Schlägel und Eisen

Schlägel und Eisen ist ein international gebräuchliches Symbol für den Bergbau. Schlägel und Eisen war im historischen Bergbau das wichtigste Gezähe des Bergmanns.

Die Werkzeuge

Bergeisen (Bergbaumuseum Górnictwa Rud Żelaza w Częstochowie)

Entsprechend der bergmännischen Terminologie gehören Schlägel und Eisen zum Gezähe des Bergmanns.

Für die Arbeit im Abbaubereich wurden auch andere Werkzeuge, wie z. B. Keilhauen, verwendet, um weicheres Erz oder Quarz loszuschlagen. Im Englischen (hammer and pick) wird auf die Spitzhacke (pick) Bezug genommen, präziser wäre die zweiflächige Haue gemeint (Flügeleisen), während das deutsche Symbol zwei verschiedene hammerartige Werkzeuge zeigt, wobei das eine (das Eisen) auch als das Steinbeil – präziser: die Fläche mit querstehender Klinge in Form der Dexel – des Steinmetzen gesehen werden kann. Andere Abbildungsvarianten zeigen ein Spalt- oder Treibeisen, einen Setzhammer, ein Werkzeug mit Bahn und Finne – auf die Bahn schlägt man mit dem Hammer, um die Schneide in den Stein zu treiben. Welche Form verwendet wird, hängt vom lokalen Gebirge ab.

Schlägel und Eisen wurden früher im Bergbau verwendet. Diese Handarbeit war über Jahrhunderte die einzig dauerhafte Technik zum Vortrieb von Stollen, Strecken und Schächten durch das feste Gestein. Erst im 17. Jahrhundert verdrängte das Schießen mit Schwarzpulver diese Handarbeit.

Das Symbol

Unicode: U+2692

Seit der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts ist es als Bergmannswappen gebräuchlich, in dem die beiden Werkzeuge in der Form eines Andreaskreuzes angeordnet sind, und zwar so, wie sie der Bergmann nach der Arbeit ablegen würde: Das in der linken Hand gehaltene Eisen ist mit dem Griffholz nach links und dem Spitzeisen nach rechts ausgerichtet, und der mit der rechten Hand geführte Schlägel, mit dem das Eisen auf das loszubrechende Gestein geschlagen wird, weist mit dem Stiel nach rechts und dem Kopf nach links oben.

In dieser Anordnung liegen die Werkzeuge griffbereit und der Schlägelholm zur rechten Hand des Rechtshänders hin. Das Überkreuzen der Holme macht das Werkzeugpaar sicherer durch Tasten – auch im Dunkeln – auffindbar; auf Wappen ist uneinheitlich dargestellt, welches der beiden zuoberst liegt.

In Deutschland ist die Gestaltung in DIN 21800:1989-06 in Form von Maßtabellen festgelegt.

In Unicode ist das Zeichen ⚒ U+2692 HAMMER AND PICK (Unicode-Block Verschiedene Symbole) vorhanden.

Verwendung

Als Symbol

Heute findet man das Zeichen in folgenden Bedeutungen:

  • Es kann für Arbeit generell stehen und damit „in Betrieb“ anzeigen.
  • In manchen Ländern symbolisiert es auf Verkehrszeichen die Gültigkeit „an Werktagen“.
  • In Kursbüchern und anderen Fahrplänen bedeutet es, dass ein Verkehrsmittel nur an Werktagen verkehrt, worunter in Deutschland nach Einführung der Fünf-Tage-Arbeitswoche weiterhin Montag bis Sonnabend verstanden wurde, in anderen Ländern, z. B. in Tschechien, hingegen Montag bis Freitag.
  • Auf Landkarten werden durch das Zeichen Abbaugebiete, insbesondere Bergwerke oder Tagebaue symbolisiert, auf dem Kopf stehend werden „stillgelegte“ Bergwerke symbolisiert.
  • Es wird auch zur Charakterisierung einer Person als Angehöriger des Bergbaus im weitesten Sinne verwendet, etwa (mit nach oben gerichteten Stielen) in Todesanzeigen.

Als Wappenbild

Schlägel und Eisen zeigen auch auf vielen Wappen die Bergbautradition der Region oder des Ortes an. Sie sind eine gemeine Figur in der Heraldik. Die Farbe ist häufig Schwarz, oder heraldisches Metall Gold und Silber.

Literatur

  • Eberhard Wächtler: Mit Schlegel und Eisen. von Bergleuten und Bergbautraditionen. Verlag für die Frau, Leipzig 1996, ISBN 3-7304-0454-7, S. 96.
  • Walter Bischoff et al.: Das kleine Bergbaulexikon. Hrsg.: Westfälische Berggewerkschaftskasse. Dritte Auflage. Glückauf GmbH, Essen 1981, ISBN 3-7739-0248-4, S. 179.
  • Heinz Machatscheck: Unterhaltsame Wappenkunde. Neues Leben Berlin, Berlin 1981, S. 40.

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