Türk Dil Kurumu

Das Türk Dil Kurumu (TDK, deutsch: „Türkische Sprachgesellschaft“) ist eine Einrichtung der Republik Türkei zur Reformierung der türkischen Sprache. Leiter des Institutes ist seit 2023 Osman Mert. Die letzten Vorgänger vor ihm waren Şükrü Halûk Akalın (2001–2012), Mustafa Sinan Kaçalın (2012–2018) und Gürer Gülsevin (2018–2023).

Türk Dil Kurumu
Aufsichtsbehörde(n) Atatürk Kültür Dil ve Tarih Yüksek Kurumu
Gründung 1932
Hauptsitz Ankara
Behördenleitung Osman Mert (seit 2023)
Website tdk.gov.tr

Geschichte

Die Vereinigung wurde in der 1923 ausgerufenen Republik Türkei am 12. Juli 1932 unter der Präsidentschaft von Mustafa Kemal Atatürk unter dem Namen Türk Dili Tetkik Cemiyeti gegründet, hieß ab 1934 Türk Dili Araştırma Kurumu und erhielt 1936 ihren heutigen Namen. Die Gründer der Institution sind Samih Rifat, Ruşen Eşref Ünaydın, Celal Sahir Erozan und Yakup Kadri Karaosmanoğlu. Der erste Präsident der Institution war Samih Rifat und der erste Generalsekretär war Ruşen Eşref Ünaydın. Seit 1983 ist, verfügt durch Art. 134 der Türkischen Verfassung von 1982, die Gesellschaft in die Atatürk Kültür, Dil ve Tarih Yüksek Kurumu („Hohe Atatürk-Gesellschaft für Kultur, Sprache und Geschichte“) eingegliedert. Sie behielt aber ihre eigenständige Finanzierung aus dem Nachlass Atatürks. Die türkische Sprach- und die türkische Geschichtsgesellschaft wurden in Atatürks Testament als Erben der Erträge eingesetzt.

Tätigkeitsbereiche

Hauptaufgabe ist die Erforschung und Pflege der türkischen Sprache. In der Vergangenheit war die Gesellschaft auch ein Organ der türkischen Sprachreform, die 1932 begann, ihre Hochzeit in den Jahren bis 1950 hatte und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auslief. Zu diesem Zweck wurden Wörter arabischen, persischen oder sonstigen Ursprungs durch Neuschöpfungen ersetzt, die auf türkischen oder vermeintlich türkischen Wortstämmen basierten. Diese werden als Öztürkçe („echt türkisch“) bezeichnet. Um geeignete Wortstämme zu finden, betrieb die Gesellschaft umfangreiche linguistische Studien verschiedener Dialekte und anderer Turksprachen. Resultate der Sprachforschung sind verschiedene Wörterbücher. Berühmt wurden das Dialekt-Wörterbuch (Derleme Sözlüğü) und das historische Wörterbuch Tarama Dergisi. Die Wörter bildeten die Grundlage für Neologismen. Diese Neuschöpfungen wurden in der Regel über die Presse bekannt gemacht. Die Hauptzeit der türkischen Sprachreform gipfelte in der nationalistischen Instrumentalisierung der pseudowissenschaftlichen „Sonnensprachtheorie“ (güneş dil teorisi) von Hermann Feodor Kvergić (1895–1948/49), nach der die türkische Sprache eine der Ursprachen sei.

In der Gegenwart betreibt Türk Dil Kurumu keine aktive Sprachpolitik. Zu den Projekten gehören u. a. die Erforschung der (türkei-)türkischen Dialekte und die Erstellung eines Dialekt-Atlasses, die Übersetzung fremdsprachlicher Werke über die türkische Sprache ins Türkische, die Grammatik des (gegenwärtigen) Türkischen und der Schriftsprachen der vergangenen Epochen, die Vorbereitung eines Wörterbuchs der türkischen Gebärdensprache, Wörterbücher der Türkischen Sprache und fremdsprachliche Wörterbücher, die Erforschung anderer Turksprachen oder die Erstellung eines etymologischen Wörterbuchs der Türkischen Sprache. Die Gesellschaft ist Mitveranstalter der jährlich stattfindenden Internationalen Türkisch-Olympiaden.

Publikationen

Die Gesellschaft hat neben Wörterbüchern mehrere hundert Bücher zu linguistischen Themen veröffentlicht. Des Weiteren gibt sie die wissenschaftlichen Zeitschriften Türk Dili, Türk Dili Araştırmaları Yıllığı-Belleten und Türk Dünyası heraus.

Literatur

  • Geoffrey Lewis: The Turkish Language Reform. A Catastrophic Success. Oxford University Press, 2002, ISBN 0-19-925669-1 (englisch).

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