Das Dresdner Kabarett Breschke & Schuch war ein 1998 gegründetes Kabarett in Dresden. Zwischen 2019 und 2023 hieß es Dresdner FriedrichstaTT Palast.
Geschichte
Am 1. Dezember 1989 eröffnete die neu gegründete Dresdener Kabarett Breschke & Schuch gGmbH ein Theater, das im stillgelegten Maschinensaal der ehemaligen Sächsischen Landesdruckerei ausgebaut wurde. Es befand sich am Rande der Wilsdruffer Vorstadt am Wettiner Platz (Eingang Jahnstraße) gegenüber dem Bahnhof Dresden Mitte. Der Zuschauersaal verfügte über knapp 200 Plätze. Jährlich besuchten rund 30.000 Gäste die etwa 300 Vorstellungen. Gastspiele kamen hinzu.
Gründer und Gesellschafter des Kabaretts waren Manfred Breschke (* 1952 in Ortrand), Monika Breschke und Thomas Schuch (* 1959 in Berlin). Die beiden Kabarettisten spielten jahrelang am Dresdner Kabarett-Theater Die Herkuleskeule, bevor sie ihr eigenes Haus eröffneten. Gemeinsam standen sie bis zu sechsmal pro Woche auf der Bühne. Breschke agierte bis zum Ruhestand im Herbst 2017 als Intendant und bis Oktober 2021 auf der Bühne. Schuch war Geschäftsführer bis 2023. Nach dem Ausscheiden von Manfred und Monika Breschke wurde Michael Winkler neuer Gesellschafter. Die Gesellschaft firmierte seitdem unter dem Namen Dresdner FriedrichstaTT Palast gGmbH. Michael Winkler hat die Gesellschaft Ende 2023 verlassen. Sie arbeitet weiter unter dieser Firmenbezeichnung als freies Kabarett.
Hilfreich für das Haus war die jahrelange Zusammenarbeit von Manfred Breschke mit Dieter Hallervorden in dessen Spotlight und später der Spottschau.
Im August 2002 überschwemmten im Zuge der Jahrhundertflut die Weißeritz und wenige Tage später die Elbe das Haus. Der Innenausbau des Saals musste komplett abgerissen und wieder neu aufgebaut werden. In dieser Zeit wurde die ARD auf das Theater aufmerksam. In der Folge retteten es viele Spenden und ermöglichten eine Neueröffnung. Schon im Oktober desselben Jahres ging der Vorhang wieder auf. Während der Sanierungsarbeiten stellte die Comödie Dresden ihre Probebühne dem Kabarett Breschke & Schuch als Interimstheater zur Verfügung. Das Architekturbüro Baarß + Löschner, das schon den ersten Ausbau geleitet hatte, übernahm wieder die Bauleitung für die Firma Hengst.
Die erfolgreichsten Produktionen waren das Stück Rumpelkammer mit den Dresdner Salondamen, Drei Tenörgler und das Phantom der Operette, unter anderem mit Christian Garbosnik, damals 1. Kapellmeister der Staatsoperette Dresden. Außerdem in der Adventszeit das jährlich neu entwickelte Kabarett-Stücke, die Striezelmarktwirtschaft, der jeweils aktuelle kabarettistische Jahresrückblick.
Das Kabarett trug sich in den ersten Jahren ausschließlich aus seinen Einnahmen. Ab 2015 erhielt das Kabarett von der Landeshauptstadt Dresden eine jährliche Förderung in Höhe von 15.000 Euro und ab 2019 von 50.000 Euro. Am 26. Oktober 2016 übergab das Kabarett zahlreiche Unterlagen an Stadtarchiv Dresden. Der Bestand umfasst 5,50 laufende Meter Material, darunter Fotos, Plakate, Spielpläne, Textbücher und Urkunden.
Anfang März jeden Jahres erinnerten die Kabarettisten gemeinsam mit dem SPD-Unterbezirk Elbe-Röder an die Bücherverbrennung 1933 auf dem Wettiner Platz in der Nähe des Kabaretts. Sie gestalteten eine Matinee mit wechselnden Künstlern und blicken zurück, um in der Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Situation Zusammenhänge besser verstehen zu können.
Im Zuschauersaal und im Foyer waren wechselnde Ausstellungen zu sehen.
Das Kabarett wurde 2001 mit dem Ostdeutschen Kabarettpreis für die beste Ensemble-Leistung ausgezeichnet. Mit seinem ersten Solo-Kabarett „Schuch matt“ war Thomas Schuch im Jahr 2008 für den Kabarettpreis Der Rostocker Koggenzieher nominiert.
Am 31. Dezember 2023 endete der Mietvertrag mit dem Eigentümer des Objektes. Nachmieter ist Peter Förster, der im Objekt das Theater am Wettiner Platz betreibt.
Dresdner Satire-Preis
Von 2014 bis 2022 vergab das Kabarett jährlich im April den Dresdner Satire-Preis. Sechs Bewerbungen wurden für den Endausscheid nominiert. Eine siebenköpfige Jury (unter anderem mit dem Schauspieler und Kabarettisten Wolfgang Stumph) kürte den Jurypreisträger. Das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro stiftete die Landskron Brau-Manufaktur Görlitz. Das Publikum wählte ebenfalls einen Favoriten; das Preisgeld betrug 500 Euro. Beide Preisträger gastierten im Herbst desselben Jahres mit einem kompletten Programm. Die bisherigen Jurypreisträger waren: René Sydow, Joachim Zawischa, Ursula von Rätin, Erik Lehmann, Werner Brix und Kathi Wolf. Publikumspreisträger waren Benjamin Tomkins, Joachim Zawischa, Björn Pfeffermann, Fee Badenius und Sulaiman Masomi.
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