Verkehrs- und Betriebsgesellschaft Gera

Die GVB Verkehrs- und Betriebsgesellschaft Gera mbH ist als Verkehrsunternehmen Betreiber des Straßenbahn- und Stadtbusnetzes der thüringischen Stadt Gera. Sie übernahm den Betrieb der insolventen Geraer Verkehrsbetrieb GmbH.

GVB Verkehrs- und Betriebsgesellschaft Gera mbH
Basisinformationen
Unternehmenssitz Gera
Webpräsenz gvbgera.de
Bezugsjahr 2023
Eigentümer Stadt Gera
Gründung 27. Juli 2016
Geschäftsführung Thorsten Rühle
Verkehrsverbund VMT
Mitarbeiter 244
Linien
Spurweite 1000 mm (Meterspur)
Straßenbahn 3
Bus 15
Anzahl Fahrzeuge
Straßenbahnwagen 38 + 6 Beiwagen, davon:
  • 20 KT4D
  • 6 KTNF8
  • 12 NGT8G
  • 6 LHB SB9
Omnibusse 34, davon:
  • 2 Elektrobusse
  • 22 Solobusse
  • 8 Gelenkbusse
  • 2 Kleinbusse
Statistik
Fahrgäste 15,9 Mio. pro Jahr
Fahrleistung 2,67 Mio. km pro Jahr
Haltestellen 319
Länge Liniennetz
Straßenbahnlinien 21,2 km
Buslinien 149,8 km
Betriebseinrichtungen
Betriebshöfe 1

Auf drei Straßenbahnlinien und 15 Buslinien werden knapp 16 Mio. Fahrgäste jährlich befördert. Die reinen Linieneinnahmen nach § 42 PBefG betragen 11 Mio. Euro.

Die Kosten der Leistungserstellung beliefen sich 2021 für den Betriebszweig Straßenbahnverkehr auf 14,5 Mio. Euro und für den Betriebszweig Stadtbusverkehr auf 6,5 Mio. Euro. Demgegenüber standen 15,7 Mio. Euro Einnahmen, womit ein Kostendeckungsgrad von 75 % erreicht wurde.

Geschichte

Die Geschäftsführung der Geraer Verkehrsbetrieb GmbH stellte am 3. Juli 2014 beim Amtsgericht Gera einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Die Gründe waren ausbleibende Gelder seitens des Mutterunternehmens Stadtwerke Gera AG. Bei der Gründung der Unternehmen war beabsichtigt, die Gewinne der Stadtwerke aus dem Energieverkauf im Rahmen des Verlustausgleiches in den ohnehin defizitären Nahverkehr zu stecken und so die öffentlichen Haushalte zu schonen. Bedingt durch die Liberalisierung am Energiemarkt brachen jedoch die Gewinne der Stadtwerke Gera ein, wodurch ein Verlustausgleich nicht mehr möglich war. Der Haushalt der Stadt Gera befand sich ebenfalls in einer angespannten Lage, sodass auch ein Verlustausgleich der Stadt Gera nicht möglich war. Eine kurzfristige finanzielle Entlastung durch den Verkauf von städtischen Wohnungen war zudem vom Stadtrat nicht gebilligt worden. Bis dahin hatten es die Stadtwerke Gera AG, die Stadtverwaltung Gera und der GVB noch geschafft, die Löhne der Mitarbeiter selbst aufzubringen. Das Landesverwaltungsamt in Weimar stimmte dann jedoch einer erneuten Kreditaufnahme durch die Stadt Gera zur Verhinderung der Insolvenz von Stadtwerken und GVB nicht mehr zu.

Das Insolvenzverfahren wurde beim Amtsgericht Gera unter dem Aktenzeichen 8 IN 359/14 geführt, zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Dr. jur. Michael Jaffé aus München bestellt. Entgegen vielen Insolvenzen bestand jedoch kein Verfügungsverbot, es wurde lediglich die Pflicht auferlegt, dass Verfügungen des Schuldners nur mit Zustimmung durch den Insolvenzverwalter wirksam werden.

Zunächst einigte man sich darauf, keine Taktausdünnungen vorzunehmen und die im Fahrplan veröffentlichte Taktung fortzuführen. Zum Fahrplanwechsel am 1. September wurden dann zunächst durch die Geraer Verkehrsbetrieb GmbH realisierbare Vorgaben aus dem im Februar beschlossenen Nahverkehrsplan umgesetzt. Am 6. Oktober trat dann ein ausgedünnter Fahrplan in Kraft, zu dem sich der zuständige städtische Fachdienst sowie der vorläufigen Insolvenzverwalter abgestimmt hatten. Am 1. Oktober wurde das Insolvenzverfahren eröffnet und 31 Beschäftigten gekündigt.

Zum 1. Oktober 2016 nahm als neu gegründete städtische Betreibergesellschaft die GVB Verkehrs- und Betriebsgesellschaft Gera mbH den Betrieb auf. Diese übernahm dazu das betriebsnotwendige Anlagevermögen (Busse, Straßenbahnwagen und technische Anlagen) sowie die Beschäftigten der insolventen GVB.

Linienübersicht

Stand: 1. Oktober 2024

Straßenbahn

Linie Relation
1 Untermhaus – Hbf/Theater – Heinrichstraße – Zwötzen
2 Bahnhof Zwötzen – Lusan/Zeulsdorf
3 Bieblach-Ost – Heinrichstraße – Lusan/Zeulsdorf
5 a Lusan/Brüte – Heinrichstraße – Untermhaus
a 
Sonderlinie zu besonderen Anlässen

Bus

Am 1. Dezember 2019 wurden die Linien 22, 24 (ab Untermhaus), 27, S27, 28 und 29 durch die RVG Regionalverkehr Gera/Land übernommen. Sie wurden zunächst als Linien 228 und 229 weitergeführt, dann zur Linie 229 zusammengefasst. Darüber hinaus verkehren die Linien 203 (nach Eisenberg) und 204 (nach Hermsdorf) des RVG sowie die Linien 810 (nach Schleiz) und 890 (über Porstendorf nach Saalfeld) der KomBus teilweise auf dem Liniennetz der GVB.

Linie Relation
10 Hammelburg – Klinikum – Heinrichstraße – Leumnitz – Reuß-Park
11 Weißig – Martins Höhe – Klinikum – Heinrichstraße – Leumnitz – Reuß-Park
12 Heinrichstraße – Collis – Zschippern
13 Eiselstraße – Lusan/Laune – Schafpreskeln
14 Heinrichstraße – Ferberturm – Quellenstraße – Heinrichstraße
15 Gewerbepark Keplerstraße  / Bahnhof Zwötzen  – Lusan/Laune – Zeulsdorfer Straße – Lusan/Laune – Gewerbepark Keplerstraße  / Bahnhof Zwötzen 
16 Bahnhof Zwötzen – Zwötzen – Liebschwitz
17 Frankenthal – Klinikum – Heinrichstraße – Leumnitz – Reuß-Park
18 Kauern – Zwötzen – Liebschwitz – Kleinfalke (– Großfalka)
19 Heinrichstraße – Thränitz – Naulitz – Gewerbegebiet Trebnitz
20 Friedrich-Naumann-Platz – Rubitz – Harpersdorf
23 Duale Hochschule – Bieblach-Ost – IG Cretzschwitz/Amazon
24 Untermhaus – Dr.-Theodor-Neubauer-Straße
25 Heinrichstraße – Meuselwitzer Straße – Bahnhof Zwötzen
26 Heinrichstraße – Leumnitz – Gewerbegebiet Trebnitz – Bieblach-Ost, Kaufpark
229 a Gera – Langenberg – Wernsdorf/Kleinaga – Hermsdorf
 
Montag bis Freitag
 
Samstag, Sonn- und Feiertag
a 
Linie wird von der RVG betrieben

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