadt Bonn

Parallel zu den Pferdebahnen der Firma Havestadt, Contag & Cie. setzte die Stadt eigene Pläne zum Bau einer Straßenbahn um. Nachdem mit Mitteln aus der Bonner Bürgerschaft 1898 eine Rheinbrücke von Bonn nach Beuel fertiggestellt war, äußerte Havestadt, Contag & Cie. den Wunsch, die Brücke mit den Pferdebahnen zu benutzen. Dies wurde durch die Stadt Bonn abgelehnt. Am 11. März 1898 bekam die Stadt von der Eisenbahndirektion in Köln eine Konzession für den Bau und den Betrieb eine meterspurigen Kleinbahn. Am 21. Mai 1902 ging die 2,8 Kilometer lange von Siemens&Schuckert gebaute Straßenbahn zwischen den Bahnhöfen in Bonn und Beuel in Betrieb.

Nachdem die Pferde- und die Dampfbahn am 15. und 17. Oktober 1904 in den Besitz der Stadt übergegangen waren, beschloss man am 7. Dezember 1905, die Pferdebahnstrecke zu elektrifizieren und auf Normalspurweite umzuspuren. In den nächsten Jahren kam es zu folgenden Umstellungen und Neubauten:

Eröffnungsdatum Strecke
15. September 1906 FriedrichplatzSternstraßeMarktStockenstraßeKoblenzer TorKoblenzer StraßeWeberstraße
29. September 1906 WeberstraßeSiebengebirgsstraße (heute Heussallee) in Gronau – Gronauer Stadthalle
1. März 1907 BahnhofPoppelsdorf
6. Dezember 1907 Bahnhof – Bonner TalwegMoltkestraßeArgelanderstraße – Venusberg
28. August 1908 RheindorfRheindorfer StraßeHerpenstraße in Grau-Rheindorf
14. August 1915 KessenichDottendorf
September 1915 FriedensplatzBornheimer StraßeVictoriabrücke – Beethovenplatz

Bis in das Jahr 1936 waren die Netze in der Innenstadt von Bonn getrennt. Die Direktion der Reichsbahn hatte es am 7. März 1905 abgelehnt, die Kreuzung der Pferdebahn mit den Gleisen der Reichsbahn auch für den elektrischen Betrieb freizugeben. Lediglich der Austausch von unbesetzten Wagen war gestattet.

Im Zweiten Weltkrieg musste die Bahn erhebliche Schäden im Fuhrpark und im Streckennetz hinnehmen. Nachdem der Betrieb des Öfteren zeit- und abschnittsweise hatte eingestellt werden müssen, wurde im Januar 1945 der Betrieb ganz eingestellt. Bis zum 1. Oktober 1946 war das Netz, bis auf einige kleinere Teilstücke, wieder in Betrieb. Unter anderem wurde die Strecke auf den Venusberg nicht wiederaufgenommen, da dieser Stadtteil von den alliierten Besatzungstruppen bewohnt wurde.

Am 28. August 1949 wurde der Abschnitt zwischen Koblenzer Straße und Gronau auf Omnibusbetrieb umgestellt. Den Mitgliedern der Bundesregierung war daran gelegen, dass sie sich mit ihren Wagen ungehindert im Regierungsviertel bewegen konnten, ohne auf die Straßenbahn Rücksicht nehmen zu müssen.

Nach der Wiederherstellung der Rheinbrücke war Beuel ab dem 12. November 1949 wieder mit der Straßenbahn erreichbar. Nachdem am 4. Oktober 1953 die beiden Strecken vom Bahnhof nach Poppelsdorf und von Endenich in die Rheindorfer Straße aus finanziellen Gründen stillgelegt waren, verfügte Bonn nur noch über drei Straßenbahnlinien. Am 3. April 1955 fielen die Strecken vom Venusberg und von Endenich zum Bahnhof den gleichen Gründen zum Opfer. Somit bestanden nur noch die Linie 1 von Dottendorf nach Rheindorf und die Linie 2 von Dottendorf nach Beuel.

Am 1. November 1966 wurde die Linie 1 im Zuge des Neubaus der Autobahn verlegt. Eine weitere Veränderung fand im September 1974 statt, als beide Linien wegen der Einrichtung der Fußgängerzone aus der Innenstadt verlegt wurden. 1976 versuchte die Bundesregierung ein weiteres Mal, die aus ihrer Sicht lästige und überflüssige Straßenbahn aus dem Stadtbild verschwinden zu lassen, was aber unter anderem aufgrund des Widerstandes in der Bevölkerung nicht gelang.

Am 19. August 1994 wurde die Neubaustrecke von Graurheindorf bis Auerberg in Betrieb genommen. Weil die neue Endhaltestelle über keine Wendeschleife verfügt, wurden zu diesem Zeitpunkt alle alten (Einrichtungs-)Straßenbahnwagen ausgemustert und durch (Zweirichtungs-)Niederflur-Straßenbahnwagen ersetzt.

Köln-Bonner Eisenbahnen AG

In einem Gemeinschaftsverkehr mit den Kölner Verkehrsbetrieben (KVB) betreiben die Stadtwerke Bonn seit 1978 zwei Stadtbahnlinien nach Eisenbahnbestimmungen (EBO) auf dem Netz der Köln-Bonner Eisenbahnen (KBE) und deren Nachfolgerin HGK zwischen Bonn und Köln.

Historischer Verein Stadtwerke Bonn e. V.

Seit Februar 2006 engagiert sich der von Mitarbeitern der SWB gegründete und getragene Verein um die Vermittlung von Wissen über 120 Jahre historischer Entwicklung des Bonner Nahverkehrs. Der HVSWB setzt sich für den Erhalt historischer Bus- und Bahnfahrzeuge ein und dokumentiert die Bonner Nahverkehrsgeschichte. Mit Informationsveranstaltungen, Ausstellungen und Sonderfahrten tritt der Verein in der Öffentlichkeit auf. Regelmäßig stattfindende Vereinsfahrten führen u. a. zu den Betriebshöfen verschiedener Verkehrsunternehmen, zu Straßenbahn- sowie Omnibusmuseen und zu Partnervereinen wie z. B. die Köln-Bonner Eisenbahn-Freunde.

Daneben zählt auch die Nahverkehrsausstellung im Schaufenster SWB-Service Center Bad Godesberg (Alte Bahnhofsstraße) mit historischen Exponaten und Bildern aus vergangenen Zeiten zu den Aktivitäten des Vereins.

Der Fahrzeugbestand des HVSWB besteht derzeit aus zwei ehemaligen Stadtbussen der Stadtwerke Bonn aus den Jahren 1986 und 1998: Der älteste erhaltene, in grüner Farbgebung lackierte Bonner Standard-Linienbus, ein Mercedes-Benz O 305, wurde 2009 vom Verein gekauft und restauriert. Seit 2014 wird der Bus mit der Wagennummer 8603 regelmäßig für Sonderfahrten eingesetzt und auch vermietet. Im Jahre 2018 konnte ebenfalls ein ausrangierter Solowagen vom Typ Mercedes-Benz O 405 N₂ (Wagen 9808) von der SWB übernommen werden. Es handelt sich dabei um einen VÖV-Standardbus der zweiten Generation. Er entstammt der Baureihe, welche als letztes noch in der Bonner Farbgebung mit weißgrünem Lack und moosgrünen Absetzstreifen ausgeliefert wurde. Im Frühjahr 2024 modernisierten, reparierten und restaurierten fünf Auszubildende der Stadtwerke Bonn den historischen Omnibus.

Die Vereinszeitung „HVSWB Aktuell“ informiert in mehreren Ausgabe jährlich rund um den Verein und gibt historische Einblicke zur Verkehrsgeschichte in Bonn und Umgebung. Sämtliche Ausgaben werden der Öffentlichkeit kostenlos in der Mediathek auf der Vereins-Website zugänglich gemacht.

Seit dem 7. Oktober 2008 ist der HVSWB eingetragener Verein. Des Weiteren wird er seit dem 1. Januar 2010 als gemeinnützig anerkannt.

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