Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart

Das Staatliche Museum für Naturkunde Stuttgart (SMNS) besteht aus zwei im Stuttgarter Rosensteinpark gelegenen Museen, die Ausstellungs- und Forschungstätigkeiten vereinigen. Während sich das Museum Schloss Rosenstein der Biologie widmet, liegt beim Museum am Löwentor der Fokus auf der Paläontologie und Geologie. Das Museumsgebäude wurde vom deutschen Architekten und Ingenieur Curt Siegel geplant.

Das Museum ist dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg unterstellt.

Geschichte

Das Museum ging 1950 aus der 1791 eingerichteten Naturaliensammlung der Herzöge von Württemberg hervor, diese wiederum aus der Kunst- und Wunderkammer der württembergischen Herzöge. Im Jahre 1817 erklärte König Wilhelm I. diese zur öffentlichen Sammlung des Staates. Dazu wurde 1822 der Grundstein zu einem Museumsbau in der Innenstadt gelegt. Ab 1854 arbeitete Oscar Fraas an der systematischen Erweiterung der geologischen, paläontologischen und mineralogischen Abteilungen im Königlichen Naturalienkabinett und ab 1894 sein Sohn Eberhard Fraas.

Im Jahr 1918 wurde Martin Schmidt Direktor und geologischer Konservator als Nachfolger von Kurt Lampert (1859–1918). Schmidt ging 1925 in den Ruhestand, ihm folgte Fritz Berckhemer und diesem Reinhold Seemann 1938 als Hauptkonservator.

Im September 1944 brannte das Gebäude infolge der Luftangriffe auf Stuttgart vollständig nieder. Der überwiegende Teil der Naturaliensammlung, der in den Jahren zuvor ausgelagert worden war, blieb aber erhalten. Dennoch gingen viele Typusexemplare aus den Sammlungen von Erstbeschreibern früherer Jahrzehnte verloren. Von 1950 bis 1955 wurde das ehemalige „königliche Landhaus“ Schloss Rosenstein zum Museum für die biologische Sammlung ausgebaut und 1956 der Öffentlichkeit übergeben. Mit dem von 1981 bis 1985 erbauten Museum am Löwentor wurde ein weiteres Museum für die paläontologische Sammlung geschaffen. Das Museum ist Mitglied und war am 24. September 2009 Mitgründer des Humboldt-Rings. Seit 2013 wird im Museum der seit 1985 bestehende Ernst-Jünger-Preis für Entomologie verliehen.

Direktoren
  • 1959–1969: Ernst Schüz
  • 1969–1994: Bernhard Ziegler
  • 2002–2021: Johanna Eder
  • seit 2021: Lars Krogmann

Museen

In Stuttgart werden die folgenden beiden Museen und Forschungseinrichtungen unterhalten:

Darüber hinaus ist das Staatliche Museum für Naturkunde Stuttgart für die wissenschaftliche Betreuung folgender Museen in kommunaler Trägerschaft zuständig:

Forschung

Die naturwissenschaftlichen Sammlungen des Staatlichen Museums für Naturkunde Stuttgart bieten die Basis für geowissenschaftliche und biosystematische Forschung.

Förderverein

Das Museum wird seit über 100 Jahren von der Gesellschaft zur Förderung des Naturkundemuseums Stuttgart e. V. gefördert, die am 6. Mai 1912 als Verein zur Förderung der Königlichen Naturaliensammlung gegründet wurde.

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