Das Berggebiet Tafeljura nördlich von Gelterkinden ist ein Landschaftsausschnitt im Schweizer Kanton Basel-Landschaft, der im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) unter der Objektnummer 1104 verzeichnet ist.
Tafeljura nördlich von Gelterkinden Natur- und Kulturlandschaft von nationaler Bedeutung IUCN-Kategorie V – Protected Landscape/Seascape | |
Berglandschaft bei Rickenbach um 1925 | |
| Lage | Basel-Landschaft, Schweiz |
| Fläche | 1802 ha |
| Kennung | 1104 |
| Einrichtungsdatum | 1983 |
| Rechtsgrundlage | Verordnung über das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler |
Das im Inventar definierte Landschaftsschutzgebiet ist eines von drei solchen BLN-Objekten in der Gebirgszone des Nordwestschweizer Tafeljuras. Es stösst im Südosten nahezu an das benachbarte BLN-Objekt Baselbieter und Fricktaler Tafeljura, das auch einen Abschnitt des Kantons Aargau umfasst; und weiter östlich liegt noch das BLN-Gebiet Aargauer Tafeljura.
Geografie
Das geschützte Gebiet liegt im Nordosten des Kantons Basel-Landschaft auf der orographisch rechten Seite des Ergolztales. Der vom Bundesinventar festgelegte Perimeter des Raumes ist so definiert, dass die grösseren Siedlungen an der Ergolz wie Gelterkinden und Sissach und auch Dörfer wie Wintersingen ausserhalb der geschützten Landschaft liegen. Als einzige Ortschaft befindet sich Rickenbach innerhalb des BLN-Gebiets.
Die verschiedenen Bereiche der BLN-Landschaft gehören zu den Baselbieter Gemeinden Böckten, Buus, Gelterkinden, Hemmiken, Nusshof, Ormalingen, Rickenbach, Sissach und Wintersingen.
Als bedeutender Verkehrsweg, der auch einer Postautolinie dient, durchquert die Hauptstrasse 541 den Raum. Sie führt von Gelterkinden über Rickenbach und die Passhöhe Buuseregg (580 m ü. M.) nach Buus und weiter in das aargauische Rheinfelden. Nebenstrassen überqueren die Bergsättel Rickenbacher Höchi und Hinteregg.
Die Quellgebiete des Magdenerbachs liegen zum grössten Teil im BLN-Gebiet.
Die durch Täler stark gegliederte Bergzone wird dominiert von den drei Bergstöcken Farnsberg (749 m ü. M.), Chienberg (745 m ü. M.) und Staufen (699 m ü. M.). Ihre fast gleich hohen kleinen Gipfelplateaus sind Überreste einer einst zusammenhängenden Ebene, die während der Gebirgsbildung des Juras gehoben, durch Brüche aufgetrennt und durch die Erosion zerschnitten wurde. Die Schichtstufenlandschaft des Baselbieter Tafeljuras ist geologisch aus Sedimentgesteinen des Mitteljuras und des Oberjuras aufgebaut. Während die Berge und ihre steilen Flanken weitgehend bewaldet sind, werden die tiefer liegenden Hänge rund um die Dörfer als offenes Kulturland genutzt. Im Schutzgebiet gibt es ausserhalb der Ortschaften viele landwirtschaftliche Siedlungen. Die tiefsten Stellen im BLN-Areal liegen bei Sissach auf 395 m ü. M.
Schutzgebiete
Im Naturraum des BLN-Gebiets sind mehrere besondere Schutzgebiete ausgewiesen. Der bewaldete Chienberg mit der Böckterflue und den Berghängen bildet das grosse kantonale Waldschutzgebiet „Sissacher Fluh - Bischofsstein“. Am nördlichen Waldrand dieses Berges befindet sich das von Pro Natura betreute Schutzgebiet „Bottenmatt“. Bei Rickenbach sind zwei Bergzonen durch das Waldreservat „Farnsberg“ geschützt. Nördlich der Rickenbacher Höchi liegt das Waldreservat „Firmach - Heidengräben“.
Das grosse Schutzgebiet „Steingraben“ bei Hemmiken schliesst ein Waldreservat und einen ehemaligen Steinbruch mit einem Aufschluss von Sandstein ein, der ein geologisches Objekt und Geotop von nationaler Bedeutung ist.
Südlich von Hemmiken ist der schmale, quer durch das Tal laufende Streifen eines ehemaligen Geländepanzerhindernisses der Schweizer Armee in ein Naturschutzgebiet umgewandelt worden, das unter der Objektbezeichnung „Panzersperre Holzmatt“ ebenfalls von der privaten Organisation Pro Natura betreut wird. Bei Buus ist im Allmetgraben ein weiteres Schutzgebiet ausgewiesen.
Schutzziele
Als Ziel für das BLN-Gebiet Tafeljura nördlich von Gelterkinden erwähnt das Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung die Erhaltung
- des landschaftlichen Charakters und des Reliefs der Tafelberge mit dem Gehängeschutt und den naturnahen Wäldern
- des Aufschlusses von Schilfsandstein im Steingraben
- der Trocken- und Feuchtstandorte in ihrer Qualität und ökologischen Funktion sowie mit den charakteristischen Pflanzen- und Tierarten
- einer an die Standorte angepassten landwirtschaftlichen Nutzung
- der charakteristischen Strukturelemente der Landschaft wie Wiesen, Weiden, Hecken und Obstbäume
- der Ruine Farnsburg und weiterer kulturhistorischer Elemente mit ihrem Umfeld.
Literatur
- Raymond Beutler, Andreas Gerth: Naturerbe der Schweiz. Die Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung. Bern 2015, S. 69.
- Paul Menz: Tafeljurareste zwischen Rothenfluh und Gelterkinden. Exkursion Kanton Basel-Landschaft.
- H.U. Bartholet: Geologie des Tafel- und Faltenjuras zwischen Eptingen und Oltingen. In: Tätigkeitsberichte der naturforschenden Gesellschaft Baselland. 23. Jg., 1964, S. 43–130.
- Peter Suter: Baselbieter Jura. Geographischer Exkursionsführer der Region Basel, Bd. 11, Basel 1983.
- Urs Pfirter (u. a.): Geologischer Atlas der Schweiz 1.25'000 Blatt 1068 Sissach mit Südteil von 1048 Rheinfelden. Erläuterungen. Wabern 2019.
wikipedia, wiki, enzyklopädie, buch, bibliothek, artikel, lesen, kostenlos herunterladen, Informationen über Tafeljura nördlich von Gelterkinden, Was ist Tafeljura nördlich von Gelterkinden? Was bedeutet Tafeljura nördlich von Gelterkinden?