Soffredo Errico Gaetani (* 12. Jahrhundert in Pistoia; † 14. Dezember 1210 in Pistoia), auch bekannt als Soffredo Erico oder Caetani, war ein italienischer Kardinal der römischen Kurie des frühen 13. Jahrhunderts.
Leben
Geboren in Pistoia, ernannte Papst Lucius III. ihn am 18. Dezember 1182 im Konsistorium zum Kardinaldiakon von Santa Maria in Via Lata. Er nahm am Konklave 1185 teil, das Papst Urban III. wählte. 1187 wurden er und Kardinal Andrea Bobone zu päpstlichen Legaten in Frankreich ernannt, um zwischen Philipp II. von Frankreich und Heinrich II. von England zu vermitteln – den beiden Legaten gelang es, einen zweijährigen Waffenstillstand zwischen den beiden Königen zu besiegeln.
Er nahm an den Konklaven im Oktober und Dezember 1187 teil, in denen Papst Gregor VIII. und Papst Clemens III. gewählt wurden. Gemeinsam mit Kardinal Pietro Diani wurde er zur Vermittlung zwischen Genua und Pisa entsandt. Er wirkte auch am Konklave 1191 mit, in dem Papst Coelestin III. gewählt wurde, sowie an dem von 1198. Im Sommer 1198 wurden er und Kardinal Petrus Capuanus zu päpstlichen Legaten ernannt, um das Kreuzfahrerheer zu begleiten, das zu einem neuen Kreuzzug aufbrechen sollte. Trotzdem blieb Soffredo in der Kurie, und Petrus Capuanus reiste nach Venedig, um sich auf die Überfahrt vorzubereiten. 1201 bat ihn das Domkapitel von Ravenna um die Ernennung zum Erzbischof von Ravenna, doch der Papst lehnte dies ab, da er den Kardinal an seinem Hof in Rom behalten wollte. Bis Ende Mai 1202, als er schließlich ins Heilige Land aufbrach, blieb Soffredo in der Kurie und vertrat die Anklage in mehreren Prozessen.
Nach seiner Ankunft in Akkon reiste er nach Tripolis, um den Thronfolgestreit zwischen Bohemund IV. von Antiochia und Leo II. von Armenien beizulegen – ein Konflikt, der die Kreuzfahrertruppen aufgehalten hatte. Die päpstlichen Delegierten bemühten sich monatelang um eine Lösung, jedoch vergeblich. Am 16. August 1203 ernannte der Papst Soffredo zum Patriarchen von Jerusalem, entließ ihn aber im folgenden Jahr wieder. Im Herbst 1204 zogen er und Petrus Capuanus nach Konstantinopel, das seit April desselben Jahres in der Hand der Kreuzfahrer war. Petrus blieb dort, während Soffredo weiter in das Königreich Thessaloniki reiste, das von Bonifatius I. von Montferrat regiert wurde, um ihm für seine Unterstützung bei der Etablierung des lateinischen Klerus im neuen Reich zu danken. Im August 1205 kehrte Soffredo in die Kurie zurück und unterzeichnete am 5. Dezember desselben Jahres erstmals nach seiner Zeit im Heiligen Land ein päpstliches Privileg. Seine letzten Jahre verbrachte er im Ruhestand, vermutlich in Pistoia, wo er kleinere Aufgaben übernahm. 1208 wurde er Kardinalprotopresbyter.
Literatur
- Werner Maleczek: Petrus Capuanus. Kardinal, Legat am vierten Kreuzzug, Theologe († 1214) (= Publikationen des Historischen Instituts beim Österreichischen Kulturinstitut in Rom. I. Abteilung: Abhandlungen, 8. Band). Wien 1988, ISBN 3700113080, passim.
- Werner Maleczek: Die päpstlichen Legaten beim vierten Kreuzzug (Petrus Capuanus, Soffred von S. Prassede). In: Maria Pia Alberzoni, Pascal Montaubin (Hrsg.): Legati, delegati e l'impresa d'Oltremare (secoli XII-XIII) / Papal Legates, Delegates and the Crusades (12th-13th Century), Brepols, Turnhout, 2014, S. 196_209
- Pietro Silanos: Soffredo. In: Raffaele Romanelli (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 93: Sisto V–Stammati. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 2018.
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