Beim Trockenfallen setzt ein Wasserfahrzeug tidenbedingt an einer flachen Stelle im Meer (Trockenfallendes Gebiet) durch sinkenden Wasserstand auf dem Grund auf.
Voraussetzungen
Trockenfallende Gebiete sind in der Seekarte markiert. Die mittlere Wassertiefe ist dort geringer als der halbe Tidenhub. Unterstrichene Zahlen auf der Karte bezeichnen die Differenz zwischen der Höhe des Meeresgrunds und dem Niedrigwasserstand.
Will ein Wasserfahrzeug trockenfallen, so fährt es bei Hochwasser an eine Stelle, die bei Niedrigwasser mindestens so hoch wie der eigene Tiefgang trockenfällt.
Wasserfahrzeuge mit gewöhnlichem Rumpf müssen beim Trockenfallen abgestützt werden, um nicht umzufallen.
Bestimmte Fahrzeuge können auf dem Boden aufsitzen, ohne zu kippen:
- Plattbodenschiffe.
- Segelboote mit Kimmkielen
- Mehrrumpfboote (Katamaran, Trimaran, Auslegerkanu)
- Pontons und Leichter
- Ruderboote haben meist keinen tiefen Kiel und kippen beim Trockenfallen nur leicht zur Seite.
Für Schiffe, die nur einen Kiel haben, sind Stützen (Wattstützen) notwendig, die meist mit einem Bolzen mittschiffs an der Bordwand befestigt und durch ein nach vorn und nach achtern gespanntes Tau senkrecht gehalten werden. Die Wattstützen reichen nicht ganz bis zu dem Niveau der Kielsohle, damit das Hauptgewicht der Yacht vom Kiel getragen wird. Eine weitere Methode ist, die Yacht an eine Kaimauer zu lehnen. Einige moderne Yachten sind für die Belastung durch das Stehen auf dem Kiel nicht konstruiert und können nicht trockenfallen.
Ein Wasserfahrzeug fällt hoch trocken, wenn es bald nach Hochwasser auf dem Grund aufsetzt. Es fällt niedrig trocken, wenn es erst kurz vor Niedrigwasser aufsetzt und nur kurz trocken liegt, bevor es wieder aufschwimmt.
Da der Hochwasserstand variiert und stark von den Windverhältnissen abhängt, muss beim Trockenfallen darauf geachtet werden, dass nicht zu hoch trockengefallen wird. Andernfalls schwimmt das Wasserfahrzeug bei der nächsten, niedriger ausfallenden, Flut unter Umständen nicht wieder auf. Es empfiehlt sich, das Schiff so zu positionieren, dass es erst rund eine Stunde nach dem Hochwasser trockenfällt und die Wasserstandsvorhersagen für die nächste Tide zu beachten.
Absichtliches Trockenfallen
Sportboote werden im Wattenmeer trockenfallen gelassen, um eine Fahrtpause einzulegen, im Watt spazieren gehen oder dort zu übernachten. Um mit der nächsten Flut wieder aufzuschwimmen, sind die vorhergesagten Wasserstände zu beachten. Außerdem müssen örtliche Vorschriften beachtet werden. In Naturschutzgebieten ist häufig das Trockenfallen oder auch schon das Befahren während des Niedrigwassers nicht erlaubt.
Trockenfallen lassen für Reparaturen
Beim Trockenfallen können der sonst im Wasser liegenden Unterboden des Schiffes kontrolliert und kleine Reparaturarbeiten durchgeführt werden.
Trockenfallen lassen zum Be- und Entladen
Landungsschiffe können sich an einem Strand oder einer anderen Küstenstelle trockenfallen lassen, an der es keinen Hafen gibt, um Material auf- und abzuladen.
Ausführung und Gefahren
Beim Auflaufen der Tide wird oft seewärts ein Anker ausgebracht, um zu vermeiden, dass sich das Schiff beim Aufschwimmen unkontrolliert über den Grund bewegt. Ganz ohne Anker würde das Schiff mit dem einlaufenden Wasser landeinwärts treiben.
Bei rauem Wetter mit Wellen ist ein Trockenfallen problematisch, weil das Fahrzeug in der Aufsetz- bzw. Aufschwimmphase wiederholt auf dem Boden aufsitzt und über Grund schrammen kann.
Fällt ein Schiff bei Springflut und nach voller Tide trocken, wo es kaum Wasser unter dem Schiffskörper hat, muss es bis zur nächsten Springflut warten, da eine normale Tide nicht genug Wasser mitbringt, um das Schiff wieder aufschwimmen zu lassen. Läuft die Tide nach dem Trockenfallen mit Wellenbildung auf, kann das Schiff während des Aufschwimmens durch Wellen wiederholt auf den Grund aufsetzen und dadurch unter Umständen beschädigt werden.
Es kommt vor, dass ein Schiff bei ablaufendem Wasser versehentlich aufläuft und erst mit der nächsten Tide wieder freikommt.
Bei schlammigem Wattboden können sich Fahrzeuge mit flachem Rumpf auf dem Boden festsaugen. Im Extremfall wird das Schiff geflutet, bevor es aufschwimmt. Auch Schiffe mit Kiel können beim Aufschwimmen fluten, wenn sie mit starker Krängung trocken gefallen sind. Wenn der Untergrund sehr uneben ist oder stark abfällt, können auch Flachbodenschiffe schief aufsitzen, so dass das rückkehrende Wassers das Deck auf der niedrigeren Seite erreicht, bevor das Schiff aufschwimmt.
Siehe auch
- Trockenfallen
- Gezeiteninsel
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