Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg

Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg (offizieller Name: Hohenwarth-Mühlbach a.M.) ist eine Marktgemeinde im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich mit 1345 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025).

Marktgemeinde
Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg
Wappen Österreichkarte
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Niederösterreich Niederösterreich
Politischer Bezirk: Hollabrunn
Kfz-Kennzeichen: HL
Hauptort: Hohenwarth
Fläche: 43,59 km²
Koordinaten: 48° 30′ N, 15° 49′ OKoordinaten: 48° 30′ 0″ N, 15° 49′ 0″ O
Höhe: 365 m ü. A.
Einwohner: 1.345 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 31 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 3472 bzw. für Mühlbach, Bösendürnbach, Zemling, Olbersdorf 3473 bzw. für Ebersbrunn 3711
Vorwahl: 02957
Gemeindekennziffer: 3 10 21
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Hauptstraße 25
3472 Hohenwarth
Website: hohenwarth-muehlbach.at
Politik
Bürgermeisterin: Daniela Hagenbüchl-Schabl (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(19 Mitglieder)
14
5
14 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg im Bezirk Hollabrunn
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
BW

Geographie

Die Großgemeinde befindet sich am Übergang vom Waldviertel ins westliche Weinviertel an den Abhängen des Manhartsberges. Mühlbach wird von Gscheinzbach durchflossen und bei Hohenwarth entspringt der Gießgraben.

Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 43,59 Quadratkilometer, davon sind 55 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 8 Prozent Weingärten und 30 Prozent bewaldet.

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025):

  • Bösendürnbach (81)
  • Ebersbrunn (205)
  • Hohenwarth (446)
  • Mühlbach am Manhartsberg (213)
  • Olbersdorf (61)
  • Ronthal (127)
  • Zemling (212)

Die Gemeinde besteht aus acht Katastralgemeinden Bösendürnbach, Burgfrieden, Ebersbrunn, Hohenwarth, Mühlbach am Manhartsberg, Olbersdorf, Ronthal und Zemling.

Auf dem Gemeindegebiet bestehen drei Pfarren – Hohenwarth, Mühlbach, Zemling – nebeneinander, die ursprünglich auch Schulorte waren.

Nachbargemeinden

Schönberg am Kamp (KR) Maissau Ravelsbach
Straß im Straßertale (KR) Ziersdorf
Fels am Wagram (TU) Großriedenthal (TU)

Geschichte

Ab 1968 begann ein Prozess der Gemeindezusammenlegungen, der mit 1. Jänner 1972 abgeschlossen wurde. Dabei wurden die ehemaligen eigenständigen Gemeinden Bösendürnbach, Burgfrieden, Ebersbrunn, Hohenwarth, Mühlbach, Olbersdorf, Ronthal und Zemling zur Großgemeinde Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg vereint.

In Gedenken an Joseph Misson wurde 1975 zur 100. Wiederkehr des Todestages des Mundartdichters und Priesters in dessen Geburtshaus eine Gedenkstätte eingerichtet. Im Jahr 2002 erfolge eine Neugestaltung der Gedenkstätte zu einem Museums. 2003 wurde der ehemals barocke Schlossgarten und der Englische Landschaftspark des Schlosses Mühlbach für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Mit Verordnung vom 1. Jänner 2019 wurden zur besseren Orientierung Straßenbezeichnungen eingeführt und dementsprechend eine neue Hausnummerierung. Dabei wurden etwa 160 Straßennamen gemeinsam mit den Einwohnern erarbeitet. Zuvor wurden die Häuser, die neu gebaut wurden, unabhängig davon, wo sie standen, fortlaufend nummeriert und es entstand eine Situation, die sogar Einheimische überforderte.

Einwohnerentwicklung

Seit 1991 ist die Wanderungsbilanz positiv oder ausgeglichen, sodass trotz negativer Geburtenbilanz die Bevölkerungszahl konstant bleibt.

Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
  
2.182
1880
  
2.188
1890
  
2.119
1900
  
2.185
1910
  
2.160
1923
  
2.034
1934
  
1.954
1939
  
1.945
1951
  
1.849
1961
  
1.567
1971
  
1.478
1981
  
1.460
1991
  
1.321
2001
  
1.306
2011
  
1.267
2021
  
1.321
2025
  
1.345
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Schloss Mühlbach: Erstmals 1083 genannt wurde das Schloss 1481 zerstört und in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Renaissanceschloss neu erbaut. Im 19. Jahrhundert außen und innen Umgestaltung im Stil des Historismus und Anbau des Nordtraktes. Das Schloss befindet sich im Zentrum des Ortes Mühlbach. Die Besichtigung des Schlosses ist nur von außen möglich. Ein Teil der Räume wird Gruppen nach telefonischer Voranmeldung gezeigt. Außerdem wird das Schloss bei Veranstaltungen geöffnet. Um das Schloss Mühlbach befinden sich ein französischer Garten, ein englischer Landschaftspark mit seltenen Bäumen, ein Teich aus dem 18. Jahrhundert und die ehemalige Orangerie. Der Schlosspark ist ganzjährig frei zugänglich.
  • Katholische Pfarrkirche Hohenwarth Erzengel Michael
  • Katholische Pfarrkirche Mühlbach am Manhartsberg hl. Martin
  • Katholische Pfarrkirche Zemling Mariä Heimsuchung
  • Misson-Museum: Das Misson-Museum ist der Kulturmittelpunkt der Region und befindet sich im Geburtshaus von Joseph Misson. Neben dem Misson-Museum befindet sich hier auch ein bedeutendes Dokumentationsarchiv der niederösterreichischen Mundartdichtung, welches durch den Mundart- und Missonforscher Walther Sohm in lebenslanger Arbeit geschaffen wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Jahr 2010 gab es 94 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, davon waren 44 Haupterwerbsbetriebe, die 72 Prozent der Fläche bewirtschafteten. Im Jahr 1999 waren es 134 Betriebe mit 57 im Haupterwerb. Im Produktionssektor gab es dreizehn Betriebe, die 34 Arbeitnehmer beschäftigten, überwiegend im Baugewerbe. Der Dienstleistungssektor gab in 54 Betrieben 124 Menschen Arbeit. Etwa ein Drittel war im Handel und ein Drittel in sozialen und öffentlichen Diensten beschäftigt (Stand 2011).

Regionale Zusammenarbeit: Die Marktgemeinde Hohenwarth-Mühlbach ist Mitglied der Kleinregion Manhartsberg.

Verkehr

Durch den Ort führt die Retzer Straße B35 von Krems nach Retz und weiter zur Tschechischen Grenze.

Bildung

In der Gemeinde gibt es einen Kindergarten und eine Volksschule.

Gesundheit

In Hohenwarth-Mühlbach am Manhartsberg ordiniert ein praktischer Arzt.

Politik

Gemeinderat


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Motiv: Gemeindeamt/Rathaus der Gemeinde

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BW

Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder.

Bürgermeister

  • 1895–1909 Leopold Diwald, Bürgermeister von Hohenwarth
  • bis 2005 Josef Hagenbüchl (ÖVP)
  • 2005–2015 Alfred Zeilinger (ÖVP)
  • 2015–2025 Martin Gudenus (ÖVP)
  • seit 2025 Daniela Hagenbüchl-Schabl (ÖVP)

Wappen

Der Gemeinde wurde 1967 folgendes Wappen verliehen: Ein gevierter Schild, in eins und vier in Gold zwei einwärtsgekehrte ausgebreitete schwarze Adlerflügel, in zwei und drei in Rot über blauem dreispitzigem Felsen ein silberner Wachturm mit drei Zinnen und einer Fensteröffnung.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Franz Anton Engl von Wagrain (1702–1777), römisch-katholischer Geistlicher, Bischof von Belgrad (1734–1750) und Csanád (1750–1777)
  • Joseph Misson (1803–1875), katholischer Ordensgeistlicher (Piarist) und österreichischer Mundartdichter (ui-Mundart, Epos „Da Naz“).
  • Joseph Freiherr von Gudenus (seit 1907: Graf; seit 1919: Joseph Gudenus; 1841–1919), 1896–1902 Landmarschall des Niederösterreichischen Landtags
  • Leopold Diwald (1862–1927), Landwirt und Politiker
  • Ludwig Zack (1934–2015), Priester und Bundespräses von Kolping Österreich.

Personen mit Bezug zur Gemeinde

  • Walther Sohm (1909–2001), Volksschuldirektor, niederösterreichischer Heimat- und Mundartforscher, in Bösendürnbach bei Mühlbach am Manhartsberg verstorben
  • Jürgen E. Schmidt (1937–2010), Aufnahmeleiter und Musikproduzent, in Zemling verstorben

Literatur

  • Roman Freudenschuss: Geschichtlicher Grundriss (Heimatkunde) über Siedlung, Burg und Kirche Zemling. Gemeinde Zemling, Zemling 1965

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