Wikenti Wikentjewitsch Weressajew

Wikenti Wikentjewitsch Weressajew (russisch Викентий Викентьевич Вересаев; * 4. Januarjul. / 16. Januar 1867greg. in Tula; † 3. Juni 1945 in Moskau) ist das Pseudonym von Wikenti Wikentjewitsch Smidowitsch. Er war ein russischer Arzt und Schriftsteller polnischer Abstammung.

Weressajew begann nach Abschluss des Gymnasiums 1884 in St. Petersburg zunächst ein Studium an der historisch-philologischen Fakultät auf, danach studierte er an der Dorpater Universität Medizin. Weressajew gehörte 1890 zu den legalen Marxisten. Ab 1892 war er im Gouvernement Jekaterinoslaw als freiwilliger Helfer bei der Bekämpfung der Cholera tätig. 1894 erlangte er schließlich sein Arztdiplom und bekam in St. Petersburg eine Anstellung als Ordinator. In den Jahren 1895–1900 verfasste er die Autobiografie Bekenntnisse eines Arztes (1901), den Roman In der Sackgasse (1923) und Studien über Dostojewski, Tolstoi, Nietzsche, Puschkin und Gogol. In Deutschland wurde er durch die „grauenhaft realistische Darstellung seiner Erlebnisse im russisch-japanischen Krieg“ bekannt, in dem er seine Erlebnisse als Militärarzt schildert.

Verschiedene Reisen führten ihn zwischen 1907 und 1910 nach Österreich, Italien, Ägypten und Griechenland. Nach seiner Rückkehr leitete er in Moskau einen Buchverlag, den er selbst gegründet hatte. Zwischen 1914 und 1917, im Ersten Weltkrieg, war er wieder als Militärarzt tätig. Während der Oktoberrevolution in Russland wurde er als Leiter der Kommission für Volksbildung in den Moskauer Arbeiter- und Soldatenrat berufen. In der Folgezeit war er, bis zu seinem Lebensende 1945, in der Hauptsache schriftstellerisch tätig. Sein Gesamtwerk erschien erstmals 1928 in einer zwölfbändigen Ausgabe, wofür er 1943 mit dem Stalinpreis 1. Klasse ausgezeichnet wurde.

Deutsche Ausgaben

  • Beichten eines praktischen Arztes : Versehen und Fehlschlusse / Erinnerungen von W. Weressajew ; Deutsch von Carl von Gutschow. - Leipziger Verlags-Comptoir, 1902. - 314 с.
  • Bekenntnisse eines Arztes. Einzige vom Verfasser genehmigte Übersetzung von Heinrich Johannson. Mit einem Bildnis des Verfassers. Stuttgart : Robert Lutz 1902 frei zugängliches Digitalisat auf Internet Archive
  • Meine Erlebnisse im russisch-japanischen Kriege : Bilder vom russisch-japanischen Kriegsschauplatze. Mit Erlaubnis des Verfassers übersetzt von L. Meerowitsch und Dr. J. Bürli. 3. unveränd. Aufl. Stuttgart : Robert Lutz 1908 frei zugängliches Digitalisat auf Internet Archive
  • Ohne Weg : Novelle. Aus dem Russischen übersetzt von Heinrich Harff. Berlin : Franz Ledermann 1905 frei zugängliches Digitalisat auf Internet Archive
  • In der Sackgasse. Wien: Verlag für Literatur und Politik, 1924
  • Das Leben Puschkins : Biogr. Skizze. Aus d. Russ. v. Olga Halpern. Moskau : Verlagsgen. ausländ. Arbeiter in d. UdSSR, 1937
  • In der Sackgasse: Roman. Aus dem Russ. von Maria Einstein. Berlin : Verlag Volk u. Welt, 1983

Literatur

  • S. Wawilow u. a.: Bolschaja sowetskaja enziklopedija: Tom 7. Isd-wo Bolschaja sowetskaja enziklopedija, Moskau 1951, S. 487 (russisch)

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